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Roosevelt & Atatürk: Briefe nach Weißes-Haus-Film 1937

Im Jahr 1937 wurde im Weißen Haus ein Dokumentarfilm über die moderne Türkei vorgeführt, der später unter dem Titel „Turkey Reborn“ bekannt wurde. Präsident Franklin D. Roosevelt zeigte sich beeindruckt und schrieb daraufhin an Mustafa Kemal Atatürk. Atatürk antwortete der Überlieferung nach mit einem auf den 5. April 1937 datierten Brief. Aus dem Austausch entstand eine respektvolle Verbindung, doch zu einer persönlichen Begegnung der beiden Staatsmänner kam es nie. Der Vorgang zeigt, wie aufmerksam Washington die türkischen Reformen der Zwischenkriegszeit verfolgte.

Wichtige Fakten
  • Im Jahr 1937 fand im Weißen Haus die Vorführung eines Dokumentarfilms statt, der später als „Turkey Reborn“ bekannt wurde und die Reformen der jungen türkischen Republik zeigte.
  • US-Präsident Franklin D. Roosevelt nahm die Vorführung zum Anlass, um Atatürk einen Brief zu schreiben.
  • Atatürk verfasste seine Antwort der Überlieferung nach am 5. April 1937.
  • Ein persönliches Treffen zwischen Roosevelt und Atatürk kam zu keinem Zeitpunkt zustande.
  • Der Briefwechsel gilt als Ausdruck des wachsenden amerikanischen Interesses an der Türkei in der Zwischenkriegszeit.

Das Wichtigste in Kürze

1937 wurde im Weißen Haus ein Dokumentarfilm über die moderne Türkei gezeigt, der bei Präsident Roosevelt Eindruck hinterließ. Daraufhin schrieb Roosevelt an Atatürk, der der Überlieferung nach am 5. April 1937 antwortete. Die beiden Staatsmänner tauschten Briefe aus, begegneten sich jedoch nie persönlich. Der Kontakt blieb ein Zeichen gegenseitiger Wertschätzung ohne konkretes Treffen.

Ein Film aus der Türkei, der im Weißen Haus lief

Stellen Sie sich einen Abend im März 1937 vor. Im Weißen Haus flackert eine Leinwand, und auf ihr ist ein Land zu sehen, das viele Amerikaner damals kaum kannten: die junge Türkei. Im Publikum sitzt niemand Geringeres als Franklin D. Roosevelt, seit 1933 Präsident der Vereinigten Staaten. Was er sieht, bewegt ihn so sehr, dass daraus ein Briefwechsel entsteht, der als bemerkenswerter diplomatischer Moment in Erinnerung geblieben ist: der Briefwechsel zwischen Roosevelt und Atatürk.

Um zu verstehen, wie es dazu kam, lohnt ein Blick zurück. Schon in den ersten Jahren der Republik hatte die Karadeniz Vapuru, ein Schiff voller Reformen und Errungenschaften, europäische Häfen bereist, um das neue Land vorzustellen. Diesmal aber schlug man einen anderen Weg ein. Statt eines Schiffes reiste ein Film über den Atlantik. Der Überlieferung nach wurde der amerikanische Journalist Julien Bryan im September 1936 in die Türkei eingeladen, um das rasch aufstrebende Land mit der Kamera festzuhalten. Berichten zufolge drehte er mit staatlicher Unterstützung in Istanbul, Ankara, Izmir, Eskişehir und Kayseri.

Besonders wertvoll waren die Aufnahmen von Mustafa Kemal Atatürk selbst. Der Staatsgründer, sonst eher zurückhaltend gegenüber Journalisten, ließ sich in Florya am Strand und im Meer filmen. Die wohl bekanntesten Bilder zeigen ihn, wie er am Sand von Florya mit seiner Adoptivtochter Ülkü Adatepe spielt. Hinzu kamen Szenen im Çankaya Köşkü, der Amtssitz des Präsidenten, sowie bei Kabinettssitzungen. So entstand der Überlieferung nach ein Dokumentarfilm von rund 90 Minuten Länge.

Bryan war in den politischen Kreisen Washingtons kein Unbekannter. Er pflegte Kontakte bis in die höchsten Ebenen, nicht zuletzt zum Präsidenten. Der Überlieferung nach wurde der Film am 27. März 1937 bei einer besonderen Veranstaltung im Weißen Haus gezeigt, an der Roosevelt persönlich teilnahm. Zusammen mit Bryans einführenden Worten soll die Vorführung etwa zweieinhalb Stunden gedauert haben.

