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Peaky Blinders: Welche Figuren wirklich gelebt haben

Die Serie Peaky Blinders erzählt von der Bande der Shelbys im Birmingham der 1920er-Jahre, und tatsächlich gab es die Peaky Blinders als Straßengang wirklich. Viele Zuschauer fragen sich jedoch, welche Figuren der Serie auf historischen Persönlichkeiten beruhen und welche frei erfunden wurden. Die Antwort ist verblüffend: Während Tommy Shelby und seine Familie fiktiv sind, treten in der Serie mehrere echte Gangster und Politiker auf, die es tatsächlich gegeben hat. Genau diese Mischung aus Dichtung und Wahrheit macht die Faszination der Serie aus.

Wichtige Fakten
  • Die Peaky Blinders existierten als echte Jugendbande in Birmingham, benannt nach den Rasierklingen, die sie der Legende nach in ihre Mützen einnähten.
  • Billy Kimber war ein realer Buchmacher und Bandenchef, der die Pferderennbahnen Englands kontrollierte.
  • Darby Sabini war ein italienischstämmiger Gangster, der in London das Glücksspiel auf der Pferderennbahn beherrschte.
  • Oswald Mosley war ein britischer Politiker, der 1932 die faschistische British Union of Fascists gründete.
  • Die Familie Changretta und die Billy Boys aus Glasgow gelten als fiktive Ergänzungen der Serie.

Das Wichtigste in Kürze

Die Peaky Blinders waren eine reale Straßengang in Birmingham. Die Hauptfiguren um Tommy Shelby sind jedoch erfunden. Historisch belegt sind dagegen Figuren wie der Buchmacher Billy Kimber, der Gangster Darby Sabini, der Politiker Oswald Mosley sowie der Geschäftsmann Jack Nelson, dessen Vorbild vermutlich Joseph Kennedy war.

Peaky Blinders: Fiktion trifft auf wahre Gangstergeschichte

Birmingham, 1919. Der Erste Weltkrieg ist gerade vorbei, die Straßen sind grau, die Fabriken qualmen, und irgendwo in den engen Gassen von Small Heath zieht eine Familie namens Shelby ihre Fäden. Hier setzt Peaky Blinders an, und hier beginnt für viele Zuschauerinnen und Zuschauer die eigentliche Frage: Wie viel davon hat es wirklich gegeben? Die Serie erzählt von einer Bande, die nach dem Ersten Weltkrieg in der englischen Industriemetropole Birmingham aktiv war, und sie tut das mit einer Wucht, die den Verdacht weckt, dass da mehr als reine Erfindung im Spiel ist.

Dieser Verdacht ist berechtigt. Wer sich auf die Suche nach den wahren Vorbildern der Peaky Blinders begibt, stößt auf eine erstaunliche Mischung aus verbürgter Geschichte und bewusster Fiktion. Um das sauber zu trennen, lohnt ein Blick in die Fachliteratur: David Southwell gilt als Autor beziehungsweise Mitautor von Werken zur organisierten Kriminalität, darunter The History of Organized Crime. Wer dort nachliest, findet Namen, die einem beim Serienschauen bekannt vorkommen werden. Und ebenso viele Namen, die dort schlicht nicht auftauchen.

Denn das ist die eigentliche Pointe dieser Spurensuche. Die einen Figuren haben eindeutig gelebt, ihre Biografien lassen sich in Archiven und Sachbüchern nachverfolgen. Andere entspringen allein der Fantasie der Drehbuchautoren. Genau diese Mischung aus Wahrheit und Erfindung fesselt seit Jahren ein großes Publikum. Wer die Grenze kennt, sieht die Serie mit anderen Augen.

Im folgenden Abschnitt schauen wir uns an, welche echten Gangster hinter den Kulissen von Birmingham und London ihr Unwesen trieben. Es geht um Pferderennbahnen, um Schutzgelder, um Bandenkriege, die tatsächlich in den Zeitungen der Zwanzigerjahre standen. Und es geht um die Frage, warum es sich lohnt, genau hinzuschauen, wenn eine Serie Geschichte und Erfindung so geschickt miteinander verwebt.

Billy Kimber und Darby Sabini: Der Krieg um die Pferderennbahnen

Wer nach den wahren Vorbildern der Peaky Blinders sucht, stößt schnell auf zwei Namen, die klingen, als wären sie direkt aus einer Drehbuchsitzung entsprungen: Billy Kimber und Darby Sabini. Beide haben tatsächlich gelebt. Beide waren keine Erfindung, sondern echte Gestalten der britischen Unterwelt, und beide lieferten sich in den 1920er Jahren einen erbitterten Kampf um die Kontrolle über die Pferderennbahnen Englands.

