Challengers Filmkritik: Zendayas Liebesdreieck auf dem Tennisplatz

Die Challengers Filmkritik dreht sich um Luca Guadagninos Sportdrama aus dem Jahr 2024, in dem Zendaya als Tennisstar Tashi Duncan zwischen zwei Männern und zwei Karrieren steht. Ein einziger Ballwechsel kann hier über Liebe, Macht und Verlust entscheiden. Guadagnino inszeniert das Liebesdreieck nicht als romantisches Melodram, sondern als körperlichen Wettkampf, bei dem jeder Aufschlag eine Wunde öffnet. Wer denkt, ein Tennisfilm sei harmlos, wird hier eines Besseren belehrt.
- Regie führte Luca Guadagnino, das Drehbuch stammt von Justin Kuritzkes.
- Zendaya spielt Tashi Duncan, an ihrer Seite stehen Mike Faist als Art Donaldson und Josh O'Connor als Patrick Zweig.
- Der Soundtrack stammt von Trent Reznor und Atticus Ross und treibt das Tempo des Films mit elektronischen Beats voran.
- Die Erzählung springt mehrfach zwischen den Jahren und verknüpft sportlichen Wettkampf mit erotischer Spannung.
- Der Film lief 2024 in den Kinos und sorgte für reichlich Gesprächsstoff.
Das Wichtigste in Kürze
Der Film Challengers von Luca Guadagnino kam 2024 in die Kinos und erzählt von der Tennisspielerin Tashi Duncan, gespielt von Zendaya, und den beiden Profis Art Donaldson und Patrick Zweig, die über dreizehn Jahre hinweg um sie und um den Sieg kämpfen. Die Handlung springt zwischen Vergangenheit und Gegenwart und gipfelt in einem entscheidenden Match.
Challengers Filmkritik: Zendayas Liebesdreieck auf dem Tennisplatz
Stellen Sie sich vor, ein Tennismatch wird zur Sprache der Liebe, zum Werkzeug der Verführung und zur Waffe der Eifersucht. Genau dort setzt Regisseur Luca Guadagnino an, der mit seinem Spielfilm Challengers ein Werk geschaffen hat, das weit über das klassische Sportdrama hinausgeht. Diese Challengers Filmkritik nimmt Sie mit auf den Platz, in die Umkleidekabine und mitten hinein in ein Geflecht aus Ehrgeiz, Begehren und Verletzlichkeit.
Der Film war ursprünglich für September 2023 angekündigt und musste verschoben werden. Im April 2024 kam er schließlich in die Kinos. Die Handlung springt zwischen zwei Zeitebenen: einem Juniorenturnier im Jahr 2006 und einem Challenger-Turnier 2019. Dazwischen liegen dreizehn Jahre, in denen sich drei Menschen aneinander abarbeiten, voneinander entfernen und immer wieder zueinander finden.
Worum geht es eigentlich?
Zendaya verkörpert Tashi Duncan, eine junge Tennisspielerin mit enormem Talent und noch größerem Willen. Mike Faist spielt Art Donaldson, den beharrlichen, disziplinierten Aufsteiger. Josh O'Connor ist Patrick Zweig, der begabte, aber unberechenbare Freund an Arts Seite. Die beiden Männer sind seit der Schulzeit verbunden, und als Tashi in ihr Leben tritt, gerät dieses Gleichgewicht ins Wanken. Was folgt, ist kein simples Dreiecksverhältnis, sondern ein jahrelanges Ringen um Nähe, Anerkennung und die Frage, wer am Ende wen beherrscht.
Das Drehbuch stammt von Justin Kuritzkes. Seine Ehefrau Celine Song schrieb und inszenierte Past Lives, einen der gefeierten Filme des Jahres 2023, der als Bester Film für den Oscar nominiert war. Der Überlieferung nach soll Kuritzkes die Grundidee zu seinem Liebesdreieck nach einem Tennismatch aus dem Jahr 2018 entwickelt haben, bei dem Serena Williams gegen Naomi Osaka antrat und Williams wegen Kommunikation mit ihrem Coach bestraft wurde. Ob genau dieser Moment der Auslöser war, lässt sich nicht mit Sicherheit belegen. Sicher ist jedoch die Faszination, die der Film daraus schöpft: Was geschieht, wenn ein Mensch seinem Gegenüber etwas Wichtiges mitteilen muss, ohne dabei gegen die Regeln zu verstoßen?
Tennis als Beziehungssprache
Im Film sagt Tashi Duncan sinngemäß, Tennis sei eine Form der Beziehung. Man drängt den Gegner mit Körpersprache zurück, man täuscht ihn mit Tricks, man liest seine Absichten, bevor er sie ausführt. Genau dieses Muster überträgt Guadagnino auf das Privatleben seiner Figuren. Jeder Aufschlag wird zur Annäherung, jeder Return zur Zurückweisung. Die Kamera bleibt nah an den Körpern, an den Blicken, an den kleinen Gesten zwischen den Ballwechseln.
