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Attilas Grab: Warum die Tisza umgeleitet wurde

Attilas Grab gilt als eines der großen ungelösten Rätsel der Geschichte: Der Hunnenkönig starb 453 n. Chr., und der Überlieferung nach wurde die Theiss umgeleitet, um seine letzte Ruhestätte zu verbergen. Wer sich heute auf die Suche nach Attilas Grab begibt, stößt auf eine Geschichte von Gold, Trauer und einem Fluss, der ein Geheimnis bewahren sollte. Bis heute hat niemand die Stelle gefunden. Vielleicht ist genau das der Kern dieser Legende.

Wichtige Fakten
  • Attila, der König der Hunnen, starb im Jahr 453 n. Chr., vermutlich in der Nacht nach einem Festmahl.
  • Der Überlieferung nach wurde er in einem dreifachen Sarg bestattet: innen Eisen, darüber Silber, außen Gold.
  • Die Erzählung berichtet, dass die Theiss umgeleitet wurde, um das Grab im Flussbett anzulegen und anschließend wieder zu verschließen.
  • Alle an der Bestattung Beteiligten sollen getötet worden sein, damit die Lage des Grabes geheim blieb.
  • Bis heute gibt es keinen archäologischen Nachweis für die Grabstelle Attilas.

Das Wichtigste in Kürze

Attila starb der Überlieferung nach im Jahr 453 n. Chr. Sein Grab soll nach erzählter Tradition verschlossen und verborgen worden sein. Berichtet wird von einem dreifachen Sarg aus Eisen, Silber und Gold. Eine Umleitung der Theiss zur Verbergung der Grabstelle ist nicht belegt und gilt als Sage.

Ein Rätsel unter den Fluten der Tisza

Stellen Sie sich einen breiten, träge dahinziehenden Fluss vor, irgendwo in der ungarischen Tiefebene. Die Tisza wirkt heute friedlich, fast harmlos. Und doch soll sie der Überlieferung nach ein blutiges Geheimnis bergen, eines, das seit rund anderthalb Jahrtausenden niemand lüften konnte. Es geht um Attilas Grab.

Attila, der Herrscher der Hunnen, starb im Jahr 453 n. Chr. Er war der Mann, vor dem halb Europa gezittert hatte, ein Feldherr, dessen Reiterheere bis vor die Tore Roms zogen. Sein Tod kam nicht auf dem Schlachtfeld, sondern in der Nacht nach seiner Hochzeit. Die genaue Todesursache ist nicht überliefert, die Quellen berichten nur von jener Nacht nach dem Fest. Was danach geschah, klingt bis heute wie ein Versprechen, das die Natur selbst abgegeben hat.

Der Legende nach wurde die Tisza vorübergehend umgeleitet. Man legte den Fluss trocken, senkte den Leichnam in das schlammige Bett und ließ das Wasser anschließend wieder über das Grab strömen. So sollte Attilas Grab für immer verborgen bleiben, unauffindbar für jeden Feind, jeden Grabräuber, jede künftige Generation. Ob dieses Vorhaben tatsächlich gelang, daran arbeiten sich Forscher bis heute ab.

Was Attilas Grab so faszinierend macht, ist die Mischung aus brutaler Konkretheit und vollkommener Leere. Wir kennen den Namen des Königs, das Jahr seines Todes, sogar die Umstände der Nacht. Wir kennen angeblich die Farbe des äußersten Sarges. Nur den Ort, den kennt niemand. Kein Fund, keine Grabkammer, nicht einmal ein sicherer Hinweis. Damit zählt Attilas Grab zu den hartnäckigsten ungelösten Rätseln der Geschichte, ein Geheimnis, das ausgerechnet unter einem Fluss liegen soll, der heute so ruhig durch Ungarn fließt, als hätte er nie etwas damit zu tun gehabt.

