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Mort Walker: Die Namen hinter den Comic-Effekten

Der amerikanische Zeichner Mort Walker gab den unsichtbaren Zeichen im Comic eigene Namen. Er sammelte Begriffe wie Briffit, Plewds und Grawlix und machte daraus ein kleines Lexikon der Comic-Effekte. Wer heute über Schweißtropfen, Fluch-Symbole oder Bewegungsstriche spricht, benutzt oft Wörter, die auf ihn zurückgehen. Seine Sammlung zeigt, wie viel Sprachwitz in einer scheinbar stillen Bildsprache steckt.

Wichtige Fakten
  • Mort Walker prägte in seinem 1980 erschienenen Werk eine ganze Reihe von Begriffen für wiederkehrende Zeichen im Comic.
  • Briffit bezeichnet eine kleine Staubwolke, die eine schnelle Bewegung anzeigt.
  • Plewds sind die Schweißtropfen, die Figuren vor Anstrengung oder Aufregung absondern.
  • Grawlix steht für die wirren Zeichen, die anstelle eines echten Fluchs im Sprechblasentext stehen.
  • Der Überlieferung nach sind manche dieser Begriffe bis heute unter Comic-Zeichnern und Fans in Gebrauch.

Das Wichtigste in Kürze

Mort Walker war ein US-amerikanischer Comic-Zeichner, bekannt für "Beetle Bailey". In seinem 1980 erschienenen Nachschlagewerk sammelte er Fachbegriffe für wiederkehrende Zeichen im Comic, darunter Briffit, Plewds und Grawlix. Diese Namen beschreiben Effekte wie Staubwolken, Schweißtropfen und Fluchsymbole.

Stellen Sie sich vor: Der Schweißtropfen hat einen Namen

Sie kennen diese Bilder, seit Sie ein Kind sind. Eine Figur gerät in Panik, und über ihrem Kopf explodieren kleine Sterne. Jemand rennt Hals über Kopf davon, und hinter ihm bleibt eine Staubwolke in der Luft stehen. Ein anderer steht unter Strom, und um seinen ganzen Körper zappeln feine Wellenlinien. Wir haben diese Zeichen tausendmal gesehen, ohne je darüber nachzudenken, dass sie eine eigene Sprache bilden. Und genau hier wird es spannend: All diese unsichtbaren, alltäglichen Kritzeleien haben tatsächlich Namen. Sie stammen aus der Feder eines einzigen Mannes, des amerikanischen Karikaturisten Mort Walker. Er hat dem Unsichtbaren Wörter gegeben, und wer diese Wörter kennt, sieht Comics plötzlich mit anderen Augen.

Wer war dieser Mann, der dem Schweißtropfen einen Namen gab? Mort Walker war selbst ein Veteran des Fachs. Er zeichnete Zeitungsstrips und wusste aus eigener Erfahrung, wie viel Handwerk in einer einzigen kleinen Linie steckt. Im Jahr 1980 veröffentlichte er ein schmales, augenzwinkerndes Nachschlagewerk mit dem Titel The Lexicon of Comicana. Darin versammelte er die visuellen Effekte, die in Comics und Karikaturen immer wiederkehren, und gab jedem einzelnen einen festen Begriff. Aus einer stillen, weit verbreiteten Gewohnheit wurde so eine dokumentierte Systematik mit eigenen Vokabeln.

Manche dieser Namen klingen, als hätte sie jemand beim Niesen erfunden. Genau das macht ihren Reiz aus. Da ist der briffit, die Staubwolke, die eine Figur bei einer schnellen Flucht hinter sich herzieht. Da sind die plewds, die Schweißtropfen, die im Gesicht einer Figur auftauchen, die unter Druck steht. Und da ist der grawlix, jene Kette aus Zeichen wie „#@*%“, die an die Stelle eines echten Schimpfwortes tritt und trotzdem jeder sofort versteht.