David Southwell gilt als Autor beziehungsweise Mitautor von Werken zur organisierten Kriminalität, darunter The History of Organized Crime, das auch dem Vereinigten Königreich ein Kapitel widmet. Der Überlieferung nach stieß der Verfasser einer Betrachtung zur Serie beim Durchblättern auf die Namen Kimber und Sabini. Ob beide tatsächlich an genau dieser Stelle im Buch auftauchen, lässt sich allerdings nicht mit letzter Sicherheit belegen. Die ursprüngliche Erzählung berichtet es so, und ganz gleich, wie die genaue Seitenzahl lautet: Die historischen Figuren dahinter sind zweifelsfrei real.

Ein Geschäft, das mit Fäusten und Pferdehufen rechnete

Stellen Sie sich die Rennbahnen der Zwischenkriegszeit vor. Rauch, Jubel, das Klappern der Hufe, und dazwischen Männer, die nicht wegen des Sports gekommen sind. Wer die Wetten kontrollierte, kontrollierte das Geld. Wer das Geld kontrollierte, bestimmte, wer an diesem Tag überhaupt auf die Bahn durfte. Genau darum ging es Kimber und Sabini. Ihre Auseinandersetzungen waren kein Spiel, sondern ein handfester Krieg um Territorien, Einnahmen und Respekt.

Für eine Serie, die kurz nach dem Ersten Weltkrieg in Birmingham spielt, sind solche Männer ein Geschenk. Sie tragen die richtige Mischung aus Brutalität, Geschäftssinn und einer gewissen düsteren Eleganz in sich, und sie liefern der Handlung jenen realen Unterbau, der aus guter Fiktion erst glaubwürdige Fiktion macht.

Die Peaky Blinders selbst, also jene Bande, von der die Serie erzählt, sind dabei nur ein Teil des Bildes. Rund um sie herum existierte eine ganze Landschaft von Gruppen und Gestalten, die teils direkt, teils indirekt in die Erzählung einflossen. Kimber und Sabini gehören zu den ersten, die man hier nennen muss, denn an ihnen zeigt sich, wie nah die Serie an der Wirklichkeit gebaut ist.

Die Billy Boys: Eine echte Glasgower Bande, aber nicht erst in Staffel 5

Die Billy Boys sind kein bloßes Drehbuchprodukt. Es handelt sich um eine historisch belegte protestantische Straßengang aus Glasgow, die tatsächlich existierte. Viele Zuschauer verbinden ihren Namen mit einer bestimmten Staffel, doch diese Annahme ist falsch, und hier lohnt sich eine kleine Korrektur.

In der Serie tauchen die Billy Boys bereits in der vierten Staffel auf. Die verbreitete Behauptung, sie würden erst in der fünften Staffel erstmals gezeigt, ist schlicht falsch. Wenn Sie also beim Anschauen das Gefühl hatten, diese Gruppe schon früher gesehen zu haben, dann täuscht Sie Ihr Gedächtnis nicht.

Interessant ist der Weg, auf dem der Name in den Zusammenhang mit den wahren Vorbildern der Peaky Blinders geriet. Der Verfasser der ursprünglichen Betrachtung stieß auf die Billy Boys im Glasgow-Kapitel von David Southwells Buch The History of Organized Crime. Southwell gilt als Autor beziehungsweise Mitautor von Werken zur organisierten Kriminalität, und dieses Buch trägt genau diesen Titel. Ob die Bande in genau diesem Buchabschnitt tatsächlich genannt wird, lässt sich allerdings nicht unabhängig bestätigen. Der Überlieferung nach geht die Zuordnung auf diese Lektüre zurück, mehr aber auch nicht.

Was dagegen feststeht: Die Billy Boys waren real. Sie gehörten zu jener rauen Glasgower Szene der Zwischenkriegszeit, in der sich konfessionelle Straßengangs gegenüberstanden. Dass eine Serie, die im Birmingham der Jahre nach dem Ersten Weltkrieg spielt, auch auf schottische Verhältnisse anspielt, zeigt, wie sorgfältig die Macher reale Milieus zusammengetragen haben.

Halten wir also fest: Die Bande ist echt, ihr erster Auftritt in der Serie liegt in der vierten Staffel, und die Herkunft ihres Namens aus Southwells Buch bleibt eine plausible, aber nicht gesicherte Spur.

Oswald Mosley: Der Faschistenführer, der es in die Serie schaffte

Manche Figuren in Peaky Blinders wirken so überzeichnet, dass man sie für reine Erfindung hält. Oswald Mosley gehört nicht dazu. Er ist eine der schillerndsten und zugleich unheimlichsten Gestalten, die aus der wahren Geschichte direkt in die Handlung wanderten. Wer sich mit den wahren Vorbildern der Peaky Blinders beschäftigt, stößt früher oder später auf diesen Mann, und dann wird klar: Die Serie hat hier kaum übertrieben.

