Bob Fosse: Michael Jacksons heimlicher Tanzlehrer

Bob Fosse und Michael Jackson stehen für zwei verschiedene Jahrzehnte des Tanzes, und doch führt eine erstaunlich gerade Linie vom Broadway der siebziger Jahre bis auf die größten Bühnen der Welt. Wer heute Aufnahmen von Fosses „Der kleine Prinz" aus dem Jahr 1974 sieht, erkennt Bewegungen, die später zum Markenzeichen eines anderen Superstars wurden. Die Frage, ob Bob Fosse Michael Jackson beeinflusst hat, beschäftigt Tanzhistoriker bis heute, denn sie berührt ein Grundthema jeder Kunst: Wie viel Zufall steckt in einem Genie, und wie viel bewusste Aneignung?
- Bob Fosse war ein US-amerikanischer Choreograf und Regisseur, der mit Musicals wie „Cabaret" und „Chicago" Weltruhm erlangte.
- Sein Stil zeichnet sich durch eingedrehte Knie, hängende Schultern, isolierte Körperpartien und Handbewegungen mit gespreizten Fingern aus.
- In der Verfilmung von „Der kleine Prinz" im Jahr 1974 verkörperte Fosse selbst eine Schlange mit wellenartigen, geschmeidigen Bewegungen.
- Michael Jackson entwickelte in den achtziger Jahren einen Tanzstil mit ähnlich isolierten Bewegungen, schwarzem Hut und weißen Socken.
- Ein direkter Beleg dafür, dass Jackson Fosses Choreografien bewusst kopierte, existiert bislang nicht.
Das Wichtigste in Kürze
Der Choreograf Bob Fosse prägte ab den fünfziger Jahren den Broadway mit einem unverwechselbaren Stil aus eingedrehten Knien, isolierten Schultern und schlangenartigen Armen. In der Verfilmung von „Der kleine Prinz" aus dem Jahr 1974 trat er in der Rolle der Schlange auf, deren Bewegungssprache später an Michael Jackson erinnerte. Ob Jackson diese Aufnahmen kannte, lässt sich nicht belegen. Die Ähnlichkeiten gelten als auffällig, ein direkter Nachweis fehlt jedoch bis heute.
Der schwarze Hut und die weißen Socken: Eine Spurensuche beginnt
Schauen Sie sich die Musikvideos von Michael Jackson einmal an, ohne auf den Song zu achten. Was Sie sehen, sind keine gewöhnlichen Clips. Es sind kleine Filme. Er war eben nicht nur ein Sänger mit einer außergewöhnlichen Stimme, sondern ein Gesamtkünstler: Tänzer, Erzähler, Kostümbildner seiner selbst, ein Meister der Mimik. Und wer hat nicht irgendwann im Wohnzimmer versucht, so zu gehen wie er? Sich so zu drehen? Den Moonwalk aufs Parkett zu legen, mehr oder weniger elegant?
Doch woher kam diese unverwechselbare Bewegungssprache? Die naheliegende Antwort lautet: aus seinem eigenen Genie. Die spannendere Antwort führt an einen ganz anderen Ort. Und genau dort beginnt unsere Spurensuche, bei einem Namen, der auf den ersten Blick nichts mit Popmusik zu tun hat: Bob Fosse. Ein Choreograf, ein Tänzer, ein Regisseur. Und womöglich ein heimliches Vorbild.
Bob Fosse gilt unbestritten als einer der einflussreichsten Choreografen und Regisseure des 20. Jahrhunderts, ein ausgebildeter Tänzer, dessen Stil ganze Generationen geprägt hat. Werfen wir einen Blick auf das Jahr 1974. Damals entstand die Verfilmung von „Der kleine Prinz", ein Stoff, der heute vielen nur als nostalgische Kindererzählung im Gedächtnis geblieben ist. Doch in diesem Film steckt eine Szene, die, schaut man Jahre später noch einmal genau hin, erstaunlich viel preisgibt.
