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Sir Francis Drake: Der Freibeuter, der die Welt umsegelte

Sir Francis Drake war ein englischer Seefahrer, Freibeuter und späterer Vizeadmiral, der zwischen 1577 und 1580 als erster Engländer die Welt umsegelte und 1588 maßgeblich am Sieg über die spanische Armada beteiligt war. Für die einen ist er ein Nationalheld, der Englands Aufstieg zur Seemacht einläutete. Für die anderen bleibt er ein Pirat, der im Auftrag der Krone spanische Schiffe plünderte und sich früh am Sklavenhandel bereicherte. Kaum eine Figur der elisabethanischen Zeit polarisiert bis heute so stark wie er. Sein Leben zeigt, wie eng Ruhm, Reichtum und Gewalt in dieser Epoche miteinander verwoben waren.

Wichtige Fakten
  • Sir Francis Drake wurde um 1540 geboren, als Geburtsort gilt Tavistock in der englischen Grafschaft Devon.
  • Von 1577 bis 1580 umsegelte er mit der Golden Hind als erster Engländer die Erde.
  • 1588 spielte er eine führende Rolle im Abwehrkampf gegen die spanische Armada.
  • Er war bereits in jungen Jahren am transatlantischen Sklavenhandel beteiligt.
  • Drake starb vermutlich 1596 an einer Krankheit vor der Küste Panamas.

Das Wichtigste in Kürze

Sir Francis Drake war ein englischer Seefahrer und Freibeuter des 16. Jahrhunderts. Um 1540 in Devon geboren, umsegelte er von 1577 bis 1580 als erster Engländer die Welt. Später kämpfte er gegen die spanische Armada und starb vermutlich 1596 vor der Küste Panamas. Sein Ruf schwankt bis heute zwischen Held und Pirat.

Sir Francis Drake: Der Freibeuter, der die Welt umsegelte

Stellen Sie sich einen Mann vor, den die einen als Helden feierten und die anderen als Drachen fürchteten. Sir Francis Drake, geboren um 1540, als Geburtsort gilt Tavistock in der Grafschaft Devon im Südwesten Englands, war Seefahrer, Freibeuter und Entdecker. Als erster Engländer umsegelte er die Erde. Und als er 1596 starb, hinterließ er einen Namen, an dem sich bis heute die Geister scheiden.

Denn sein Leben kennt beides: Ruhm und Reichtum auf der einen Seite, Sklavenhandel und Gewalt auf der anderen. Die Spanier, deren Schiffe er jahrelang überfiel, nannten ihn „El Draque“, den Drachen. Wer war dieser Mann, der aus einfachen Verhältnissen an den Hof der Königin aufstieg?

Schon als Jugendlicher kam Drake mit der See in Berührung. Der Überlieferung nach unternahm er seine erste größere Fahrt mit einem Handelsschiff nach Guinea, damals noch im Alter von etwa dreizehn Jahren, wobei das genaue Alter nicht gesichert ist. In den 1560er Jahren war er am transatlantischen Sklavenhandel beteiligt, der Westafrika mit den amerikanischen Kolonien verband. Diese Jahre prägten ihn. Sie legten auch den Grund für seinen tiefen Hass auf die Spanier, die den Handel kontrollierten und seine Schiffe beschlagnahmten.

England konnte den Spaniern auf den Weltmeeren damals wenig entgegensetzen. Deshalb griff die Krone zu einem Mittel, das Grenzen verschwimmen ließ: Sie stattete private Kapitäne mit Kaperbriefen aus, die Angriffe auf feindliche Schiffe legalisierten. Aus Freibeutern wurden so Werkzeuge der Politik. Ein Teil der erbeuteten Schätze floss zurück nach England, und das Königreich gewann allmählich Macht zur See.

Drake wurde zum gefürchtetsten dieser Männer. Seine Überfälle auf spanische Schiffe machten ihn berühmt, und sie machten Königin Elisabeth I. auf ihn aufmerksam. Sie sollte ihn noch weit über die Küsten Europas hinausschicken.

