Menschen mit dem höchsten IQ: Von Sidis bis Kim

Die Menschen mit dem höchsten IQ der Geschichte reichen von William James Sidis im frühen 20. Jahrhundert bis zu Terence Tao, der heute zu den bedeutendsten Mathematikern zählt. Kaum ein Thema fasziniert so sehr wie die Frage, wie weit menschliche Intelligenz reichen kann. Hinter jeder dieser Zahlen steht ein Leben, das oft zwischen Bewunderung und Einsamkeit schwankte. Werfen wir einen Blick auf jene Köpfe, deren gemessene Werte alles bisher Dagewesene übertrafen.
- William James Sidis wurde bereits als Kind in Harvard aufgenommen und schloss dort mit sechzehn ab.
- Marilyn vos Savant wurde wegen ihres außergewöhnlich hohen IQ im Guinness-Buch der Rekorde geführt.
- Terence Tao zeigte schon als Kind außergewöhnliche mathematische Fähigkeiten und wurde später Professor.
- Die genauen IQ-Werte historischer Persönlichkeiten sind oft nicht sicher belegt.
- Frühe IQ-Tests hatten andere Maßstäbe als heutige Verfahren, weshalb Vergleiche schwierig bleiben.
Das Wichtigste in Kürze
Zu den Menschen mit dem höchsten IQ zählen William James Sidis, Marilyn vos Savant und Terence Tao. Sidis galt Anfang des 20. Jahrhunderts als Wunderkind mit einem der höchsten je gemessenen Werte. Vos Savant wurde im Guinness-Buch der Rekorde geführt. Solche Angaben beruhen auf unterschiedlichen Tests und sind daher nur bedingt vergleichbar.
Die Faszination des Superverstands: Eine Reise zu den Menschen mit dem höchsten IQ
Stellen Sie sich vor, Sie sitzen einem Menschen gegenüber, dessen Verstand schneller arbeitet als Ihr eigener. Während Sie einen Gedanken zu Ende denken, hat er ihn längst hinter sich gelassen und ist schon drei Schritte weiter. Genau diese Erfahrung fasziniert uns an den Menschen mit dem höchsten IQ: die Vorstellung, dass ein Gehirn Dinge vollbringt, die uns wie Zauberei erscheinen. Wir bewundern sie, wir fürchten sie ein wenig, und wir wollen verstehen, was in ihnen vorgeht.
Um dieses Staunen einzuordnen, hilft ein Blick auf das Werkzeug, mit dem wir Intelligenz überhaupt messen. Die modernen IQ-Tests wurden im Jahr 1905 entwickelt. Seither gilt ein Durchschnittswert von 100 als Norm, an der sich alles andere orientiert. Wer deutlich darüber liegt, rückt in eine eigene Kategorie. Ab einem Wert von 140 spricht man gemeinhin von der Genie-Kategorie. Eine Zahl also, die nur ein winziger Bruchteil der Bevölkerung erreicht.
Doch schon hier beginnt das Problem. Ein Test, der aus Aufgaben und Zeitvorgaben besteht, kann nur einen schmalen Ausschnitt dessen erfassen, was einen Menschen ausmacht. Der Physiker Stephen Hawking brachte es auf den Punkt. Er sagte, er habe keine Ahnung, wie hoch sein IQ sei, und wer mit seinem IQ prahle, gehöre zu den Verlierern. Albert Einstein wiederum hat sich nie einem solchen Test unterzogen. Sein geschätzter Wert liegt bei etwa 160, ein Ergebnis, das man ihm im Nachhinein zugewiesen hat, nicht eines, das er je erreicht hätte.
Im Folgenden begegnen Ihnen Menschen, deren Werte weit über diese Marke hinausgehen. Da ist der Südkoreaner Younghoon Kim, dem im April 2024 ein Spitzenwert von 276 zugeschrieben wurde. Da ist der Amerikaner William Sidis, der mit elf Jahren nach Harvard kam. Da sind der Mathematiker Carl Gauss, die Universalgelehrte Hypatia und der Erfinder Nikola Tesla. Manche von ihnen wurden gefeiert, andere vergessen, und einer von ihnen wurde vor allem durch ein Verbrechen bekannt.
Und genau darum geht es auf den nächsten Seiten: um die Frage, ob sich Genie überhaupt in eine Zahl pressen lässt. Die im Artikel genannten Werte sind, das sei vorab gesagt, für viele Persönlichkeiten nur Schätzungen. Bei Menschen, die vor der Einführung der Tests lebten, kann es gar nicht anders sein. Hinzu kommt die Kritik, dass IQ-Tests kulturelle, sprachliche und wirtschaftliche Vorurteile in sich tragen. Emotionale, musikalische, räumliche oder sprachliche Begabungen bleiben in ihnen ohnehin unsichtbar.
Vielleicht ist das der eigentliche Reiz dieser Reise. Wir suchen nach der höchsten Zahl und finden dabei etwas viel Interessanteres: die Geschichten hinter ihr.
Die unangefochtene Spitze: Wer sind die Menschen mit einem IQ über 250?
Stellen Sie sich eine Skala vor, auf der 100 den Durchschnitt markiert und alles über 140 bereits als genial gilt. Und nun stellen Sie sich vor, dass es Menschen gibt, die auf dieser Skala mehr als das Doppelte erreichen. Genau dort, jenseits der 250, beginnt ein Bereich, in dem selbst gefeierte Ausnahmetalente wie Albert Einstein mit einem geschätzten Wert von rund 160 geradezu bescheiden wirken. Die folgenden Persönlichkeiten gehören zu den Menschen mit dem höchsten IQ, die je gemessen oder geschätzt wurden.
