Stephen King: Der Mann hinter Die Verurteilten

Stephen King wurde am 21. September 1947 in Portland, Maine, geboren und gilt als einer der einflussreichsten Erzähler der Gegenwart. Mit seinem Debütroman "Carrie" schaffte er 1974 den Durchbruch, und seither prägt seine Stephen King Biografie und sein Werdegang die Popkultur wie kaum eine zweite. Wer an unheimliche Geschichten denkt, denkt an ihn. Doch hinter dem Bild des Schreckensautors steckt ein präziser Beobachter des Alltags, der über Jahrzehnte ein Werk von enormer Bandbreite geschaffen hat.
- Stephen King kam am 21. September 1947 in Portland im US-Bundesstaat Maine zur Welt.
- Seinen Durchbruch erzielte er 1974 mit dem Roman "Carrie", der 1976 auch verfilmt wurde.
- Einige seiner Erzählungen veröffentlichte King unter dem Pseudonym Richard Bachman.
- Zahlreiche seiner Werke wurden für Kino und Fernsehen adaptiert, darunter "Die Verurteilten" und "Es".
- Für sein literarisches Schaffen erhielt King unter anderem die Medal for Distinguished Contribution to American Letters der National Book Foundation.
Das Wichtigste in Kürze
Stephen King ist ein US-amerikanischer Schriftsteller aus dem Bundesstaat Maine, geboren 1947 in Portland. Bekannt wurde er 1974 mit dem Roman "Carrie". Seine Bücher wurden vielfach verfilmt, darunter "Die Verurteilten" und "Es". King schreibt bis heute und wurde für sein Lebenswerk mehrfach ausgezeichnet.
Stephen King: Der Mann, dessen Geschichte die Filmwelt prägte
Stellen Sie sich vor, Sie sitzen vor dem Bildschirm und schauen den Film, der bei IMDb seit Jahren an der Spitze der besten Filme aller Zeiten steht. „The Shawshank Redemption", die Geschichte zweier Männer hinter Gittern, die Hoffnung nicht aufgeben. Was viele nicht wissen: Das Drehbuch zu diesem Film geht auf eine Kurzgeschichte von Stephen King zurück, genauer auf „Rita Hayworth and Shawshank Redemption" aus dem Band „Different Seasons". Der Meister des Horrors hat also die Vorlage für den bestbewerteten Film der Kinogeschichte geliefert. Und das ist nur ein kleiner Ausschnitt aus einem Werk, das schier unüberschaubar ist.
Stephen King, geboren am 21. September 1947 in Portland im US-Bundesstaat Maine, trägt den vollständigen Namen Stephen Edwin King. Wer an ihn denkt, denkt zuerst an unheimliche Gestalten, an blutige Keller und an Dinge, die im Dunkeln lauern. Doch diese Vorstellung greift zu kurz. King schreibt Horror, übernatürliche Fiktion, Thriller, Krimis, Science-Fiction und Fantasy. Er bewegt sich zwischen den Genres mit einer Selbstverständlichkeit, die seinesgleichen sucht, und bedient sich dabei ebenso bei Kurzgeschichten, Romanen und Essays.
Die Zahlen sprechen für sich: Mehr als 350 Millionen Exemplare seiner Bücher wurden bislang verkauft. Nahezu sein gesamtes Werk wurde für Film und Fernsehen adaptiert. Wer heute durch die Streaming-Angebote streift, stößt fast zwangsläufig auf eine Verfilmung aus seiner Feder, oft ohne es zu merken. Ein Autor, dessen Fantasie so produktiv ist, dass die Filmwelt sie sich vollständig einverleibt hat.
Was diesen Mann antreibt, lässt sich vielleicht an einem Detail erkennen, das viele seiner Geschichten durchzieht: Viele seiner Bücher spielen in Maine, dem Bundesstaat, in dem er geboren wurde. Die rauen Wälder, die kleinen Städte, die verschneiten Straßen, all das kehrt in seinen Erzählungen immer wieder. Es ist, als würde er die Landschaft seiner Kindheit in eine Bühne für das Unheimliche verwandeln.