Mosley wurde 1932 zum Gründer der British Union of Fascists, einer faschistischen Partei in Großbritannien. Zu ihren Anhängern gehörte eine paramilitärische Gruppe, die unter dem Namen Schwarzhemden bekannt wurde. Diese Verbände waren für Gewalt und Einschüchterung bekannt, sie traten martialisch auf und schüchterten Gegner ein. Vorsicht ist allerdings geboten: Die pauschale Bezeichnung als "Terror" ist wertend und lässt sich in dieser Zuspitzung nicht eindeutig belegen. Fest steht, dass die Schwarzhemden ein Klima der Furcht erzeugten, besonders gegenüber jüdischen und politisch linken Milieus.

Bekannt war Mosley vor allem für seine offene Sympathie für Hitler und Mussolini. Eine Unterstützung des spanischen Generals Franco ist weniger prominent dokumentiert, erscheint im Kontext seiner faschistischen Haltung aber durchaus plausibel. Genau diese Mischung aus echter historischer Gefahr und öffentlicher Provokation macht ihn für eine Serie wie Peaky Blinders so attraktiv. Er ist kein erfundener Bösewicht, sondern ein Mann, den es wirklich gab, mit einer Bewegung, die es wirklich gab.

Und so fügt sich Mosley in ein Muster, das sich durch die ganze Serie zieht: Immer wieder greifen die Drehbuchautoren auf reale Personen und Ereignisse zurück und verweben sie mit fiktiven Figuren. Das ist der eigentliche Reiz dieser Produktion. Man sieht eine Geschichte, die sich anfühlt wie Erfindung, und entdeckt dann, dass die gefährlichsten Szenen oft die wahrsten sind.

Jack Nelson und Joseph Kennedy: Die Boston-Verbindung

In der sechsten Staffel betritt eine neue Figur die Bühne, die für Gesprächsstoff sorgt: Jack Nelson. Er stammt aus Boston, führt ein Unternehmen, das Spirituosen aus England importiert, und pflegt eine Freundschaft mit dem Präsidenten der Vereinigten Staaten. Wer die amerikanische Geschichte ein wenig kennt, horcht bei dieser Beschreibung sofort auf. Denn genau diese Mischung aus Bostoner Herkunft, Spirituosenhandel mit England und Nähe zum Weißen Haus lässt an eine der einflussreichsten Familien Amerikas denken.

Die Ähnlichkeiten sind so auffällig, dass die Figur weithin als von Joseph Kennedy inspiriert gilt, auch wenn dies nicht offiziell bestätigt ist. Joseph P. Kennedy war ein Bostoner Geschäftsmann, der mit dem Import von Alkohol aus England ein Vermögen aufbaute, und er war mit dem amerikanischen Präsidenten befreundet. Genau diese Parallelen haben die Zuschauerinnen und Zuschauer auf die Spur gebracht.

Was die Geschichte dieser Familie so bemerkenswert macht, zeigt sich erst im Rückblick. Zwei von Joseph Kennedys Söhnen sollten später die höchsten Ämter Amerikas bekleiden: John F. Kennedy wurde Präsident der Vereinigten Staaten, Robert F. Kennedy wurde US-Senator. Aus einer Bostoner Kaufmannsfamilie erwuchs damit eine politische Dynastie, deren Name bis heute nachhallt.

Und hier schließt sich der Kreis zu den wahren Vorbildern der Peaky Blinders. Die Serie verwebt das fiktive Birmingham der Shelbys immer wieder mit realen Figuren und realen Machtverhältnissen. Jack Nelson steht dabei für eine ganz eigene Art von Einfluss: nicht der Straßengangster mit der Rasierklinge im Hut, sondern der gut vernetzte Geschäftsmann, dessen Verbindungen bis in die höchsten Kreise reichen. In einer Geschichte über Aufstieg, Familie und Macht ist das eine passende Ergänzung.

Wer genau hinsieht, erkennt in Jack Nelson also mehr als nur eine Randfigur. Er ist das Spiegelbild eines Mannes, dessen Familie die amerikanische Politik über Jahrzehnte prägen sollte.

Changretta, Lee und Alfie Solomons: Erfunden oder nur lose inspiriert?

Nicht jede Figur, die in Peaky Blinders über die Leinwand läuft, hat einen realen Namensvetter in den Geschichtsbüchern. Für die Changrettas und die Familie Lee fand sich in den einschlägigen Darstellungen zur organisierten Kriminalität kein einziger Beleg. Es gibt keine gesicherten Hinweise auf reale Vorbilder, sie gelten daher als fiktiv. Anders liegt der Fall bei Alfie Solomons, dem wortgewaltigen Camden-Town-Gangster mit dem Hang zu biblischen Tiraden.

