Harrison Ford: Vom Tischler zur Hollywood-Ikone

Harrison Ford ist der Schauspieler, der mit Han Solo und Indiana Jones gleich zwei der prägendsten Figuren der Filmgeschichte verkörpert hat. Wer heute an das Kino der letzten fünf Jahrzehnte denkt, kommt an seinem Namen kaum vorbei. Dabei verlief seine Laufbahn alles andere als geradlinig: Lange bevor die Kameras auf ihn gerichtet waren, baute er Möbel und verdiente sich seinen Lebensunterhalt mit eigener Hände Arbeit. Dass aus diesem Mann einer der größten Stars Hollywoods wurde, hat viel mit Durchhaltevermögen zu tun, und mit einer gehörigen Portion Glück.
- Harrison Ford kam am 13. Juli 1942 in Chicago im US-Bundesstaat Illinois zur Welt.
- Seinen internationalen Durchbruch feierte er 1977 als Han Solo in „Krieg der Sterne“.
- Mit der Rolle des Archäologen Indiana Jones prägte er ab 1981 eine der bekanntesten Filmfiguren überhaupt.
- Neben der Schauspielerei ist Ford als begeisterter Pilot bekannt und hat sich mehrfach an Rettungsflügen beteiligt.
- Im Marvel-Film „Captain America: Brave New World“ schlüpfte er in die Rolle des Red Hulk.
Das Wichtigste in Kürze
Harrison Ford wurde 1942 in Chicago geboren und arbeitete vor seiner Schauspielkarriere unter anderem als Tischler. Der Durchbruch gelang ihm in den 1970er-Jahren mit einer Rolle in „Krieg der Sterne“. Als Han Solo und Indiana Jones wurde er weltberühmt. In späteren Jahren kehrte er in der Rolle des Red Hulk ins Marvel-Universum zurück.
Harrison Ford: Vom Tischler zur Hollywood-Ikone
Stellen Sie sich vor, Sie stehen in einem Wohnzimmer in Los Angeles, sägen Bretter zurecht und bauen Schränke, um über die Runden zu kommen. So erging es Harrison Ford, als seine Schauspielkarriere kaum in Gang kommen wollte. Dass ausgerechnet ein Auftrag für einen jungen Regisseur namens George Lucas alles verändern sollte, gehört zu den schönsten Wendepunkten der Filmgeschichte. Der Überlieferung nach lernte Lucas ihn kennen, weil Ford ihm bei der Renovierung half. Die genauen Umstände dieser Anekdote sind legendenumwoben, doch der Ausgang ist verbürgt: Ford kehrte vor die Kamera zurück.
Geboren wurde Harrison Ford am 13. Juli 1942 in Chicago, Illinois. Sein Vater Christopher war väterlicherseits deutsch-irischer Herkunft, seine Mutter Dorothy stammte aus einer belarussisch-aschkenasischen jüdischen Familie. In seiner Jugend war Ford bei den Boy Scouts of America aktiv und brachte es bis zum Life Scout. 1960 schloss er die Maine East High School ab, studierte später am Ripon College in Wisconsin, verließ die Hochschule jedoch ohne Abschluss.
Seine ersten Schritte im Filmgeschäft waren bescheiden. 1964 kam er nach Los Angeles und begann beim Nachwuchsprogramm von Columbia Pictures mit kleinen Rollen. Eine spätere Legende, er habe damals 150 Dollar pro Woche verdient, hält sich hartnäckig, ist aber nicht sicher belegt. 1964 heiratete er Mary Marquardt, die Ehe hielt bis 1979. Die großen Rollen blieben zunächst aus, und so verdiente Ford sein Geld als Tischler.
Dann kam der Durchbruch Schritt für Schritt. 1973 spielte er in American Graffiti, 1974 folgte unter Francis Ford Coppola The Conversation. 1977 machte ihn die Rolle des Han Solo in Star Wars über Nacht weltberühmt. Mit Indiana Jones schuf er gleich eine zweite Kultfigur. Übrigens soll Ford seine Figur im zweiten Star Wars-Film sterben lassen wollen, doch George Lucas lehnte ab. Für Indiana Jones war zunächst Tom Selleck vorgesehen, der wegen Magnum P.I. absagte. Steven Spielberg setzte Ford durch, Lucas zögerte lange. Es wurden insgesamt fünf Filme.
Es folgte eine Reihe ikonischer Rollen: Rick Deckard in Blade Runner (1982) und erneut in Blade Runner 2049 (2017), Jack Ryan in Patriot Games (1992) und Clear and Present Danger (1994). 1985 war er für seine Rolle in Witness für den Oscar nominiert, die Nominierung erfolgte Anfang 1986 für den Filmjahrgang 1985. 1993 spielte er in The Fugitive den zu Unrecht des Mordes an seiner Frau beschuldigten Dr. Richard Kimble, an seiner Seite Tommy Lee Jones. Sein Privatleben blieb bewegt: 1983 heiratete er die Drehbuchautorin Melissa Mathison, 1987 kam Sohn Malcolm, 1990 Tochter Georgia zur Welt. Berichten zufolge soll ihm Mathisons Drehbuch zu Kundun Einreiseprobleme nach Tibet eingebracht haben. Seit 2004 ist Ford mit Calista Flockhart zusammen, 2010 heirateten die beiden.
Abseits der Leinwand ist Ford erstaunlich bodenständig. Er besitzt eine Pilotenlizenz und hat mit seinem Hubschrauber in den Bergen Wyomings verirrte Menschen gerettet. Seit Jahren engagiert er sich als Vizepräsident von Conservation International. Eine Narbe am Kinn und ein Zahnersatz stammen von einem Unfall zu Beginn seiner Karriere. Er ist Mitglied der Demokratischen Partei, eng mit Bill Clinton befreundet und unterstützt die Waffenkontrolle in den USA. 2015 stürzte er mit einem einmotorigen Flugzeug aus dem Zweiten Weltkrieg kurz nach dem Start vom Santa Monica Airport auf einen Golfplatz ab, rund einen Kilometer entfernt. Er wurde schwer verletzt, Ursache war ein mechanischer Defekt.
Für sein Lebenswerk erhielt Harrison Ford den AFI Life Achievement Award, den Cecil B. DeMille Award, einen Ehren-César und eine Ehren-Goldene Palme. Wer heute auf diese Karriere blickt, sieht einen Mann, der nie der klassische Leinwandheld sein wollte, und der gerade deshalb einer wurde.
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