31. Okt. 2026 RichtlinienImpressum Sitemap
EN

Schreiende Mumie: Pentawere, Sohn Ramses III.

Die schreiende Mumie von Deir el-Bahari gilt nach heutigem Forschungsstand als die sterbliche Hülle des Prinzen Pentawere, eines Sohnes von Pharao Ramses III., der nach der Haremsverschwörung zum Selbstmord durch Erhängen gezwungen wurde. Ihr Mund steht weit offen, das Gesicht ist schmerzverzerrt, und über Jahrtausende hat niemand gewusst, wer dieser Mann war. Erst moderne CT-Scans und DNA-Analysen brachten Licht in ein Verbrechen, das sich vor rund 3000 Jahren am ägyptischen Hof abspielte. Was die Forscher fanden, liest sich wie ein Krimi aus dem Alten Ägypten.

Wichtige Fakten
  • Die Mumie fiel durch ihren weit geöffneten Mund und ein schmerzverzerrtes Gesicht auf, weshalb sie als schreiende Mumie bekannt wurde.
  • Sie wurde in der Königscachette von Deir el-Bahari geborgen, in der mehrere königliche Mumien lagerten.
  • Die Haremsverschwörung gegen Ramses III. ist durch Gerichtsdokumente belegt, in denen Verschwörer verurteilt wurden.
  • CT-Untersuchungen und DNA-Analysen deuten auf eine Verwandtschaft mit Ramses III. hin.
  • Forscher wie Zahi Hawass haben die Befunde im Rahmen umfassender Mumienprojekte ausgewertet.

Das Wichtigste in Kürze

Die schreiende Mumie wurde in der Königscachette von Deir el-Bahari gefunden und gilt nach heutigem Forschungsstand als Prinz Pentawere, ein Sohn Ramses III. Er wurde vermutlich nach der Haremsverschwörung zum Selbstmord durch Erhängen gezwungen. CT-Scans und DNA-Vergleiche stützen diese Zuordnung, einzelne Details bleiben jedoch umstritten.

Ein Schrei aus der Tiefe der Geschichte: Die schreiende Mumie von Deir el-Bahari

Stellen Sie sich einen Mund vor, der seit Jahrtausenden offen steht. Kein friedlich geschlossener Mund, wie ihn die alten Ägypter ihren Toten sonst gönnten, sondern ein weit aufgerissener, ein stummer Schrei, der nie verklingen wollte. Genau so liegt die schreiende Mumie bis heute in den Archiven der Ägyptologie, und wer ihr Antlitz betrachtet, spürt sofort: Hier ist etwas geschehen, das nicht in das feierliche Bild von königlicher Ruhe und ewiger Ordnung passt.

Ihre Entdeckung verdankt sie einem der spektakulärsten Funde der Archäologiegeschichte. Im Jahr 1881 stießen Forscher in der königlichen Cachette von Deir el-Bahari auf dem thebanischen Westufer, also gegenüber dem heutigen Luxor, auf ein Versteck, in dem Priester der 21. Dynastie die Leichname königlicher Familienmitglieder vor Grabräubern in Sicherheit gebracht hatten. Zwischen all den sorgsam gebetteten Herrschern lag auch sie: eine Mumie, die zunächst nur als „Unknown Man E“ geführt wurde, als unbekannter Mann E. Eine Nummer, ein Platzhalter, ein Rätsel unter Königen.

Der Beiname, unter dem sie berühmt wurde, hat nichts mit einer Inschrift zu tun, nichts mit einem Titel und nichts mit einem überlieferten Namen. Er rührt allein von ihrem Gesicht her: von dem aufgerissenen Mund und dem schmerzverzerrten Ausdruck, der sich in ihre Züge eingegraben hat. Wer vor dieser Mumie steht, sieht keinen schlafenden Toten, sondern jemanden, der im Augenblick des Sterbens erstarrt zu sein scheint.

Genau dieser Ausdruck macht die schreiende Mumie so verstörend und so faszinierend zugleich. Denn er wirft eine Frage auf, die weit über den einzelnen Fund hinausgeht: Wie konnte ein Mensch, der doch offenbar in königlicher Gesellschaft bestattet wurde, so zur Ruhe gelegt werden? Und was muss geschehen sein, dass die Balsamierer ihm den Mund nicht schlossen und sein Gesicht nicht glätteten? Die Antwort auf diese Fragen liegt tiefer, als es der erste Anblick vermuten lässt, und sie führt mitten hinein in eine Verschwörung am Hof eines Pharaos.

