31. Okt. 2026 RichtlinienImpressum Sitemap
EN

Dustin Hoffman in The Graduate: Das Ende des Jön-Ideals

Dustin Hoffman in The Graduate schrieb 1967 Filmgeschichte: Als Benjamin Braddock veränderte der damals noch wenig bekannte Schauspieler das klassische Hollywood-Ideal des strahlenden Helden und öffnete den Weg für eine neue Generation von Darstellern. Wer heute Al Pacino oder Gene Hackman auf der Leinwand sieht, sieht auch das Erbe dieser einen Rolle. Denn Hoffman entsprach nicht dem klassischen Bild des strahlenden Hauptdarstellers. Genau darin lag seine Sprengkraft.

Wichtige Fakten
  • Für die Rolle des Benjamin Braddock war zunächst Robert Redford im Gespräch, bevor Mike Nichols sich für den damals wenig bekannten Dustin Hoffman entschied.
  • Hoffman spielte einen jungen College-Absolventen, der zwischen den Erwartungen seiner Eltern und seiner eigenen Orientierungslosigkeit zerbricht.
  • Der Film von 1967 gilt als früher Meilenstein des sogenannten New Hollywood.
  • Hoffmans Erfolg wird häufig als Wegbereiter für Schauspieler wie Al Pacino und Gene Hackman genannt, lässt sich aber nicht hart belegen.

Das Wichtigste in Kürze

1967 besetzte Regisseur Mike Nichols den damals weitgehend unbekannten Dustin Hoffman als Benjamin Braddock in The Graduate. Hoffman entsprach nicht dem klassischen Hollywood-Ideal eines strahlenden Helden, was zunächst als Risiko galt. Der Film wurde zum Erfolg und veränderte nachhaltig, welche Schauspielertypen künftig große Rollen erhielten.

Dustin Hoffman in The Graduate: Der Mann, der das Hollywood-Jön-Ideal veränderte

Stellen Sie sich das Hollywood des Jahres 1967 vor. Große Gesten, noch größere Leinwände, und in den Hauptrollen fast immer dasselbe Kaliber: hochgewachsen, gutaussehend, mit dieser selbstverständlichen Ausstrahlung, die man von einem Star erwartete. Und dann kam ein Schauspieler, der bis dahin kaum jemandem ein Begriff war, und wurde zum Gesicht einer neuen Zeit. Dustin Hoffman in The Graduate wurde zur Rolle seines Lebens, und zugleich zu einem stillen Bruch mit einem jahrzehntelang gepflegten Ideal.

Hoffman verkörperte 1967 den jungen Benjamin Braddock, einen frisch gebackenen College-Absolventen, der zwischen den Erwartungen seiner Eltern und seiner eigenen Orientierungslosigkeit zu zerschellen droht. Es ist eine Rolle, die von Unsicherheit lebt, von nervösen Pausen, von diesem tastenden Blick eines Menschen, der nicht weiß, wohin mit sich. Genau darin lag die kleine Revolution: Nicht der strahlende Held stand im Zentrum, sondern ein Suchender.

Warum ausgerechnet dieser Schauspieler?

Die Besetzung war alles andere als selbstverständlich. Der Überlieferung nach war für Benjamin zunächst Robert Redford vorgesehen, der mit seinem Aussehen wie die natürliche Wahl für eine solche Rolle wirkte. Regisseur Mike Nichols entschied sich dennoch anders. Die Figur sollte neurotische Züge tragen, echte Unsicherheiten zeigen, und Nichols war überzeugt, dass Hoffman genau dieses Innere mitbrachte. Ein Schauspieler wurde also nicht trotz seiner Unkonventionalität gewählt, sondern ihretwegen.

Berichten zufolge war Hoffman damals weitgehend unbekannt und haderte selbst mit seinem Aussehen. Er soll gezweifelt haben, ob er für eine solche Rolle überhaupt der richtige Typ sei. Der Anekdote nach hatte ihm eine Tante namens Pearl sogar einmal gesagt, er sei zu hässlich für den Schauspielerberuf. Ob sich diese Szene genau so zugetragen hat, lässt sich nicht mit Gewissheit belegen. Spürbar ist jedoch, wie sehr solche Sätze an einem jungen Menschen nagen können.

Ein Wandel, der über einen einzigen Film hinausreicht

Vor 1967 gab es durchaus zerrissene, schwierige Figuren auf der Leinwand. Sie wurden jedoch meist von Darstellern wie Marlon Brando oder James Dean gespielt, Männern mit einer ganz eigenen, kantigen Attraktivität. Nach The Graduate begannen die Studios, Hauptrollen auch mit Gesichtern zu besetzen, die nicht dem klassischen Schönheitsideal entsprachen. Robert Redford verschwand damit keineswegs, aber neben ihm entstand nun Platz für andere.