Im nächsten Abschnitt lohnt sich ein Blick auf den Menschen hinter diesen Geschichten: auf seine Anfänge, seine Familie und den Weg, der aus einem Jungen aus Portland einen der meistgelesenen Autoren der Welt gemacht hat.
Von Portland nach Maine: Herkunft, Studium und Familie
Stephen King wurde am 21. September 1947 in Portland im US-Bundesstaat Maine geboren. Sein vollständiger Name lautet Stephen Edwin King. Wer heute durch die Kleinstädte Neuenglands fährt, mit ihren hölzernen Veranden, den dichten Kiefernwäldern und dem grauen Licht über dem Atlantik, versteht schnell, warum dieser Ort ihn nie losgelassen hat. Viele seiner Bücher spielen in genau diesem Maine: in fiktiven Orten wie Castle Rock oder Derry, die so plastisch wirken, dass man sie auf einer Landkarte zu finden glaubt.
Schon früh muss in dem Jungen etwas angelegt gewesen sein, das nach Geschichten verlangte. Berichten zufolge begann er bereits als Jugendlicher mit dem Schreiben; die genaue Altersangabe von 16 Jahren lässt sich nicht sicher belegen. Das Bild passt gleichwohl zu einem Autor, der später fast sein ganzes Leben lang ununterbrochen schrieb. Zunächst blieb es bei einzelnen Texten in kleinen Magazinen. Der erste bezahlte Verkauf gelang ihm 1967 mit der Kurzgeschichte „The Glass Floor“, die in „Startling Mystery Stories“ erschien. Ein bescheidener Anfang, aber der Fingerzeig auf alles, was noch kommen sollte.
Es folgte das Studium an der University of Maine, und dort begegnete er einer Frau, die sein Leben prägen sollte. 1970 heiratete Stephen King Tabitha Spruce, die er während seiner Studienzeit kennengelernt hatte. Aus dieser Verbindung gingen drei Kinder hervor: Joe Hill, Owen King und Naomi King. Dass zwei der Kinder später selbst zu schreiben begannen, wirkt aus heutiger Sicht beinahe zwangsläufig. Die Jahre in Maine waren arm an Geld und reich an Entwürfen, an nächtlichen Manuskriptseiten und an dem festen Willen, vom Schreiben zu leben.
Wer die Biografie des Stephen King verfolgt, erkennt in dieser frühen Zeit bereits das Muster seines Werks. Die Herkunft aus Maine, die feste Partnerschaft, das Familienleben und der erste kleine Verkauf an ein Heftmagazin bilden das Fundament. Alles Weitere, die Bestseller, die Verfilmungen, die Auszeichnungen, baut auf diesem Boden auf.
Carrie, The Shining und der Durchbruch
Stellen Sie sich einen jungen Mann in Maine vor, der abends an seinem Schreibtisch sitzt und an einer Geschichte arbeitet. Niemand wartet auf seine Texte. Und doch beginnt genau hier der Weg jenes Autors, den die Welt heute als Stephen King kennt. Es ist ein Aufstieg in kleinen Schritten, nicht in einem großen Sprung.
Zunächst waren es Zeitschriften, die ihm eine erste Leserschaft verschafften. Seine Kurzgeschichten erschienen in kleinen Magazinen, und allmählich begann man, seinen Namen wahrzunehmen. Der entscheidende Moment kam jedoch mit einem Manuskript, das zunächst niemand haben wollte: die Geschichte eines schüchternen Mädchens mit außergewöhnlichen Kräften. Carrie erschien im Jahr 1974 und wurde Stephen Kings erster veröffentlichter Roman. Damit war aus dem Zeitschriftenautor ein Romancier geworden.
Die kleine Korrektur an der Legende
Immer wieder hören Sie vielleicht, King habe Carrie und The Shining im selben Jahr geschrieben. Diese verbreitete Version stimmt so nicht. The Shining erschien 1977, also drei Jahre nach seinem Debüt. Die Aufzeichnungen der Erstausgaben lassen daran keinen Zweifel. Es lohnt sich, solche Jahreszahlen im Kopf zu behalten, denn sie erzählen davon, wie sich ein Werk über Jahre entfaltet und nicht in einem einzigen Schaffensrausch entsteht.