Der Prinz, der sterben musste: Pentawere und die Haremsverschwörung

Stellen Sie sich einen Körper vor, der seit Jahrtausenden den Mund weit geöffnet hat, das Gesicht zu einer stummen Grimasse erstarrt. Genau so liegt die schreiende Mumie in ihrer Hülle, und lange wusste niemand, wer dieser Mann eigentlich war. Forscher kannten ihn nur unter dem nüchternen Namen „Unknown Man E“. Heute gilt es als wahrscheinlich, dass es sich um Prinz Pentawere handelt, einen Sohn des Pharaos Ramses III.

Zu verdanken ist diese Spur dem Egyptian Mummy Project. Dessen Team untersuchte die Mumie mit CT-Scans und DNA-Analysen und veröffentlichte die Ergebnisse 2012 im British Medical Journal. Die Daten legen eine Identität mit Pentawere nahe, doch von einem endgültigen Beweis sprechen die Wissenschaftler selbst nicht. Es bleibt eine gut begründete, aber eben nicht abgeschlossene Zuschreibung.

Ein Tod, der keine Ruhe verdiente

Der Prinz war offenbar in die sogenannte Haremsverschwörung gegen seinen Vater verstrickt. Der Überlieferung nach zwang man ihn wegen dieser Beteiligung zum Selbstmord durch Erhängen. Die Spuren am Hals der Mumie stützen diese Deutung, auch wenn sie sich nicht mit letzter Sicherheit beweisen lässt. Sicher ist etwas anderes, und das ist fast noch aufschlussreicher: Der Leichnam wurde nie ordentlich mumifiziert.

Statt der üblichen Behandlung hat man den Körper einfach trocknen lassen. Und statt in feines Leinen wickelte man ihn in ein Schafsfell, das bei den alten Ägyptern als unrein galt. Wer so bestattet wurde, sollte für alle Zeiten geächtet sein. Selbst in der königlichen Grabanlage, in der man ihn fand, blieb dieser Mann ein Gezeichneter.

Was der Papyrus verschweigt

Wie die Verschwörung ablief, schildert der Haremsverschwörungspapyrus. Familienmitglieder, Kommandeure, Diener, Frauen des Harems und sogar Zauberer planten demnach gemeinsam den Mord am König. Der Text beschreibt Festnahme und Prozess der Verschwörer, sagt aber mit keinem Wort, ob der Anschlag gelang. Der einzige Hinweis auf eine tatsächliche Tat ist eine verschlüsselte Wendung, die sich als „die königliche Barke kenterte“ übersetzen lässt. Ob man darin den Tod des Herrschers lesen darf, ist in der Forschung umstritten.

Der Ägyptologe Zahi Hawass, der das Egyptian Mummy Project leitete, betonte wiederholt, eine derart ungewöhnliche Mumifizierung habe die Fachwelt lange ratlos gemacht. Erst die systematische Untersuchung der Mumien im Ägyptischen Museum in Kairo, so seine Darstellung, habe die Geschichte hinter diesem rätselhaften Fund erhellen können.

Am Ende bleibt ein Bild, das unter die Haut geht: ein junger Mann aus königlichem Haus, dem man nicht einmal im Tod die Würde ließ. Sein stummer Schrei ist bis heute zu sehen.

Ein Komplott gegen den Pharao: Die Haremsverschwörung im Papyrus

Ramses III. regierte im 12. Jahrhundert v. Chr. und starb um das Jahr 1155 v. Chr. Hinter den Mauern seines Palastes braute sich in seinen letzten Lebensjahren etwas zusammen, das die Forschung bis heute beschäftigt. Der Turiner Haremsverschwörungspapyrus, eine der aufschlussreichsten Gerichtsakten der Antike, hält fest, wie ein Netzwerk aus Familienmitgliedern, Kommandeuren, Dienern, Haremsfrauen und sogar Zauberern die Ermordung des Königs vorbereitete. Es war keine spontane Tat, sondern ein sorgfältig geplanter Umsturz, in den Menschen aus fast allen Schichten des Hofes verwickelt waren.

