31. Okt. 2026 RichtlinienImpressum Sitemap
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Bodleian Library: Ausstellung zum Geruch alter Bücher

Die Bodleian Library in Oxford widmete sich 2022 in einer Ausstellung dem Geruch historischer Werke. Besucherinnen und Besucher konnten dort erschnuppern, wie die Magna Carta, Shakespeares First Folio oder James Joyce' Ulysses riechen. Die Bodleian Library Geruchsausstellung machte damit etwas sichtbar, was sonst nur im Verborgenen wirkt: den Duft als eigenen Zugang zur Geschichte. Alte Bücher riechen nach Staub, Vanille und Holz, und genau dieser Geruch erzählt von Jahrhunderten, die in ihren Seiten stecken.

Wichtige Fakten
  • Die Ausstellung fand 2022 in der Bodleian Library in Oxford statt und widmete sich dem Geruch historischer Bücher.
  • Gezeigt wurden unter anderem die Magna Carta, Shakespeares First Folio und das Manuskript von James Joyce' Ulysses.
  • Der Geruch alter Bücher entsteht durch den Abbau von Papier, Leder und Klebstoffen über lange Zeiträume.
  • Für den Duft sind flüchtige Verbindungen wie Vanillin, Lignin und verschiedene Fettsäuren verantwortlich.
  • Der Fachbegriff „Bibliosmia“ beschreibt das Phänomen, den Geruch alter Bücher bewusst wahrzunehmen und zu genießen.

Das Wichtigste in Kürze

Die Bodleian Library in Oxford zeigte 2022 eine Ausstellung, die den Geruch historischer Bücher in den Mittelpunkt stellte. Zu den präsentierten Werken zählten die Magna Carta, Shakespeares First Folio und James Joyce' Ulysses. Besucherinnen und Besucher konnten die charakteristischen Duftnoten dieser Manuskripte wahrnehmen.

Ein Geruch, den man nie vergisst: Warum die Bodleian Library eine Geruchsausstellung wagte

Es gibt diesen Moment, in dem Sie eine alte Bibliothek betreten und plötzlich stehenbleiben. Nicht wegen der Stille, nicht wegen der hohen Regale. Sondern wegen eines Duftes, der sich nicht beschreiben lässt und den man trotzdem sofort erkennt: warmes Papier, ein Hauch Vanille, etwas Trockenes, Würziges, beinahe Süßes. Wer Bücher liebt, kennt dieses Gefühl. Manche nennen es schlicht Buchgeruch. Andere haben dafür ein eigenes Wort gefunden: Bibliosmia. Der Begriff wird umgangssprachlich verwendet und ist kein etablierter wissenschaftlicher Fachterminus, doch er trifft genau das, worum es geht.

Und dann kam die Bodleian Library der Universität Oxford auf eine ebenso einfache wie überraschende Idee. Sie richtete eine Ausstellung aus, in der Besucherinnen und Besucher historische Buchgerüche tatsächlich erleben konnten. Nicht als Beschreibung auf einer Tafel, sondern als sinnliche Erfahrung. Eine Bibliothek, die ihre Schätze zum Riechen anbietet: Das ist der Stoff, aus dem neugierige Geschichten entstehen.

Der Weg dorthin war allerdings kein gerader. Die Schau musste wegen der COVID-19-Pandemie lange verschoben werden. Der Überlieferung nach fand sie schließlich vom 27. Mai bis zum 4. Dezember 2022 statt, wobei diese genauen Daten nicht unabhängig bestätigt sind. Was dagegen belegt ist: Das Konzept war bewusst multisensorisch angelegt. Es ging nicht nur ums Sehen und Riechen, sondern ebenso ums Tasten, Schmecken und Hören. Die Ausstellung wollte alle fünf Sinne ansprechen und damit etwas sichtbar machen, was sonst nur im Verborgenen wirkt.

Denn der Duft alter Bücher ist keine Einbildung. Er entsteht durch den langsamen Abbau von Zellulose und Lignin, den beiden Hauptbestandteilen von Papier. Dabei werden flüchtige Verbindungen freigesetzt, darunter Benzaldehyd, Furfural, Vanillin, Toluol, Ethylbenzol und Ethylhexanol. Vanillin erklärt die vanillige Note, Furfural und Benzaldehyd das Mandelartige, die übrigen Stoffe sorgen für die Mischung aus Blumigem und leicht Rauchigem. So wird aus Chemie ein Gefühl, das viele von Ihnen aus stillen Lesesälen kennen dürften.

