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Def Leppard Hysteria: Die dramatische Entstehung eines Meisterwerks

Die Entstehungsgeschichte von Def Leppards Hysteria ist eine der dramatischsten der Rockgeschichte: Zwischen 1984 und 1987 kämpfte die Band aus Sheffield gegen einen schweren Autounfall des Schlagzeugers, ein jahrelanges Produktionschaos und beinahe den Zerfall der Gruppe, bevor das Album am 3. August 1987 endlich erschien und sich weltweit über 20 Millionen Mal verkaufte. Stellen Sie sich vor, Sie arbeiten über drei Jahre an einem Album, während Ihr Schlagzeuger nur noch einen Arm hat und Ihr Produzent ständig neue Ideen verwirft: Genau das erlebten die fünf Musiker, und am Ende entstand ein Meisterwerk, das die Regeln des Rock neu definierte.

Wichtige Fakten
  • Die ersten Demos zu Hysteria entstanden 1984 in Dublin, die eigentlichen Studioaufnahmen begannen im August 1984 in den Wisseloord Studios in den Niederlanden.
  • Schlagzeuger Rick Allen entwickelte nach seinem Autounfall ein spezielles Schlagzeug-Setup, das es ihm ermöglichte, mit einem Arm weiterzuspielen.
  • Produzent Mutt Lange und die Band verwarfen mehrere komplette Aufnahmesessions, weil ihnen die Ergebnisse nicht gut genug waren.
  • Der Hit Pour Some Sugar on Me entstand erst spät im Produktionsprozess und wurde in nur zwei Wochen fertiggestellt.
  • Hysteria erreichte in den USA Platz 1 der Billboard-Charts und blieb dort insgesamt 96 Wochen in den Top 40.

Das Wichtigste in Kürze

Def Leppard nahm Hysteria zwischen 1984 und 1987 unter extremen Bedingungen auf. Schlagzeuger Rick Allen verlor bei einem Autounfall 1984 seinen linken Arm, Produzent Mutt Lange verlangte Perfektion bis zur Selbstaufgabe, und die Band stand mehrfach vor dem Aus. Das Ergebnis wurde ein weltweiter Erfolg mit über 20 Millionen verkauften Exemplaren.

Ein Album wie ein Film: Die Geschichte hinter Def Leppards Hysteria

Am 3. August 1987 erschien mit Hysteria das vierte Studioalbum der britischen Hard-Rock-Band Def Leppard bei Mercury Records. Was wie eine unscheinbare Veröffentlichung klingt, entpuppte sich als eines der dramatischsten Kapitel der Rockgeschichte. Die Entstehungsgeschichte von Hysteria liest sich wie ein Drehbuch: ein Autounfall, ein Produzentenwechsel, jahrelange Sessions und eine Band, die mehrmals kurz vor dem Zerfall stand. Am Ende wartete ein weltweiter Erfolg, der sich über 20 Millionen Mal verkaufte.

Stellen Sie sich vor: Sie haben mit dem Vorgängeralbum Pyromania den Durchbruch geschafft, die Stadien sind gefüllt, die Plattenfirma fordert den nächsten Streich. Und dann wirft das Leben Ihnen eine Bowlingkugel zwischen die Beine. Genau das passierte Def Leppard, einer Band aus Sheffield, die Ende der Siebzigerjahre gegründet wurde und mit ihrem melodischen Hard Rock den Sound der Achtziger prägen sollte.

Die Geschichte beginnt im Februar 1984. Die Band beendet die ausgedehnte Tournee zu Pyromania und zieht sich nach Dublin zurück, um neue Songs zu schreiben. Mit dabei: tragbare Vierspur-Rekorder von Fostex und die Vision, den Vorgänger noch zu übertreffen. Erste Demos zu Stücken wie "Animal", "Gods of War" und "Armageddon It" entstehen. Doch der bewährte Produzent Robert John "Mutt" Lange, der maßgeblich am Erfolg von Pyromania beteiligt war, zieht sich zurück. Die Band sucht Ersatz und findet ihn in Jim Steinman, dem legendären Songwriter hinter Meat Loafs Bat Out of Hell.

Am 11. August 1984 beginnen die Aufnahmen in den Wisseloord Studios in den Niederlanden. Doch die Zusammenarbeit scheitert schnell an fundamentalen Differenzen. Steinman will rohe, emotionale Aufnahmen, die Band strebt nach glänzender Perfektion im Stil von Michael Jacksons Thriller. Sänger Joe Elliott bringt es später auf den Punkt: "Er wollte sich nicht ändern, wir wollten keine Kompromisse machen." Im Oktober 1984 ist Schluss. Nach drei Monaten Arbeit existieren lediglich rudimentäre Schlagzeug- und Bassspuren für sieben Songs.