Der Papyrus schildert ausführlich die Festnahme der Verschwörer und ihren Prozess. Doch genau an der entscheidenden Stelle wird der Text merkwürdig zurückhaltend: Ob der Anschlag tatsächlich gelang, sagt die Quelle nicht eindeutig. Der einzige Hinweis ist eine verschlüsselte Wendung, die als „die königliche Barke kenterte“ übersetzt wird. Ob dieser Satz den Tod des Pharaos verschleiert oder etwas anderes bedeutet, ist unter Fachleuten bis heute umstritten.

Die sterblichen Überreste Ramses III. liefern dagegen konkretere Spuren. Analysen zeigen, dass er etwa 60 Jahre alt wurde und mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte. Ein reiner Tod durch Altersschwäche gilt den Wissenschaftlern jedoch als unwahrscheinlich. Im Jahr 2012 legten CT-Scans eine Verletzung am Hals nahe, die auf einen gewaltsamen Tod hindeutet. Lange hatte man angenommen, der Körper des Königs trage keine Wunden. Diese Untersuchung änderte das Bild und lieferte damit einen möglichen Beleg dafür, dass die Verschwörung am Ende tatsächlich Erfolg hatte.

Die schreiende Frau: Ein zweites Rätsel aus Deir el-Bahari

In derselben königlichen Cachette von Deir el-Bahari, aus der auch die berühmte schreiende Mumie des unbekannten Mannes stammt, lag noch eine zweite Gestalt. Fachleute kennen sie als „Unknown Woman A“, als die schreiende Frau. Ihr Gesicht trägt die Spuren von Entsetzen und Schmerz, der Mund steht offen, als hätte sie im letzten Augenblick geschrien. Der Kopf ist nach rechts geneigt, die Beine sind gebeugt, und die Fußknöchel wurden zusammengebunden.

Schon diese Haltung ist ungewöhnlich. Andere Mumien liegen flach und mit geschlossenem Mund da, würdevoll für die Ewigkeit hergerichtet. Bei dieser Frau jedoch scheint der Tod selbst die Pose bestimmt zu haben. Wer war sie, und warum wurde sie so anders gebettet als die übrigen Mitglieder des Königshauses?

Ein Name, viele Möglichkeiten

Auf Leinenrollen, die bei der Mumie gefunden wurden, stehen hieratische Schriftzeichen. Sie bezeichnen die Tote als „königliche Tochter, königliche Schwester Meritamun“. Damit wäre der Fall gelöst, möchte man meinen. Doch der Überlieferung nach trugen mehrere Prinzessinnen diesen Namen, und keine von ihnen lässt sich mit Sicherheit mit der Toten verbinden. Genannt werden unter anderem eine Tochter des Königs Seqenenre Tao aus der 17. Dynastie und eine Tochter Ramses II. aus der 19. Dynastie. Weil der Name allein keine eindeutige Zuordnung erlaubt, blieb die Frau für die Forschung lange eine Unbekannte.

Was die Computertomographie verrät

Um Licht in das Dunkel zu bringen, untersuchten der Ägyptologe Zahi Hawass und Sahar Selim, Professorin für Radiologie an der Universität Kairo, die Mumie im Ägyptischen Museum in Kairo mit einem Computertomographen. Die Aufnahmen zeichnen ein überraschend klares Bild. Die Frau starb demnach mit etwa 60 Jahren. Ihre inneren Organe wurden entfernt, ihr Körper wurde in reines Leinen gewickelt und mit Harz und Duftstoffen behandelt. Das ist keine nachlässige Behandlung, ganz im Gegenteil: Es zeugt von einer sorgfältigen, ja kostspieligen Mumifizierung.

Damit unterscheidet sich die schreiende Frau grundlegend von der schreienden Mumie des Mannes, die offenbar ohne ordentliche Einbalsamierung blieb. Ihre Geschichte folgt also einem anderen Muster. Die offene Frage bleibt, wie eine so aufwendig bestattete Angehörige des Königshauses in eine Lage geraten konnte, die bis heute wie ein stummer Schrei anmutet.