Younghoon Kim (276)
Der Südkoreaner Younghoon Kim wurde im April 2024 von der Giga Society, einem Zusammenschluss von Menschen mit einem IQ oberhalb von 190, offiziell als die Person mit dem höchsten IQ der Welt anerkannt. Sein Wert: 276. Kim ist kein stiller Theoretiker, sondern ein Mann der Praxis. Er arbeitet als Berater für geistige Leistungsfähigkeit beim Weltverband für Denksport, bei der Weltmeisterschaft im Gedächtnissport und bei der Weltmeisterschaft im Schnelllesen. Zusätzlich leitet er als Präsident und Geschäftsführer die United Sigma Intelligence Association.
Marnen Laibow-Koser (268)
Marnen Laibow-Koser ist ein amerikanisches Musikgenie, dessen IQ in einem Test aus der Kindheit auf 268 geschätzt wurde. Mit gerade einmal drei Jahren begann er, Musik zu studieren, zu spielen und zu komponieren. Später studierte er Komposition am Cleveland Institute of Music und am Purchase College und erwarb einen Masterabschluss in zeitgenössischer Improvisation am New England Conservatory. Heute lebt er in Massachusetts und arbeitet dort als Komponist, Musiker und Webentwickler.
Ainan Cawley (263)
Ainan Cawley, Sohn einer singapurischen Mutter und eines irischen Vaters, gilt als multidisziplinäres Genie. Sein Vater beschrieb ihn bereits als Achtjährigen als Wissenschaftler, Mathematiker, Programmierer, autodidaktischen Pianisten und Komponisten, Filmkomponisten, Autor, Regisseur und Cutter. Im selben Alter, noch vor seinem zehnten Geburtstag, begann er am Singapore Polytechnic Chemie zu studieren. Im Jahr 2011 zeichnete die Weltorganisation für geistiges Eigentum Cawley und seinen Vater mit einem Sonderpreis für ihre Arbeit zugunsten hochbegabter Kinder aus.
William James Sidis (250 bis 300)
Der Amerikaner William James Sidis gilt als das reale Vorbild für die von Matt Damon verkörperte Figur in "Good Will Hunting". Er wurde mit elf Jahren in Harvard aufgenommen und schloss sein Studium mit sechzehn ab. Seiner Schwester Helena zufolge stellte ein Psychologe bei einem IQ-Test einige Jahre vor Sidis' Tod fest, noch nie einen derart hohen Wert gesehen zu haben, der zwischen 250 und 300 gelegen habe. Sidis starb 1944 im Alter von 46 Jahren an einem Schlaganfall.
Carl Friedrich Gauß (250 bis 300)
Der deutsche Mathematiker Carl Friedrich Gauß trägt den Beinamen "Fürst der Mathematiker". Schon als Kind fiel er durch eine außergewöhnliche Rechenbegabung auf; der Überlieferung nach erkannte er bereits mit drei Jahren die Regeln in Zahlenfolgen. Sein Werk reicht von der Zahlentheorie über die Differentialgeometrie bis zur Astronomie und zur Wahrscheinlichkeitstheorie. Bis heute zählt er zu den Grundpfeilern der modernen Mathematik.
Fünf Namen, fünf Geschichten, und doch eint sie eines: Sie alle bewegen sich in einem Bereich, den die meisten von uns nur aus Erzählungen kennen. Werfen wir nun einen Blick auf die Riege direkt darunter, auf jene Menschen mit einem geschätzten IQ zwischen 225 und 230, die der absoluten Spitze dicht auf den Fersen sind.
Die nächste Stufe der Genialität: IQ-Werte zwischen 225 und 230
Wenn Sie sich fragen, wie sich Menschen mit dem höchsten IQ jenseits der 220 bewegen, lohnt ein Blick auf drei Namen, die in dieser Liga spielen. Hier treffen Sie auf einen Mathematiker, den man den Mozart seines Fachs nennt, auf eine Frau, die jahrelang im Guinness-Buch der Rekorde stand, und auf einen Physiker, dessen Wert laut BBC der zweithöchste verifizierte IQ überhaupt sein soll. Drei Lebensläufe, die unterschiedlicher kaum sein könnten und doch eines teilen: eine messbare Ausnahmebegabung.
Terence Tao
Der Australier mit chinesischen Wurzeln gilt als „Mozart der Mathematik“. Mit sieben Jahren begann er, Analysis zu lernen, und besuchte im selben Jahr die Highschool. Mit zwanzig promovierte er in Princeton und wurde noch im selben Jahr Lehrkraft an der UCLA, vier Jahre später Professor. 2006 erhielt er die Fields-Medaille, die als Nobelpreis der Mathematik gilt.
Marilyn vos Savant
1956 erreichte sie im Alter von zehn Jahren im Stanford-Binet-Test einen Wert von 228, bei einem geistigen Alter von 22 Jahren und elf Monaten. Fünf Jahre lang stand sie im Guinness-Buch der Rekorde in der Kategorie „höchster IQ“, bis die Kategorie 1990 gestrichen wurde. 35 Jahre lang schrieb sie die Kolumne „Ask Marilyn“ im Parade-Magazin.