Die Band versucht es daraufhin mit dem Toningenieur Nigel Green, doch ohne die zentrale Figur Mutt Lange fehlt die Richtung. Das Projekt droht zu versanden. Dann, am 31. Dezember 1984, ereignet sich die Katastrophe: Schlagzeuger Rick Allen verunglückt mit seinem Corvette schwer und verliert seinen linken Arm. Für die meisten Musiker wäre dies das Karriereende gewesen. Allen jedoch kämpft sich zurück und entwickelt ein spezielles elektronisches Pedalsystem, mit dem er einarmig weiter Schlagzeug spielen kann. Die Band steht hinter ihm und beschließt, gemeinsam weiterzumachen.

Im Sommer 1985 kehrt Mutt Lange zurück. Diesmal geht es nach Paris, um die Vocals aufzunehmen. Doch Lange ist mit dem Gehörten unzufrieden. Sein Urteil ist vernichtend: "Das klingt wie Pyromania 2." Er lässt die Band von vorne beginnen. Weitere 18 Monate im Studio folgen. Dazu kommen ein Autounfall, bei dem sich Lange leicht am Bein verletzt, und eine Mumps-Erkrankung von Joe Elliott Ende 1986. Die Produktion zieht sich in die Länge, die Kosten explodieren. Laut David Simone, damals Chef von Phonogram Records, könnte Hysteria das teuerste Album sein, das je in Großbritannien produziert wurde. Gitarrist Phil Collen erinnert sich, dass das Album mindestens fünf Millionen Mal verkauft werden musste, um überhaupt Gewinn abzuwerfen.

Die Aufnahmemethode war ungewöhnlich. Die Gitarren wurden zunächst zu einem Metronom eingespielt, das von einer LinnDrum erzeugt wurde. Alle weiteren Instrumente wurden Schicht für Schicht darübergelegt. Die Drums kamen erst ganz am Ende dazu, weil sich die Songstrukturen ständig änderten. Erst im Januar 1987 fanden die letzten Aufnahmen statt, darunter "Armageddon It" und das in nur zwei Wochen fertiggestellte "Pour Some Sugar on Me". Drei weitere Monate verbrachte Lange mit dem Mix. Im Februar kamen noch B-Seiten wie "Tear It Down" und "I Wanna Be Your Hero" hinzu.

Als Hysteria schließlich am 3. August 1987 erscheint, ist es mit 62 Minuten und 32 Sekunden das längste Studioalbum der Bandgeschichte. Das Booklet enthält eine Entschuldigung an die Fans: "Es tut uns leid, dass wir Sie so lange haben warten lassen. Es wird nicht wieder so lange dauern." Ein Versprechen, das die Band nicht halten konnte. Nach dem Tod von Gitarrist Steve Clark im Jahr 1991 dauerte es bis 1992, bis mit Adrenalize der Nachfolger erschien.

Der Unfall, der alles veränderte: Rick Allen verliert seinen linken Arm

Am 31. Dezember 1984 nahm das Leben von Def-Leppard-Schlagzeuger Rick Allen eine dramatische Wende. In seiner Heimat England verlor er die Kontrolle über seinen Corvette, der Wagen überschlug sich mehrfach. Die Bilanz des Unglücks war verheerend: Sein linker Arm musste amputiert werden. Für die meisten Musiker hätte dies das Karriereende bedeutet. Für Allen begann an diesem Tag jedoch ein Kapitel, das bis heute als eines der beeindruckendsten Comebacks der Rockgeschichte gilt.

Die Nachricht von dem Unfall traf die Band mitten in den Arbeiten zum vierten Studioalbum. Die Musiker standen vor einer schwierigen Entscheidung. Doch sie zögerten keine Sekunde. „Wir machen mit Rick weiter“, lautete die klare Ansage. Allen selbst gab sich nicht geschlagen. Mit einer eigens entwickelten Konstruktion aus elektronischen Pedalen, die er mit den Füßen bediente, kompensierte er den Verlust seines Arms. Es war ein mühsamer Lernprozess, der Monate intensiven Übens erforderte. Doch der Schlagzeuger bewies eine Beharrlichkeit, die seine Bandkollegen tief beeindruckte.

Die Öffentlichkeit reagierte auf das Unglück mit enormer Anteilnahme. Die Medien berichteten ausführlich über Allens Schicksal und seinen erstaunlichen Weg zurück ans Schlagzeug. Dieses öffentliche Interesse, ja die geradezu hysterische Aufmerksamkeit, die den Musiker und die Band in dieser Zeit umgab, inspirierte schließlich den Titel des Albums. Hysteria war damit weit mehr als nur ein griffiger Name. Der Titel war eine direkte Anspielung auf das mediale Echo und die emotionale Aufgewühltheit jener Monate.

