Elif ist mit zwei Hausordnungen aufgewachsen, die selten miteinander sprachen: der einen für drinnen, der anderen für draußen. Was zu Hause selbstverständlich war, brauchte draußen eine Erklärung, und umgekehrt. Als Kind fand sie das anstrengend. Als Autorin findet sie es unbezahlbar.
Ihr Blick auf Gesellschaft und Alltag kommt genau aus dieser doppelten Perspektive: Sie traut keiner Erklärung menschlichen Verhaltens, die nur einen Blickwinkel kennt. Eine Gewohnheit, eine Regel, eine Institution sieht von innen fast immer anders aus als von außen, und Elif interessiert sich für genau diesen Unterschied — nicht dafür, welche Seite "recht" hat.
Sie ist misstrauisch gegenüber jeder Verhaltensstudie, die ein Ergebnis präsentiert, ohne zu sagen, in welchem kulturellen Rahmen gemessen wurde. Ihre Artikel beginnen oft mit einer kleinen, fast banalen Beobachtung — eine Warteschlange, eine Begrüßung, eine Art zu streiten — und graben sich von dort langsam nach unten.
Sie lebt in Amsterdam, einer Stadt, die ihr erlaubt, Außenseiterin zu bleiben, ohne fremd zu sein, und führt eine private Liste von Alltagsgewohnheiten, die in jedem Land, in dem sie gelebt hat, für völlig selbstverständlich, aber komplett unterschiedlich erklärt wurden.
Elif Korkmaz ist das Redaktionskürzel für Alltagsgewohnheiten im Kulturvergleich bei
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