Jordanes und die Getica: Eine Quelle aus zweiter Hand

Wenn Sie nach den Ursprüngen der Geschichte von Attilas Grab suchen, stoßen Sie unweigerlich auf einen einzigen Namen: Jordanes. Dieser spätantike Geschichtsschreiber verfasste um 551 n. Chr. in Konstantinopel ein Werk mit dem vollständigen Titel De origine actibusque Getarum, kurz Getica genannt. Es ist die wichtigste erhaltene Quelle für die Erzählung von der außergewöhnlichen Bestattung des Hunnenkönigs. Doch wer glaubt, hier einen Augenzeugenbericht in Händen zu halten, irrt gewaltig.

Denn Jordanes war kein Zeitgenosse Attilas. Er schrieb rund ein Jahrhundert nach dessen Tod und stützte sich dabei vermutlich auf die Aufzeichnungen eines Mannes, der tatsächlich am Hunnenhof geweilt hatte: Priskos von Panion, ein oströmischer Diplomat, der im Jahr 448/449 als Gesandter zu Attila reiste. Priskos verfasste einen ausführlichen Bericht über seine Erlebnisse, doch dieser ist heute größtenteils verloren. Was wir über Attilas Grab zu wissen glauben, erreicht uns also über eine Vermittlung aus zweiter Hand, und das ist ein entscheidender Punkt.

Die Überlieferungskette im Überblick:

  • 1Priskos von Panion reist 448/449 als römischer Gesandter an den Hunnenhof und zeichnet seine Beobachtungen auf.
  • 2Sein Bericht zirkuliert in der Spätantike, geht aber in großen Teilen verloren. Erhalten bleiben nur Fragmente.
  • 3Rund ein Jahrhundert später greift Jordanes in Konstantinopel auf dieses Material zurück und verfasst um 551 n. Chr. die Getica.

Diese indirekte Überlieferung ist der Grund, warum Historiker bis heute vorsichtig bleiben. Jede Schicht zwischen dem Ereignis und dem erhaltenen Text bedeutet eine mögliche Verzerrung: Missverständnisse, Ausschmückungen, politische Rücksichten. Der Überlieferung nach soll Attila im Jahr 453 n. Chr. in der Nacht nach seiner Hochzeit mit Ildico gestorben sein, und die Getica berichtet von einem dreifachen Sarg aus Eisen, Silber und Gold sowie von hunnischen Kriegern, die sich bei der Totenklage mit Schwertern die Gesichter aufritzten, um mit Blut statt mit Tränen zu trauern. All das klingt eindrucksvoll, doch es stammt eben nicht aus erster Hand.

Und genau hier liegt der Kern der historischen Zweifel. Je weiter wir uns von den ursprünglichen Notizen des Priskos entfernen, desto schwerer lässt sich unterscheiden, was tatsächlich geschah und was später hinzugefügt wurde. Die Geschichte von Attilas Grab ist damit nicht nur ein archäologisches Rätsel, sondern auch ein quellenkritisches. Wer sie erzählt, sollte stets mitbedenken, dass wir durch die Augen eines Chronisten blicken, der selbst nur nacherzählte, was andere vor ihm aufgeschrieben hatten.

Der dreifache Sarg: Eisen, Silber und Gold

Attila starb im Jahr 453 n. Chr., in der Nacht nach seiner Hochzeit mit Ildico. Darüber berichten die antiken Quellen übereinstimmend, und an diesem Punkt der Überlieferung gibt es wenig zu deuteln. Was danach geschah, gehört zu den eindringlichsten Schilderungen der Spätantike.

Der Geschichtsschreiber Jordanes, der im 6. Jahrhundert in Konstantinopel wirkte, hielt in seinem Werk „Getica" fest, wie der Hunnenkönig bestattet wurde. Sein Bericht ist keine Erfindung aus zweiter Hand: Er stützt sich auf die Aufzeichnungen des oströmischen Diplomaten Priskos von Panion, der 448/449 persönlich an Attilas Hof gereist war. Die Aufzeichnungen des Priskos sind heute größtenteils verloren, doch durch Jordanes wissen wir, was er gesehen und gehört hatte.