Herzinfarkt im alten Ägypten: Was die CT-Scans verraten

Die Aufnahmen zeigten mehr als nur Knochen. Unter der Haut der schreienden Mumie, jener rätselhaften Frau aus dem königlichen Versteck von Deir el-Bahari, offenbarte der Computertomograph ein Krankheitsbild, das man eher aus modernen Kliniken kennt: eine schwere Arteriosklerose, die zahlreiche Gefäße des Körpers erfasst hatte. Verkalkungen ließen sich in den Herzkranzarterien nachweisen, ebenso in den Halsschlagadern sowie in den Bauch-, Becken- und Beinarterien. Die genaue Aufzählung aller betroffenen Gefäßregionen gilt als plausibel, ist in den Details aber nicht in jeder Hinsicht verbürgt.

Arteriosklerose ist eine fortschreitende Erkrankung der Gefäßwände. Ablagerungen verengen das Innere der Adern, bis das Blut nicht mehr frei fließen kann. Genau das könnte dieser Frau vor Jahrtausenden zum Verhängnis geworden sein.

Die Hypothese vom plötzlichen Herztod

Der Ägyptologe Zahi Hawass und Sahar Selim, Radiologieprofessorin an der Universität Kairo, vermuten, dass eine Thrombose in einer Herzkranzarterie das Herzgewebe schädigte und den plötzlichen Tod herbeiführte. Diese Deutung ist eine Hypothese, keine gesicherte Diagnose. Sie erklärt jedoch auffällig gut, was die Mumie bis heute zeigt: Der Kopf ist zur Seite geneigt, die Beine sind gebeugt, die Fußknöchel zusammengebunden.

Laut dieser Überlegung erstarrte der Körper in genau der Haltung, in der er zusammengesunken war. Die Totenstarre habe die Muskeln und Gelenke versteift und die Verstorbene über Jahrtausende in dieser Position gehalten. Die Mumifizierer konnten den geöffneten Mund nicht mehr schließen und den Leichnam nicht in die übliche gestreckte Grablage bringen. So blieb der Eindruck eines stummen Schreis.

Was ein 3500 Jahre alter Papyrus über den Herzinfarkt verrät

Dass die Ägypter Herzbeschwerden kannten, ist kein modernes Wunschdenken. Der Ebers-Papyrus, eine der bedeutendsten medizinischen Handschriften des Altertums, beschreibt vor rund 3500 Jahren die Untersuchung eines Mannes mit Magen-, Arm- und Brustschmerzen. Der Text nennt die sogenannte Wad-Krankheit und rät dem Arzt, dem Patienten mitzuteilen, dass der Tod nahe sei.

Forscher setzen diese Wad-Krankheit mit einem Herzinfarkt gleich. Das ist eine interpretierende Lesart, keine wörtlich überlieferte Diagnose. Doch die Kombination aus Schmerzbild und tödlicher Prognose liest sich für heutige Mediziner erstaunlich vertraut.

So fügt sich ein Bild zusammen: Eine Frau, deren Gefäße zu Lebzeiten verkalkten, ein Papyrus, der einen tödlichen Herzanfall beschreibt, und ein Körper, der in seiner letzten Sekunde erstarrte. Die schreiende Mumie erzählt damit nicht nur von einem plötzlichen Tod, sondern von einer Krankheit, die das alte Ägypten längst kannte.

Weitere Bilder

Häufig gestellte Fragen

Was ist die schreiende Mumie und warum wird sie so genannt?

Die schreiende Mumie ist eine Mumie aus dem königlichen Komplex von Deir el-Bahari, die lange nur als „Unknown Man E" bekannt war. Ihren Namen verdankt sie ihrem aufgerissenen Mund, der den Eindruck erweckt, der Tote habe im Augenblick des Todes geschrien. Ihr Gesicht trägt Spuren von Entsetzen und Schmerz, und genau dieser Ausdruck machte sie zu einem der rätselhaftesten Funde der Ägyptologie.

Wer war Prinz Pentawere und warum wurde er hingerichtet?

Prinz Pentawere war ein Sohn des Pharaos Ramses III. Er soll in die sogenannte Haremsverschwörung verwickelt gewesen sein, einen Plan zur Ermordung seines Vaters. Der Überlieferung nach wurde er wegen dieses Verrats zum Erhängen verurteilt und zum Selbstmord gezwungen. Spuren am Hals der Mumie stützen diese Darstellung, auch wenn die Deutung letztlich interpretativ bleibt.

Wie haben Wissenschaftler die schreiende Mumie identifiziert?