Hoffman wird heute als Teil dieses Umschwungs gesehen. Ob man sagen kann, er habe Kollegen wie Gene Hackman oder Robert Duvall den Weg geebnet, ist schwer mit letzter Sicherheit zu belegen. Fest steht: Die Tür, die sich damals öffnete, ist bis heute nicht wieder zugefallen. Sie reicht von den eigenwilligen Charakterdarstellern der siebziger Jahre bis zu Schauspielern der Gegenwart, die ihre Karriere längst nicht mehr über ihr Aussehen definieren müssen.

Was vor über einem halben Jahrhundert mit einem unsicheren jungen Mann vor einer Swimmingpool-Fassade begann, wirkt bis in die Gegenwart nach. Dustin Hoffman in The Graduate war kein lautes Manifest, sondern eine leise Verschiebung, die das Gesicht Hollywoods dauerhaft veränderte.

Warum Mike Nichols sich gegen Robert Redford und für Dustin Hoffman entschied

Stellen Sie sich das Hollywood des Jahres 1967 vor. Auf den Leinwänden dominieren große, gut aussehende Männer mit Charisma, und genau dieses Bild schien für die Hauptrolle in The Graduate wie gemacht. Kein Wunder also, dass die Produktion zunächst an Robert Redford dachte, den gut aussehenden Mann mit dem rötlich blonden Haar. Er war der natürliche Kandidat für Benjamin Braddock, den jungen Mann, der nach dem Studium in eine Sinnkrise gerät.

Doch Regisseur Mike Nichols wollte mehr als ein makelloses Gesicht. Die Figur Benjamin sollte neurotische Züge tragen, Unsicherheiten, eine gewisse Zerbrechlichkeit. Genau diese Eigenschaften suchte er, und sie fanden sich nicht in einem klassischen Filmstar, sondern in einem weitgehend unbekannten Theaterschauspieler: Dustin Hoffman. Damit fiel die Wahl auf einen Mann, der so gar nicht dem gängigen Idealbild entsprach.

Hoffman selbst zweifelte erheblich. Der Überlieferung nach hielt er sich für zu jüdisch für diese Rolle und fragte sich, ob er überhaupt ins Bild passte. Die genaue Formulierung seiner Selbstzweifel ist nicht sicher belegt, doch sie zeigen, wie sehr ihn das gängige Schönheitsideal verunsicherte. Nichols soll ihn schließlich mit dem Gedanken getröstet haben, die Figur sei im Inneren jüdisch. Auch diese Anekdote wird kolportiert, lässt sich aber nicht mit einer verlässlichen Quelle belegen. Fest steht: Mit Dustin Hoffman in The Graduate begann eine Karriere, die das Gesicht des amerikanischen Kinos verändern sollte.

New Hollywood: Als Regisseure wie Scorsese und Altman persönliche Filme drehten

Um zu verstehen, warum Dustin Hoffman in The Graduate mehr war als eine kluge Besetzung, lohnt ein Blick auf das Umfeld, in dem der Film 1967 erschien. In diesen Jahren begann in den USA eine Phase, die die Filmgeschichtsschreibung als „New Hollywood" bezeichnet. Sie dauerte üblicherweise von Mitte bis Ende der 1960er Jahre bis zum Ende der 1970er Jahre. Entgegen einer verbreiteten Kurzfassung endete sie also nicht erst 1985 mit dem Aufkommen des Blockbusters, wie ihn etwa der Videokassettenmarkt prägte.

Was diese Ära auszeichnete, war eine Verschiebung der Macht. Junge Regisseure nutzten die im Umbruch befindlichen Grundregeln des Studiosystems und drehten Filme, die erkennbar ihre eigenen waren. Robert Altman, Roman Polanski und Martin Scorsese gelten als die prägenden Namen dieser autorenorientierten Phase. Sie erzählten keine glatten Studiowaren mehr, sondern persönliche, eigensinnige Geschichten.

The Graduate als früher Meilenstein

Mitten in diesen Aufbruch fiel „The Graduate", der als früher Meilenstein der New-Hollywood-Ära gilt. Mike Nichols inszenierte die Geschichte des orientierungslosen College-Absolventen Benjamin Braddock, und mit ihm veränderte sich, wer überhaupt einen solchen Film tragen durfte. Genau hier setzt die eigentliche Geschichte an: bei einem Hauptdarsteller, der so gar nicht dem gängigen Bild des Leinwandhelden entsprach.