Christopher Hirata
Er beendete bereits in der Grundschule Analysis und fortgeschrittene Physik, machte mit 14 Jahren seinen Abschluss und studierte Physik am California Institute of Technology. 2005 promovierte er in Princeton. Seit 2013 ist er Professor für Physik und Astronomie an der Ohio State University und forscht zu Dunkler Energie. Laut BBC trägt er den zweithöchsten verifizierten IQ.
Was diese drei verbindet, ist weniger die nackte Zahl als der Rhythmus ihrer Biografien. Bei allen dreien fällt der frühe Start auf, das Lernen in einem Tempo, das die üblichen Jahrgänge hinter sich lässt. Tao war noch ein Kind, als er die Schulbank mit Studierenden tauschte. Vos Savant saß mit zehn Jahren vor einem Test, der ihr ein geistiges Alter von fast 23 Jahren bescheinigte. Hirata hatte die Grundschule kaum hinter sich, als er bereits über Themen sprach, die sonst erst im Studium auftauchen.
Doch Vorsicht bei der nackten Zahl. Solche Werte entstehen in Momentaufnahmen, gemessen zu einem bestimmten Zeitpunkt, mit einem bestimmten Verfahren. Sie sagen etwas über eine außergewöhnliche Begabung, aber nichts über den Menschen dahinter. Vos Savant selbst hat nie damit geprahlt. Sie schrieb lieber eine Kolumne, in der sie Leserinnen und Lesern bei kniffligen Logikrätseln half. Genau darin zeigt sich vielleicht die eigentliche Größe: dass Begabung erst dann zählt, wenn sie anderen etwas gibt.
Wer mit seinem IQ angibt, gehört zu den Verlierern.
Dieser Satz von Stephen Hawking aus dem Jahr 2004 ist ein gutes Gegengewicht zu jeder Rangliste. Er erinnert daran, dass eine Zahl noch keinen Beitrag zur Welt bedeutet. Bei Tao, Vos Savant und Hirata sieht man beides: die Zahl und das Werk. Und genau dort, an der Schnittstelle zwischen messbarer Begabung und tatsächlichem Schaffen, wird die Geschichte dieser außergewöhnlichen Köpfe wirklich interessant.
Historische Giganten und moderne Wunderkinder: IQ-Werte von 200 bis 220
Wenn von Menschen mit dem höchsten IQ die Rede ist, geraten zwei Kategorien ins Blickfeld: Gestalten der Weltgeschichte, deren Geist längst Legende ist, und junge Talente, die heute Schlagzeilen machen. Zwischen 200 und 220 Punkten liegt jener schmale Grat, auf dem sich Dichterfürsten, Staatsmänner und Wunderkinder versammeln. Kaum eine dieser Zahlen ist gemessen. Sie sind Schätzungen, oft aus dem Lebenswerk abgeleitet, und genau das macht sie so faszinierend.
Stellen Sie sich vor: Ein Verfahren, das nicht den Testbogen auswertet, sondern die Biografie. Der amerikanische Elektrochemieingenieur Libb Thims hat genau das versucht. Er schaute sich an, was ein Mensch in jedem Jahrzehnt seines Lebens zustande brachte, und leitete daraus einen IQ-Wert ab. Nach dieser umstrittenen Methode gilt ausgerechnet ein deutscher Dichter als der intelligenteste Kopf der Geschichte.
Goethe: der Dichter an der Spitze
Johann Wolfgang von Goethe wird nach Thims' Rechnung ein IQ zwischen 210 und 225 zugeschrieben. Der Mann, den man gemeinhin als Dichter kennt, mochte Etiketten nicht. Er forschte über Metaphysik, über Biologie, über die Theorie der Farben. Sein Werk reicht von der Lyrik bis zur Naturkunde, und genau diese Breite ist es, die ihm in solchen Ranglisten den ersten Platz sichert. Dass die Methode dahinter angezweifelt wird, ändert nichts an der Strahlkraft des Namens.
Kim Ung-yong: das Wunderkind aus Südkorea
Ein anderes Bild, ein anderes Jahrhundert. Kim Ung-yong, geboren 1962 in Südkorea, wurde als Kind zum Ereignis. Mit vier Jahren löste er schwere Rechenaufgaben, mit fünf sprach er vier Sprachen. Mit acht ging er in die USA und studierte Physik an der University of Colorado, bald darauf arbeitete er bei der NASA. Sein IQ wird mit 210 angegeben. Man nennt ihn heute sowohl das „gescheiterte Genie“ als auch den Menschen mit dem höchsten IQ aller Zeiten. Die Einsamkeit trieb ihn zurück nach Korea. 2014 wurde er Professor an der Shinhan University. Ein Lebensweg, der zeigt, wie viel ein außergewöhnlicher Kopf tragen muss.
Shakespeare, Leopold, Wolsey: drei Gesichter einer Zahl
William Shakespeare, der zwischen 1564 und 1616 lebte, wird ein IQ von 210 zugeschrieben. Grundlage ist sein Werk: 38 Dramen, 154 Sonette, zwei Verserzählungen. Wendungen aus seinen Stücken benutzen wir bis heute, ohne es zu ahnen. Kein einziges Originalmanuskript hat die Zeit überdauert. Nur weil Schauspieler 1623 sechsunddreißig seiner Stücke im „First Folio“ zusammenstellten, blieben sie der Nachwelt erhalten.