Ein zweiter Name auf dem Cover
In seinen frühen Jahren griff King zu einem Kunstgriff, den viele Leserinnen und Leser erst später durchschauten. Mehrere Romane veröffentlichte er unter dem Pseudonym Richard Bachman. Der Überlieferung nach soll zeitweise auch der Name „John Swithen" im Gespräch gewesen sein, doch belastbare Belege für Romane unter diesem Namen gibt es nicht. Was bleibt, ist das Bild eines Autors, der die Grenzen seines eigenen Namens austestete, lange bevor dieser Name zum Markenzeichen wurde.
Kurz gefasst
Zeitschriften machten Stephen King bekannt, Carrie machte ihn 1974 zum Romanautor. The Shining folgte 1977, nicht im selben Jahr. Frühe Romane erschienen teils unter dem Pseudonym Richard Bachman.
Die Verurteilten, The Green Mile und die Filmografie
Es gibt diese eine Zahl, die über allem schwebt, wenn von Stephen King und dem Kino die Rede ist: Platz eins. Ganz oben in der IMDb-Top-250, der wohl meistzitierten Rangliste der besten Filme aller Zeiten, steht seit Jahren The Shawshank Redemption, im deutschen Sprachraum bekannt als Die Verurteilten. Und das Bemerkenswerte daran: Das Drehbuch zu diesem Film von 1994 geht auf eine Erzählung von Stephen King zurück. Auf Rita Hayworth and Shawshank Redemption, enthalten in dem Band Different Seasons aus dem Jahr 1982.
Denken Sie kurz darüber nach, was das bedeutet. Eine Gefängnisgeschichte über Hoffnung, Geduld und einen Mann, der jahrzehntelang Mauern erträgt, hat sich still an die Spitze der internationalen Filmkultur gesetzt. Kein Monster, kein übernatürliches Grauen. Nur zwei Männer, ein Gefängnishof und die Frage, ob man sich die Hoffnung nehmen lässt. Dass ausgerechnet der Meister des Schreckens diese Vorlage lieferte, gehört zu den schönsten Ironien der Literaturgeschichte.
Warum Kings Stoffe so filmisch sind
Wer Kings Erzählungen liest, merkt schnell, warum Regisseure sich daran kaum sattsehen können. Da sind klare Schauplätze, ein präzises Gespür für Dialog und Figuren, die man sofort vor sich sieht. Die Kamera muss wenig erfinden, sie muss nur genau hinsehen. Kein Wunder also, dass kaum ein Werk seiner Bibliothek ohne eine Verfilmung geblieben ist. Ob als Kinofilm, als Fernsehproduktion oder als Serie: Seine Geschichten finden fast immer den Weg auf den Bildschirm.
Von der Grünen Meile bis zum leuchtenden Hotel
Neben Die Verurteilten ragt ein zweiter Gefängnisstoff heraus: The Green Mile, die Geschichte eines Todeskandidaten und der Männer, die ihn bewachen. Berichten zufolge rangiert die Verfilmung in der IMDb-Liste auf einem der vorderen Plätze, wobei die genaue Position je nach Zeitpunkt der Abfrage schwankt und sich nicht dauerhaft festmachen lässt.
Daneben stehen die Titel, die man sofort mit dem Namen Stephen King verbindet:
| Werk | Bekannt als |
|---|---|
| The Shining | Das übernatürliche Hotel, das seine Gäste verschlingt |
| It | Der Clown aus den Abwässern von Derry |
| Pet Sematary | Der Friedhof, der Tote zurückbringt |
Serien, Türme und ein dunkles Universum
Auch das Fernsehen hat sich Kings Stoff längst einverleibt. Die Serien 11.22.63 und Under the Dome haben einem breiten Publikum gezeigt, wie viel Spannung in seinen Romanen steckt, wenn man ihnen nur genug Zeit lässt. Und dann ist da noch das große Serienwerk seiner Bibliothek: die Der Dunkle Turm-Reihe, ein Zyklus von acht Bänden, der 1982 mit Schwarz begann und 2012 mit Wind durch den Schlüsselbund fortgesetzt wurde. Ein Revolverheld namens Roland, eine Reise durch zerfallende Welten, ein Turm, der alles zusammenhält. Wer einmal darin eingetaucht ist, versteht, warum dieser Kosmos als eine der bemerkenswertesten Serien seines Werks gilt.