Vom Küstenjungen zum Freibeuter: Drakes frühe Jahre

Stellen Sie sich die engen Gassen von Tavistock vor, einem kleinen Marktflecken im Südwesten Englands, in der Grafschaft Devon. Irgendwann um das Jahr 1540 herum wird hier ein Junge geboren, der später die Weltmeere unsicher machen sollte: Sir Francis Drake. Genaue Kirchenbücher gibt es nicht, doch die Überlieferung ist sich einig, dass er aus einfachen Verhältnissen stammte und schon früh das Meer roch, das nur wenige Tagesritte entfernt lag.

Wie so oft bei großen Seefahrern beginnt die Geschichte mit einer ersten Fahrt. Der Überlieferung nach brach Drake im Alter von etwa dreizehn Jahren zu seiner ersten Seereise auf, mit einem Handelsschiff, das Kurs auf Guinea an der westafrikanischen Küste nahm. Das genaue Alter ist jedoch unsicher, und man sollte es nicht als gesicherte Zahl behandeln. Was zählt, ist etwas anderes: Der Junge bekam Geschmack an der Seefahrt, und zwar an einer besonders rauen Spielart davon.

Ein Geschäft, das damals blühte

In den 1560er Jahren war Drake bereits Teil eines Handels, der Westafrika mit der Karibik verband: dem transatlantischen Sklavenhandel. Menschen wurden an der afrikanischen Küste verschleppt und in den amerikanischen Kolonien verkauft. Der junge Drake fuhr auf diesen Routen mit. Man darf sich das nicht als Randnotiz vorstellen, denn dieses Kapitel prägte seinen weiteren Weg und seine spätere Haltung gegenüber Spanien nachhaltig.

Der englische Weg, Kriege auszulagern

Damals beherrschten die Spanier die Weltmeere, und England konnte dieser Übermacht militärisch wenig entgegensetzen. Also wählte die englische Krone einen Umweg: Sie stattete private Kapitäne mit Kaperbriefen aus, sogenannten corsair-Lizenzen. Das war eine Art erlaubte Piraterie. Wer einen solchen Brief besaß, durfte spanische Schiffe angreifen, ohne dafür als Verbrecher zu gelten. Ein Teil der Beute floss zurück nach England, und so füllte sich so manche Staatskasse, während die Krone ihre Hände in Unschuld wusch.

Drake nutzte diese Lizenz mit beeindruckender Konsequenz. Er überfiel spanische Schiffe, wo immer er sie fand, und sein Name wurde schnell zum Gesprächsthema an den Hafenkais und in den Palästen. Die Beute machte ihn reich, sein Ruf machte ihn bekannt, und beides zusammen lenkte die Aufmerksamkeit einer sehr mächtigen Frau auf ihn: Königin Elisabeth I.

Was als Fahrt eines Jungen nach Guinea begonnen hatte, war damit an einem Punkt angekommen, an dem aus einem Küstenkind ein Mann geworden war, dem man bald die kühnste Seereise zutrauen sollte, die England bis dahin gesehen hatte.

Die Weltumsegelung: 1577, 1580

Stellen Sie sich vor, Sie stehen im Dezember 1577 an der Küste Englands und sehen fünf Schiffe ablegen. An Bord: etwa 150 bis 160 Männer, darunter ein Kapitän, der gerade von seiner Königin einen Auftrag erhalten hat, der alles bisher Dagewesene sprengt. Sir Francis Drake sollte die Erde umsegeln. Elisabeth I. hatte ihn persönlich mit dieser Expedition beauftragt, und sie verfolgte damit mehr als nur geografische Neugier.

Der Plan klang kühn: Drake wollte die Magellanstraße durchqueren, jene berüchtigte Meerenge an der Südspitze Südamerikas, und anschließend die Westküste des amerikanischen Kontinents erreichen. Dort lagen die spanischen Schätze, dort warteten die Galeonen, die Gold und Silber nach Europa brachten. Für England, das sich den Spaniern auf den Weltmeeren bislang unterlegen fühlte, war dies eine Gelegenheit, die Machtverhältnisse zumindest empfindlich zu stören.