Ganz anders liegt der Fall bei Nathan Leopold. Sein IQ wird auf 200 bis 220 geschätzt, doch berühmt wurde er nicht durch seinen Verstand, sondern durch ein Verbrechen. 1924, mit neunzehn Jahren, tötete er gemeinsam mit seinem achtzehnjährigen Freund Richard Loeb den vierzehnjährigen Bobby Franks. Die beiden nannten es den Versuch eines perfekten Verbrechens, eine geistige Übung. Leopold hatte die University of Chicago abgeschlossen und wollte in Harvard Jura studieren. Nach dem Geständnis folgte lebenslange Haft, 1958 kam er nach 33 Jahren auf Bewährung frei. Intelligenz, so zeigt dieser Fall, ist keine Frage des Charakters.
Und dann ist da Thomas Wolsey, der von 1475 bis 1530 lebte. Als Kardinal trug er das Amt des Lordkanzlers und lenkte die Außenpolitik Englands. Seine Nähe zum König machte ihn überaus reich, doch sein luxuriöser Lebensstil stieß dem Volk sauer auf. 1530 wurde er des Hochverrats angeklagt und verhaftet. Auf dem Weg zum Prozess starb er. Sein geschätzter IQ liegt bei 200. Ein Mann, der die Macht kannte und an ihr zerbrach.
Fünf Namen, fünf Schicksale, und dazwischen immer dieselbe Frage: Lässt sich ein Geist in eine Zahl pressen? Die Antwort bleibt offen. Wer einen Goethe neben ein Wunderkind von heute stellt, merkt schnell, dass zwischen 200 und 220 mehr liegt als eine Messlatte. Es liegt eine Haltung darin, eine Neugier, ein unruhiger Kopf. Vielleicht ist genau das der eigentliche Wert dieser Liste.
Außergewöhnliche Begabungen: IQ-Werte über 185
Manche Menschen sprengen schlicht das, was ein gewöhnlicher Test überhaupt zu messen vermag. Bei ihnen stößt die Skala an ihre Decke, und Psychologen greifen zu Schätzungen, weil die Zahlen, die sie eigentlich bräuchten, gar nicht existieren. Genau in dieser Region bewegen sich die folgenden Lebensläufe. Sie zeigen, dass ein außergewöhnlicher Verstand sich nicht in einem einzigen Fach erschöpft, sondern quer durch Medizin, Mathematik, Schach und sogar Fernsehunterhaltung zieht.
Wer sich mit den Menschen mit dem höchsten IQ beschäftigt, stößt unweigerlich auf Edith Stern. Sie kam 1952 zur Welt, und schon einen Tag nach ihrer Geburt lud ihr Vater zu einer Pressekonferenz, um aus ihr das „perfekte Kind" zu machen. Im Rahmen des sogenannten „Edith-Projekts" wuchs sie in einer Umgebung auf, in der Babysprache verboten war und stattdessen ausschließlich klassische Musik erklang. Mit fünf Jahren hatte sie die Encyclopaedia Britannica durchgearbeitet, mit zwölf begann sie ihr Studium. In den 1970er-Jahren promovierte sie in Mathematik und arbeitete anschließend für IBM. Ihr IQ wird auf über 200 geschätzt.
Michael Grost ging einen ähnlichen Weg, nur ohne öffentliches Experiment. Mit zehn Jahren nahm er sein Studium an der Michigan State University auf, mit fünfzehn hatte er seinen Abschluss in der Tasche. Es folgten ein Master und eine Promotion in Mathematik an der University of Michigan. In einer Ausgabe des Magazins Time aus dem Jahr 1964 wurde sein IQ als „zu hoch beschrieben, um ihn sinnvoll zu testen". Seine Mutter nannte in einem Buch von 1970 einen Wert von über 200. Heute ist Grost in seinen Siebzigern, arbeitet als Experte für künstliche Intelligenz, schreibt Kriminalromane und malt abstrakte Bilder.
Dylan Jones sorgte 2002 für Schlagzeilen, als er mit elf Jahren an der Colorado School of Mines Kurse in Analysis und quantitativer Chemie belegte. Seine Familie sprach von einem IQ „über 200", nannte aber bewusst keine genaue Zahl, weil der Test an seine Obergrenze gestoßen und das Ergebnis damit unzuverlässig sei. 2007 schloss er mit sechzehn seinen Bachelor in Mathematik und Informatik ab, dazu ein Nebenfach in Bioingenieurwesen und Lebenswissenschaften. Danach setzte er seine Ausbildung an der medizinischen Fakultät der University of Colorado fort.
Ein Mann, den man gern den „echten Doogie Howser" nennt, ist Sho Yano. Er lernte mit zwei Jahren lesen, begann mit drei zu schreiben und komponierte mit fünf Musik. Mit acht erreichte er im SAT 1500 Punkte, mit neun begann er an der Loyola University Chicago, die er nach drei Jahren abschloss. An der University of Chicago folgte das Medizinstudium. Mit achtzehn promovierte er in Molekulargenetik und Zellbiologie, mit einundzwanzig wurde er Doktor der Medizin. Heute arbeitet er als außerordentlicher Professor für Pädiatrie und als Kinderneurologe.
Auch in Europa gibt es solche Köpfe. Der griechische Arzt, Psychiater und Psychotherapeut Evangelos Katsioulis verfügt über einen IQ zwischen 198 und 205. Neben der Medizin hat er Abschlüsse in Philosophie und Informationstechnologie erworben und die gemeinnützige Organisation World Intelligence Network gegründet, die die Bewertung und Förderung von Begabungen unterstützt. Heute ist er als Lebensberater tätig.
