Afghan Girl: Steve McCurrys ikonisches Foto und Sharbat Gula heute

Das "Afghan Girl" von Steve McCurry ist die Geschichte eines der berühmtesten Porträts der Fotografiegeschichte: 1984 fotografierte der US-Amerikaner im Flüchtlingslager Nasir Bagh in Pakistan ein junges Mädchen, dessen grüne Augen die Welt eroberten. Erst 2002 konnte Sharbat Gula mithilfe moderner Iris-Erkennung zweifelsfrei identifiziert werden, nachdem sie jahrzehntelang im Verborgenen gelebt hatte. Ihre Biografie spiegelt Flucht, Vertreibung und den Neuanfang in Italien wider, wohin sie 2021 evakuiert wurde.
- Das Porträt entstand 1984 im Flüchtlingslager Nasir Bagh nahe der afghanisch-pakistanischen Grenze, wo Sharbat Gula Zuflucht gefunden hatte.
- Das Bild erschien im Juni 1985 auf dem Cover des National Geographic Magazins und wurde zu einem der bekanntesten Fotos des 20. Jahrhunderts.
- Die Identifizierung im Jahr 2002 gelang durch den Vergleich ihrer Iris mit dem Originalfoto, da sich die Iris im Erwachsenenalter kaum verändert.
- Sharbat Gula verbrachte Jahrzehnte in Afghanistan und Pakistan, bevor sie 2021 nach Italien evakuiert wurde.
- Heute lebt sie in Italien und führt ein bewusst zurückgezogenes Leben abseits der medialen Aufmerksamkeit.
Das Wichtigste in Kürze
Steve McCurry fotografierte 1984 im pakistanischen Flüchtlingslager Nasir Bagh ein unbekanntes Mädchen, dessen Bild 1985 das National-Geographic-Cover zierte. Erst 2002 bestätigte die Iris-Erkennung ihre Identität: Sharbat Gula, eine Paschtunin aus Afghanistan. Nach Jahren in Afghanistan und Pakistan lebt sie heute mit ihrer Familie in Italien.
Die Geschichte hinter dem berühmtesten Porträt der Welt
Kaum ein Foto hat die Welt so sehr berührt wie das sogenannte „Afghan Girl" von Steve McCurry. Die ikonische Aufnahme, die im Juni 1985 auf dem Cover des National Geographic Magazins erschien, ist bis heute ein Symbol für das Leid der Kinder im Krieg. Doch wer ist die Frau hinter diesen unvergesslichen grünen Augen? Ihre Geschichte blieb jahrzehntelang ein Rätsel.
Das Bild entstand 1984, als der Fotograf Steve McCurry im Auftrag des National Geographic Magazins Flüchtlingslager an der Grenze zwischen Afghanistan und Pakistan dokumentierte. Im Lager Nasir Bagh traf er auf eine Gruppe von Mädchen in einer provisorischen Schule. Unter ihnen fiel ihm ein Mädchen mit außergewöhnlich intensiven, grün leuchtenden Augen auf. Ihre Schülerin hielt zunächst die Hände vors Gesicht, doch ihre Lehrerin ermutigte sie, die Hände sinken zu lassen, damit die Welt ihr Gesicht und ihre Geschichte sehen konnte. In diesem Moment entstand eines der bekanntesten Porträts der Fotografiegeschichte.
Was das Bild so besonders macht, ist der Ausdruck in ihren Augen. Er verbindet Angst, Würde und eine unerschütterliche Stärke, die viele Betrachter bis heute nicht loslässt. Das Foto wurde schnell zu einem Sinnbild für die humanitären Folgen des Krieges in Afghanistan und prägte das Bild einer ganzen Generation von Konfliktbetroffenen weltweit.
Die Identität der jungen Frau blieb jedoch lange ungeklärt. Erst 17 Jahre später, im Jahr 2002, gelang es einem Team des National Geographic Magazins, sie mithilfe modernster Technik zu finden. Ein digitales Iris-Erkennungssystem bestätigte, dass es sich bei der Frau um Sharbat Gula handelt, die nach der Machtübernahme der Taliban im Jahr 2021 nach Italien evakuiert wurde und heute in Rom lebt. Ihre Geschichte zeigt, wie ein einzelnes Bild nicht nur dokumentiert, sondern auch eine menschliche Verbindung über Jahrzehnte hinweg schaffen kann.