Drake und seine Männer raubten auf ihrer Fahrt zahlreiche spanische Schiffe aus und setzten ihren Kurs unbeirrt fort. Im Jahr 1579 beanspruchte er an der kalifornischen Küste ein Gebiet für die englische Krone, das er „New Albion“ nannte. Eine dauerhafte Kolonie entstand dort allerdings nicht, und wo genau dieses New Albion tatsächlich lag, darüber streiten Fachleute bis heute. Entgegen einer verbreiteten Vereinfachung war es also keine feste englische Siedlung, sondern eine symbolische Landnahme.

Die Rückreise geriet zu einem wahren Kraftakt. Drake nahm den Weg über die Molukken, jene Gewürzinseln im heutigen Indonesien, und steuerte anschließend das Kap der Guten Hoffnung an der Südspitze Afrikas an. Was als kühner Vorstoß begonnen hatte, wurde zu einer Odyssee durch Stürme und Meutereien.

Im Jahr 1580, nach drei langen Jahren auf See, lief Drake wieder in England ein. Er kam mit großem Ruhm und beträchtlichem Reichtum zurück. Von der ursprünglichen Mannschaft war nur noch ein Bruchteil übrig: Je nach Quelle schwankt die Zahl der Überlebenden zwischen etwa 30 und 60 Männern. Damit war Sir Francis Drake der erste Engländer, der die Erde vollständig umsegelt hatte, ein Unterfangen, das vor ihm nur einer Handvoll Seeleute gelungen war.

Reichtum, Ritterschlag und politischer Aufstieg

Als Sir Francis Drake im September 1580 in Plymouth wieder englischen Boden betrat, lag eine Reise von drei Jahren hinter ihm. Was er mitbrachte, sprengte jede Vorstellungskraft: Gewürze, Gold, Silber, Perlen. Die Fahrt hatte sich für alle Beteiligten mehr als ausgezahlt. Die Rede ist vom 47-fachen der ursprünglichen Investition, also ein Pfund Einsatz und 47 Pfund Gewinn. Diese Zahl wird in vielen Darstellungen genannt, exakt belegt ist sie allerdings nicht.

Königin Elisabeth I. ließ sich Zeit. Erst 1581, Monate nach Drakes Rückkehr, stattete sie ihm mit einem Besuch an Bord der Golden Hind ab. Dort, auf dem Deck seines eigenen Schiffes, schlug sie ihn zum Ritter. Aus dem Freibeuter wurde Sir Francis Drake. Im selben Jahr wählte ihn die Stadt Plymouth zu ihrem Bürgermeister. Der Mann, der einst als einfacher Seemann begonnen hatte, saß nun im Ratssaal.

Für Spanien war dieser Aufstieg ein Schlag ins Gesicht. König Philipp II. ließ ein hohes Kopfgeld auf Drake aussetzen. Der Überlieferung nach soll es 20.000 Dukaten betragen haben, was heutigen Schätzungen zufolge mehreren Millionen Dollar entsprechen würde. Die genaue Summe und die moderne Umrechnung sind jedoch unsicher. Sicher ist: Die Spanier nannten ihn „El Draque“, den Drachen. Für sie war er kein Held, sondern ein Albtraum, der über ihre Küsten kam.

Rund um Drakes Beute ranken sich bis heute wilde Geschichten. Besonders hartnäckig hält sich die Legende, er habe mehrere Tonnen Gold und Silber in der Gegend von Peru und Chile vergraben, weil er nicht genug Schiffe gehabt habe, um alles fortzubringen. Dafür gibt es jedoch keine belegte historische Grundlage. Die Erzählung gehört ins Reich der Seefahrermythen, nicht in die Geschichtsbücher.

Was bleibt, ist ein bemerkenswerter Widerspruch. Derselbe Mann, der von der englischen Krone geadelt und zum Bürgermeister gewählt wurde, war für die Spanier ein gesuchter Verbrecher. Zwischen Ritterschlag und Kopfgeld lagen nur wenige Monate. Selten zeigt sich der Aufstieg eines Menschen so deutlich in zwei völlig gegensätzlichen Bildern.