Christopher Michael Langan zeigt, dass ein hoher IQ nicht an eine akademische Laufbahn gebunden ist. Der frühere Cowboy und Türsteher, heute Pferdezüchter und unabhängiger Forscher, begann laut dem ABC-Programm 20/20 von 1999 schon mit sechs Monaten zu sprechen und lernte vor seinem vierten Geburtstag lesen. Sein IQ liegt bei 195. Bekannt wurde er durch sein in den 1980er-Jahren entwickeltes „Cognitive-Theoretic Model of the Universe". In einem Interview mit Esquire aus dem Jahr 2007 beschrieb er es als eine Art Weltformel, eine Mischung aus John Archibald Wheelers partizipatorischem Universum und Stephen Hawkings Kosmologie der imaginären Zeit.
Rick Rosner hat mehr als fünfundzwanzig anspruchsvolle IQ-Tests absolviert und je nach Bewertungssystem Werte zwischen 169 und 193 erzielt, wobei sein IQ meist mit 192 bis 198 angegeben wird. Nach Stationen als Türsteher, Stripper und Nacktmodel wechselte er zum Fernsehen und schrieb für Formate wie Crank Yankers, The World's Funniest! und Jimmy Kimmel Live!. Dabei sammelte er eine Emmy-Nominierung und sechs Nominierungen der Writers Guild of America, von denen er eine gewann. Im Jahr 2001 verklagte er den Sender ABC wegen einer fehlerhaften Frage in der Sendung Who Wants to Be a Millionaire?, verlor den Prozess jedoch.
Ein Name, der vielen vertraut ist, darf hier nicht fehlen: Garry Kasparov, der in der Sowjetunion geborene Schachmeister, gilt rund zwanzig Jahre lang als bester Spieler der Welt. Mit zweiundzwanzig wurde er der jüngste Weltmeister der Schachgeschichte. Sein IQ wird auf etwa 190 geschätzt. 1996 besiegte er den eigens für Schach programmierten IBM-Supercomputer Deep Blue, verlor jedoch im darauffolgenden Jahr, nachdem das Programm aktualisiert worden war.
Den Abschluss dieser Reihe bildet Michael Kearney, der 1994 im Alter von zehn Jahren an der University of South Alabama seinen Bachelor in Anthropologie erwarb und dafür einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde erhielt. Diesen Titel des jüngsten Universitätsabsolventen hält er bis heute. Die Los Angeles Times berichtete 1995, sein IQ liege „nahe 200". Mit vierzehn folgte ein Master in Chemie an der Middle Tennessee State University, mit achtzehn ein weiterer in Informatik an der Vanderbilt University und mit zweiundzwanzig die Promotion in Chemie an der Middle Tennessee State University.
Was all diese Menschen verbindet, ist weniger eine einzelne Zahl als ein Muster: eine frühe, oft rätselhafte Neugier, die sich nicht an die üblichen Zeitpläne hielt. Und doch lohnt ein zweiter Blick auf die Grenzen solcher Messungen. Wer vor dem zwanzigsten Jahrhundert lebte, dessen Werte sind bloße Schätzungen. IQ-Tests, so die Kritik, tragen kulturelle, sprachliche und wirtschaftliche Vorurteile in sich und erfassen längst nicht jede Form von Begabung, ob musikalisch, emotional oder räumlich. Die außergewöhnlichsten Köpfe dieser Liste sind deshalb vor allem eines: ein Hinweis darauf, wie viel sich dem Messen entzieht.
Die historischen Genies und ihre geschätzten IQ-Werte (160-190)
Stellen Sie sich vor, Sie wollten die geistige Leistungsfähigkeit eines Menschen messen, der vor dreihundert Jahren gelebt hat. Kein einziger dieser Denker hat je einen IQ-Test gesehen. Und trotzdem kursieren für Namen wie Voltaire, Isaac Newton oder Srinivasa Ramanujan erstaunlich präzise Zahlen. Woher kommen sie? Die Antwort ist ebenso faszinierend wie unbefriedigend: Es sind Rückschlüsse, keine Messungen.
Warum historische IQ-Werte immer Schätzungen bleiben
Der erste brauchbare Intelligenztest entstand 1905, entwickelt von Alfred Binet und Théodore Simon in Paris. Der Durchschnittswert liegt bei 100, alles über 140 gilt als Geniebereich. Wer vor dieser Zeit geboren wurde, konnte also gar nicht getestet werden. Was bleibt, sind Umwege: Biografen und Forscher rekonstruieren aus Lebensläufen, frühen Leistungen und Zeitzeugenberichten, wie außergewöhnlich ein Geist gewesen sein muss.
Ein besonders anschauliches Beispiel für die Grenzen dieser Methode liefert Albert Einstein. Sein Name ist heute beinahe ein Synonym für Genie, doch er hat zeitlebens nie einen IQ-Test absolviert. Seine geschätzte Punktzahl liegt bei rund 160. Stephen Hawking, der theoretische Physiker, sagte 2004 gegenüber der New York Times sinngemäß, er habe keine Ahnung von seinem eigenen IQ, und wer mit seinem IQ prahle, sei ohnehin ein Verlierer. Auch Marie Curie, die als erste Frau einen Nobelpreis erhielt und als erste Person überhaupt in zwei verschiedenen Disziplinen ausgezeichnet wurde, wurde nie getestet. Ihre Schätzung liegt bei 180 bis 200.