Das Egyptian Mummy Project unter Leitung von Zahi Hawass untersuchte die Mumie mit CT-Scans und DNA-Analysen. Eine Studie aus dem Jahr 2012 legt eine wahrscheinliche Identität mit Pentawere nahe, einen endgültigen Beweis liefert sie jedoch nicht. Hinzu kommen die auffällige Behandlung des Leichnams, die Halsspuren und die Art der Bestattung, die zusammen auf den in Ungnade gefallenen Prinzen hindeuten.

Warum wurde Pentawere nicht wie ein Königssohn mumifiziert?

Der Leichnam wurde nicht ordnungsgemäß mumifiziert, sondern lediglich getrocknet. Statt in Leinen wickelte man ihn in ein Schafsfell, das bei den alten Ägyptern als unrein galt. Diese bewusst entwürdigende Behandlung spricht dafür, dass der Verstorbene seine königliche Würde durch Verrat verwirkt hatte. Zahi Hawass erklärte, eine derart ungewöhnliche Mumifizierung habe die Fachwelt lange vor ein Rätsel gestellt.

Was geschah bei der Haremsverschwörung gegen Ramses III.?

Der Turiner Haremsverschwörungspapyrus schildert, wie Familienmitglieder, Kommandeure, Diener, Haremsfrauen und Zauberer gemeinsam den Mord an Ramses III. planten. Er beschreibt Festnahme und Prozess der Verschwörer, sagt aber nicht eindeutig, ob der Anschlag gelang. Einziger Hinweis auf eine tatsächliche Tat ist eine verschlüsselte Wendung, die als „die königliche Barke kenterte" übersetzt wird und deren Deutung in der Forschung umstritten ist.

Wer war die schreiende Frau und woran starb sie?

Im selben Komplex fand man eine weibliche Mumie, die als „Unknown Woman A" oder schreiende Frau bekannt wurde. Hieratische Texte auf Leinenrollen bezeichnen sie als „königliche Tochter, königliche Schwester Meritamun", doch weil mehrere Prinzessinnen diesen Namen trugen, blieb ihre genaue Identität unklar. Die CT-Untersuchung zeigte eine schwere Arteriosklerose in vielen Arterien. Hawass und Sahar Selim vermuten, dass eine koronare Thrombose zum plötzlichen Tod führte.

Welche Rolle spielte Zahi Hawass bei der Untersuchung der Mumien?

Der Ägyptologe Zahi Hawass leitete das Egyptian Mummy Project, das eine vollständige forensische Datenbank der Mumien im Ägyptischen Museum in Kairo aufbauen sollte. Gemeinsam mit Sahar Selim, Radiologieprofessorin an der Universität Kairo, untersuchte er die schreiende Frau. Hawass betonte, erst dieses Projekt habe die Geschichte hinter den ungewöhnlich behandelten Mumien aufklären können.

Was verrät der Ebers-Papyrus über Herzinfarkte im alten Ägypten?

Der Ebers-Papyrus, ein medizinischer Text aus dem alten Ägypten, beschreibt vor rund 3500 Jahren die Untersuchung eines Mannes mit Magen-, Arm- und Brustschmerzen. Der Arzt notierte die sogenannte „Wad-Krankheit", die einem Herzinfarkt entsprechen soll, und die Anweisung, dem Mann mitzuteilen, dass der Tod nahe sei. Die Gleichsetzung dieser Krankheit mit dem Herzinfarkt ist allerdings eine Deutung und nicht restlos gesichert. Hinweis der Redaktion: Nicht abschließend gesicherte Befunde werden im Text ausdrücklich als solche gekennzeichnet.

Haben Sie eine Meinung dazu? Beteiligen Sie sich unten an der Diskussion →

Kommentare 0

Noch keine Kommentare. Seien Sie der Erste.

Kommentar hinterlassen

Kommentare werden vor der Veröffentlichung geprüft. Ihre E-Mail-Adresse wird nie veröffentlicht, und wir speichern Ihre IP-Adresse nicht. Siehe unsere Datenschutzerklärung.

Verpassen Sie keine Geschichte

Erhalten Sie einen kurzen Hinweis, sobald wir etwas Neues veröffentlichen — kein Spam, nur die Geschichten, die Ihre Zeit wert sind. Jederzeit abschaltbar.