Krieg gegen Spanien: Cádiz und die Armada

Im Jahr 1585 brach der offene Krieg zwischen England und Spanien aus, und Sir Francis Drake stand von der ersten Stunde an an vorderster Front. Was zuvor ein zähes Ringen um Handelsrouten und Kolonien gewesen war, wurde nun ein erklärter Waffengang zwischen zwei Seemächten. Für Drake bedeutete das keine Umstellung. Er hatte sein halbes Leben lang gegen spanische Schiffe gekämpft.

Zwei Jahre später, 1587, folgte ein Schlag, der in die Geschichte eingehen sollte. Drake überfiel den Hafen von Cádiz und zerstörte zahlreiche spanische Schiffe. Die gesamte Flotte wurde dabei jedoch nicht vernichtet, auch wenn die Aktion in England als triumphaler Coup gefeiert wurde. Die Spanier nannten ihn daraufhin „El Draque“, der Drache. Der Beiname war keine Bewunderung, sondern nackte Angst.

1588 dann der große Gegenschlag: Philipp II. von Spanien sandte die Armada gegen England. Der Sieg über diese gewaltige Flotte war ein gemeinsamer Erfolg der englischen Streitkräfte unter dem Oberbefehl von Charles Howard und Sir Francis Drake. Drake wurde als Nationalheld gefeiert, war für die Spanier aber ein Pirat und Schrecken zugleich.

Ein Tod auf See und ein zwiespältiges Vermächtnis

Sir Francis Drake starb am 28. Januar 1596 vor Portobelo an der Küste Panamas. Die Ruhr, an der er litt, raubte ihm auf hoher See das Leben. Nur wenige Tage zuvor hatte er noch das Kommando über seine Flotte geführt. Seine Männer legten den Leichnam in einen bleiernen Sarg und versenkten ihn im Meer. Kein Grab, kein Stein, kein Ort, an dem man seiner gedenken könnte. Nur das Wasser, das ihn sein Leben lang getragen hatte.

So endete der Mann, den die einen als Helden feierten und die anderen als Schrecken der Meere fürchteten. In England trägt Sir Francis Drake bis heute den Titel eines Nationalsymbols: der erste Engländer, der die Erde umsegelte, der Ritter der Königin, der Bezwinger der Armada. In Spanien hingegen kennt man ihn als Piraten und Terroristen, als „El Draque“, den Drachen, den man mit einem Kopfgeld jagte. Zwei Länder, zwei Geschichten, ein und derselbe Mann.

Reichtum auf der einen, Leid auf der anderen Seite

Wer auf Drakes Leben zurückblickt, stößt auf beides, und beides lässt sich kaum voneinander trennen. Da ist der Seefahrer, der von seiner Weltumsegelung zwischen 1577 und 1580 mit unermesslichen Schätzen zurückkehrte. Der Überlieferung nach sollen sich Investitionen in dieses Unternehmen vielfach ausgezahlt haben, und seine Heimat verdankte ihm Ruhm, Gold und politisches Gewicht. Seine Erfolge machten ihn zum gefeierten Kapitän, dessen Name in aller Munde war.

Doch dieselbe Geschichte hat eine dunkle Kehrseite. Bereits in den 1560er Jahren war Drake am transatlantischen Sklavenhandel beteiligt, der Menschen aus Westafrika in die Karibik verschleppte. Der Überlieferung nach begann seine tiefe Abneigung gegen die Spanier genau dort, bei diesen Fahrten. Später folgten zahllose Überfälle, brennende Schiffe und der Tod vieler Menschen. Sein Reichtum wuchs auf Kosten anderer, und dieser Preis lässt sich nicht mit Ruhm aufrechnen.

Ein Name, der bis heute nachklingt

Drake selbst fand kein Grab, doch sein Name ist geblieben. In London erinnert ein Nachbau der „Golden Hind“ an das Schiff, mit dem er die Welt umrundete. Ein solcher Nachbau entstand im letzten Viertel des 20. Jahrhunderts in traditioneller Bauweise und legte mehr als 140.000 Seemeilen zurück. Heute dient das Schiff als Museum und zieht Besucher an, die der Legende nachspüren wollen.