Und das ist bemerkenswert genug. Attila wurde demnach nicht einfach der Erde übergeben. Man legte ihn in einen dreifachen Sarg. Ganz innen Eisen, darüber Silber, außen Gold. Jede Schicht trug ihre eigene Bedeutung: Das Eisen stand für den Krieger, der nie nachgab, das Silber für die Macht seines Reiches, das Gold für den Reichtum, den er aus den eroberten Gebieten geholt hatte, nicht zuletzt aus Rom selbst.

Doch damit nicht genug. Jordanes überliefert, dass die Hunnen bei der Totenklage mit Schwertern ihre eigenen Gesichter aufritzten. Kein Weinen, kein Klagen im üblichen Sinn. Sie trauerten mit Blut statt mit Tränen, weil ein Mann wie Attila nicht mit den Tränen von Frauen beweint werden sollte, sondern mit dem Blut von Kriegern.

„Sie trauerten mit Blut statt mit Tränen." So beschreibt es Jordanes in seiner „Getica", Kapitel 49. Ein Satz, der bis heute nachhallt.

Diese Bestattung war kein Akt der Pietät allein. Sie war ein Zeichen. Der dreifache Sarg, die blutige Klage, die ganze Inszenierung zielte darauf, Attilas Macht und Unbesiegbarkeit über den Tod hinaus festzuhalten. Wer immer von diesem Grab hörte, sollte verstehen: Dieser Mann war nicht zu fassen, nicht im Leben und nicht im Tod.

Und so bleibt Attilas Grab bis heute ein Rätsel. Die genaue Stelle ist unbekannt. Die Überlieferung nennt keinen Ort, keine Koordinaten, keinen Anhaltspunkt, an dem man graben könnte. Nur die Erzählung von einem Sarg aus drei Metallen, irgendwo unter der Erde oder unter einem Fluss, den niemand mehr genau benennen kann.

Was bleibt, ist die Geschichte selbst. Und die Frage, ob sie wahr ist oder ob sie nur wahr sein sollte.

Die Umleitung der Tisza: Ein unmögliches Unterfangen?

Stellen Sie sich vor, Sie stehen an einem breiten, träge dahinfließenden Strom. Man bittet Sie, ihn für einige Tage trockenzulegen, einen Toten hineinzulegen und das Wasser danach wieder zurückzuleiten. Genau das soll geschehen sein, als Attilas Grab verschlossen wurde. Der Überlieferung nach habe man die Tisza vorübergehend umgeleitet, um den Leichnam im trockengelegten Flussbett beizusetzen. Prüfen wir, was daran glaubwürdig ist.

Halten wir zunächst fest, was tatsächlich verbürgt ist. Attila starb im Jahr 453, in der Nacht nach seiner Hochzeit mit Ildico. Das berichten übereinstimmend zwei antike Gewährsleute: der römische Diplomat Priskos von Panion, der 448 oder 449 als oströmischer Gesandter am Hunnenhof weilte und dessen Aufzeichnungen heute nur in Fragmenten erhalten sind, sowie Jordanes, der rund hundert Jahre später, um 551, in Konstantinopel sein Werk Getica verfasste. Jordanes erzählt von einem dreifachen Sarg: innen Eisen, darüber Silber, außen Gold. Und er beschreibt, wie die Hunnen sich bei der Totenklage mit Schwertern die Gesichter aufritzten, um mit Blut statt mit Tränen zu trauern. All das gilt als gesichert.

Doch dann beginnt der Teil, den man mit Vorsicht genießen sollte. Die Umleitung der Tisza selbst ist der Überlieferung nach überliefert, historisch aber nicht gesichert. Und die Vorstellung, dass sämtliche beteiligten Arbeiter und Sklaven getötet wurden, um das Geheimnis zu wahren, gehört ebenfalls zu den legendenhaften Zügen der Erzählung. Beide Behauptungen sind quellenkritisch nicht eindeutig belegt, so eindrücklich sie auch klingen.

