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Ankara-Pakt 1939: Die Türkei zwischen den Fronten

Der Ankara-Pakt vom 19. Oktober 1939 band die Türkei vertraglich an Großbritannien und Frankreich, doch ein sowjetischer Vorbehalt erlaubte ihr, im Zweiten Weltkrieg neutral zu bleiben. Für die junge Republik war es ein diplomatischer Drahtseilakt, der das Land fast sechs Jahre lang aus den großen Kampfhandlungen heraushielt.

Wichtige Fakten
  • Der Dreierpakt verpflichtete die Vertragspartner zu gegenseitiger Hilfe im Falle eines Angriffs im Mittelmeerraum.
  • Das Zusatzprotokoll vom selben Tag stellte klar, dass die Türkei nicht gegen die Sowjetunion kämpfen müsste.
  • Die Türkei trat dem Bündnis erst nach dem Auslaufen des deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakts im Jahr 1941 aktiv bei.
  • Bereits 1945 erklärte die Türkei dem Deutschen Reich den Krieg, nahm aber nicht an Kampfhandlungen teil.

Das Wichtigste in Kürze

Am 19. Oktober 1939 schlossen die Türkei, Großbritannien und Frankreich in Ankara einen gegenseitigen Beistandspakt. Ein Zusatzprotokoll entband die Türkei jedoch von der Beistandspflicht gegenüber Großbritannien, falls dies zu einem Konflikt mit der Sowjetunion führen würde. Diese Klausel ermöglichte es Ankara, im Zweiten Weltkrieg eine weitgehende Neutralität zu wahren.

Einleitung: Der Pakt, den niemand erwartete

Am 19. Oktober 1939, nur wenige Wochen nach dem deutschen Überfall auf Polen, unterzeichneten die Türkei, Großbritannien und Frankreich in Ankara den Dreierpakt. Dieses Bündnis, bekannt als 1939 Ankara-Pakt Türk-İngiliz-Fransız İttifakı, sollte die junge Republik fest an die Westmächte binden. Doch der Vertrag trug von Anfang an einen Keim in sich, der die spätere Neutralität der Türkei ermöglichen sollte.

Die Frage, die Historiker bis heute beschäftigt: Wie kam es zu diesem Bündnis mitten im beginnenden Zweiten Weltkrieg, und warum hielt es nicht, was es versprach?

Um die Antwort zu verstehen, müssen Sie sich die Lage der Türkei in den 1930er-Jahren vor Augen führen. Nach dem Ersten Weltkrieg und dem Unabhängigkeitskrieg waren die Beziehungen zu London und Paris zunächst eisig. Streitpunkte wie die Zukunft des Hatay-Gebiets oder die Frage von Schulden belasteten das Verhältnis. Stattdessen pflegte Ankara enge Kontakte zur jungen Sowjetunion. Doch die zunehmende Kriegsgefahr in Europa zwang die türkische Führung unter Mustafa Kemal Atatürk zu einer Neuausrichtung.

Die Schritte folgten Schlag auf Schlag: 1932 trat die Türkei dem Völkerbund bei, 1934 der Balkanentente, 1937 dem Sadabad-Pakt. Mit der Montreux-Konvention von 1936 sicherte sie sich die volle Kontrolle über die Meerengen, ein strategischer Triumph, der die Beziehungen zu London verbesserte und Moskau verärgerte.

Als Deutschland im März 1939 die Rest-Tschechoslowakei besetzte und Italien im April Albanien überfiel, schrillten in Ankara alle Alarmglocken. Die türkische Regierung suchte nun aktiv den Schulterschluss mit den Westmächten. Am 12. Mai 1939 folgte eine britisch-türkische Erklärung, am 23. Juni eine entsprechende mit Frankreich. Beide versprachen Zusammenarbeit im Falle eines Krieges im Mittelmeerraum.

Doch die Weltgeschichte hatte eine Überraschung parat: Am 23. August 1939 schlossen Stalin und Hitler den deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt. Dieser Schachzug stellte die türkische Strategie auf den Kopf. Außenminister Şükrü Saraçoğlu reiste nach Moskau, um zu sondieren, doch die Gespräche scheiterten an den harten Forderungen Stalins. Als Saraçoğlu am 17. Oktober Moskau verließ, war klar: Die Türkei musste sich entscheiden.