Und die Legende lebt weiter, auch abseits der Geschichtsbücher. In der Computerspielreihe „Uncharted“ spielt Francis Drake eine zentrale Rolle, und wer die Abenteuer dort verfolgt, begegnet seinem Namen ganz unvermittelt. So bleibt Sir Francis Drake ein Mann mit zwei Gesichtern: Entdecker und Ausbeuter, Held und Schrecken, bewundert und verachtet. Was von ihm bleibt, ist ein zwiespältiges Vermächtnis, das sich nicht in eine einzige Erzählung fügen lässt.

Die Golden Hind: Ein Schiff, viele Nachbauten

Sir Francis Drake und sein Flaggschiff gehören zu den bekanntesten Paarungen der Seefahrtsgeschichte. Das Schiff, mit dem er zwischen 1577 und 1580 die Erde umrundete, hieß Golden Hind. Der Name bedeutet so viel wie „Goldene Hirschkuh“, und wer heute durch London schlendert, kann gleich mehrere Nachbildungen dieses legendären Seglers bestaunen. Manche stehen fest an Land, andere haben tatsächlich die Weltmeere befahren.

Ein Schiff mit Geschichte

Die Golden Hind war eine Galeone, ein für ihre Zeit wendiges und zugleich wehrhaftes Schiff. Ursprünglich trug sie den Namen Pelican, doch Drake ließ sie während der Reise umbenennen, zu Ehren seines Förderers Christopher Hatton, in dessen Wappen eine goldene Hirschkuh prangte. Mit diesem Schiff segelte Drake durch die Magellanstraße, überquerte den Pazifik und kehrte schließlich reich beladen nach England zurück. Dass ausgerechnet eine Hirschkuh zum Symbol einer der kühnsten Seereisen der Geschichte wurde, hat etwas Ironisches: Ein friedliches Waldtier als Namenspatin für ein Schiff, das vor allem durch Überfälle auf spanische Galeonen berühmt wurde.

Nachbauten in aller Welt

Von der Golden Hind existieren heute mehrere Nachbildungen. Eine besonders bekannte steht in London, unmittelbar neben einem Pub. Die genaue Bezeichnung dieses Lokals lässt sich allerdings nicht mit Sicherheit bestätigen, hier kursieren unterschiedliche Angaben. Fest steht jedoch: Das Schiff selbst dient als Museum und zieht Besucher aus aller Welt an. Wer vor dem hölzernen Rumpf steht, bekommt eine recht konkrete Vorstellung davon, wie eng und beengt das Leben an Bord vor über vier Jahrhunderten gewesen sein muss.

Ein Nachbau, der wirklich segelte

Ein weiterer Nachbau wurde 1973 fertiggestellt und unterschied sich deutlich von den musealen Ausstellungsstücken. Er wurde nach traditionellen Methoden gebaut, also mit denselben Techniken, die man zur Zeit Drakes verwendet hätte. Und dieses Schiff blieb nicht im Hafen: Es segelte über 140.000 Seemeilen, eine Strecke, die mehrfachen Erdumrundungen entspricht. Damit bewies der Nachbau eindrucksvoll, dass die Konstruktion der Golden Hind auch unter realen Bedingungen funktionierte. Ein schwimmendes Denkmal sozusagen, das die Ozeane dieser Welt tatsächlich befuhr.

Drake im Videospiel

Dass eine Figur aus dem 16. Jahrhundert Eingang in die Popkultur findet, ist keine Selbstverständlichkeit. Im Fall von Sir Francis Drake ist es dennoch geschehen: In der Videospielreihe Uncharted spielt Drake eine zentrale Rolle. Die Spiele verweben historische Motive mit fiktiven Abenteuern und machen den elisabethanischen Seefahrer einem modernen Publikum zugänglich, das mit Geschichtsbüchern vielleicht weniger anfängt. So bleibt der Name Drake lebendig, nicht nur in Museen und Geschichtswerken, sondern auch auf Bildschirmen in aller Welt.