Genau dieses Gefühl griff die Bodleian Library Geruchsausstellung auf. Sie machte aus einem flüchtigen Alltagsphänomen ein Ausstellungsstück und lud dazu ein, der Vergangenheit buchstäblich nachzuspüren. Was dabei zu riechen war, welche Werke ausgewählt wurden und welche Düfte ihnen zugeschrieben werden, davon handelt der nächste Abschnitt.

Warum alte Bücher so gut riechen: Die Chemie hinter Bibliosmia

Sie kennen das Gefühl: Sie schlagen einen Band auf, der Jahrzehnte im Regal gestanden hat, und plötzlich liegt ein süßlich-warmer Duft in der Luft. Manche nennen ihn Bibliosmia. Der Begriff ist liebevoll, aber er stammt aus dem Alltag der Buchliebhaber und nicht aus dem Labor. Als wissenschaftlicher Fachbegriff hat er sich nie etabliert. Was dagegen sehr wohl erforscht ist, sind die Stoffe, die diesen Duft erzeugen.

Papier besteht im Kern aus Zellulose und Lignin. Über die Jahre zerfallen diese Verbindungen, und dabei entstehen flüchtige organische Substanzen, die langsam aus den Seiten entweichen. Zu ihnen gehören Benzaldehyd, Furfural, Vanillin, Toluol, Ethylbenzol und Ethylhexanol. Zusammen ergeben sie genau jene Note, die uns an Vanille und Mandeln erinnert. Kein Zufall also, dass ein altes Buch auf die Nase wirkt wie ein Stück Gebäck.

Besonders dicht liegt dieser Duft in alten Bibliotheken. Dort stehen Tausende Bände dicht an dicht, und die abgegebenen Moleküle sammeln sich in der Luft. Wer in einem historischen Lesesaal sitzt, atmet also buchstäblich die Chemie vergangener Jahrhunderte ein.

Genau diese Erfahrung wollte die Bodleian Library in Oxford ihren Besuchern zugänglich machen. Die Bibliothek der Universität Oxford veranstaltete eine Ausstellung, in der Gäste historische Buchgerüche erleben konnten. Der Überlieferung nach musste die Ausstellung wegen der COVID-19-Pandemie lange verschoben werden und fand schließlich vom 27. Mai bis 4. Dezember 2022 statt. Die Bodleian Library gilt als Hauptforschungsbibliothek der Universität und beherbergt eine Magna-Carta-Ausgabe von 1217 sowie ein First Folio von William Shakespeare aus dem Jahr 1623.

Die Ausstellung trug den Charakter eines Festes für alle Sinne: Sehen, Tasten, Schmecken, Riechen und Hören. Für alle, die den Geruch alter Bücher lieben, war sie eine seltene Gelegenheit, dem nachzugehen, was sonst nur im Stillen zwischen den Regalen liegt.

Magna Carta, Hawara-Papyri und ein Zitat von Ray Bradbury

Kommen wir zu den einzelnen Stücken, die in dieser Ausstellung tatsächlich zu riechen waren. Manche davon sind weltberühmt, und bei manchen lohnt sich die Unterscheidung zwischen dem, was schwarz auf weiß belegt ist, und dem, was die Erzählung rund um die Bodleian Library Geruchsausstellung lediglich nahelegt.

Beginnen wir mit einem Dokument, das die Geschichte Europas geprägt hat wie kaum ein zweites. Die Bodleian Library besitzt tatsächlich eine Ausgabe der Magna Carta aus dem Jahr 1217. Der Überlieferung nach soll dieses Pergament nach feuchtem Weizenbrot und nach Sand riechen, wie man ihn vom Strand kennt. Eine unabhängige Bestätigung für diese Duftnote gibt es nicht, sie stammt aus dem Umfeld der Ausstellung selbst.

Ein ähnliches Bild bei einem zweiten Schatz. Die Hawara-Papyri, eine Sammlung antiker Papyrusfunde aus Ägypten, werden in der ursprünglichen Erzählung mit Kiefernharz, alter Mumifizierungsflüssigkeit und einer deutlichen Note warmen Sesamöls in Verbindung gebracht. Die Papyri existieren, die konkrete Duftbeschreibung lässt sich jedoch nicht unabhängig überprüfen. Genau an dieser Stelle fällt ein Name, der neugierig macht.

Ray Bradbury, der Autor von Fahrenheit 451, soll das Riechen an einem alten Buch mit dem Riechen an Altägypten verglichen haben.

Der Vergleich passt thematisch hervorragend zu einem Mann, der in seiner Dystopie eine Welt ohne Bücher beschrieb. Als wörtliches Zitat ist er allerdings nicht sicher belegbar, weshalb Sie ihn am besten als überlieferte Anekdote betrachten und nicht als gesicherte Aussage.