Warum aber zweifeln Forscher überhaupt? Wer einmal an einem großen Fluss gestanden hat, ahnt es. Ein Strom von der Größe der Tisza lässt sich nicht in wenigen Tagen umleiten. Man müsste Dämme aufschütten, Kanäle graben, das Bett trockenlegen. Das wäre ein Werk von Wochen, nicht von Tagen. Und in dieser ganzen Zeit hätte ein Leichnam irgendwo verwahrt und konserviert werden müssen. Wie das unter den Bedingungen des fünften Jahrhunderts geschehen sein soll, darauf bleibt die Überlieferung die Antwort schuldig. Die Frage steht einfach im Raum.

Ein zweiter Verdacht drängt sich auf, sobald man den Blick weitet. Der Westgotenkönig Alarich I. starb im Jahr 410, also gut vier Jahrzehnte vor Attila. Ihm wird erzählt, er sei im umgeleiteten Busento in Süditalien bestattet worden, und auch dort sollen die Arbeiter getötet worden sein. Zwei Herrscher, zwei Flüsse, eine auffallend ähnliche Erzählung. Diese Parallele wirkt weniger wie ein Zufall denn wie ein literarisches Muster der Zeit. Solche Motive dienten wohl dazu, einen Heerführer nach seinem Tod ins Übermenschliche zu erhöhen.

Und die Suche? Seit dem 19. Jahrhundert haben ungarische und österreichische Forscher im Tisza-Becken nach Attilas Grab gegraben und gesucht. Ein konkreter Fund ist bis heute nicht dokumentiert. Vielleicht liegt der goldene Sarg noch immer unter den trüben Wassern. Vielleicht ist die ganze Geschichte aber auch nur ein meisterhaft erzähltes Bild, geschaffen, damit Attila auch im Tod unerreichbar bleibt.

Alarich im Busento: Ein literarisches Vorbild?

Um das Rätsel um Attilas Grab wirklich zu verstehen, lohnt sich ein Blick auf einen Herrscher, der nur wenige Jahre vor ihm starb: den Westgotenkönig Alarich I. Er zog 410 n. Chr. in Rom ein, ein Schock für das gesamte Imperium. Im selben Jahr, also rund vier Jahrzehnte vor Attilas Tod 453, starb Alarich in Süditalien. Und die Überlieferung, die uns erreicht, klingt merkwürdig vertraut.

Denn sie berichtet, Alarich sei im umgeleiteten Bett des Flusses Busento bestattet worden. Man habe das Wasser vorübergehend abgeleitet, den König samt Beigaben im trockengelegten Grund versenkt und den Lauf anschließend wieder freigegeben. Die Arbeiter, so heißt es weiter, seien getötet worden, damit niemand das Versteck verraten konnte. Es ist eine blutige Choreografie, die stark an die mit Attila verbundene Erzählung erinnert.

Genau diese auffällige Parallele lässt aufhorchen. Zwei Könige, zwei Flüsse, zwei Bestattungen, die dem Wasser anvertraut und mit dem Schweigen der Toten versiegelt werden. Der Verdacht liegt nahe, dass hier kein Zufall waltet, sondern ein gemeinsames literarisches Motiv. Die Erzählung von der umgeleiteten Strömung und den ermordeten Zeugen diente offenbar der Legendenbildung. Sie machte aus einem sterblichen Herrscher eine unerreichbare, mythische Gestalt, deren Grab niemand finden und niemals schänden konnte.

Für die Nachfolger hatte das einen handfesten Nutzen. Wer das Andenken eines Königs ins Übermenschliche hebt, stärkt die eigene Herrschaft, die sich von ihm herleitet. Bei einem Volk wie den Hunnen, das keine geschriebene Überlieferung hinterließ, war das umso wirksamer. Man vertraute den Herrscher nicht einem Bauwerk, sondern der Natur selbst an, und die Natur bewahrte das Geheimnis besser als jede Mauer. So wächst aus einer Grabstätte eine Geschichte, und aus einer Geschichte ein Stück Propaganda, das weit über den Tod hinaus Wirkung entfaltet.