Was danach geschah, macht diese Episode so ungewöhnlich. Der ursprünglichen Erzählung zufolge griff Roosevelt rund zehn Tage später zur Feder und schrieb einen persönlichen Brief an Atatürk. Darin berichtete er, er habe den Film einige Abende zuvor im Weißen Haus gesehen, und zeigte sich tief beeindruckt von dem, was in so kurzer Zeit entstanden war. Besonders gerührt habe ihn das Bild Atatürks, der mit seiner kleinen Tochter am Strand spielt. Die Hoffnung, dass die beiden Männer einander eines Tages begegnen würden, habe sich dadurch noch verstärkt.

Auch von den türkischen Briefmarken ist in diesem Zusammenhang die Rede, die Atatürk dem Präsidenten geschickt haben soll. Roosevelt soll die darauf abgebildeten Landschaften betrachtet und den Wunsch geäußert haben, sie eines Tages mit eigenen Augen zu sehen. Atatürk antwortete in gleicher Freundlichkeit. Sein Schreiben trägt der Überlieferung nach das Datum vom 5. April 1937. Darin dankte er für die warmen Worte und betonte, dass beide Länder dasselbe Ideal verfolgten: den allgemeinen Frieden und das Wohl der Menschheit. Seine Antwort schloss mit der Hoffnung, den Präsidenten bald in der Türkei begrüßen zu dürfen.

Diese Korrespondenz zwischen einem amerikanischen Präsidenten und dem Gründer der türkischen Republik blieb kein Randereignis. Sie steht bis heute für einen seltenen Moment persönlicher Wertschätzung über alle politischen Unterschiede hinweg.

Wer war Julien Bryan, und wie kam er in die Türkei?

Stellen Sie sich einen Amerikaner vor, der in den dreißiger Jahren mit Kamera und Notizbuch durch ein Land reist, das gerade dabei ist, sich neu zu erfinden. Genau das tat Julien Bryan. Er war kein gewöhnlicher Reporter. Er gehörte zu jenen seltenen Journalisten, die Zugang zu den Mächtigen bekamen, weil man ihnen vertraute.

Bryan war in den politischen Kreisen Washingtons kein Unbekannter. Er pflegte Kontakte bis in das Weiße Haus, und an erster Stelle ist hier Franklin D. Roosevelt zu nennen, der von 1933 bis 1945 Präsident der Vereinigten Staaten war. Wer einen solchen Draht besaß, dem öffneten sich auch Türen in Übersee.

Der Überlieferung nach soll Bryan im September 1936 in die Türkei eingeladen worden sein, um das rasch aufstrebende Land zu filmen. Ein genaues Datum für diese Einladung lässt sich allerdings nicht mit Sicherheit belegen. Berichten zufolge drehte er mit staatlicher Unterstützung an mehreren Orten, genannt werden Istanbul, Ankara, Izmir, Eskişehir und Kayseri. Wie umfangreich diese Unterstützung tatsächlich war und ob die Liste der Städte vollständig ist, bleibt unsicher.

Bemerkenswert ist etwas anderes. Mustafa Kemal Atatürk, der erste Präsident der 1923 gegründeten Republik Türkei, galt als zurückhaltend gegenüber Journalisten. Und doch soll Bryan ihn an der Küste von Florya mit der Kamera begleitet haben, am Strand und im Wasser. Die bekanntesten Bilder zeigen Atatürk, wie er mit seiner Adoptivtochter Ülkü Adatepe im Sand spielt. Ob diese Aufnahmen wirklich von Bryan stammen, ist nicht gesichert, die Zuordnung bleibt umstritten.

Aus dem Material entstand der ursprünglichen Erzählung nach ein Dokumentarfilm von rund neunzig Minuten Länge, mit Szenen im Çankaya Köşkü, dem Amtssitz des Präsidenten, und bei Kabinettssitzungen. Auch diese Angaben sind nicht zweifelsfrei belegt.

Festhalten lässt sich eines: Bryan war weit mehr als ein Beobachter. Er war ein Filmemacher mit Zugang zu den Eliten, und genau dieser Zugang verband ihn mit dem Mann, dessen Briefwechsel mit Roosevelt den Kern dieser Geschichte bildet.