Ob Die Verurteilten, The Green Mile oder die dunklen Türme: Immer wieder gelingt es Stephen King, aus einfachen Menschen und einem einzigen unheimlichen Umstand Geschichten zu formen, die man nicht mehr aus dem Kopf bekommt. Vielleicht ist genau das sein eigentliches Talent. Nicht das Grauen an sich, sondern die Art, wie er es in vertraute Gesichter kleidet.
Auszeichnungen: Von der National Book Foundation zur National Medal of Arts
Wer an Stephen King denkt, sieht oft zuerst das Genre vor sich: das Unheimliche, das Grauen, die dunklen Abgründe. Doch die amerikanische Literaturwelt hat diesen Autor längst in ihre Mitte geholt. Über zwei Jahrzehnte hinweg häuften sich Ehrungen, die sonst eher ruhigen Literaten zuteilwerden, und sie erzählen eine eigene Geschichte darüber, wie aus einem Meister des Schreckens ein geehrter Schriftsteller wurde.
Den Anfang dieser Reihe macht das Jahr 2003. Die National Book Foundation, die in den USA alljährlich die wichtigsten Literaturpreise vergibt, zeichnete Stephen King mit der Medal for Distinguished Contribution to American Letters aus. Der Name der Ehrung ist Programm: Es ging nicht um ein einzelnes Buch, sondern um das Lebenswerk, um den Beitrag eines Autors zur amerikanischen Literatur insgesamt. Für einen Mann, dessen Romane über Jahrzehnte hinweg in großen Auflagen erschienen und vielfach verfilmt wurden, war das eine bemerkenswerte Anerkennung.
Nur ein Jahr später, 2004, folgte die nächste Würdigung. Die World Fantasy Convention, ein internationales Treffen der Fantasyliteratur, verlieh Stephen King einen Preis für sein Lebenswerk, den Life Achievement Award. Dass gerade eine Veranstaltung der Fantastik ihn ehrte, passt ins Bild: Hier fühlte er sich ohnehin zu Hause.
Drei Jahre darauf, im Jahr 2007, kam die Krimi-Welt hinzu. Die Mystery Writers of America, der Berufsverband der amerikanischen Kriminalschriftsteller, ernannten Stephen King zum Grand Master. Dieser Titel ist kein Preis für ein einzelnes Werk, sondern eine Auszeichnung für das gesamte Schaffen, vergeben an Autorinnen und Autoren, die das Genre über Jahre geprägt haben.
Den vorläufigen Höhepunkt dieser Laufbahn bildete das Jahr 2014. Das National Endowment for the Arts, die staatliche Stiftung der USA zur Förderung der Künste, verlieh Stephen King die National Medal of Arts. Damit stand er in einer Reihe mit Künstlern aus Musik, Film und bildender Kunst, die diese höchste staatliche Ehrung ihres Landes erhalten haben. Spätestens hier war klar: Dieser Autor wird nicht mehr nur als Phänomen des Buchmarkts betrachtet, sondern als fester Bestandteil des amerikanischen Kulturlebens.
Die wichtigsten Ehrungen im Überblick
| Jahr | Auszeichnung | Verleihende Institution |
|---|---|---|
| 2003 | Medal for Distinguished Contribution to American Letters | National Book Foundation |
| 2004 | Life Achievement Award | World Fantasy Convention |
| 2007 | Grand Master Award | Mystery Writers of America |
| 2014 | National Medal of Arts | National Endowment for the Arts |
Der Bram-Stoker-Award: viel geehrt, doch die Zahlen bleiben unscharf
Neben diesen großen Ehrungen gibt es noch eine Preisreihe, die eng mit Stephen Kings Namen verbunden ist: der Bram Stoker Award, benannt nach dem Schöpfer des Dracula. Er wird von der Horror Writers Association vergeben, also von der Vereinigung der Horrorautoren selbst. Dass Stephen King hier mehrfach ausgezeichnet wurde, gilt als gesichert.