Vom Ausnahmefall zur Normalität: Wie Hoffman den Weg für Gene Hackman und Robert Duvall ebnete

Werfen Sie einen Blick auf die Besetzungslisten der späten sechziger Jahre, und Sie erkennen einen stillen Umbruch. Bis 1967 waren schwierige, zerrissene Protagonisten fast immer das Terrain von Darstellern wie Marlon Brando oder James Dean: Männer mit einer unbestreitbaren physischen Ausstrahlung, die selbst die Unsicherheit noch glamourös wirken ließen. Danach begann sich dieses Bild zu verschieben.

Nach 1967 wurden Hauptrollen nicht mehr ausschließlich mit klassischen Stars wie Robert Redford besetzt. Plötzlich standen auch Gesichter vor der Kamera, die man zuvor kaum für leading men gehalten hätte, und der prominenteste unter ihnen war Dustin Hoffman, dessen Durchbruch mit Dustin Hoffman in The Graduate zum Maßstab einer neuen Zeit wurde. Das war, für sich genommen, eine kleine Sensation.

In diesem Umfeld wird Hoffman immer wieder als Wegbereiter genannt, der Kollegen wie Gene Hackman und Robert Duvall den Boden bereitet habe. Diese kausale Zuschreibung sollten Sie mit Vorsicht lesen: Sie wird in vielen Darstellungen erzählt, lässt sich aber nicht hart belegen. Der Überlieferung nach veränderte sich eher das gesamte Klima, und Hoffman war eine seiner sichtbarsten Figuren.

Diese Linie ist bis heute nicht abgerissen. Schauspieler wie Jesse Eisenberg, Jonah Hill und Jason Schwartzman stehen in einer Tradition, die ohne die Öffnung jener Jahre kaum denkbar wäre.

Hätte Al Pacino den Paten ohne Dustin Hoffmans Erfolg bekommen?

Vier Jahre nach The Graduate verlor Robert Redford Berichten zufolge eine weitere Rolle. Bei dem neuen Gangsterfilm, aus dem Der Pate werden sollte, drängte Paramount-Produzent Bob Evans den Regisseur Francis Ford Coppola, Redford für die Hauptrolle zu besetzen. Coppola aber wollte einen anderen: den damals weitgehend unbekannten Al Pacino. Der Überlieferung nach war Pacino ein amerikanischer Schauspieler sizilianischer Herkunft, dessen genaue Körpergröße je nach Quelle unterschiedlich angegeben wird.

Und genau hier wird es spannend. Denn die naheliegende Schlussfolgerung lautet: Ohne den Erfolg von The Graduate hätte Al Pacino die Rolle des Michael Corleone vielleicht nie erhalten. Diese These ist jedoch spekulativ. Sie beruht auf der Annahme, dass ein einziger Film das gesamte Besetzungskalkül Hollywoods verändert habe. Zwar wird die Besetzung Pacinos tatsächlich mit einem allgemeinen Wandel in Verbindung gebracht, den Filme wie The Graduate angestoßen haben. Eine direkte Kausalkette lässt sich daraus aber nicht ableiten.

Was sich mit Sicherheit sagen lässt: Coppola wollte Pacino, und Evans wollte Redford. Am Ende setzte sich Coppola durch. Ob dieser Ausgang ohne Dustin Hoffmans Durchbruch in The Graduate anders verlaufen wäre, bleibt eine offene Frage, über die man trefflich streiten kann.

Tootsie auf Platz eins? Eine Schauspieler-Umfrage und ihre Grenzen

Zum Schluss ein kleiner ironischer Bogen. Einer aktuellen Liste der besten Filme aller Zeiten, über die ausschließlich Schauspielerinnen und Schauspieler abgestimmt haben sollen und keine Kritiker, steht Berichten zufolge ausgerechnet Tootsie auf Platz eins. Auf Platz zwei folgt demnach Der Pate. Beide Platzierungen sind allerdings nicht gesichert, sondern kursieren als Ergebnis einer solchen Umfrage, deren genaue Herkunft offenbleibt.

Und was hat Dustin Hoffman mit Tootsie zu tun? Eine ganze Menge. In dieser Komödie spielt er den Schauspieler Michael Dorsey, der sich als Frau verkleidet, um überhaupt eine Rolle zu bekommen. Das ist verbürgt und gehört zu den bekanntesten Handlungselementen des Films.

Man darf die Pointe durchaus genießen. Der Mann, der 1967 in The Graduate als Benjamin Braddock antrat, weil er gerade nicht dem klassischen Schönheitsideal entsprach, landete Jahre später in einer Frauenrolle. Erst sprengte er die Erwartung an den Hauptdarsteller, dann spielte er gleich deren Gegenentwurf. Ein schöner Kreis, findet man.