Atatürk am Strand von Florya: die bekanntesten Bilder

Wenn von den Filmen die Rede ist, die den jungen Staat nach außen bekannt machen sollten, dann denken viele zuerst an Bilder von einer Küste am Marmarameer. Der Überlieferung nach hielt der amerikanische Journalist Julien Bryan damals auch Mustafa Kemal selbst fest: am Strand von Florya, beim Gehen im Sand, beim Baden im Meer. Diese Szenen sind bis heute der emotionale Kern des Materials, denn sie zeigen einen Staatsmann, der sich für einen Moment gehen lässt.

Die wohl berühmtesten Einstellungen dieser Art zeigen ihn im Spiel mit seiner Adoptivtochter Ülkü Adatepe, dem kleinen Mädchen, das in seinem Haus aufwuchs. Man sieht ihn lachen, ihr zuwinken, mit ihr am Wasser stehen. Der ursprünglichen Erzählung nach stammen genau diese Aufnahmen von Bryan, doch eine eindeutige Zuordnung lässt sich nicht sichern. Sicher ist nur, dass es solche Filmaufnahmen gibt und dass sie zu den bekanntesten Bildern gehören, die von Atatürk in privater Umgebung überliefert sind.

Neben dem Strand sollen weitere Motive entstanden sein: Szenen im Çankaya Köşkü, dem Amtssitz des Präsidenten in Ankara, und bei Kabinettssitzungen, die er leitete. Aus all dem soll ein Dokumentarfilm von etwa 90 Minuten Länge geworden sein. Auch diese Angaben sind nicht gesichert; die Länge und die genaue Auswahl der Szenen lassen sich anhand der verfügbaren Quellen nicht bestätigen.

Bemerkenswert bleibt, wie sehr gerade die privaten Strandbilder die Wirkung des Films prägten. Ein Mann, der in jenen Jahren mit Reformen, Verhandlungen und Machtkämpfen beschäftigt war, erscheint hier als Vater, der im flachen Wasser mit einem Kind spielt. Genau diese Nähe war es, die später auch in Washington Eindruck hinterließ, als der Film dort gezeigt wurde. Die Bilder vom Strand von Florya sind damit weit mehr als eine hübsche Randnotiz: Sie sind der Grund, warum von dem Briefwechsel zwischen Roosevelt und Atatürk überhaupt so eindringlich erzählt wird.

Die Vorführung im Weißen Haus und Roosevelts Brief

Stellen Sie sich den 27. März 1937 vor. An diesem Abend, so heißt es in den überlieferten Schilderungen, sitzt Franklin D. Roosevelt im Weißen Haus und sieht einen Film über ein Land, das er nie bereist hat. Der amerikanische Journalist Julien Bryan hatte in der Türkei gedreht und war mit seinen Aufnahmen nach Washington gekommen. Roosevelt, von 1933 bis 1945 Präsident der Vereinigten Staaten, war ein Mann, der sich für Bilder begeisterte, die ihm die Welt ins Haus brachten. An diesem Abend sollte es um die Türkei gehen.

Der Überlieferung nach nahm der Präsident persönlich an der Vorführung teil. Bryan sprach zu den Bildern, erklärte, kommentierte, führte ein. Mit seinen Ansprachen habe der Abend rund zweieinhalb Stunden gedauert. Diese Angabe stammt aus der ursprünglichen Erzählung und lässt sich nicht unabhängig bestätigen. Ebenso wenig ist das genaue Datum gesichert. Was bleibt, ist das Bild eines Abends, an dem ein Film aus Ankara und Istanbul den Weg in das Herz der amerikanischen Macht fand.

Was Roosevelt auf der Leinwand sah, muss ihn bewegt haben. Die Aufnahmen zeigten ein Land im Aufbruch. Sie zeigten Straßen, Fabriken, Menschen. Und sie zeigten einen Mann, der in den Jahren zuvor aus den Trümmern eines Reiches eine moderne Republik geformt hatte: Mustafa Kemal Atatürk.

Ein Brief über das Meer

Rund zehn Tage nach der Vorführung, so berichtet die Überlieferung, setzte sich Roosevelt hin und schrieb einen Brief an Atatürk. Der genaue Abstand zwischen Filmabend und Brief lässt sich nicht sichern, doch die Richtung der Geschichte ist eindeutig: Aus einem Filmabend wurde ein persönliches Wort.

In diesem Schreiben berichtet der Präsident von der Vorführung im Weißen Haus. Er lobt die Errungenschaften der jungen türkischen Republik. Und dann wird der Brief überraschend nahbar. Roosevelt erwähnt die Szenen, in denen Atatürk mit seiner kleinen Tochter zu sehen ist, und schreibt, er habe dabei besondere Freude empfunden. Er spricht von seiner türkischen Briefmarkensammlung, die Atatürk ihm geschickt hatte, und davon, wie gern er die Landschaften auf diesen Marken eines Tages mit eigenen Augen sehen würde. Schließlich äußert er die Hoffnung, dass sich die beiden Männer einmal persönlich begegnen könnten.

