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Margot Robbie und der Oscar: Warum sie trotz aller Formeln leer ausging

Margot Robbie hat den Oscar trotz mehrerer Nominierungen und zahlreicher prestigeträchtiger Projekte bisher nicht gewonnen. Die australische Schauspielerin scheiterte unter anderem mit „I, Tonya“ und „Barbie“ an stärkeren Konkurrentinnen, obwohl sie als Produzentin und Darstellerin alle vermeintlichen Erfolgsformeln bediente. Ihre Niederlagen werfen die Frage auf, ob reine Leistung oder doch Timing und Narrativ über die begehrteste Trophäe der Branche entscheiden. Die Geschichte einer Schauspielerin, die öffentlich geliebt wird und dennoch leer ausgeht.

Wichtige Fakten
  • Margot Robbie erhielt bislang zwei Oscar-Nominierungen als Schauspielerin, ohne jemals den Preis zu gewinnen.
  • Für ihre Darstellung der Eiskunstläuferin Tonya Harding in „I, Tonya“ verlor sie 2018 gegen Frances McDormand.
  • Ihre Rolle als Nellie LaRoy in „Babylon“ brachte ihr 2023 keine Nominierung ein, obwohl der Film von Kritikern gelobt wurde.
  • Bei der Oscar-Verleihung 2024 wurde sie für „Barbie“ nicht als beste Hauptdarstellerin nominiert, obwohl der Film acht Nominierungen erhielt.
  • Als Produzentin war sie mit „Barbie“ für den besten Film nominiert, musste sich aber „Oppenheimer“ geschlagen geben.

Das Wichtigste in Kürze

Margot Robbie wurde für ihre Rollen in „I, Tonya“ und „Bombshell“ für den Oscar nominiert, gewann jedoch nie. Bei der Oscar-Verleihung 2024 wurde sie für „Barbie“ nicht als Beste Hauptdarstellerin nominiert, was als besondere Überraschung galt. Die Academy bevorzugte in beiden Fällen dramatischere Darstellungen.

Margot Robbie und der Oscar: Warum sie trotz aller Formeln leer ausging

Margot Robbie hat bei den Oscars 2024 eine bittere Enttäuschung erlebt: Für ihre Rolle als Barbie wurde sie nicht einmal als Beste Hauptdarstellerin nominiert. Dabei schien die australische Schauspielerin in den Jahren zuvor jede erdenkliche Erfolgsformel der Academy befolgt zu haben. Doch der ersehnte Preis blieb ihr bis heute verwehrt, trotz zweier Nominierungen und einer beeindruckenden Filmografie.

Es gibt bestimmte Muster, die in Hollywood seit Jahrzehnten zu Oscar-Nominierungen führen. Margot Robbie hat diese Muster immer wieder bedient, oft sogar mehrere gleichzeitig. Schauen wir uns an, wie konsequent sie diesem Pfad folgte, und warum es dennoch nie für die begehrte Trophäe reichte.

Der große Regisseur und das große Werk

Eine der bewährtesten Strategien ist die Zusammenarbeit mit einem gefeierten Regisseur in einem prestigeträchtigen Projekt. Robbie erfüllte diese Bedingung bereits 2013, als sie in Martin Scorseses Der Wolf von der Wall Street an der Seite von Leonardo DiCaprio spielte. Der Film sorgte damals für großes Aufsehen und brachte DiCaprio eine Nominierung als Bester Hauptdarsteller ein, ebenso wie Jonah Hill in der Kategorie Bester Nebendarsteller. Margot Robbie jedoch, die als Naomi Lapaglia eine unvergessliche Präsenz auf die Leinwand brachte, ging bei der Oscar-Verleihung 2014 komplett leer aus, nicht einmal eine Nominierung stand für sie zu Buche.

Die Sportlerinnen-Formel

Eine weitere vielversprechende Route zur Trophäe führt über die Darstellung von Sportlerinnen oder Künstlerinnen, die eine intensive körperliche Verwandlung verlangt. Natalie Portman gewann 2011 für ihre Rolle als Ballerina in Black Swan den Oscar als Beste Hauptdarstellerin. Margot Robbie wählte 2017 einen ähnlichen Weg und verkörperte in I, Tonya die Eiskunstläuferin Tonya Harding. Berichten zufolge begann sie fünf Monate vor den Dreharbeiten mit einem intensiven Eislauftraining an fünf Tagen pro Woche und spielte den Großteil ihrer Szenen ohne Stuntdouble. Ihre Leistung gilt bis heute als eine ihrer stärksten. Die Mühen wurden mit einer Oscar-Nominierung belohnt, doch bei der Verleihung 2018 musste sie sich Frances McDormand geschlagen geben, die für Three Billboards Outside Ebbing, Missouri ausgezeichnet wurde.