Doch bei den genauen Angaben wird es unsicher. Der Überlieferung nach soll er insgesamt fünfzehn Mal mit dem Bram Stoker Award geehrt worden sein, und die erste Auszeichnung soll aus dem Jahr 1987 für den Roman Misery stammen. Diese beiden Angaben lassen sich nicht mit letzter Sicherheit belegen. Wer also über die Zahl der Stoker-Preise spricht, sollte sie als berichtete Angabe behandeln und nicht als feststehende Tatsache.
Vielleicht liegt gerade darin der Reiz dieser Geschichte. Ein Autor, dessen Werk so genau dokumentiert ist wie kaum ein anderes, dessen Auszeichnungen aber an einer Stelle im Nebel der Überlieferung verschwimmen. Fest steht: Stephen King hat den Weg vom gefeierten Genre-Autor zum anerkannten Literaten zurückgelegt, Schritt für Schritt, Preis für Preis, und die Ehrungen der Jahre 2003 bis 2014 markieren diesen Weg wie Wegsteine.
Ein Werk von ungeheurer Breite: Romane, Kurzgeschichten, Serien
Man kann es sich kaum vorstellen: Zwischen 1974 und den 2020er-Jahren hat Stephen King in dichter Folge veröffentlicht. Jahr für Jahr, oft mehrere Titel gleichzeitig, Romane, Erzählbände, Sachbücher. Wer die Bibliografie auch nur überfliegt, merkt schnell: Hier hat jemand sein ganzes Leben lang geschrieben, ohne je wirklich eine Pause einzulegen.
Den Anfang macht 1974 „Carrie“, sein erster veröffentlichter Roman. Schon damals zeichnet sich ab, was dieses Werk prägen wird: eine unheimliche Ruhe vor dem Ausbruch, viel Alltag, viel Maine. Von diesem Punkt an reiht sich Titel an Titel, und aus einzelnen Büchern werden mit der Zeit ganze Welten, die ineinandergreifen.
Serien, die über Jahre wachsen
Am deutlichsten zeigt sich das an „Der Dunkle Turm“, jenem Zyklus, der 1982 mit „Schwarz“ beginnt und über Jahrzehnte auf insgesamt acht Bände anwächst. Zwischen 1982 und 2012 erscheinen die einzelnen Teile, immer wieder unterbrochen durch andere Projekte, und doch aufeinander bezogen wie Puzzleteile. Wer einmal eingestiegen ist, merkt, dass hier nicht einfach Fortsetzungen aneinandergereiht werden, sondern ein großes Ganzes entsteht.
Später kommen weitere Reihen hinzu. Die „Bill-Hodges“-Trilogie beginnt 2014 mit „Mr. Mercedes“, es folgen „Finders Keepers“ 2015 und „End of Watch“ 2016. Und auch die „Gwendy“-Reihe wächst über mehrere Jahre: 2017 erscheint „Gwendys Wunschkasten“, 2019 „Gwendys Zauberfeder“, 2022 schließlich „Gwendys letzte Aufgabe“. Bei den beiden ersten Bänden steht King nicht allein, sondern arbeitet mit Richard Chizmar zusammen.
Gemeinsam mit anderen erzählen
Überhaupt ist King kein Einzelgänger geblieben. Schon 1984 schreibt er „Der Talisman“ gemeinsam mit Peter Straub, 2001 folgt „Das Schwarze Haus“, wieder mit Straub. 2017 erscheint „Sleeping Beauties“, dieses Mal zusammen mit seinem Sohn Owen King. Man spürt in diesen Büchern, wie sehr King das Spiel mit anderen Stimmen reizt, ohne dabei seine eigene Handschrift aufzugeben.
Die kurze Form und das Handwerk
Neben den großen Romanen pflegt King von Anfang an die Kurzgeschichte, und auch hier bleibt er beständig. „Night Shift“ erscheint 1978, „Skeleton Crew“ 1985, „Nightmares and Dreamscapes“ 1993. In diesen Bänden zeigt sich eine andere Seite: knapper, unmittelbarer, oft unheimlicher als in den dicken Wälzern. Es sind die stillen Momente, in denen King besonders nah an seine Leserinnen und Leser heranrückt.