Die Suche nach dem Grab: Expeditionen ohne Ergebnis

Seit dem 19. Jahrhundert haben ungarische und österreichische Forscher im Tisza-Becken nach Attilas Grab gesucht. Bis heute gibt es keine konkreten Funde und keine verlässlich dokumentierten Ergebnisse. Attilas Grab bleibt damit ein ungelöstes Rätsel, vielleicht für immer.

Wer sich auf die Suche nach diesem Ort begibt, jagt einem Schatten hinterher. Es gibt keine Karte, keinen Hinweis, kein Fundstück, das sich zweifelsfrei zuordnen ließe. Die Überlieferung selbst ist dünn. Der römische Diplomat Priskos von Panion, der 448 oder 449 als Gesandter des Oströmischen Reiches am Hunnenhof weilte, hat das Geschehen vermutlich aus nächster Nähe beschrieben. Seine Aufzeichnungen sind heute jedoch größtenteils verloren. Was wir kennen, stammt aus zweiter Hand, aus der Feder des Jordanes, der um 551 n. Chr. in Konstantinopel sein Werk „Getica“ verfasste, mit vollem Titel „De origine actibusque Getarum“.

Schon deshalb ist jeder Suchtrupp im Nachteil. Er gräbt nicht nach einem belegten Ort, sondern nach einer Erzählung. Und diese Erzählung ist voller Bilder, die sich tief eingeprägt haben.

  • Attila starb im Jahr 453, in der Nacht nach seiner Hochzeit mit Ildico.
  • Der Überlieferung nach wurde er in einen dreifachen Sarg gelegt: innen Eisen, dann Silber, außen Gold.
  • Die Hunnen sollen sich bei der Totenklage mit Schwertern die Gesichter verwundet haben, um mit Blut statt mit Tränen zu trauern.
  • Laut der ursprünglichen Erzählung wurde die Tisza vorübergehend umgeleitet, um den Sarg im trockengelegten Flussbett zu bestatten.
  • Berichten zufolge sollen alle an der Bestattung beteiligten Arbeiter getötet worden sein, damit das Grabgeheimnis gewahrt bliebe.

Genau hier wird es heikel. Die Umleitung eines Flusses und die Tötung aller Zeugen sind Motive, die in der antiken Literatur mehrfach auftauchen. Ein fast identisches Schicksal erzählt man sich vom Westgotenkönig Alarich I., der 410 n. Chr. starb. Er soll im umgeleiteten Busento in Süditalien bestattet worden sein, und auch dort will die Überlieferung von getöteten Arbeitern wissen. Diese Parallele ist zu eng, um Zufall zu sein. Sie deutet eher auf ein literarisches Muster hin, mit dem ein Herrscher nach seinem Tod zur mythischen Gestalt erhoben werden sollte.

Für das Tisza-Becken heißt das: Man sucht nach einem Ort, dessen Existenz selbst umstritten ist. Die wiederholten Versuche ungarischer und österreichischer Forscher haben bislang nichts Greifbares zutage gefördert. Kein Sarg, keine Waffen, keine Spur des sagenhaften Hortes.

Vielleicht liegt das Gold noch immer unter dem träge dahinfließenden Wasser. Vielleicht aber ist Attilas Grab niemals mehr gewesen als eine Geschichte, erzählt, um einen toten König unsterblich zu machen. Sicher wissen werden wir es wohl nie.

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Häufig gestellte Fragen

Wann starb Attila und wie verlief sein Begräbnis?

Attila, der Herrscher der Hunnen, starb im Jahr 453 nach Christus, der Überlieferung nach in der Nacht nach seiner Hochzeit mit Ildico. Der römische Geschichtsschreiber Jordanes schildert in seiner um 551 verfassten „Getica“, wie der Leichnam in einen dreifachen Sarg gebettet wurde: innen Eisen, darüber Silber, außen Gold. Die Hunnen sollen sich bei der Totenklage mit Schwertern die Gesichter verwundet haben, um mit Blut statt mit Tränen zu trauern.