Es geht aber noch weiter. Der agitron steht für die wellenförmigen Linien, die ein zitterndes Objekt oder eine zitternde Person umgeben. Die squeans sind die kleinen Sterne, die Trunkenheit, Schwindel oder einen erlittenen Schlag symbolisieren. Und dann gibt es noch Begriffe wie emanata, soldrad und blurgits. Der Überlieferung nach beschreiben sie ausstrahlende Linien, Strahlen heller Objekte und die geschwungenen Spuren bewegter Gliedmaßen. So ganz eindeutig festlegen lassen sich diese drei allerdings nicht, ihre genaue Zuordnung bleibt in der Fachliteratur umstritten.

Halten Sie einen Moment inne. Sie werden diese Zeichen nie wieder einfach überfliegen. Jedes Mal, wenn ein Comic-Held ins Schwitzen gerät oder davonstiebt, taucht ein kleines Stück Mort Walker Comic-Effekte vor Ihrem Auge auf, ein unsichtbares Vokabular, das nur darauf wartet, erkannt zu werden.

Ein Karikaturist, der dem Comic eine Sprache gab

Wer hat eigentlich entschieden, dass eine Schweißperle auf der Stirn eines Helden genau so und nicht anders auszusehen hat? Dass eine Staubwolke hinter einem flüchtenden Charakter ein eigenes Wort verdient? Die Antwort führt zu einem amerikanischen Karikaturisten namens Mort Walker. Sein Name ist eng verbunden mit der Figur Beetle Bailey, einem tollpatschigen Rekruten, der in unzähligen Zeitungsstrips sein Unwesen treibt.

Doch Walker zeichnete nicht nur. Er dachte über das Zeichnen nach. Und dabei fiel ihm etwas auf: An vielen Orten benutzten Comiczeichner dieselben kleinen visuellen Tricks, ohne dass es für sie gemeinsame Begriffe gab. Jeder wusste, was gemeint war, wenn eine Figur vor Schreck kleine Sterne über dem Kopf hatte. Nur wie nannte man das?

Diese Lücke schloss Walker 1980 mit einem Buch mit dem Titel The Lexicon of Comicana. Darin legte er eine Systematik vor, eine geordnete Sammlung jener Zeichen, die in Comics und Karikaturen immer wiederkehren. Und er gab ihnen Namen. Walker gilt als der Urheber dieser Begriffe, und genau das macht sein Vermächtnis so ungewöhnlich: Er hat dem Comic eine geordnete Sammlung wiederkehrender Zeichen vorgelegt.

Eine Anekdote, die sich um dieses Lexikon rankt, besagt, Walker habe für die Benennung Karikaturen aus aller Welt systematisch untersucht. Diese Geschichte wird gern erzählt, sie lässt sich aber nicht zuverlässig belegen. Man sollte sie daher mit Vorsicht genießen, als überlieferte Erzählung und nicht als gesicherte Tatsache.

Was jedoch feststeht, ist die Wirkung. Viele der von Walker geprägten Bezeichnungen sind bis heute in der Fachliteratur zu finden. Wenn von Mort Walker Comic-Effekten die Rede ist, geht es also nicht um eine Randnotiz der Comicgeschichte, sondern um das Vokabular, mit dem Zeichner und Forscher überhaupt erst präzise über ihre Bilder sprechen können.

Wie fantasievoll diese Namen klingen, zeigt ein Blick auf einige Beispiele. Sie stammen alle aus Walkers Lexikon von 1980:

Begriff Bedeutung
briffit die Staubwolke, die eine Figur bei schneller Flucht hinterlässt
plewds Schweißtropfen im Gesicht einer Figur, die unter Druck steht
grawlix Symbolketten wie „#@*%“, die anstelle von Schimpfwörtern stehen
agitron wellenförmige Linien um ein zitterndes Objekt oder eine zitternde Person
squeans kleine Sterne, die Trunkenheit, Schwindel oder einen erlittenen Schlag symbolisieren

Manche Begriffe sind bis heute geläufig, andere führen ein Schattendasein. Der Überlieferung nach gehören auch Bezeichnungen wie emanata für ausstrahlende Zeichen, soldrad für Strahlen heller Objekte oder blurgits für geschwungene Bewegungslinien dazu, doch ihre genaue Definition lässt sich nicht in jedem Fall zuverlässig bestätigen.