Historische Figuren als Chance

Die Verkörperung historischer Persönlichkeiten gilt in der Academy traditionsgemäß als besonders preiswürdig. Helen Mirren gewann 2007 den Oscar für ihre Darstellung der britischen Königin in The Queen. Auch Margot Robbie versuchte sich an einer königlichen Rolle: In Mary Queen of Scots aus dem Jahr 2018 spielte sie Königin Elisabeth I. von England. Doch trotz ihrer wandlungsfähigen Performance blieb eine Nominierung aus, der Film verschwand schnell wieder aus dem öffentlichen Bewusstsein.

Der Tarantino-Effekt

Im Jahr 2019 folgte der nächste Versuch mit einem der einflussreichsten Regisseure Hollywoods. In Quentin Tarantinos Once Upon a Time in Hollywood spielte Robbie die Schauspielerin Sharon Tate. Der Film wurde gefeiert, Leonardo DiCaprio erhielt eine Nominierung als Bester Hauptdarsteller, und Brad Pitt gewann den Oscar als Bester Nebendarsteller. Margot Robbie blieb erneut unberücksichtigt, obwohl ihre einfühlsame Darstellung von Tates Lebensfreude von Kritikern durchaus gewürdigt wurde.

Wahre Begebenheiten und Skandale

Die Academy schätzt Filme, die reale Ereignisse aufgreifen. Rachel McAdams wurde 2016 für ihre Rolle in Spotlight als Beste Nebendarstellerin nominiert, einem Film über die Aufdeckung des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche. Margot Robbie wählte 2019 mit Bombshell ein ähnlich brisantes Thema: Der Film beleuchtete die sexuellen Übergriffe beim Nachrichtensender Fox News. Robbie spielte die fiktive Produktionsassistentin Kayla Pospisil und wurde dafür als Beste Nebendarstellerin nominiert. Doch auch dieses Mal reichte es nicht für den Sieg.

Die Glücksbringer-Regisseure

Es gibt Regisseure, deren Filme scheinbar automatisch Nominierungen generieren. David O. Russell gehört zweifellos dazu. Er führte Christian Bale und Melissa Leo zu Oscars für The Fighter, machte Jennifer Lawrence für Silver Linings Playbook zur Gewinnerin und sicherte ihr weitere Nominierungen für American Hustle und Joy. Als Margot Robbie 2022 in Russells Amsterdam die Hauptrolle übernahm, schien die Formel perfekt. Doch der Film erwies sich als finanzielles Desaster, er spielte nur einen Bruchteil seiner Produktionskosten ein und wurde von Kritikern verrissen. Die erhoffte Oscar-Kampagne war damit beendet, bevor sie richtig beginnen konnte.

Ähnlich erging es Robbie mit Damien Chazelle. Der Regisseur hatte Emma Stone für La La Land zum Oscar geführt und J.K. Simmons für Whiplash ausgezeichnet. Sein opulentes Hollywood-Epos Babylon aus dem Jahr 2022, in dem Robbie die Hauptrolle spielte, spaltete jedoch Publikum und Kritiker. Die Erwartungen waren riesig, doch der Film scheiterte an den Kinokassen und blieb auch bei den Preisverleihungen nahezu unbeachtet. Robbie erhielt nicht einmal eine Nominierung.

Die Barbie-Hoffnung

Dann kam Greta Gerwig. Die Regisseurin hatte mit Lady Bird und Little Women jeweils ihre Hauptdarstellerin Saoirse Ronan zu Oscar-Nominierungen geführt. Mit Barbie schien alles perfekt: Der Film wurde zum erfolgreichsten Werk in der Geschichte von Warner Bros., spielte über 1,4 Milliarden US-Dollar ein und begeisterte Publikum wie Kritiker gleichermaßen. Bei der Oscar-Verleihung 2024 erhielt der Film acht Nominierungen, unter anderem als Bester Film und für die Regie von Greta Gerwig. Doch Margot Robbie fehlte in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin. Für viele Beobachter war dies die größte Überraschung des Nominierungstags.

Die Bilanz ist ernüchternd: Zwei Oscar-Nominierungen, zwei Niederlagen, dazu zahlreiche Projekte, die nach allen Regeln der Kunst hätten erfolgreich sein müssen, aber dennoch scheiterten. Ob Robbie jemals den Oscar gewinnen wird, bleibt abzuwarten. Ihre bisherige Karriere zeigt jedoch, dass selbst die präziseste Befolgung der Erfolgsformeln keine Garantie für den begehrten Preis ist.

Hinweis der Redaktion: Alle Angaben zu Nominierungen und Preisverleihungen basieren auf öffentlich zugänglichen Informationen; nicht bestätigte Details werden als solche gekennzeichnet.

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