Und dann ist da noch „On Writing“ aus dem Jahr 2000. Kein Roman, kein Schauerstück, sondern ein Buch über das Schreiben selbst, halb Erinnerung, halb Anleitung. Wer wissen will, wie dieser Autor denkt, wie er arbeitet, wie er Scheitern und Weitermachen erlebt, findet hier einen ungewöhnlich offenen Einblick in sein Handwerk.
Man könnte diese Liste endlos fortsetzen, und genau das ist der Punkt. Kaum ein Autor der Moderne hat ein vergleichbar breites Werk geschaffen, das über Jahrzehnte hinweg so eng miteinander verwoben ist. Dieser Überblick bleibt zwangsläufig unvollständig, und das ist ganz in Kings Sinne.
Maine, der Unfall und die Mythen um Stephen King
Wer über Stephen King spricht, landet früher oder später in Maine. Der Bundesstaat im Nordosten der USA ist sein Geburtsort, seine Heimat und der wiederkehrende Schauplatz seiner Bücher. Immer wieder führt er seine Leserinnen und Leser in Kleinstädte mit nebligen Wäldern, verregneten Hauptstraßen und Nachbarn, denen man besser nicht zu nahe kommt. Maine ist bei King keine Kulisse, sondern ein eigener Charakter.
Dass er dort verwurzelt ist, überrascht wenig. Geboren wurde Stephen Edwin King am 21. September 1947 in Portland, der größten Stadt dieses Bundesstaats. Zwischen diesem Ort und seinem Werk lässt sich eine Linie ziehen, die er nie ganz verlassen hat. Viele seiner Romane spielen in seiner Heimat, und wer einmal durch die Ortschaften Neuenglands gefahren ist, erkennt die Atmosphäre sofort wieder.
Der Alltag des Bestsellerautors wirkt erstaunlich geerdet: Er schreibt an seinem Schreibtisch und bleibt dem Ort treu, aus dem er stammt. Diese Bodenständigkeit passt zu einem Mann, dessen Bücher von mehr als 350 Millionen verkauften Exemplaren zeugen und dessen Stoff fast vollständig für Film und Fernsehen adaptiert wurde.
Der Unfall und die Legende vom Vorschlaghammer
King wurde auf einer Landstraße in Maine von einem Lieferwagen angefahren und dabei schwer verletzt. Über diesen Unfall und seine Folgen wurde viel berichtet, und um den Wagen rankt sich bis heute eine der hartnäckigsten Geschichten der King-Folklore.
Berichten zufolge soll King den Lieferwagen, der ihn so schwer verletzte, später gekauft haben. In manchen Versionen dieser Erzählung heißt es sogar, er habe das Fahrzeug mit einem Vorschlaghammer eigenhändig zertrümmert. Hier ist Vorsicht angebracht: Der Kauf des Wagens wurde in den Medien berichtet, eine solche Zerstörung mit dem Hammer ist dagegen nicht belastbar belegt. Die Geschichte klingt nach einem Racheakt, wie er zu einem Horrorautor passen würde. Ob sie tatsächlich so geschah, bleibt offen.
Was belegt ist und was Erzählung bleibt
Solche Legenden wachsen sich um bekannte Autoren schnell zu festen Anekdoten aus. Um King ranken sich gleich mehrere davon. Manche halten sich deshalb so hartnäckig, weil sie so gut zu seinem Image passen. Ein Blick auf die belastbaren Fakten lohnt sich trotzdem.
| Aussage | Status |
|---|---|
| Viele von Kings Büchern spielen in Maine, seinem Geburtsstaat. | Belegt |
| King kaufte den Lieferwagen, der ihn schwer verletzte. | Berichtet |
| King zerstörte den Wagen mit einem Vorschlaghammer. | Nicht belastbar belegt |
Was bleibt, ist das Bild eines Autors, der seiner Heimat treu geblieben ist und dessen Leben selbst genug Stoff für eine Geschichte liefert. Die Grenze zwischen belegter Biografie und gewachsener Legende verläuft dabei oft fließend. Genau darin liegt der Reiz: King hat sein Publikum gelehrt, dem Unheimlichen im Alltäglichen zu misstrauen. Dass sich um ihn selbst ein paar dieser unheimlichen Geschichten ranken, passt nur allzu gut.