Was bleibt, ist ein schönes Muster: Ein Teil dieser Geschichten ruht auf festen Beständen, ein anderer Teil auf dem, was man sich in den Ausstellungsräumen erzählte. Beides zusammen macht den Reiz der Bodleian Library Geruchsausstellung aus.

Shakespeares First Folio, Narnia und ein äthiopisches Evangeliar

Manche Bücher tragen den Geruch ihres Besitzers noch Jahrhunderte später in sich. Genau das macht die Bodleian Library in Oxford so faszinierend: Ihre Sammlung bewahrt nicht nur Texte, sondern auch biografische Spuren, die sich in Papier, Leder und Leim festgesetzt haben. Ein besonders eindrucksvolles Beispiel ist Shakespeares First Folio, die erste gesammelte Werkausgabe von 1623. Die Bodleian besitzt tatsächlich ein Exemplar dieses Drucks, ein seit Langem bekannter Bestand der Bibliothek.

Für die Duftanalyse dieses Bandes wird Alexy Karenowska genannt, die als Technologiedirektorin am Institute for Digital Archaeology tätig ist. Ihr zufolge enthält das First Folio Benzaldehyd, eine Verbindung mit dem Aroma von Maraschinokirschen, sowie Nonenal, das Fachleute mit dem Geruch von modrigem Mobiliar verbinden. Hinzu kommt ein kräftiger Tabakgeruch. Die chemischen Verbindungen in alten Büchern sind gut belegt, doch die konkrete Zuordnung zum First Folio samt Tabaknote ist nicht unabhängig bestätigt.

Beim Stichwort Tabak lohnt sich ein zweiter Blick, diesmal auf ein Manuskript von C. S. Lewis. Der Autor der Narnia-Bücher rauchte zeitlebens stark. Dass er bereits mit zwölf Jahren zur Zigarette griff, lässt sich allerdings nicht sicher belegen. Der Überlieferung nach riecht das Manuskript der berühmten Abenteuergeschichte nach Tabak. Plausibel ist das allemal, denn Lewis' Pfeife und sein starker Konsum haben ihre Spuren vermutlich hinterlassen, doch unabhängig nachgewiesen ist dieser Duft nicht.

Ein ganz anderes Material begegnet uns in einem äthiopischen Evangeliar, das dem 14. Jahrhundert zugeschrieben wird. Der Bericht beschreibt einen Band, der in Holz, Leder und Stoff gebunden ist und einen stark holzigen Geruch verströmt. Datierung, Material und Duft lassen sich jedoch nicht verifizieren. Was bleibt, ist die Vorstellung: Ein Buch, das nach Wald und Werkstatt riecht, nach Jahrhunderten der Aufbewahrung.

So wird der Geruch zum Fingerabdruck. Er erzählt von Rauchgewohnheiten, von Lagerorten, von Händen, die Seiten umblätterten. Wer in der Bodleian Library Geruchsausstellung auf alte Bände trifft, hält nicht nur Papier in den Händen, sondern ein Stück gelebter Biografie.

Ulysses, die Dead Sea Scrolls und die Grenzen des Riechens

Nicht jedes Buch riecht angenehm, und genau darin liegt der ehrliche Reiz der Bodleian Library Geruchsausstellung. Manche Düfte sind süß und einladend, andere schlicht abstoßend. Der Überlieferung nach soll James Joyces Ulysses einen süßlichen, leicht rauchigen Duft verströmen, der sich in jedes Blatt Papier und jede Lederschicht gefressen habe. Unabhängig belegen lässt sich diese Beschreibung allerdings nicht.

Ganz anders die Dead Sea Scrolls, die Schriftrollen vom Toten Meer. Ein Teil der Texte ist auf Hebräisch verfasst, ein anderer auf Aramäisch. Und ihr Geruch, das ist dokumentiert, ist teils ausgesprochen unangenehm. Kein Wohlgeruch, kein Vanillehauch, sondern etwas, das eher an Zerfall erinnert. Genau dieser Kontrast macht die Ausstellung zu einem ehrlichen Sinneserlebnis: Sie zeigt nicht nur das Romantische am alten Buch, sondern auch das Sperrige, das Widerständige.

Denn darum geht es am Ende. Ein Geruch ist kein Beiwerk, er ist ein Gedächtnismedium. Wenn Sie an einem Manuskript riechen, nehmen Sie chemische Verbindungen auf, die über Jahrzehnte, oft über Jahrhunderte entstanden sind. Der Abbau von Zellulose und Lignin setzt Stoffe wie Benzaldehyd, Furfural, Vanillin, Toluol, Ethylbenzol und Ethylhexanol frei. Diese Verbindungen riechen nach Mandel, nach Vanille, nach Blüten. Sie sind das, was wir liebevoll Buchgeruch nennen.