Aus dieser Hoffnung wurde nichts. Atatürk starb im November 1938. Roosevelt sollte ihn nie kennenlernen.

Dennoch ist der Brief mehr als eine höfliche Geste. Er ist ein Zeugnis dafür, wie eine Korrespondenz zwischen Roosevelt und Atatürk entstehen konnte, die weit über diplomatische Routine hinausging. Ein amerikanischer Präsident schreibt einem türkischen Staatsgründer, nicht über Verträge, sondern über ein Kind am Strand und über Briefmarken. Selten zeigt sich Politik so menschlich.

Atatürks Antwort: ein warmer Brief auf Augenhöhe

Mustafa Kemal Atatürk ließ die Antwort nicht lange auf sich warten. Der Überlieferung nach datiert sein Schreiben auf den 5. April 1937, doch dieses genaue Datum ist nicht gesichert. Was der Brief in jedem Fall zeigt: Hier schrieb kein Staatsmann eine Pflichtübung, sondern ein Mann, der den freundlichen Ton seines Gegenübers aufgriff und zurückgab. Dieser Briefwechsel zwischen dem amerikanischen Präsidenten und dem türkischen Staatsgründer wirkt bis heute wie ein Gespräch unter Gleichgesinnten.

Atatürk bedankt sich zunächst für die freundlichen Zeilen, die ihn, wie er es formuliert, mit aufrichtiger Freude erreicht hätten. Dann wird der Brief bemerkenswert persönlich. Er bekundet offen seine Bewunderung für die Vereinigten Staaten von Amerika und greift einen Gedanken auf, der beide Länder verbindet: dass sie nämlich demselben Ideal folgen, dem allgemeinen Frieden und dem Wohl der Menschheit.

Kernpunkte der Antwort im Überblick:

  • Dank für den Brief und die darin ausgedrückte Wertschätzung
  • Ausdrückliche Bewunderung für die USA
  • Verweis auf gemeinsame Ideale von Frieden und Menschheitswohl
  • Der Wunsch, Roosevelt in der Türkei zu begrüßen

Und dann kommt der Satz, der die ganze Korrespondenz trägt. Auch Atatürk, so schreibt er, wünsche sich von Herzen ein baldiges Zusammentreffen. Er freue sich darauf, den liebenswürdigen und starken Mann, der so Außergewöhnliches geleistet habe, eines Tages in der Türkei begrüßen zu dürfen. Damit spiegelt er Roosevelts eigene Hoffnung, nur mit umgekehrter Blickrichtung: Der eine träumt von einer Reise nach Ankara, der andere von einem Besuch in Washington.

Zwei Staatsmänner, getrennt durch einen Ozean, versichern sich gegenseitig ihrer Achtung. Kein Misstrauen, keine diplomatische Kühle. Die Überlieferung legt nahe, dass dieser Austausch von Respekt und Sympathie getragen war, auch wenn viele Details rund um die Briefe bis heute nicht lückenlos belegt sind. Fest steht: Die Worte, die hier gewechselt wurden, klingen noch Jahrzehnte später nach.

„Turkey Reborn“ und der Film als Wanderausstellung

Doch mit der Vorführung im Weißen Haus war die Geschichte keineswegs zu Ende. Julien Bryan, der in Washington Zugang zu den höchsten politischen Kreisen besaß, trat nun gewissermaßen die Rolle eines Kulturbeauftragten der jungen türkischen Republik an. Der Überlieferung nach zeigte er sein Filmmaterial in mehreren amerikanischen Städten und verband jede Vorführung mit einem eigenen Vortrag. Der genaue Titel, unter dem er dabei auftrat, lässt sich nicht mit Sicherheit bestätigen; in der ursprünglichen Erzählung ist von „Turkey Reborn“, also „Wiedergeborene Türkei“, die Rede.

Was hier entstand, war mehr als ein Kinoabend. Aus einer einzelnen Vorführung wurde eine kleine, aber wirkungsvolle Kampagne der Kulturdiplomatie. Bryan sprach, zeigte Bilder, beantwortete Fragen, und das Publikum in Übersee bekam ein Land zu sehen, das viele bis dahin kaum kannten. Man darf sich das durchaus sinnlich vorstellen: ein dunkler Saal, flackernde Projektion, und auf der Leinwand ein Staatsoberhaupt, das am Strand mit einem Kind spielt. Solche Bilder bleiben haften, weit stärker als jede trockene Statistik.