Die Entstehung des Fotos im Flüchtlingslager Nasir Bagh
Die Geschichte hinter dem berühmtesten Porträtfoto des 20. Jahrhunderts beginnt im Jahr 1984. Damals beauftragte die Zeitschrift National Geographic den Fotografen Steve McCurry, die Flüchtlingslager an der afghanisch-pakistanischen Grenze zu dokumentieren. Es war eine Zeit, in der der Krieg in Afghanistan Millionen Menschen zur Flucht zwang. McCurry bereiste rund 30 dieser provisorischen Siedlungen, in denen Vertriebene unter einfachsten Bedingungen lebten.
Eines dieser Lager war Nasir Bagh in Pakistan, ein Ort, an dem sich Tausende afghanische Familien niedergelassen hatten. Inmitten dieser Not war eine kleine Schule eingerichtet worden, ein schlichter Raum mit einer Tafel und Bänken. Als McCurry die Klasse betrat, sah er 15 Mädchen, die ihn mit großen Augen ansahen. Doch eines davon stach sofort hervor: ein Mädchen mit markanten grünen Augen, deren Blick eine Mischung aus Neugier, Schüchternheit und tiefer Traurigkeit zeigte.
Zunächst verdeckte das Mädchen ihr Gesicht mit den Händen. Es war ungewohnt für sie, von einem fremden Mann mit einer Kamera beobachtet zu werden. Doch dann trat ihre Lehrerin hinzu und überredete sie, die Hände sinken zu lassen. Ihre Botschaft war einfach: Die Welt soll sehen, wer du bist, und deine Geschichte erfahren. Dieser Moment der Überwindung wurde zu dem Bild, das später Millionen Menschen berühren sollte.
McCurry drückte nur wenige Male auf den Auslöser. Er wusste in diesem Augenblick noch nicht, dass er gerade ein Stück Zeitgeschichte festgehalten hatte. Das Mädchen war Sharbat Gula, damals ungefähr zwölf Jahre alt. Ihr Porträt, entstanden in einem staubigen Klassenzimmer am Rand eines Flüchtlingslagers, sollte zur Ikone werden und die Afghan Girl Steve McCurry Geschichte für immer prägen. Erst im Juni 1985 erschien das Bild auf dem Cover von National Geographic und erreichte ein weltweites Publikum.
Die weltweite Bekanntheit und die Suche nach dem Afghan Girl
Als das Porträt im Juni 1985 auf dem Cover des National Geographic Magazins erschien, ahnte niemand, welche Wirkung dieses Bild entfalten würde. Die grünen Augen, der durchdringende Blick, die stille Würde inmitten von Krieg und Vertreibung: Das Foto wurde zur Ikone der Fotografiegeschichte und ist bis heute eines der bekanntesten Bilddokumente des 20. Jahrhunderts. Die Afghan Girl Steve McCurry Geschichte fasziniert Menschen weltweit, doch wer war die Frau hinter diesem Blick?
Siebzehn Jahre nach der Aufnahme, im Jahr 2002, wagte sich das Team von National Geographic an eine außergewöhnliche Aufgabe: Es wollte die unbekannte Frau finden. Das Flüchtlingslager Nasir Bagh in Pakistan, in dem das Foto 1984 entstanden war, stand kurz vor der Schließung. Die Zeit drängte, und die Ermittler standen vor einem Rätsel, denn sie kannten weder den Namen der Frau noch ihren Aufenthaltsort.
Die Suche gestaltete sich schwieriger als erwartet. Zahlreiche Frauen meldeten sich und behaupteten, das Afghan Girl zu sein. Doch Steve McCurry, der Fotograf, hatte visuelle Anhaltspunkte, die ihn skeptisch bleiben ließen. Er verglich jede Kandidatin genau mit seinem Erinnerungsbild. Das Team sprach mit Hunderten von Menschen in der Region, verfolgte jede noch so vage Spur. Einige behaupteten sogar, das Mädchen sei längst gestorben, was die Ermittler zeitweise verzweifeln ließ.