Bemerkenswert bleibt der Gedanke dahinter. Walker hat nicht einfach gezeichnet, er hat benannt. Und damit hat er etwas geschaffen, das vielen Zeichnern bis heute unbewusst geblieben ist: eine gemeinsame Sprache für die kleinen Zeichen, die wir alle sehen, ohne je ihre Namen zu kennen.

Briffit, Plewds, Grawlix: Die Namen der kleinen Zeichen

Stellen Sie sich eine Verfolgungsjagd im Comic vor. Der Held rast um die Ecke, und hinter ihm bleibt eine kleine Staubwolke in der Luft hängen. Genau diese Staubwolke hat einen Namen: briffit. Es ist der erste von mehreren Begriffen, die der amerikanische Karikaturist Mort Walker in seinem 1980 erschienenen Werk „The Lexicon of Comicana" festhielt. Walker gilt als der Urheber dieser Bezeichnungen, mit denen er wiederkehrende Zeichen benannte.

Schauen Sie sich die folgenden Begriffe einmal genauer an. Sie werden viele davon sofort wiedererkennen, auch wenn Ihnen die Namen bislang unbekannt waren.

Begriff Bedeutung
briffit Die Staubwolke, die eine Figur bei einer schnellen Flucht oder Bewegung hinter sich lässt.
plewds Die Schweißtropfen, die im Gesicht einer Figur erscheinen, wenn sie unter Druck oder Stress steht.
grawlix Eine Symbolkette wie „#@*%", die an die Stelle eines Schimpfwortes tritt.
agitron Die wellenförmigen Linien, die ein zitterndes Objekt oder eine zitternde Person umgeben.
squeans Kleine Sterne, die Trunkenheit, Schwindel oder einen erlittenen Schlag symbolisieren.

Jeder dieser Begriffe beschreibt ein winziges Detail, das dem Leser oft gar nicht bewusst auffällt, das aber die ganze Szene trägt. Ohne die Plewds wirkt die Anspannung einer Figur halb so greifbar. Ohne den Agitron bleibt das Zittern unsichtbar. Und ohne das Grawlix müsste der Zeichner ein Schimpfwort womöglich ausschreiben.

Diese Zeichen sind keine Verzierung. Sie sind die Grammatik einer Bildsprache, die viele Leser instinktiv beherrschen, ohne je eine Regel gelernt zu haben.

Bemerkenswert ist, wie präzise Walker dabei vorging. Er trennte klar zwischen einem Schweißtropfen und einem Zitterzeichen, zwischen einer Staubwolke und einem Sternchen. So entstand ein kleines Vokabular für etwas, das zuvor nur als Gefühl im Auge des Betrachters existierte. Der Begriff Mort Walker Comic-Effekte fasst genau dieses Vokabular zusammen und macht sichtbar, was sonst unbemerkt bleibt.

Wo die Grenzen verschwimmen: Emanata, Soldrad, Blurgits

Nicht jede Bezeichnung aus Mort Walkers Lexikon hat sich in der Fachwelt gleich stark durchgesetzt. Manche Begriffe sind heute Standard, andere werden von Forschern und Zeichnern unterschiedlich gehandhabt. Ein ehrlicher Blick auf diese Grauzonen lohnt sich, denn er zeigt, wie lebendig die Sprache der Comics tatsächlich ist.

Emanata: enger definiert, weiter verstanden

Für Emanata findet sich die enge Lesart, dass damit Linien rund um den Kopf einer Figur gemeint sind, die Schock oder Überraschung ausdrücken. In der Fachliteratur hat sich jedoch eine deutlich breitere Lesart eingebürgert. Dort bezeichnet der Begriff meist alle Zeichen, die von einer Figur ausgehen, also auch Schweißtropfen, Fragezeichen oder Sterne. Die eng gefasste Definition gilt daher als umstritten und lässt sich nicht als gesichert betrachten.