Die Spitzengruppe: Werte zwischen 250 und 300
Am oberen Ende der Skala wird es spekulativ. Für William Sidis, den Amerikaner, der mit elf Jahren nach Harvard kam und dort mit sechzehn seinen Abschluss machte, nannte ein Psychologe laut seiner Schwester Helena einen Wert zwischen 250 und 300. Sidis starb 1944 im Alter von 46 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls. Carl Friedrich Gauss, der deutsche Mathematiker, den man den Fürsten der Mathematiker nennt, wird ebenfalls in dieser Region verortet, zwischen 250 und 300. Der Überlieferung nach erkannte er bereits mit drei Jahren Muster in Zahlenreihen.
Zwischen 225 und 230: Mathematische Ausnahmetalente
Terence Tao, bekannt als das Mozart der Mathematik, begann mit sieben Jahren mit der Analysis und wechselte im selben Jahr an die Highschool. Mit zwanzig promovierte er in Princeton und wurde im selben Jahr Lehrkraft an der UCLA, vier Jahre später Professor. 2006 erhielt er die Fields-Medaille, die als Nobelpreis der Mathematik gilt. Seine Schätzung: 225 bis 230.
Marilyn vos Savant erreichte 1956 im Alter von zehn Jahren im Stanford-Binet-Test einen Wert von 228, bei einem mentalen Alter von 22 Jahren und 11 Monaten. Fünf Jahre lang stand sie im Guinness-Buch der Rekorde in der Kategorie höchster IQ, bis die Kategorie 1990 gestrichen wurde. 35 Jahre lang schrieb sie die Kolumne Ask Marilyn im Parade-Magazin.
Die klassische Riege: 180 bis 200
Hier treffen wir auf die Namen, die vielen vertraut sind. Leonardo da Vinci, der im 15. Jahrhundert Flugmaschinen, Panzer und U-Boote skizzierte, wird auf 180 bis 220 geschätzt. Nikola Tesla, geboren 1856 auf dem Gebiet des heutigen Kroatien, erreicht in den Schätzungen eine Spanne von 160 bis 310. Er entwickelte den ersten Wechselstrommotor und mehr als 300 Patente gingen auf sein Konto. Seine Mutter Duka Mandic war selbst eine Erfinderin von Haushaltsgeräten, und Tesla führte seine eigene Kreativität ausdrücklich auf ihren Einfluss zurück.
Voltaire, der als führende Figur der französischen Aufklärung gilt, schrieb in seiner sechzigjährigen Karriere Romane, Theaterstücke, historische Werke und Streitschriften. Seine Schätzung liegt bei 190 bis 200. Isaac Newton, der Mann hinter dem Gravitationsgesetz, wird ebenfalls auf 190 bis 200 geschätzt. Die berühmte Geschichte vom Apfel, der ihm auf den Kopf fiel, ist übrigens eine Legende. Newton entwickelte die Techniken der Integral- und Differenzialrechnung, mit denen Schülerinnen und Schüler bis heute ringen.
Srinivasa Ramanujan, geboren 1887 in Indien in bescheidenen Verhältnissen, wird auf 185 geschätzt. Mit fünfzehn Jahren fiel ihm George Shoobridge Carrs Werk Synopsis of Elementary Results in Pure and Applied Mathematics in die Hände. Für den jungen Ramanujan war es ein Schatz, denn es blieb seine einzige umfassende mathematische Quelle. Er kopierte die Ergebnisse Zeile für Zeile, doch schon bald genügte ihm das nicht mehr. Er entwickelte eigene Methoden und fand Formeln in Bereichen, die er nie studiert hatte.
Nicht jeder in dieser Gruppe wurde für seine Intelligenz berühmt. Nathan Leopold, dessen IQ auf 200 bis 220 geschätzt wird, ist vor allem für ein Verbrechen bekannt. 1924 tötete er im Alter von neunzehn Jahren gemeinsam mit seinem Freund Richard Loeb den vierzehnjährigen Bobby Franks. Die beiden bezeichneten die Tat als Versuch eines perfekten Verbrechens und als geistige Übung. Leopold wurde zu lebenslanger Haft verurteilt und 1958 nach 33 Jahren auf Bewährung entlassen.
Die jüngsten und die vielseitigsten Köpfe
Einige der beeindruckendsten Werte gehören Kindern und Jugendlichen. Adhara Perez aus Mexiko City wurde mit drei Jahren mit dem Asperger-Syndrom diagnostiziert und fand in der Schule zunächst keinen Anschluss. Nach einem IQ-Test lag ihr Wert laut Berichten bei 162. Mit fünf Jahren beendete sie die Grundschule, mit acht die Highschool, und heute arbeitet sie mit zwölf Jahren an ihrem Master und ist STEM-Botschafterin der mexikanischen Weltraumbehörde.
Ramarni Wilfred konnte laut seiner Mutter schon vor seinem dritten Geburtstag über die politischen Nachrichten des Tages sprechen. Mit zehn Jahren schrieb er einen Aufsatz über Gerechtigkeitstheorie, für den ihn die Universität Oxford auszeichnete. Im Jahr darauf wurde sein IQ laut Berichten mit 162 gemessen. Judit Polgár, die ungarische Schachspielerin und beste Spielerin aller Zeiten, wurde 1991 mit fünfzehn Jahren die jüngste internationale Großmeisterin der Geschichte und brach damit Bobby Fischers Rekord. Ihr Wert wird mit 170 angegeben, obwohl sie diese Zahl selbst nie beansprucht hat.