Dass ein italienischer Regisseur dieses Thema aufgreift, hat eine gewisse innere Logik. Guadagnino gehört seit Jahren zu den profiliertesten Stimmen des internationalen Kinos, und seine Filme zeichnen sich durch ein feines Gespür für körperliche Präsenz und ästhetische Verdichtung aus. Hier trifft dieses Gespür auf einen Sport, der ohnehin von Spannung, Rhythmus und Kontrolle lebt. Das Ergebnis wirkt wie ein langer, konzentrierter Atemzug.
Ein Vergleich, der sich aufdrängt
Wer über sportliche Höchstleistungen und Begehren nachdenkt, landet schnell bei großen Aussagen aus der Welt des Sports. Der ehemalige kanadische Formel-1-Weltmeister Jacques Villeneuve, Champion von 1997, ließ einmal verlauten, kein großer Erfolg im Motorsport oder in einer anderen Disziplin könne ihn so glücklich machen wie die Nähe zu der Frau, die er liebe. Zlatan Ibrahimović wiederum wird die Aussage zugeschrieben, Sex sei besser als ein Tor. Und Gary Lineker soll erklärt haben, Sex könne jeder, doch ein Tor vor Zehntausenden Fans sei einzigartig. Solche Zitate sind pointiert, ihre genaue Herkunft lässt sich jedoch nicht in jedem Fall zweifelsfrei nachweisen. Interessant sind sie trotzdem, weil sie genau jene Frage berühren, die Challengers stellt: Was wiegt schwerer, der Triumph auf dem Platz oder die Intimität daneben?
Rhythmus, Musik und Schnitt
Für die Filmmusik zeichnen Trent Reznor und Atticus Ross verantwortlich, die für ihre Arbeit an The Social Network mit dem Oscar ausgezeichnet wurden und regelmäßig für David Fincher komponieren, etwa in Gone Girl oder Mank. Ihr Score für Challengers ist treibend, elektronisch, fast körperlich. Er verwandelt einzelne Ballwechsel in kleine Dramen und gibt den Zeitsprüngen einen Puls, der nie zur Ruhe kommt.
Überhaupt ist der Schnitt eine der stärksten Zutaten dieses Films. Die Erzählung wechselt beständig zwischen den Jahren 2006 und 2019, zwischen jugendlicher Unbekümmertheit und der Müdigkeit des Erwachsenenlebens. Man sitzt da wie bei einem langen Match: Der Kopf wandert hin und her, und doch entsteht nie das Gefühl von Anstrengung. Stattdessen fügt sich Stück für Stück zusammen, warum diese drei Menschen nicht voneinander lassen können.
Wie weit geht der Film?
Es gibt eine Szene, die bereits im Vorfeld für Gesprächsstoff sorgte und in der die erotische Spannung ihren Höhepunkt erreicht. Ohne hier ins Detail zu gehen, sei gesagt: Das Publikum erwartet an dieser Stelle eine Wendung, mit der kaum jemand rechnet. In einer weiteren Sequenz verzehren die beiden männlichen Figuren einander zugewandt Bananen und Churros, eine Bildsprache, die sich ohne große Mühe deuten lässt. Solche Momente könnten in einem anderen Film ins Vulgäre kippen. Guadagnino gelingt das Gegenteil. Er dosiert die Erotik wie eine feine Sauce, die ein gutes Gericht begleitet, ohne es zu übertönen.
Was bleibt am Ende?
Zendaya trägt diesen Film als Produzentin mit und spielt mit Tashi Duncan eine Rolle, die deutlich reifer wirkt als vieles aus ihrem bisherigen Schaffen. Ob es tatsächlich ihre erste erwachsene Hauptrolle und zugleich ihre erste Produzentenarbeit an einem Spielfilm ist, lässt sich nicht in jedem Punkt sicher belegen. Auffällig ist jedoch, wie sehr sie diese Figur trägt. Eine Nominierung für einen Golden Globe galt im Vorfeld als gut möglich, doch solche Prognosen bleiben spekulativ und hängen vom Verlauf der Preisverleihungen ab.
Was die ganz großen Trophäen betrifft, so ist Zurückhaltung angebracht. Eine Nominierung in Kategorien wie Bestes Originaldrehbuch, Schnitt oder Filmmusik galt im Vorfeld als denkbar, falls andere Favoriten hinter den Erwartungen zurückbleiben sollten. Solche Einschätzungen sind jedoch spekulativ und hängen vom Verlauf der Preisverleihungen ab. Sicher ist: Challengers ist ein Film mit hoher kinetischer Energie, mit einem originellen, modernen Drehbuch und einem Sound, der unter die Haut geht.