Häufig gestellte Fragen
Wer ist Stephen King und wofür ist er bekannt?
Stephen King, geboren am 21. September 1947 in Portland im US-Bundesstaat Maine, schreibt Romane, Erzählungen und Essays in den Bereichen Horror, übernatürliche Fiktion, Thriller, Krimi, Science-Fiction und Fantasy. Von seinen Büchern wurden mehr als 350 Millionen Exemplare verkauft. Viele seiner Stoffe wurden verfilmt, darunter die Vorlage zu „The Shawshank Redemption“.
Warum gilt „Die Verurteilten“ als bester Film aller Zeiten?
„The Shawshank Redemption“ aus dem Jahr 1994 steht in der Top 250 von IMDb seit Jahren an der Spitze. Das Drehbuch geht auf die Novelle „Rita Hayworth and Shawshank Redemption“ aus dem Band „Different Seasons“ von 1982 zurück. Damit stammt die Vorlage zum bestbewerteten Film der Internet Movie Database aus der Feder von Stephen King.
Wie viele Bücher hat Stephen King geschrieben?
Eine exakte Gesamtzahl nennt die Überlieferung nicht, und sie wäre angesichts der vielen Romane, Erzählbände und Essays auch schwer zu bestimmen. Belastbar ist dagegen die Größenordnung: Mehr als 350 Millionen Exemplare seiner Bücher wurden weltweit verkauft. Sein erster veröffentlichter Roman war „Carrie“ im Jahr 1974.
Was verbindet Stephen King mit Maine?
Stephen King wurde in Portland geboren, der größten Stadt des Bundesstaates Maine, und blieb dieser Landschaft zeitlebens verbunden. Viele seiner Bücher spielen in Maine, das als wiederkehrender Schauplatz geradezu zu seinem Markenzeichen wurde. Wer seine Romane liest, bewegt sich fast immer durch diese raue, neblige Küstenregion im Nordosten der USA.
Welche Preise hat Stephen King gewonnen?
Im Jahr 2003 ehrte die National Book Foundation King mit der Medal for Distinguished Contribution to American Letters. 2004 verlieh ihm die World Fantasy Convention einen Preis für sein Lebenswerk, 2007 folgte der Grand Master Award der Mystery Writers of America. 2014 zeichnete ihn das National Endowment for the Arts mit der National Medal of Arts aus, und mehrfach erhielt er den Bram Stoker Award.
Hat Stephen King unter Pseudonymen geschrieben?
In den frühen Jahren seiner Karriere veröffentlichte King Romane unter dem Pseudonym Richard Bachman, das als gesichert gilt. Ein weiteres Pseudonym namens „John Swithen“ wird in Berichten genannt, ist aber nicht sicher belegt. Unter Bachman erschienen unter anderem „Rage“ von 1977 und „The Long Walk“ von 1979.
Wie wurde Stephen King berühmt?
Zunächst machte King mit Kurzgeschichten in Zeitschriften auf sich aufmerksam. Seine erste professionell verkaufte Erzählung, „The Glass Floor“, erschien 1967 in „Startling Mystery Stories“. Der eigentliche Durchbruch kam 1974 mit seinem ersten Roman „Carrie“, der ihn einem breiten Publikum bekannt machte.
Welche Filme und Serien basieren auf Stephen Kings Werken?
Zu den bekanntesten Verfilmungen zählen „The Shining“, „It“, „Pet Sematary“, „The Green Mile“ und „The Shawshank Redemption“. Auch das Fernsehen griff seine Stoffe auf, etwa mit den Serien „11.22.63“ und „Under the Dome“. Kaum ein Bestsellerautor hat eine so breite Spur in Film und Fernsehen hinterlassen wie Stephen King. Hinweis der Redaktion: Nicht abschließend bestätigte Angaben sind im Text ausdrücklich als solche gekennzeichnet.
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