Was diese Zahlen wirklich bedeuten
Ein wichtiger Hinweis zum Schluss: Alle Werte für Personen, die vor dem 20. Jahrhundert lebten, sind Schätzungen, keine Messungen. IQ-Tests stehen zudem in der Kritik, weil sie kulturelle, sprachliche und wirtschaftliche Verzerrungen enthalten. Und sie erfassen nur einen schmalen Ausschnitt dessen, was menschliche Intelligenz ausmacht. Emotionale, musikalische, räumlich-visuelle, naturalistische und sprachliche Begabungen bleiben in solchen Tests weitgehend unsichtbar. Wenn Sie also das nächste Mal auf eine Liste der Menschen mit dem höchsten IQ stoßen, lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Hinter jeder Zahl steht eine Geschichte, und hinter jeder Geschichte ein Mensch, den kein Test je vollständig erfassen konnte.
Die Grenzen der Messbarkeit: Kritik an IQ-Tests und die Vielfalt der Intelligenz
Wer sich mit Menschen mit dem höchsten IQ beschäftigt, stößt früher oder später auf eine unbequeme Wahrheit: Zwischen einer beeindruckenden Zahl und einer tatsächlich gemessenen Fähigkeit liegt oft ein weiter Weg. Die Werte, die historischen Persönlichkeiten zugeschrieben werden, sind in aller Regel keine Messungen. Es sind Schätzungen, Rückrechnungen, Interpretationen. Wer das übersieht, verwechselt eine Vermutung mit einem Befund.
Nehmen Sie Albert Einstein. Sein Name ist längst zum Inbegriff des Genies geworden, und doch hat er zu Lebzeiten nie einen offiziellen IQ-Test absolviert. Der Wert, der ihm zugeschrieben wird, liegt bei etwa 160. Das ist keine Zahl aus einem Testprotokoll, sondern eine nachträgliche Zuschreibung. Ähnlich verhält es sich mit unzähligen anderen Namen aus früheren Jahrhunderten: Man blickt auf ihre Leistungen, ihre Briefe, ihre Werke und versucht daraus abzuleiten, wie hoch ihr Wert wohl gewesen sein könnte. Das ist eine interessante Gedankenübung, aber es bleibt eine Gedankenübung.
Genau an diesem Punkt wird die Sache spannend. Denn wenn schon die Zahl selbst unsicher ist, wie viel können wir dann über den Menschen dahinter wirklich sagen?
Warum die Zahlen für die Vergangenheit nur Schätzungen sind
Moderne IQ-Tests wurden 1905 entwickelt. Der Durchschnittswert liegt bei 100, und alles über 140 gilt gemeinhin als Genie-Bereich. Doch wer vor dieser Zeit lebte, konnte schlicht nicht getestet werden. Für Personen wie Isaac Newton, Marie Curie oder Leonardo da Vinci existieren deshalb keine belastbaren Messwerte, sondern nur Näherungen, die aus biografischen Details abgeleitet wurden.
Manche dieser Schätzungen schwanken erheblich. Nikola Tesla etwa wird ein Wert zwischen 160 und 310 zugeschrieben. Diese Spanne ist so groß, dass sie kaum aussagekräftig ist. Sie zeigt vielmehr, wie unsicher das ganze Unterfangen bleibt. Wer eine einzelne Zahl für einen Menschen aus dem 19. Jahrhundert präsentiert, verschweigt meist, wie viele Annahmen darin stecken.
Die Kritik am Test selbst
Aber nicht nur die historischen Werte sind fragwürdig. Auch die Tests, auf denen die modernen Zahlen beruhen, stehen seit Langem in der Kritik. Ein zentraler Vorwurf lautet: IQ-Tests sind nicht neutral. Sie tragen kulturelle, sprachliche und wirtschaftliche Vorurteile in sich.
Wer in einem bestimmten sprachlichen Umfeld aufwächst, bestimmte Denkmuster kennt und Zugang zu Bildung hatte, ist im Vorteil. Wer diese Voraussetzungen nicht mitbringt, schneidet schlechter ab, ohne dass daraus etwas über seine tatsächliche Denkfähigkeit folgt. Der Test misst also nicht nur Intelligenz, sondern auch, wie gut jemand zu den Erwartungen des Tests passt.
Was gar nicht erst gemessen wird
Hinzu kommt ein zweiter, oft übersehener Punkt: IQ-Tests erfassen nur einen schmalen Ausschnitt dessen, was Intelligenz ausmacht. Andere Formen bleiben außen vor. Die emotionale Intelligenz, also die Fähigkeit, Gefühle zu erkennen und mit ihnen umzugehen, findet in keinem klassischen Test ihren Platz. Dasselbe gilt für die musikalische, die räumliche, die naturalistische und die sprachliche Intelligenz.
Ein Mensch kann ein außergewöhnliches Gespür für Melodien haben, ohne in einem logischen Test zu glänzen. Jemand anderes mag Pflanzen und Tiere mit einer Präzision unterscheiden, die kein Zahlenwert abbildet. Wer Intelligenz allein an einer einzigen Punktzahl festmacht, verliert genau diese Vielfalt aus dem Blick.
Was Stephen Hawking dazu sagte
Vielleicht ist es kein Zufall, dass ausgerechnet einer der bekanntesten Denker der Gegenwart dem ganzen Zahlenspiel wenig abgewinnen konnte. Der theoretische Physiker Stephen Hawking äußerte sich mit bemerkenswerter Klarheit. Er habe keine Ahnung, wie hoch sein IQ sei, sagte er. Und weiter: Menschen, die mit ihrem IQ prahlen, seien Verlierer.