Soldrad: Strahlen mit unsicherer Zuordnung

Beim Soldrad geht es um Strahlen, die von einem hellen Objekt ausgehen, etwa von einer Glühbirne oder der Sonne. So anschaulich das klingt, so vorsichtig sollte man hier sein: Die genaue Form dieses Begriffs und seine exakte Zuordnung lassen sich nicht zuverlässig bestätigen. Wer ihn verwendet, bewegt sich auf unsicherem Terrain.

Blurgits: geschwungene Linien, unklare Herkunft

Ähnlich verhält es sich mit den Blurgits. Gemeint sind geschwungene Linien, die nach bewegten Gliedmaßen einer Figur gezeichnet werden, um Schwung und Tempo sichtbar zu machen. Auch hier gilt: Die genaue Form des Begriffs und seine Definition lassen sich nicht zuverlässig belegen. Der Effekt selbst ist jedem Comic-Leser vertraut, die Bezeichnung bleibt schillernd.

Was gesichert ist und was nicht

Es lohnt sich, genau hinzuschauen. Einige von Walkers Begriffen sind in der Fachwelt fest verankert und werden bis heute verwendet. Andere stehen auf wackligen Füßen. Diese Unterscheidung ist kein Makel, sondern ein Zeichen dafür, dass Sprache sich entwickelt und nicht jede Wortschöpfung dauerhaft Fuß fasst.

Begriff Bedeutung Status in der Fachwelt
Emanata Linien um den Kopf für Schock oder Überraschung umstritten (meist weiter gefasst)
Soldrad Strahlen von hellen Objekten wie Glühbirne oder Sonne nicht zuverlässig bestätigt
Blurgits geschwungene Linien nach bewegten Gliedmaßen nicht zuverlässig bestätigt

Wer sich mit Mort Walker Comic-Effekten beschäftigt, stößt also auf ein faszinierendes Feld zwischen gesichertem Wissen und offenen Fragen. Genau diese Mischung macht die Beschäftigung mit der Bildsprache so spannend.

Warum kaum jemand Mort Walkers Comic-Effekte kennt

Zwischen den Bildern und den Wörtern, mit denen Mort Walker sie benannt hat, liegt eine bemerkenswerte Lücke. Die Zeichen werden überall auf der Welt verstanden, die Begriffe aber bleiben Insiderwissen.

Wer selbst zeichnet oder sich wissenschaftlich mit Comics beschäftigt, kennt briffit, plewds und grawlix sehr genau. Im Alltag jedoch begegnen einem diese Wörter selten. Sie tauchen in Fachbüchern auf, in Gesprächen unter Zeichnern, in Seminaren. Nicht aber am Küchentisch.

Der Grund dafür ist so einfach wie einleuchtend: Die visuellen Effekte selbst brauchen keine Erklärung. Ein Leser erkennt die Staubwolke hinter einer fliehenden Figur, die Schweißtropfen auf einer Stirn, die Symbolkette anstelle eines Fluches. Das Auge versteht sofort. Der Begriff dagegen muss erst gelernt werden. Und was man nicht benennen muss, das behält man auch nicht.

So bleibt Walkers Wortschöpfung ein Werkzeug für Eingeweihte. Die Bilder wandern um die Welt, die Wörter bleiben zu Hause.

In einem redaktionellen Kommentar wurde Walkers Erfindung einmal mit J. R. R. Tolkiens Erschaffung ganzer Sprachen verglichen. Dieser konkrete Kommentar lässt sich nicht zuverlässig belegen. Der Überlieferung nach soll es ihn gegeben haben, doch als gesicherte Quelle taugt er nicht. Der Vergleich selbst hat etwas Verführerisches: Tolkien baute Welten aus Wörtern, Walker benannte nur, was ohnehin schon da war.

Vielleicht liegt genau darin das Missverständnis. Walker hat nichts erfunden, was nicht längst existierte. Er hat nur aufgeschrieben, was Generationen von Zeichnern stillschweigend getan hatten. Die Staubwolke gab es vor ihm. Den Namen dafür gab es nicht.

Hinweis der Redaktion: Nicht in jedem Fall ließ sich eindeutig bestätigen, wann und wo einzelne Begriffe zuerst auftauchten; solche Angaben sind im Text entsprechend vorsichtig formuliert.

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