Ob Tootsie tatsächlich die Nummer eins einer solchen Schauspieler-Liste ist, lässt sich seriös nicht bestätigen. Solche Ranglisten sind Momentaufnahmen eines bestimmten Kreises, sie veralten schnell und sagen mehr über die Abstimmenden aus als über die Filmgeschichte. Als hübsche Anekdote taugen sie allemal. Als Urteil über das Kino eher weniger.

Weitere Bilder

Häufig gestellte Fragen

Warum wurde Robert Redford nicht für die Hauptrolle in The Graduate besetzt?

Robert Redford galt zunächst als natürlicher Kandidat für Benjamin Braddock, denn er war genau der Typ blonder, gutaussehender Leinwandstar, den das Studio suchte. Regisseur Mike Nichols wollte die Figur jedoch mit neurotischen Zügen und Unsicherheiten zeigen. Redford wirkte dafür zu glatt und zu souverän, also entschied sich Nichols für den unbekannten Dustin Hoffman.

Wie veränderte Dustin Hoffman mit The Graduate das Bild des Hollywood-Hauptdarstellers?

Vor 1967 waren zerissene junge Helden meist Schauspielern wie Marlon Brando oder James Dean vorbehalten, die dennoch klassische Attraktivität ausstrahlten. Nach The Graduate wurden Hauptrollen zunehmend auch mit unkonventionellen Darstellern besetzt. Hoffman wird als Wegbereiter für Kollegen wie Gene Hackman und Robert Duvall genannt, und dieses veränderte Rollenverständnis wirkt bis heute nach.

Was bedeutet der Begriff New Hollywood und welche Regisseure prägten ihn?

Als New Hollywood wird die Phase bezeichnet, in der Regisseure wie Robert Altman, Roman Polanski und Martin Scorsese persönliche, autorenorientierte Filme drehten. Sie nutzten den Wandel des Studiosystems für eigenwillige Stoffe. Der Überlieferung nach wird diese Ära von der Mitte der 1960er Jahre bis zum Ende der 1970er Jahre datiert, nicht bis 1985, wie es manche Darstellungen nahelegen.

Hätte Al Pacino die Rolle des Michael Corleone ohne Dustin Hoffmans Erfolg erhalten?

Diese Frage lässt sich nicht endgültig beantworten. Fest steht, dass Paramount-Produzent Bob Evans bei dem neuen Gangsterfilm darauf drängte, einen Star wie Robert Redford zu besetzen, während Francis Ford Coppola lieber den damals wenig bekannten Al Pacino wollte. Ob Hoffmans Erfolg mit The Graduate diesen Wandel begünstigte, bleibt eine offene, spekulative Überlegung.

Warum hielt Dustin Hoffman sich selbst für zu jüdisch für die Rolle des Benjamin Braddock?

Berichten zufolge zweifelte Hoffman an seinem Aussehen und meinte, er wirke für diese Rolle zu jüdisch. Mike Nichols soll ihn daraufhin überzeugt haben, dass die Figur im Inneren jüdisch sei. Beide Aussagen werden kolportiert, sind aber nicht sicher belegt, weshalb sie hier als überlieferte Anekdoten und nicht als gesicherte Tatsachen stehen.

Welcher Film steht laut einer Schauspieler-Umfrage auf Platz eins der besten Filme aller Zeiten?

Einer Schauspieler-Umfrage zufolge, die nicht von Kritikern, sondern von Darstellern selbst gewählt wurde, steht Tootsie an der Spitze. In diesem Film spielt Dustin Hoffman einen Schauspieler, der sich als Frau verkleidet, um eine Rolle zu bekommen. Der zweite Platz ging dem Bericht nach an Der Pate. Diese Rangfolge ist allerdings nicht sicher bestätigt. Hinweis der Redaktion: Nicht abschließend belegte Details werden im Text ausdrücklich als unbestätigt gekennzeichnet.

Haben Sie eine Meinung dazu? Beteiligen Sie sich unten an der Diskussion →

Kommentare 0

Noch keine Kommentare. Seien Sie der Erste.

Kommentar hinterlassen

Kommentare werden vor der Veröffentlichung geprüft. Ihre E-Mail-Adresse wird nie veröffentlicht, und wir speichern Ihre IP-Adresse nicht. Siehe unsere Datenschutzerklärung.

Verpassen Sie keine Geschichte

Erhalten Sie einen kurzen Hinweis, sobald wir etwas Neues veröffentlichen — kein Spam, nur die Geschichten, die Ihre Zeit wert sind. Jederzeit abschaltbar.