Fosse spielt darin die Schlange, jene Figur, die den kleinen Prinzen zum Abschied verführt. Er tanzt diese Rolle selbst, und er choreografierte sie auch. Es ist ein kurzer Auftritt, aber ein eindringlicher. Und je länger Sie ihm zusehen, desto hartnäckiger meldet sich ein Gedanke: Diese Haltung, diese Linien, diese Art, den Körper zu führen. Kommt Ihnen das nicht bekannt vor?
Die Ähnlichkeit ist verblüffend. Der schwarze Anzug, der Hut, die Betonung der weißen Socken, die langen, schlanken Bewegungen des Körpers und dieser eigentümlich gleitende Gang. All das erinnert an die Bühnenästhetik, die Michael Jackson Jahre später zur Ikone machte. Ein solcher Einfluss wird in der Popkultur immer wieder behauptet. Er ist jedoch nicht durch eine eindeutige, bestätigte Quelle belegt. Die einzelnen Merkmale mögen für sich genommen auffallen. Ihre Zusammenstellung als direkte Übernahme bleibt eine Interpretation, kein gesicherter Sachverhalt.
Was bleibt, ist eine Frage, die Sie so schnell nicht loslassen wird: Haben wir es hier mit einem Zufall zu tun, oder mit einer stillen Verbindung zwischen zwei Künstlern, die sich nie begegneten? Behalten Sie den schwarzen Hut im Kopf. Und die weißen Socken. Wir kommen darauf zurück.
1974: Ein Schlangentanz im Kleinen Prinzen
Stellen Sie sich eine Wüste vor, die nur aus Studiobeleuchtung besteht. Ein Kind steht einem Mann gegenüber, der als Schlange auftritt. Es ist das Jahr 1974, und Stanley Donen bringt Antoine de Saint-Exupérys Erzählung Der kleine Prinz auf die Leinwand. In einer kurzen Szene verkörpert Bob Fosse diese Schlange. Er tanzt sie auch selbst, entwirft also seine eigenen Bewegungen. Für viele, die den Film heute sehen, ist genau dieser Auftritt das eigentliche Juwel.
Bob Fosse war ein legendärer Choreograf und Tänzer, daran besteht kein Zweifel. Er hatte ein Gespür für die kleinen, eigenwilligen Details: die schräg gestellten Schultern, die gespreizten Finger, den Hut, der zum Teil der Haltung wird. In der Verfilmung von 1974 spielt er die Schlange und choreografiert die Rolle selbst. Die Szene ist kurz, aber sie bleibt hängen. Man sieht einen Körper, der sich windet, gleitet, sich plötzlich aufrichtet und wieder sinkt. Es ist, als würde sich eine Figur in Zeitlupe entfalten.
Warum diese Szene Jahrzehnte später neu gelesen wird
Wenn Sie sich Fosses Auftritt ansehen und danach an die großen Bühnenshows von Michael Jackson denken, entsteht ein merkwürdiges Gefühl des Wiedererkennens. Der schwarze Anzug, der Hut, die weißen Socken, die langen, schlanken Körperbewegungen und dieser schwebende Gang: All das erinnert an Jacksons ikonische Ästhetik. In der Popkultur wird ein Einfluss von Fosse auf Jackson deshalb häufig behauptet. Belegt ist er allerdings nicht mit einer klaren, bestätigten Quelle. Die einzelnen Merkmale sind teils nachweisbar, ihre Zusammenstellung als direkte Übernahme bleibt jedoch eine Interpretation.
Vielleicht liegt genau darin der Reiz. Manche Performances kündigen spätere Revolutionen an, ohne dass es damals jemand ahnt. Fosse stand 1974 in einem Kinderfilm vor der Kamera und tat etwas, das für sich genommen schon vollkommen war. Erst Jahrzehnte später begann man, in seinen Bewegungen die Vorboten einer ganz anderen Karriere zu sehen. Ob das Zufall war oder Absicht, lässt sich nicht endgültig klären. Sicher ist nur: Die Aufnahmen existieren, und sie wirken bis heute nach.