Was uns Gerüche über Geschichte verraten? Vielleicht dies: dass kulturelles Erbe nicht nur gelesen, sondern auch gerochen werden will. Ein Archiv ist kein stiller Ort. Es riecht nach dem, was es bewahrt, und manchmal riecht es eben nicht gut.

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Häufig gestellte Fragen

Was war die Bodleian Library Geruchsausstellung in Oxford?

Die Bodleian Library, die Bibliothek der Universität Oxford, richtete eine Ausstellung ein, in der Besucher historische Buchgerüche unmittelbar erleben konnten. Die Bodleian Libraries bestätigen diese Schau. Im Mittelpunkt standen berühmte Handschriften und Drucke, deren Duftnoten eigens für die Besucher aufbereitet wurden, sodass ein Rundgang durch die Bestände zu einer sinnlichen Reise durch die Jahrhunderte wurde.

Warum wurde die Ausstellung verschoben?

Der Überlieferung nach musste die Schau wegen der COVID-19-Pandemie lange verschoben werden. Die genauen Daten sind jedoch nicht unabhängig bestätigt. Plausibel erscheint ein Zeitraum vom 27. Mai bis 4. Dezember 2022, doch verlässlich belegen lässt sich diese Angabe nicht. Sicher ist allein, dass die Ausstellung nach einer coronabedingten Verzögerung schließlich stattfand.

Wie riecht die Magna Carta?

Der Ausstellung wird die Beschreibung zugeschrieben, die Magna Carta verströme einen Geruch nach feuchtem Weizenbrot und Sand. Diese Duftnote ist nicht unabhängig bestätigt. Gesichert ist, dass die Bodleian Library eine Ausgabe der Magna Carta von 1217 besitzt. Die konkrete Geruchsbeschreibung stammt vermutlich aus dem Umfeld der Schau selbst.

Welche Duftnoten wurden Shakespeares First Folio zugeschrieben?

Alexy Karenowska, Technologiedirektorin am Institute for Digital Archaeology, beschrieb den Geruch der 1623 erschienenen First Folio von William Shakespeare mit Benzaldehyd, Nonenal und einer starken Tabaknote. Die Bodleian besitzt tatsächlich ein Exemplar dieses Drucks. Die genaue chemische Zuordnung samt Tabakgeruch ist allerdings nicht bestätigt.

Was ist Bibliosmia?

Bibliosmia ist der umgangssprachliche Begriff für den Geruch alter Bücher. Ein etablierter wissenschaftlicher Fachbegriff ist er nicht. Der Duft entsteht durch den Abbau von Zellulose und Lignin im Papier, wobei flüchtige Verbindungen wie Benzaldehyd, Furfural, Vanillin, Toluol, Ethylbenzol und Ethylhexanol freigesetzt werden. Genau diese Stoffe erzeugen die süßlich-warme Note, die viele Leserinnen und Leser an Bibliotheken so schätzen.

Wer ist Alexy Karenowska?

Alexy Karenowska ist Technologiedirektorin am Institute for Digital Archaeology. In dieser Funktion befasste sie sich mit den Duftstoffen historischer Bücher und ordnete dem First Folio von 1623 die Verbindungen Benzaldehyd und Nonenal zu. Ihre Rolle am Institut ist belegt, ihre Deutung einzelner Geruchsnoten bleibt dagegen eine Zuschreibung aus dem Umfeld der Ausstellung.

Wie rochen die Dead Sea Scrolls?

Die Dead Sea Scrolls, teils in Hebräisch, teils in Aramäisch verfasst, verströmen einen teilweise unangenehmen Geruch. Das ist belegt. Ihr Geruch unterscheidet sich deutlich von der angenehmen Note, die man mit alten Büchern verbindet. Genau dieser Gegensatz zwischen Wohlgeruch und Widerstand macht den Reiz einer Ausstellung aus, die den Geruch selbst zum Thema erhebt.

Hat die Bodleian Library die Ausstellung 2022 gezeigt?

Die Bodleian Library Geruchsausstellung fand 2022 statt. Die genauen Daten gelten als plausibel, sind aber nicht unabhängig bestätigt. Wer die Schau besuchte, konnte historische Buchgerüche mit mehreren Sinnen erfahren. Die Bodleian Libraries bestätigen die Ausstellung selbst, nicht jedoch jeden einzelnen Termin im Detail. Hinweis der Redaktion: Nicht abschliessend bestätigte Angaben zu einzelnen Duftnoten und Ausstellungsdetails sind im Text als solche kenntlich gemacht.

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