Wenn Sie Tennis lieben, wenn Sie Sport als Teil Ihres Lebens begreifen oder einfach gutes Kino schätzen, dann sollten Sie diesem Film eine Chance geben. Und falls Sie danach Lust auf mehr bekommen: Woody Allens Match Point aus dem Jahr 2005 behandelt ganz ähnliche Fragen von Ehrgeiz, Glück und Begehren und passt gut als nächster Filmabend.
Hinweis der Redaktion: Nicht bestätigte Details werden im Text ausdrücklich als unbestätigt gekennzeichnet.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es eigentlich?
Zendaya verkörpert Tashi Duncan, eine junge Tennisspielerin mit enormem Talent und noch größerem Willen. Mike Faist spielt Art Donaldson, den beharrlichen, disziplinierten Aufsteiger. Josh O'Connor ist Patrick Zweig, der begabte, aber unberechenbare Freund an Arts Seite. Die beiden Männer sind seit der Schulzeit verbunden, und als Tashi in ihr Leben tritt, gerät dieses Gleichgewicht ins Wanken. Was folgt, ist kein simples Dreiecksverhältnis, sondern ein jahrelanges Ringen um Nähe, Anerkennung und die Frage, wer am Ende wen beherrscht. Das Drehbuch stammt von Justin Kuritzkes. Seine Ehefrau Celine Song schrieb und inszenierte Past Lives , einen der gefeierten Filme des Jahres 2023, der als Bester Film für den Oscar nominiert war. Der Überlieferung nach soll Kuritzkes die Grundidee zu seinem Liebesdreieck nach einem Tennismatch aus dem Jahr 2018 entwickelt haben, bei dem Serena Williams gegen Naomi Osaka antrat und Williams wegen Kommunikation mit ihrem Coach bestraft wurde. Ob genau dieser Moment der Auslöser war, lässt sich nicht mit Sicherheit belegen. Sicher ist jedoch die Faszination, die der Film daraus schöpft: Was geschieht, wenn ein Mensch seinem Gegenüber etwas Wichtiges mitteilen muss, ohne dabei gegen die Regeln zu verstoßen?
Wie weit geht der Film?
Es gibt eine Szene, die bereits im Vorfeld für Gesprächsstoff sorgte und in der die erotische Spannung ihren Höhepunkt erreicht. Ohne hier ins Detail zu gehen, sei gesagt: Das Publikum erwartet an dieser Stelle eine Wendung, mit der kaum jemand rechnet. In einer weiteren Sequenz verzehren die beiden männlichen Figuren einander zugewandt Bananen und Churros, eine Bildsprache, die sich ohne große Mühe deuten lässt. Solche Momente könnten in einem anderen Film ins Vulgäre kippen. Guadagnino gelingt das Gegenteil. Er dosiert die Erotik wie eine feine Sauce, die ein gutes Gericht begleitet, ohne es zu übertönen.
Was bleibt am Ende?
Zendaya trägt diesen Film als Produzentin mit und spielt mit Tashi Duncan eine Rolle, die deutlich reifer wirkt als vieles aus ihrem bisherigen Schaffen. Ob es tatsächlich ihre erste erwachsene Hauptrolle und zugleich ihre erste Produzentenarbeit an einem Spielfilm ist, lässt sich nicht in jedem Punkt sicher belegen. Auffällig ist jedoch, wie sehr sie diese Figur trägt. Eine Nominierung für einen Golden Globe galt im Vorfeld als gut möglich, doch solche Prognosen bleiben spekulativ und hängen vom Verlauf der Preisverleihungen ab. Was die ganz großen Trophäen betrifft, so ist Zurückhaltung angebracht. Eine Nominierung in Kategorien wie Bestes Originaldrehbuch, Schnitt oder Filmmusik galt im Vorfeld als denkbar, falls andere Favoriten hinter den Erwartungen zurückbleiben sollten. Solche Einschätzungen sind jedoch spekulativ und hängen vom Verlauf der Preisverleihungen ab. Sicher ist: Challengers ist ein Film mit hoher kinetischer Energie, mit einem originellen, modernen Drehbuch und einem Sound, der unter die Haut geht. Wenn Sie Tennis lieben, wenn Sie Sport als Teil Ihres Lebens begreifen oder einfach gutes Kino schätzen, dann sollten Sie diesem Film eine Chance geben. Und falls Sie danach Lust auf mehr bekommen: Woody Allens Match Point aus dem Jahr 2005 behandelt ganz ähnliche Fragen von Ehrgeiz, Glück und Begehren und passt gut als nächster Filmabend. Hinweis der Redaktion: Nicht bestätigte Details werden im Text ausdrücklich als unbestätigt gekennzeichnet.
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