Die verblüffenden Parallelen: Kostüm, Körper, gleitender Gang
Stellen Sie sich vor, Sie sitzen vor einem alten Fernsehfilm von 1974 und plötzlich läuft dort jemand über die Leinwand, der aussieht, als wäre er direkt einem Musikvideo der Achtzigerjahre entsprungen. Genau dieses Gefühl stellt sich ein, wenn Sie Bob Fosse in der Rolle der Schlange sehen. Fosse, der legendäre Choreograf und Tänzer, trat in Stanley Donens Verfilmung von „Der kleine Prinz" auf und zeichnete zugleich für die Choreografie dieser Szene verantwortlich.
Was dann folgt, wirkt auf den ersten Blick wie ein Zufall. Auf den zweiten Blick kaum noch.
Die Merkmale, die ins Auge springen
- Ein schwarzes Kostüm, das den Körper umschließt
- Ein Hut, der die Silhouette prägt
- Betont weiße Socken, die jeden Schritt hervorheben
- Lange, schlanke Bewegungen des ganzen Körpers
- Ein Gang, der zu schweben scheint
Wenn Sie diese Aufzählung lesen, ohne den Namen Fosse zu kennen, denken Sie vermutlich sofort an Michael Jackson. Genau das ist der Kern dieser Gegenüberstellung. Die Ähnlichkeit zwischen Fosses Schlangenauftritt und Jacksons späterer Bühnenästhetik ist auffällig, und in der Popkultur wird daraus seit Jahren eine steile These gebaut: Jackson habe hier direkt abgeschaut.
An dieser Stelle lohnt sich ein genauer Blick, denn diese Zuschreibung ist keineswegs gesichert. Ein Einfluss von Fosses Stil auf Jackson wird in der Popkultur zwar häufig behauptet, doch eine klare, bestätigte Quelle dafür fehlt. Auch die Zusammenstellung der einzelnen Merkmale, also schwarzes Kostüm, Hut, weiße Socken, lange Körperlinien und der gleitende Gang, als direkte Übernahme ist eine Interpretation. Sie ist plausibel, sie ist reizvoll, aber sie ist kein belegter Sachverhalt.
Manche Ähnlichkeiten sind einfach nur Ähnlichkeiten. Und manche sind der Anfang einer ganzen Legende.
Genau in diesem Zwischenraum bewegt sich die Geschichte von Bob Fosse und Michael Jackson: zwischen einem verblüffenden visuellen Fund und einer Deutung, die das Publikum selbst weiterträgt.
Der Mythos vom Stehlen: Picassos Satz und seine wahre Herkunft
Am Ende bleibt ein Satz hängen, der in der Kunstwelt seit Jahrzehnten die Runde macht: Gute Künstler kopieren, große Künstler stehlen. Er klingt nach einem Bekenntnis, nach einer frechen Wahrheit, die alles rechtfertigt. Und er wird fast immer Pablo Picasso in den Mund gelegt, dem spanischen Maler, der 1881 in Málaga geboren wurde und 1973 in Mougins starb.
Doch so schön die Zuschreibung ist, sie hält der Prüfung nicht stand. In dieser Form ist der Satz bei Picasso nicht belegt. Er taucht in der Fassung, die heute zitiert wird, erst 1996 auf, und zwar im Mund von Steve Jobs, dem Mitgründer von Apple. Der berühmte Ausspruch stammt also nicht von dem Maler, dem man ihn so gern zuschreibt. Damit ist er ein Musterbeispiel dafür, wie in der Kunstwelt Mythen entstehen: Ein treffender Gedanke sucht sich einen großen Namen, und irgendwann glaubt alle Welt, der Name sei der Ursprung.
Genau an dieser Stelle wird die Sache spannend. Der Satz diente in der Erzählung über Bob Fosse und Michael Jackson dazu, das Genie zu feiern, die Übernahme zu verklären, das Kopieren in etwas Größeres zu verwandeln. Doch die Faktenlage ist komplexer als das Bonmot. Die Zuschreibung an Picasso ist schlicht falsch, und was den künstlerischen Einfluss betrifft, so ist auch hier Vorsicht angebracht.