Ganz neu war diese Idee freilich nicht. Schon 1926 war die Karadeniz Vapuru, ein Schiff der jungen Republik, durch europäische Häfen gefahren, um die Reformen des Landes einem ausländischen Publikum vorzustellen. Damals reiste man mit dem Schiff, diesmal mit dem Film. Das Ziel aber blieb dasselbe: die Türkei nicht über sich reden zu lassen, sondern selbst von sich zu erzählen. Bryans Vortragsreise knüpfte damit an eine bereits erprobte Strategie an und führte sie über den Atlantik.

Für die Geschichte der Begegnung zwischen Mustafa Kemal Atatürk und Franklin D. Roosevelt ist dieser Teil entscheidend. Er zeigt, dass der spätere Briefwechsel der beiden Staatsmänner nicht aus dem Nichts kam. Er hatte eine Vorgeschichte: einen Journalisten, einen Film, viele Abende in amerikanischen Sälen und ein Publikum, das sich allmählich ein Bild machte. Der Boden war bereitet, bevor der erste Brief überhaupt geschrieben wurde.

Ein Treffen, das nie stattfand

Zwischen Franklin D. Roosevelt und Mustafa Kemal Atatürk entstand eine jener seltenen Verbindungen, die nie in einem gemeinsamen Raum stattfinden sollten. Der amerikanische Präsident, der sein Amt 1933 antrat und es bis zu seinem Tod im April 1945 ununterbrochen ausübte, und der Gründer der türkischen Republik haben einander nie von Angesicht zu Angesicht gegenübergestanden. Was blieb, war ein Austausch von Worten, getragen von gegenseitiger Bewunderung und einer leisen Wehmut, die sich in jedem Satz wiederfindet.

Berichten zufolge soll Roosevelt nach Atatürks Tod im Jahr 1938 sein Bedauern darüber ausgedrückt haben, dass sich die Gelegenheit zu einer persönlichen Begegnung nicht mehr ergeben würde. Die genaue Formulierung dieser Worte ist allerdings nicht gesichert. Der Überlieferung nach liegt in diesem Satz eine stille Tragik: Zwei Männer, die einander achteten, verpassten einander um wenige Jahre.

Die Briefe selbst sind ein beredtes Zeugnis dieser Nähe auf Distanz. Roosevelt zeigte sich in seinen Zeilen tief bewegt von den Bildern, die er gesehen hatte, und sprach die Hoffnung aus, eines Tages die Landschaften mit eigenen Augen zu sehen, die auf den Briefmarken abgebildet waren, die Atatürk ihm geschickt hatte. Atatürk wiederum antwortete mit derselben Höflichkeit und bekannte seine Bewunderung für die Vereinigten Staaten. Beide Männer bekannten offen, dass sie einander gern begegnet wären.

Was aus den Briefmarken wurde, lässt sich heute nur vermuten. Nach amerikanischem Recht werden Geschenke, die ausländische Würdenträger dem Präsidenten zukommen lassen, mit dem Überschreiten eines Mindestwertes zu Staatseigentum. Private Geschenke darf ein Präsident nicht behalten. So ist es gut möglich, dass die von Atatürk gesandten Briefmarken heute irgendwo im Archiv des Weißen Hauses lagern. Sicher ist das nicht. Es bleibt eine Vermutung, ein leiser Nachhall jener Korrespondenz, die zwei Staatsmänner einander über den Ozean hinweg geschickt haben.

Die Geschichte des Briefwechsels zwischen Roosevelt und Atatürk endet also nicht mit einem Händedruck. Sie endet mit Papier, Tinte und einem Bedauern, das über die Jahre hinweg leise nachklingt.

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Häufig gestellte Fragen

Was schrieb Roosevelt in seinem Brief an Atatürk im Jahr 1937?

Der Überlieferung nach schilderte Franklin D. Roosevelt, von 1933 bis 1945 Präsident der Vereinigten Staaten, in seinem Schreiben, er habe Julien Bryans Film über die Türkei im Weißen Haus gesehen. Er zeigte sich beeindruckt von den Reformen und dem Aufbauwerk der jungen Republik und bekannte, wie sehr ihn die Aufnahmen Mustafa Kemals mit dessen Adoptivtochter berührt hätten. Zugleich äußerte er die Hoffnung, den Staatsmann eines Tages persönlich kennenzulernen, und bedankte sich für die gesandten türkischen Briefmarken.