Das ist mehr als eine spitze Bemerkung. Es ist eine Haltung. Hawking konzentrierte sich darauf, seine Erkenntnisse einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Sein Buch "A Brief History of Time" wurde zum Bestseller. Nicht die Zahl stand für ihn im Vordergrund, sondern die Frage, was jemand tatsächlich beiträgt.
Was das für die Liste der Höchstwerte bedeutet
All das relativiert den Reiz, den Ranglisten der klügsten Köpfe ausüben. Wer die Menschen mit dem höchsten IQ betrachtet, sollte stets mitdenken, worauf die jeweiligen Werte beruhen. Bei einem Teil der Namen handelt es sich um gemessene Ergebnisse, bei einem anderen um Schätzungen, und bei wieder anderen um Angaben, die nie unabhängig überprüft wurden.
Vielleicht liegt genau darin die eigentliche Erkenntnis. Intelligenz lässt sich nicht auf eine einzige Zahl reduzieren. Sie zeigt sich in Sprachen, in Musik, in Erfindungen, in der Fähigkeit, andere zu verstehen. Wer das ernst nimmt, hört auf, Menschen nach einem Wert zu sortieren. Und beginnt, genauer hinzuschauen.
Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet ein IQ von über 140?
Moderne Intelligenztests wurden 1905 entwickelt, wobei ein Wert von 100 als Durchschnitt gilt. Ab einem Ergebnis von über 140 sprechen Fachleute von der Kategorie der Hochbegabung, die umgangssprachlich als Genie eingestuft wird. Solche Werte sind extrem selten und markieren die oberste Spitze der gemessenen Intelligenz.
Wer gilt aktuell als die Person mit dem höchsten IQ der Welt?
Im April 2024 wurde der Südkoreaner Younghoon Kim von der Giga Society, einem Zusammenschluss von Menschen mit einem IQ über 190, zur Person mit dem höchsten IQ der Welt erklärt. Sein Wert liegt bei 276. Er arbeitet als Berater für den Weltverband für Denksport, die Weltmeisterschaft im Gedächtnissport und die Weltmeisterschaft im Schnelllesen.
Warum hatte Albert Einstein nie einen offiziellen IQ-Test?
Albert Einstein, dessen Name längst zum Synonym für Genie geworden ist, absolvierte zeit seines Lebens keinen einzigen offiziellen IQ-Test. Sein geschätzter Wert liegt bei lediglich rund 160. Obwohl er für die Relativitätstheorie berühmt wurde, erhielt er den Nobelpreis für seine Arbeit zum photoelektrischen Effekt.
Wie hoch war der geschätzte IQ von William James Sidis?
Für William James Sidis, der als reale Entsprechung der Figur von Matt Damon in "Good Will Hunting" gilt, wird ein Wert zwischen 250 und 300 angenommen. Er begann mit elf Jahren in Harvard zu studieren und schloss sein Studium mit 16 ab. Nach Angaben seiner Schwester Helena bescheinigte ihm ein Psychologe kurz vor seinem Tod einen Wert von 250 bis 300. Sidis starb 1944 im Alter von 46 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls.
Was kritisierte Stephen Hawking an der Fixierung auf den IQ?
Der theoretische Physiker Stephen Hawking hat, falls er überhaupt einen IQ-Test absolvierte, sein Ergebnis nie öffentlich gemacht. Im Jahr 2004 sagte er der New York Times, er habe keine Ahnung von seinem Wert, und Menschen, die mit ihrem IQ prahlten, seien Verlierer. Sein Hauptaugenmerk galt der Vermittlung wissenschaftlicher Erkenntnisse an die Öffentlichkeit.
Warum sind IQ-Tests für historische Persönlichkeiten umstritten?
Für Personen, die vor dem 20. Jahrhundert lebten, sind alle angegebenen IQ-Werte reine Schätzungen. IQ-Tests stehen in der Kritik, weil sie kulturelle, sprachliche und wirtschaftliche Vorurteile transportieren. Zudem lassen sich verschiedene Intelligenzformen wie emotionale, musikalische, visuell-räumliche, natürliche oder sprachlich-verbale Fähigkeiten mit diesen Tests gar nicht erfassen.
Hat Marilyn vos Savant den höchsten jemals gemessenen IQ?
Marilyn vos Savant erzielte 1956 im Alter von zehn Jahren in einem Stanford-Binet-Test einen IQ von 228 sowie ein mentales Alter von 22 Jahren und elf Monaten. Fünf Jahre lang führte sie das Guinness-Buch der Rekorde in der Kategorie "höchster IQ", bis diese Kategorie 1990 gestrichen wurde. 35 Jahre lang schrieb sie die Kolumne "Ask Marilyn" im Parade-Magazin.
Wie werden IQ-Werte bei historischen Genies wie Goethe ermittelt?
Für Johann Wolfgang von Goethe schätzt der amerikanische Elektrochemie-Ingenieur Libb Thims einen Wert zwischen 210 und 225 und stuft ihn nach seiner Methode als die Person mit dem höchsten IQ der Geschichte ein. Thims betrachtet dabei, was jemand in jedem Jahrzehnt seines Lebens erreicht hat. Goethe, der sich selbst ungern als Philosoph bezeichnete, arbeitete auf vielen Gebieten wie der Metaphysik, der Biologie und der Farbenlehre. Hinweis der Redaktion: Nicht abschließend gesicherte Angaben, insbesondere zu historischen IQ-Werten, sind im Text ausdrücklich als unsicher gekennzeichnet.
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