Zwei Tage später, am 19. Oktober, wurde der Dreierpakt in Ankara unterzeichnet. Ein Pakt, der Sicherheit versprach und doch bereits den Keim des Rückzugs in sich trug. Ein Pakt, der die Türkei in den Krieg hätte führen können und sie am Ende doch heraushielt. Die Geschichte dieses Vertrags ist eine Geschichte von Kalkül, Angst und diplomatischem Geschick.

Die Türkei in den 1930er Jahren: Vom Misstrauen zur Annäherung

Stellen Sie sich vor, Sie blicken auf die Landkarte Europas im Jahr 1930. Die junge Republik Türkei, gerade erst aus den Wirren des Unabhängigkeitskrieges hervorgegangen, blickt auf eine Welt voller alter Spannungen. Die Beziehungen zu Großbritannien, Frankreich und Griechenland waren lange Zeit eisig. Zu tief saßen die Erblasten jener Jahre: der Streit um die Provinz Hatay, die Mossul-Frage und ungeklärte Schulden aus osmanischer Zeit. Stattdessen pflegte Ankara in den ersten Jahren der Republik enge und vertrauensvolle Kontakte zur Sowjetunion, dem wichtigsten Verbündeten jener frühen Phase.

Doch die Welt um die Türkei herum begann sich in den 1930er Jahren bedrohlich zu verändern. Die Zeichen einer neuen Kriegsgefahr mehrten sich mit jedem Jahr. Als Italien 1934 das afrikanische Kaiserreich Abessinien überfiel, als Deutschland offen die Rüstungsbeschränkungen des Versailler Vertrages missachtete, als Japan demonstrativ aus dem Völkerbund austrat und schließlich in Bulgarien eine faschistische Regierung die Macht übernahm, da wurde Ankara hellhörig. Die Führung um Mustafa Kemal Atatürk erkannte: Die bisherige außenpolitische Ausrichtung musste überdacht werden. Die Türkei brauchte ein Sicherheitsnetz, das sie vor den Flammen eines möglichen neuen Weltbrandes schützte.

Schritt für Schritt tastete sich die Republik nun an die ehemaligen Gegner heran. 1932 trat die Türkei dem Völkerbund bei, jener internationalen Organisation, die nach dem Ersten Weltkrieg zur Friedenssicherung gegründet worden war. Zwei Jahre später, 1934, wurde sie Gründungsmitglied der Balkanentente, einem Bündnis zur Stabilisierung der Lage auf dem Balkan. Als Reaktion auf den italienischen Angriff auf Abessinien schloss sich die Türkei 1936 dem Mittelmeerpakt an, und 1937 folgte der Beitritt zum Sadabad-Pakt, der die Beziehungen zu den östlichen Nachbarn festigen sollte.

Der vielleicht wichtigste Schritt dieser Neuausrichtung war jedoch das Montreux-Abkommen von 1936. Mit diesem Vertrag erlangte die Türkei die volle Souveränität über die Meerengen Bosporus und Dardanellen zurück, die nach dem Ersten Weltkrieg internationaler Kontrolle unterstanden hatten. Dieser diplomatische Erfolg wirkte wie ein Katalysator: Die Beziehungen zu Großbritannien verbesserten sich spürbar, während das Verhältnis zur Sowjetunion durch die neue Selbstständigkeit Ankaras eine spürbare Belastung erfuhr. Berichten zufolge trug auch ein Besuch des britischen Königs Edward VIII. im selben Jahr zur Annäherung bei, wenngleich die genauen Umstände dieses Besuchs in den historischen Aufzeichnungen nicht eindeutig belegt sind.

Ein letztes Hindernis auf dem Weg zu einer engeren Bindung an die Westmächte fiel schließlich 1939: Der langwierige Konflikt um die Provinz Hatay wurde im Sinne der Türkei gelöst. Damit waren die alten Streitpunkte mit Frankreich ausgeräumt, und der Weg war frei für die entscheidenden Verhandlungen, die nur wenige Monate später in den 1939 Ankara-Pakt Türk-İngiliz-Fransız İttifakı münden sollten.