Warum das Schiff bis heute fasziniert

Ein Schiff, viele Geschichten: Die Golden Hind ist längst mehr als ein historisches Artefakt. Sie ist ein Symbol für Entdeckergeist, für Wagemut und für die zwiespältige Natur einer Epoche, in der Ruhm und Grausamkeit oft dicht beieinanderlagen. Ob als Museumsschiff in London, als seetüchtiger Nachbau oder als Kulisse in einem Videospiel, die Golden Hind hält die Erinnerung an Sir Francis Drake wach. Und wer das nächste Mal an der Themse entlanggeht, sollte einen Blick riskieren. Vielleicht steht er plötzlich vor einem Stück Geschichte, das aussieht, als wäre es geradewegs aus dem 16. Jahrhundert gesegelt.

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Häufig gestellte Fragen

Wer war Sir Francis Drake und wofür ist er bekannt?

Sir Francis Drake war ein englischer Seefahrer, Freibeuter und Entdecker, geboren um 1540, als Geburtsort gilt Tavistock in der Grafschaft Devon, gestorben am 28. Januar 1596. Bekannt wurde er als erster Engländer, der die Erde vollständig umsegelte, als gefürchteter Gegner der Spanier und als einer der sogenannten „Sea Dogs“ der Elisabethanischen Zeit.

Was führte er auf seiner Weltumsegelung durch?

Im Dezember 1577 stach Drake im Auftrag von Königin Elisabeth I. mit fünf Schiffen und rund 150 Mann in See. Er durchquerte die Magellanstraße, überfiel spanische Schiffe an der amerikanischen Westküste, beanspruchte 1579 das Gebiet „New Albion“ für England und kehrte 1580 über die Molukken und das Kap der Guten Hoffnung zurück.

Warum wurde er von den Spaniern als Pirat gefürchtet?

Die englische Krone stattete Freibeuter mit Kaperbriefen aus, die Angriffe auf feindliche Schiffe legalisierten. Drake nutzte diese Vollmacht gnadenlos und brachte tonnenweise Gold und Silber nach England. Die Spanier nannten ihn „El Draque“, den Drachen, und fürchteten ihn als unberechenbaren Gegner auf allen Weltmeeren.

Wie besiegte er die spanische Armada im Jahr 1588?

1588 entsandte König Philipp II. die Armada gegen England. Der Sieg war jedoch kein Werk eines Einzelnen: Die englische Flotte kämpfte unter dem Oberbefehl von Lord Howard, mit Drake als einem ihrer führenden Befehlshaber. Gemeinsam nutzten sie wendigere Schiffe und widrige Wetterbedingungen, um die spanische Flotte entscheidend zu schwächen.

War er ein Held oder ein Verbrecher?

Die Antwort hängt vom Standpunkt ab. In England galt Drake als Nationalheld und wurde 1581 an Bord der Golden Hind zum Ritter geschlagen. Aus spanischer Sicht war er ein Pirat und Terrorist. Unbestreitbar ist, dass er in den 1560er Jahren am transatlantischen Sklavenhandel beteiligt war und für den Tod zahlreicher Menschen verantwortlich ist.

Wo und wie starb er?

Drake starb am 28. Januar 1596 während einer Expedition vor Portobelo in Panama an der Ruhr. Seinem Wunsch entsprechend wurde er in einem bleiernen Sarg auf See vor der Küste Panamas beigesetzt. Sein Grab wurde nie gefunden, was seinen legendären Ruf bis heute nährt.

Hat er Sklaven gehandelt?

Ja, in den 1560er Jahren war Drake am transatlantischen Sklavenhandel zwischen Westafrika und der Karibik beteiligt. Dieses Geschäft war nach spanischem Recht verboten, und die Zerstörung seiner Schiffe durch die Spanier in dieser Zeit gilt als Ursprung seiner tiefen Feindschaft gegenüber Spanien.

Was ist die Golden Hind und wo kann man sie sehen?

Die Golden Hind war Drakes Flaggschiff auf seiner Weltumsegelung. Ein Nachbau wurde 1973 fertiggestellt und segelte über 140.000 Seemeilen. Er liegt in London und dient heute als Museum. Ob der daneben liegende Pub tatsächlich „Old Thames Inn“ heißt, ist allerdings nicht gesichert. Hinweis der Redaktion: Nicht abschließend gesicherte Angaben, etwa zu Geburtsjahr oder Todesumständen, sind im Text bewusst als unsicher gekennzeichnet.

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