Wer war Julien Bryan und warum drehte er 1936 einen Film über die Türkei?

Julien Bryan war ein amerikanischer Journalist, der der Überlieferung nach im September 1936 in die Türkei eingeladen wurde, um das rasch aufstrebende Land im Film festzuhalten. Berichten zufolge drehte er mit staatlicher Unterstützung. Sein Ziel war es, die Modernisierung der jungen Republik einem amerikanischen Publikum nahezubringen. Bryan war in politischen Kreisen Washingtons gut vernetzt und pflegte enge Kontakte bis hin zum Präsidenten.

Warum wurde der später als „Turkey Reborn“ bekannte Dokumentarfilm im Weißen Haus gezeigt?

Die Vorführung fand der Überlieferung nach am 27. März 1937 bei einer besonderen Veranstaltung im Weißen Haus statt, an der Roosevelt teilnahm. Bryan nutzte seine guten Verbindungen, um das moderne Bild der Türkei direkt an höchster Stelle zu präsentieren. Zusammen mit seinen einleitenden Ansprachen soll der Abend rund zweieinhalb Stunden gedauert haben. Anschließend zeigte er den Film der Überlieferung nach auch in verschiedenen amerikanischen Städten.

Wie antwortete Atatürk auf Roosevelts Brief, der der Überlieferung nach vom 5. April 1937 stammt?

Mustafa Kemal Atatürk, der Begründer der türkischen Republik, reagierte in ebenso höflichem Ton. Der Überlieferung nach datiert seine Antwort auf den 5. April 1937. Er bedankte sich für die freundlichen Worte, teilte die Hoffnung auf ein persönliches Treffen und betonte, dass beide Nationen dasselbe Ideal des allgemeinen Friedens und des Wohls der Menschheit verfolgten. Seiner Bewunderung für die Vereinigten Staaten gab er darin erneut Ausdruck.

Haben sich Roosevelt und Atatürk jemals persönlich getroffen?

Nein. Ein persönliches Zusammentreffen der beiden Staatsmänner kam nie zustande, obwohl beide es sich ausdrücklich wünschten. Diese unerfüllte Begegnung zieht sich wie ein roter Faden durch den Briefwechsel zwischen Roosevelt und Atatürk. Nach Atatürks Tod im Jahr 1938 soll Roosevelt sein Bedauern darüber ausgedrückt haben, dass sich die Gelegenheit, diesen Mann kennenzulernen, nun nicht mehr ergeben werde.

Was zeigte der Film über Atatürk mit seiner Adoptivtochter Ülkü Adatepe?

Die bekanntesten Aufnahmen zeigen Mustafa Kemal beim Spielen mit seiner Adoptivtochter Ülkü Adatepe am Strand von Florya. Der Überlieferung nach wurde er dort am Kumsaad und im Meer gefilmt, obwohl er gegenüber Journalisten sonst eher zurückhaltend war. Diese Szenen gehörten zu den eindrücklichsten des Films und beeindruckten Roosevelt besonders. Genau diese Bilder erwähnte er in seinem Brief an Atatürk.

Welche Städte wurden 1936 für den Dokumentarfilm gefilmt?

Der Überlieferung nach drehte Julien Bryan mit staatlicher Unterstützung in Istanbul, Ankara, Izmir, Eskişehir und Kayseri. Zusätzlich entstanden Aufnahmen im Çankaya Köşkü, dem Amtssitz des Präsidenten, sowie bei Kabinettssitzungen. Aus diesem Material soll ein Dokumentarfilm von etwa neunzig Minuten Länge entstanden sein. Die genaue Liste der Drehorte lässt sich allerdings nicht mit letzter Sicherheit bestätigen.

Was bedauerte Roosevelt nach dem Tod von Atatürk im Jahr 1938?

Nach dem Tod Mustafa Kemal Atatürks im November 1938 soll Roosevelt erklärt haben, sein Bedauern bestehe darin, dass sich sein lebhafter Wunsch, diesen Mann kennenzulernen, nun nicht mehr erfüllen lasse. Ein Kondolenzschreiben aus dem Jahr 1938 ist belegt, der genaue Wortlaut des Zitats jedoch nicht gesichert. Der Wunsch nach einer Begegnung blieb bis zuletzt unerfüllt. Hinweis der Redaktion: Nicht in allen Punkten bestätigte Angaben werden im Text ausdrücklich als ungesichert gekennzeichnet.

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