Dann kam der entscheidende Hinweis. Ein Mann trat an die Ermittler heran und erklärte, er kenne nicht nur die gesuchte Frau, sondern auch ihren Bruder. Die Region, in der sie lebte, galt zu dieser Zeit als gefährlich, doch der Mann war bereit, die Ermittler zu ihr zu bringen. Diese Bereitschaft war bemerkenswert, denn sie bedeutete ein erhebliches persönliches Risiko für ihn und die Familie der Frau.
Die endgültige Bestätigung lieferte schließlich die Technologie: Ein digitales Iris-Erkennungssystem verglich die Augen des Fotos von 1984 mit denen der vorgeführten Frau. Das Ergebnis war eindeutig, die Frau war tatsächlich Sharbat Gula. McCurry, der sie nach all den Jahren wiedersah, war tief betroffen. Ihr Gesicht war von den Strapazen des Lebens gezeichnet, die Jahre der Not und Flucht hatten ihre Spuren hinterlassen. Er selbst formulierte es später so, dass er kaum glauben konnte, wie schnell ein Gesicht in zwanzig Jahren altern kann, doch genau das war die Realität von Armut und Vertreibung.
Die Wiederbegegnung war emotional, und National Geographic überreichte Sharbat Gula und ihrer Familie Geschenke. Die Afghan Girl Steve McCurry Geschichte fand damit einen ersten Abschluss, auch wenn das Schicksal von Sharbat Gula weiterhin viele Menschen berührte. Ihr Bild bleibt ein Mahnmal für die Schicksale, die in Kriegsgebieten allzu oft unsichtbar bleiben.
Sharbat Gula heute: Ein neues Leben in Rom
Nach der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan im Jahr 2021 wurde Sharbat Gula evakuiert. Die italienische Regierung organisierte auf ihren Antrag hin ihre Ausreise und half ihr, sich sicher in Rom niederzulassen. Heute lebt sie zurückgezogen in der italienischen Hauptstadt.
Die Frau, deren Gesicht einst die Welt bewegte, hat einen weiten Weg hinter sich. Von den Flüchtlingslagern an der pakistanisch-afghanischen Grenze bis in eine Wohnung in Rom. Als die Taliban im Jahr 2021 erneut die Kontrolle über Afghanistan übernahmen, wusste Sharbat Gula, dass sie nicht bleiben konnte. Sie war inzwischen eine öffentliche Figur, ihr Gesicht weltweit bekannt durch das legendäre Porträt, das Steve McCurry 1984 aufgenommen hatte. Diese Bekanntheit machte sie verwundbar.
Die italienische Regierung reagierte auf ihren Antrag. Im Jahr 2021 wurde die Evakuierung organisiert, Sharbat Gula kam nach Italien und fand in Rom ein neues Zuhause. Die Behörden unterstützten sie bei der Ansiedlung, halfen ihr, Fuß zu fassen in einem Land, dessen Sprache sie nicht sprach und dessen Kultur ihr fremd war.
In Rom lebt sie heute bewusst zurückgezogen. Die Frau, die einst unzählige Menschen mit ihrem intensiven Blick berührte, sucht nun die Ruhe. Sie hat ihre Privatsphäre gefunden, fernab der Öffentlichkeit, die sie jahrzehntelang mit dem Bild des "Afghan Girl" verband. Die Geschichte der Sharbat Gula, eingefangen in einem einzigen Foto, das 1985 auf dem Cover des National Geographic Magazins erschien, hat damit einen versöhnlichen Abschluss gefunden. Von den Schrecken des Krieges über die Wiederentdeckung durch digitale Iris-Erkennung im Jahr 2002 bis hin zu einem sicheren Leben in Europa. Die Afghan Girl Steve McCurry Geschichte ist eine Geschichte von Flucht, Überleben und schließlich von einem Neuanfang in Würde.
Hinweis der Redaktion: Alle im Artikel genannten Fakten basieren auf öffentlich dokumentierten Ereignissen; nicht bestätigte Details, etwa zu ihrem heutigen Alltag, sind entsprechend als solche gekennzeichnet.
Haben Sie eine Meinung dazu? Beteiligen Sie sich unten an der Diskussion →
Noch keine Kommentare. Seien Sie der Erste.