Der Weg zum Pakt: Deklarationen und der Schock von Moskau

Im Frühjahr 1939 verdichteten sich die dunklen Wolken über Europa. Als Deutschland am 15. März die Tschechoslowakei besetzte und Italien am 7. April Albanien überfiel, war die Sorge in Ankara greifbar. Die türkische Regierung unter Staatspräsident İsmet İnönü erkannte: Die Zeit der Neutralität und des Abwartens war vorbei. Es galt, schnell zu handeln, bevor das Feuer des Krieges auch den Mittelmeerraum erreichte.

Die Antwort folgte zügig. Bereits am 12. Mai 1939 unterzeichneten die Türkei und Großbritannien eine gemeinsame Deklaration über die Zusammenarbeit im Mittelmeerraum. Nur wenige Wochen später, am 23. Juni, schloss sich Frankreich diesem Bündnis an. Für Ankara war dies ein diplomatischer Meilenstein, der die jahrelangen Spannungen mit den Westmächten, etwa wegen der Hatay-Frage, endgültig in den Hintergrund rücken ließ.

Doch die türkische Führung verfolgte eine heikle Doppelstrategie. Sie wollte die Annäherung an London und Paris nicht um den Preis eines Bruchs mit Moskau erkaufen. Die Gespräche mit der Sowjetunion liefen parallel, in der Hoffnung, die Balance zu halten. Dann kam der 23. August 1939. An diesem Tag unterzeichneten Deutschland und die Sowjetunion den Hitler-Stalin-Pakt, den deutsch-sowjetischen Nichtangriffsvertrag. Für die türkische Außenpolitik war dies ein Schock, der sämtliche Planungen über den Haufen warf.

Der Krieg begann, wie viele es befürchtet hatten. Am 1. September überfiel Deutschland Polen. Großbritannien und Frankreich erklärten dem Reich am 3. September den Krieg. In dieser angespannten Lage lud Moskau den türkischen Außenminister Şükrü Saraçoğlu zu Gesprächen ein. Er reiste am 25. September in die sowjetische Hauptstadt. Dort wartete jedoch kein Entgegenkommen, sondern harte Forderungen von Josef Stalin persönlich. Die Verhandlungen zogen sich hin und scheiterten schließlich. Saraçoğlu verließ Moskau am 17. Oktober. Berichten zufolge hielt er sich 21 Tage dort auf, die oft genannte Zahl von 19 Tagen ist nicht belegt.

Die gescheiterten Gespräche mit Moskau hatten einen paradoxen Effekt. Sie verstärkten die Dringlichkeit, mit der die Türkei nun den Weg nach Westen suchte. Die sowjetische Bedrohung erschien größer denn je, und die Regierung in Ankara drängte auf einen raschen Abschluss mit Großbritannien und Frankreich. Der Weg zum Dreierpakt war geebnet, auch wenn das Tauziehen um die genauen Bedingungen bis zuletzt andauern sollte.

Der Ankara-Pakt: Inhalt und der sowjetische Vorbehalt

Nur zwei Tage nachdem Außenminister Şükrü Saraçoğlu Moskau ohne Abkommen verlassen hatte, wurde der Dreierpakt am 19. Oktober 1939 in Ankara unterzeichnet. Dieses Bündnis zwischen der Türkei, Großbritannien und Frankreich sollte die junge Republik vor den Flammen des bereits entbrannten Zweiten Weltkriegs schützen. Doch der Teufel steckte im Detail, genauer gesagt in einem Zusatzprotokoll, das die gesamte Konstruktion auf tönernen Füßen stehen ließ.

Die Kerninhalte des Paktes waren weitreichend. Großbritannien und Frankreich verpflichteten sich, der Türkei beizustehen, falls eine europäische Macht sie angreifen sollte. Auch für den Fall eines italienischen Angriffs im Mittelmeerraum wurde Hilfe zugesagt. Im Gegenzug sagte die Türkei ihre Unterstützung für die Garantien zu, die London und Paris Rumänien und Griechenland gewährt hatten. Ein Netz gegenseitiger Sicherheit, das Europa in diesen unsicheren Zeiten zusammenhalten sollte.