Wer berichtete über Attilas dreifachen Sarg aus Eisen, Silber und Gold?

Die erhaltene Schilderung stammt von Jordanes, der im sechsten Jahrhundert in Konstantinopel die „Getica“ verfasste. Er schöpfte dabei aus den Aufzeichnungen des römischen Diplomaten Priskos von Panion, der 448 oder 449 als Gesandter am Hunnenhof weilte. Der Bericht des Priskos ist heute jedoch nur in Fragmenten überliefert, sodass die Schilderung des Begräbnisses eine Weitergabe aus zweiter Hand darstellt.

Was geschah der Legende nach mit der Tisza, als Attila begraben wurde?

Der Überlieferung nach wurde das Bett der Tisza in den ungarischen Ebenen vorübergehend umgeleitet, um Attila im trockengelegten Flussgrund zu bestatten. In das schlammige Bett soll man den dreifachen Sarg samt Grabbeigaben gesenkt und anschließend das Wasser wieder in sein altes Bett zurückgeleitet haben. Dieses Motiv einer Flussumleitung ist für Attila jedoch historisch nicht gesichert.

Warum wurden alle Arbeiter an Attilas Grab getötet?

Der Erzählung zufolge sollten alle Beteiligten, von den Baumeistern bis zu den Grabarbeitern, getötet werden, damit die Lage des Grabes für immer geheim bliebe. So hätten nur wenige hunnische Adlige den Ort gekannt. Dieses Motiv taucht in der Überlieferung auf, ist quellenkritisch aber nicht eindeutig belegt und gilt als legendenhaft.

Wie glaubwürdig ist die Geschichte von Attilas Bestattung im Flussbett?

Die Umleitung eines so wasserreichen Flusses wäre mit der damaligen Technik äußerst aufwendig gewesen und hätte vermutlich Wochen gedauert. Hinzu kommt, dass sich ein Leichnam über einen so langen Zeitraum kaum unversehrt erhalten ließe. Fachleute begegnen der Schilderung deshalb mit Skepsis und sehen darin eher ein literarisches Motiv als ein gesichertes Ereignis.

Was hat die Bestattung von Alarich im Busento mit Attila zu tun?

Der Westgotenkönig Alarich I. starb im Jahr 410 und soll im umgeleiteten Fluss Busento in Süditalien bestattet worden sein, wobei die Arbeiter ebenfalls getötet wurden. Diese Überlieferung ähnelt der Attila-Erzählung auffallend. Die nahezu deckungsgleichen Motive legen nahe, dass es sich um ein verbreitetes literarisches Muster handelte, mit dem das Andenken großer Herrscher überhöht wurde.

Warum haben ungarische Expeditionen Attilas Grab bis heute nicht gefunden?

Seit dem neunzehnten Jahrhundert haben ungarische und österreichische Forscher im Tisza-Becken wiederholt nach dem Grab gesucht, jedoch ohne konkreten Fund. Die Quellenlage zu diesen Expeditionen ist allerdings unklar, konkrete dokumentierte Funde fehlen. Sollte die Bestattung im Flussbett tatsächlich stattgefunden haben, wäre der Ort heute ohnehin kaum noch zu lokalisieren.

Hat man das Grab von Attila jemals entdeckt?

Bis heute wurde Attilas Grab nicht gefunden. Die Suche nach dem legendären Begräbnisort blieb über Jahrhunderte erfolglos, und kein archäologischer Fund lässt sich zweifelsfrei mit dem Hunnenherrscher verbinden. Ob der goldene Sarg tatsächlich unter den Wassern der Tisza ruht oder die ganze Geschichte eine kunstvoll erdachte Legende ist, wird sich vermutlich nie mit Sicherheit klären lassen. Hinweis der Redaktion: Nicht abschließend gesicherte Angaben sind im Text ausdrücklich als Überlieferung oder Vermutung gekennzeichnet.

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