Hier wird die Grenze zwischen Fiktion und Realität tatsächlich unscharf. Es gibt Hinweise darauf, dass sich die Figur lose an reale Gestalten des jüdischen Unterweltmilieus im London der Zwischenkriegszeit anlehnt, doch gesichert ist das nicht. Die Überlieferung bleibt vage, und wer genau als Vorbild gedient haben könnte, lässt sich seriös nicht festmachen. Solche Grauzonen sind für die wahren Vorbilder der Peaky Blinders geradezu typisch: Die Serie mischt bewusst verbürgte historische Personen mit erfundenen Charakteren und verwischt die Trennlinie zwischen beidem.

Man kann also nicht pauschal sagen, jede Figur habe ein reales Gegenstück. Wer die Serie mit dem Anspruch eines Geschichtsbuchs schaut, wird an manchen Stellen enttäuscht. Wer sie als Erzählung begreift, die sich aus dem Fundus der Zeit bedient, erlebt genau jene Spannung, die den Reiz ausmacht. Die Changrettas und die Lees stehen für die eine Seite dieser Gleichung, Alfie Solomons für die andere, halb verbürgt, halb ersonnen.

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Häufig gestellte Fragen

Spielt Peaky Blinders in einer echten Zeit und an einem echten Ort?

Ja. Die Serie beginnt 1919 in Birmingham, also kurz nach dem Ende des Ersten Weltkriegs. Die Stadt war damals ein rauer Industriestandort, geprägt von Armut, Arbeitslosigkeit und einem dichten Netz kleiner Straßenbanden. Diese Kulisse ist historisch verbürgt, auch wenn die konkreten Shelby-Geschichten der Fantasie der Drehbuchautoren entstammen.

Wer waren Billy Kimber und Darby Sabini?

Beide waren reale britische Gangster. In den 1920er Jahren kämpften sie um die Kontrolle über Pferderennbahnen und das lukrative Wettgeschäft. Der Überlieferung nach tauchen ihre Namen in David Southwells Buch zur Geschichte der organisierten Kriminalität im Kapitel über das Vereinigte Königreich auf. Damit gehören sie zu den klarsten wahren Vorbildern der Peaky Blinders unter den Nebenfiguren.

Gab es die Billy Boys wirklich?

Ja, die Billy Boys waren eine historisch belegte protestantische Straßengang aus Glasgow. In der Serie treten sie bereits in der vierten Staffel auf, nicht erst in der fünften, wie oft behauptet wird. Ob sie in Southwells Buch genau im Abschnitt über die Glasgow-Gangs genannt werden, lässt sich allerdings nicht sicher bestätigen.

Wer war Oswald Mosley?

Mosley war eine reale historische Figur und gründete 1932 die British Union of Fascists. Seine paramilitärische Gruppe, die Schwarzhemden, war für Gewalt und Einschüchterung bekannt und erzeugte ein Klima der Furcht in England. Mosley war zudem für seine Sympathie für Hitler und Mussolini bekannt. Die pauschale Bezeichnung als Terror ist wertend und daher mit Vorsicht zu genießen.

Sind Changretta, die Lees und Alfie Solomons erfunden?

Für die Changrettas und die Familie Lee gibt es keine Belege für reale Vorbilder, sie gelten als fiktiv. Bei Alfie Solomons ist die Lage weniger eindeutig: Die Figur könnte lose von realen Persönlichkeiten inspiriert sein, sicher belegen lässt sich das jedoch nicht.

Wer steckt hinter Jack Nelson?

Jack Nelson wird in der sechsten Staffel eingeführt. Er stammt aus Boston, besitzt eine Firma, die Spirituosen aus England importiert, und ist mit dem US-Präsidenten befreundet. Wegen dieser Parallelen gilt die Figur weithin als von Joseph Kennedy inspiriert. Zwei von Kennedys Söhnen wurden später US-Präsident und US-Senator: John F. Kennedy und Robert F. Kennedy.

Welche Staffel gilt als Favorit?

Die dritte Staffel setzt auf russische Aristokraten im Exil und einen Handlungsstrang rund um Fabergé-Eier. Der Begriff Deep State ist eher eine moderne Deutung als ein historisch verbürgtes Motiv. Für viele Zuschauer bleibt diese Staffel dennoch die stärkste der Serie. Hinweis der Redaktion: Nicht abschließend belegte Details werden im Text ausdrücklich als unsicher gekennzeichnet.

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