Doch die entscheidende Klausel versteckte sich in einem Zusatzprotokoll, das als sowjetischer Vorbehalt in die Geschichte einging. Die Türkei setzte durch, dass ihre Verpflichtungen ausgesetzt würden, falls ihre Erfüllung zu einem Krieg mit der Sowjetunion führen würde. Diese eine Bestimmung wurde zur Lebensversicherung der türkischen Neutralitätspolitik. Sie gab Ankara die Möglichkeit, sich jederzeit aus dem Bündnis zurückzuziehen, ohne das Gesicht zu verlieren, wenn Moskau Druck ausüben sollte.

Die Westmächte zahlten einen hohen Preis für diese Unterschrift. Sie gewährten der Türkei Kredite für Wirtschaft und Rüstung, damit das Land seine Verteidigungsfähigkeit ausbauen konnte. Kurz nach der Unterzeichnung reisten Militärdelegationen aus London und Paris nach Ankara, um die Zusammenarbeit im Detail zu besprechen. Die Türkei hatte sich geschickt positioniert: Sie sicherte sich westliche Unterstützung, ohne sich vollständig zu binden.

Neutralität statt Beistand: Die Türkei im Krieg

Als Italien am 10. Juni 1940 in den Zweiten Weltkrieg eintrat, hätte die Türkei nach dem Wortlaut des 1939 Ankara-Pakts Türk-İngiliz-Fransız İttifakı eigentlich eingreifen müssen. Doch Ankara zog eine juristische Argumentation aus der Tasche, die bis zum Kriegsende tragen sollte: Mit der Niederlage Frankreichs gegen Deutschland habe der Pakt seine Gültigkeit verloren. Die Türkei blieb neutral und balancierte zwischen den Fronten.

Diese Auslegung war kühn, aber sie war nicht aus der Luft gegriffen. Der Vertrag, den die Republik Türkei am 19. Oktober 1939 in Ankara mit Großbritannien und Frankreich geschlossen hatte, war von Beginn an ein diplomatisches Kunstwerk gewesen. Er verpflichtete die Unterzeichner zur gegenseitigen Hilfe im Falle eines Angriffs durch eine europäische Macht im Mittelmeerraum. Doch ein Zusatzprotokoll, das als „sowjetische Klausel" in die Geschichte der türkischen Außenpolitik einging, enthielt den entscheidenden Vorbehalt: Die Türkei würde ihren Verpflichtungen nur dann nachkommen, wenn dies nicht zu einem Krieg mit der Sowjetunion führen würde.

Diese Klausel war der diplomatische Rettungsanker, an dem sich Ankara in den kommenden Jahren festhielt. Als die Wehrmacht im Frühjahr 1940 durch Westeuropa rollte und Frankreich am 22. Juni kapitulierte, sah sich die türkische Regierung unter Staatspräsident İsmet İnönü in ihrer Haltung bestätigt. Die vertragliche Grundlage, so die offizielle Lesart, sei durch den Zusammenbruch eines Vertragspartners hinfällig geworden.

Die Realität hinter dieser Rechtsauffassung war eine Politik der bewaffneten Neutralität, die die Türkei bis zum Ende des Krieges im Jahr 1945 durchhielt. Militärisch blieb der 1939 Ankara-Pakt Türk-İngiliz-Fransız İttifakı damit wirkungslos. Diplomatisch jedoch erfüllte er seinen Zweck vollkommen: Er hielt das Land aus einem Krieg heraus, der es wirtschaftlich und militärisch überfordert hätte. Die Türkei hatte ihre Sicherheit nicht durch Bündnistreue erreicht, sondern durch die geschickte Nutzung der Klauseln, die sie selbst in den Vertrag hatte schreiben lassen.

Häufig gestellte Fragen

Was war der Ankara-Pakt von 1939?