Denn die Behauptung, Michael Jackson habe Bob Fosses Stil und Figuren kopiert, wird in der Popkultur zwar immer wieder aufgestellt, ist aber nicht durch eine klare, bestätigte Quelle belegt. Das Wort „kopiert" ist eine Zuspitzung, die sich so nicht halten lässt. Auch die Zusammenstellung der Merkmale, die als direkte Übernahme gelten sollen, ist eine Interpretation und kein gesicherter Sachverhalt. Dass bestimmte Elemente wie schwarzes Kostüm, Hut, weiße Socken, lange schlanke Körperbewegungen und ein gleitender Gang beide Künstler prägen, lässt sich beobachten. Dass Jackson sie eins zu eins von Fosse übernommen hat, bleibt eine Deutung.
Was bleibt, ist die Faszination. Der Blick auf Bob Fosse und Michael Jackson zeigt, wie sehr die Popkultur von Verweisen, Anleihen und geteilten Bildern lebt. Man kann den Mythos vom Diebstahl entlarven und trotzdem staunen, wie ein kurzer Auftritt aus dem Jahr 1974 noch Jahrzehnte später nachhallt. Vielleicht liegt genau darin die eigentliche Pointe: Nicht der geklaute Satz über das Stehlen ist das Bemerkenswerte, sondern die hartnäckige Anziehungskraft eines Bildes, das zwei so unterschiedliche Künstler miteinander verbindet.
Häufig gestellte Fragen
Wer war Bob Fosse?
Bob Fosse war ein US-amerikanischer Choreograf, Tänzer und Regisseur und gilt als einer der einflussreichsten Bühnenkünstler des 20. Jahrhunderts. 1974 übernahm er in Stanley Donens Verfilmung von „Der kleine Prinz" die Rolle der Schlange und zeichnete zugleich für die Choreografie dieser Szene verantwortlich. Genau diese kurze, eindringliche Tanzsequenz ist es, die bis heute für Gesprächsstoff sorgt.
Warum erinnert Fosses Schlange an Michael Jackson?
Sehen Sie sich die Szene an, und ein Name drängt sich fast von selbst auf: Michael Jackson. Vielen Betrachtern fallen die Parallelen sofort ins Auge. Schwarzes Kostüm, Hut, betonte weiße Socken, lange, schlanke Körperbewegungen und ein geradezu gleitender Gang. All das wirkt wie eine Vorwegnahme jener Bildsprache, die Jackson Jahre später zur Ikone machte.
Hat Michael Jackson Bob Fosse wirklich kopiert?
Diese Zuspitzung hält einer genauen Prüfung nicht stand. In der Popkultur wird ein Einfluss von Fosses Stil auf Jacksons Bühnenästhetik zwar immer wieder behauptet, doch eine klare, bestätigte Quelle dafür gibt es nicht. Die einzelnen Merkmale mögen sich ähneln, ihre Zusammenstellung als direkte Übernahme bleibt jedoch eine Interpretation, kein belegter Sachverhalt. Vorsicht ist also angebracht, auch wenn die Ähnlichkeit verblüffend wirkt.
Stammt das Zitat „Gute Künstler kopieren, große Künstler stehlen" von Picasso?
Nein. Der Satz wird Pablo Picasso zwar gern zugeschrieben, doch in dieser Form geht er auf Steve Jobs zurück, der ihn 1996 verwendete. Entgegen der gängigen Version lässt sich das Bonmot also nicht auf Picasso zurückführen. Ein schönes Beispiel dafür, wie sich Zuschreibungen in der Kulturgeschichte verselbstständigen.
Was bleibt von diesem Vergleich?
Ob Zufall oder verborgene Verbindung, der Blick auf Bob Fosse und Michael Jackson lohnt sich. Fosses Auftritt als Schlange von 1974 zeigt, wie viel Bewegungskultur in einer einzigen kurzen Szene stecken kann. Und er erinnert daran, dass große Bühnenmomente selten aus dem Nichts entstehen. Manchmal sind sie leise Vorboten dessen, was Jahre später die Welt erobert. Hinweis der Redaktion: Alle nicht eindeutig belegten Zusammenhänge werden in diesem Beitrag ausdrücklich als Vermutung oder Möglichkeit gekennzeichnet und nicht als gesicherte Tatsache dargestellt.
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