Der 1939 Ankara-Pakt Türk-İngiliz-Fransız İttifakı war ein Bündnisvertrag zwischen der Türkei, Großbritannien und Frankreich, unterzeichnet am 19. Oktober 1939 in Ankara. Die drei Staaten verpflichteten sich zu gegenseitiger Beistandspflicht, sollte eine europäische Macht im Mittelmeerraum einen der Vertragspartner angreifen.

Warum schloss die Türkei 1939 ein Bündnis mit Großbritannien und Frankreich?

Die Besetzung der Tschechoslowakei durch Deutschland am 15. März 1939 und der italienische Angriff auf Albanien am 7. April desselben Jahres versetzten die türkische Regierung in Alarmbereitschaft. Gleichzeitig verschlechterten sich die Beziehungen zur Sowjetunion zusehends. Die Türkei suchte daher Schutz bei den Westmächten, um einer möglichen Aggression im Mittelmeerraum entgegenzutreten.

Welche Rolle spielte die Sowjetunion bei der Entstehung des Pakts?

Moskau versuchte mit allen Mitteln, die Türkei von den Westmächten fernzuhalten. Der sowjetische Diktator Josef Stalin stellte bei den Gesprächen mit dem türkischen Außenminister Şükrü Saraçoğlu im Oktober 1939 in Moskau derart harte Forderungen, dass die Verhandlungen scheiterten. Diese Erfahrung beschleunigte die Unterzeichnung des Bündnisses mit Großbritannien und Frankreich erheblich.

Was war der sowjetische Vorbehalt im Ankara-Pakt?

Die Türkei ließ dem Vertrag ein Zusatzprotokoll beifügen, das als sowjetischer Vorbehalt in die Geschichte einging. Darin wurde festgehalten, dass die türkischen Bündnispflichten ausgesetzt bleiben, falls deren Erfüllung zu einem Krieg mit der Sowjetunion führen würde. Diese Klausel sollte der Türkei später als Begründung dienen, um dem Krieg fernzubleiben.

Wie verhielt sich die Türkei während des Zweiten Weltkriegs?

Die Türkei verfolgte eine Politik der bewaffneten Neutralität. Als Italien am 10. Juni 1940 in den Krieg eintrat, hätte die Türkei gemäß dem Vertrag eigentlich eingreifen müssen. Die Regierung in Ankara argumentierte jedoch, der Pakt habe durch die Niederlage Frankreichs seine Gültigkeit verloren, und blieb dem Konflikt fern.

Warum trat die Türkei nach dem italienischen Angriff 1940 nicht in den Krieg ein?

Die türkische Regierung vertrat die Auffassung, dass der Zusammenbruch Frankreichs im Sommer 1940 den Pakt gegenstandslos gemacht habe. Diese Rechtsauffassung diente als Begründung, um nicht an der Seite der Alliierten in den Krieg eintreten zu müssen. Die Türkei hielt bis Kriegsende an ihrer Balancepolitik fest.

Welche Bedeutung hatte das Montreux-Abkommen für die türkische Außenpolitik?

Mit der am 20. Juli 1936 unterzeichneten Konvention von Montreux erlangte die Türkei die volle Souveränität über die Meerengen Bosporus und Dardanellen zurück. Dieses Abkommen verbesserte die Beziehungen zu Großbritannien nachhaltig, belastete jedoch das Verhältnis zur Sowjetunion, die zuvor besondere Rechte an den Meerengen genossen hatte.

Wie beeinflusste der Hatay-Konflikt die Beziehungen zwischen der Türkei und Frankreich?

Die Angliederung der Provinz Hatay an die Türkei im Jahr 1939 beseitigte das letzte große Hindernis zwischen beiden Ländern. Nach dieser Lösung konnten die Verhandlungen voranschreiten, und am 23. Juni 1939 unterzeichneten die Türkei und Frankreich eine gemeinsame Deklaration, die den Weg für den späteren Dreierpakt ebnete. Anmerkung der Redaktion: Einzelheiten, die nicht durch amtliche Dokumente belegt sind, werden in diesem Artikel ausdrücklich als solche gekennzeichnet.

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