Die Band hielt während der gesamten Produktionsphase zu ihrem Schlagzeuger. Diese Loyalität zahlte sich aus. Allen entwickelte einen einzigartigen Spielstil, der die elektronischen Pedale nahtlos in das rhythmische Gefüge integrierte. Die Entstehungsgeschichte von Hysteria wäre ohne diesen Moment der Krise und des Zusammenhalts eine vollkommen andere. Der Unfall wurde zum Wendepunkt, der die Band nicht spaltete, sondern enger zusammenschweißte. Aus der Tragödie erwuchs eine künstlerische Entschlossenheit, die sich letztlich in einem der erfolgreichsten Rockalben aller Zeiten manifestierte.

Drei Jahre, zwei Produzenten, ein Scherbenhaufen: Die zähe Entstehung

Die Entstehungsgeschichte von Def Leppard Hysteria liest sich wie ein einziger, überlanger Albtraum, aus dem am Ende doch noch ein Traumresultat wurde. Kaum war die Pyromania-Tournee im Februar 1984 zu Ende gegangen, zog sich die Band aus Sheffield nach Dublin zurück, um die ersten Fundamente für das nächste Album zu legen. In ihren Händen hielten sie damals schlichte Fostex-Vierraumtonbandgeräte, im Kopf aber bereits die Vision von millionenschweren Hits. Erste Skizzen zu Songs wie Animal, Gods of War und Armageddon It entstanden in diesen frühen Sessions.

Doch so vielversprechend der Anfang auch klang, so schnell geriet das Projekt ins Stocken. Der langjährige Produzent Robert John „Mutt" Lange, der die Band zuvor zum Erfolg geführt hatte, erklärte sich zunächst für nicht verfügbar. Die Gruppe suchte daher nach einem Ersatz und wurde in Jim Steinman fündig, dem legendären Songwriter und Produzenten, der zuvor mit Meat Loaf und Bonnie Tyler gearbeitet hatte. Am 11. August 1984 begannen die Aufnahmen in den Wisseloord Studios in den Niederlanden, mit Steinman an den Reglern und Neil Dorfsman als Toningenieur.

Doch die Zusammenarbeit erwies sich als schwierig. Steinman verfolgte eine klare künstlerische Linie: Er wollte rohen, ungeschliffenen Rock mit Seele und Wucht. Die Band hingegen hatte nach dem Erfolg von Pyromania einen anderen Anspruch entwickelt. Sänger Joe Elliott formulierte den Konflikt später unmissverständlich: „Er wollte sich nicht ändern, und wir wollten keine Kompromisse machen." Die Folge war eine schwere künstlerische Krise, die im Oktober 1984 schließlich in der Entlassung Steinmans gipfelte. Auch Toningenieur Neil Dorfsman zog sich aus dem Projekt zurück, um mit den Dire Straits zu arbeiten.

Was nach drei Monaten harter Arbeit übrig blieb, war ernüchternd: lediglich spärliche Drum- und Bassaufnahmen von sieben Songs. Die Band stand vor einem Scherbenhaufen und musste sich neu orientieren. Man entschied sich, mit dem Toningenieur Nigel Green weiterzumachen, doch ohne die lenkende Hand eines erfahrenen Produzenten verloren die Sessions zunehmend an Fokus. Gitarrist Steve Clark beschrieb die Atmosphäre später als chaotisch und unproduktiv, das Studio glich eher einem unaufgeräumten Wohnzimmer als einem professionellen Arbeitsort.

Dann ereignete sich am 31. Dezember 1984 der Schicksalsschlag, der das Projekt endgültig zu überschatten drohte. Schlagzeuger Rick Allen verlor bei einem schweren Autounfall mit seinem Corvette seinen linken Arm. Für viele Bands wäre dies das definitive Aus gewesen. Doch Allen weigerte sich aufzugeben. Er entwickelte ein spezielles elektronisches Pedalsystem, das ihm ermöglichte, auch mit nur einem Arm weiterhin Schlagzeug zu spielen. Die Band stellte sich geschlossen hinter ihren Freund und Kollegen und beschloss, das Projekt fortzusetzen.

Erst im Sommer 1985 kehrte Mutt Lange zurück, diesmal nach Paris, um die Gesangsaufnahmen zu betreuen. Doch was er dort zu hören bekam, gefiel ihm ganz und gar nicht. Sein Urteil war vernichtend: Das Material klang seiner Meinung nach wie „Pyromania 2", also wie eine blasse Kopie des Vorgängers. Lange verwarf daraufhin den Großteil der bisherigen Arbeit und bestand auf einem vollständigen Neuanfang. Weitere achtzehn Monate im Studio sollten folgen, geprägt von Langes Perfektionismus und dem unermüdlichen Willen, ein Album zu schaffen, das in seiner Klangästhetik neue Maßstäbe setzen würde.

Mutt Langes Perfektionismus: Technik, Rockman-Amps und Fairlight-Sampler

Mutt Lange, der legendäre Produzent, hatte eine kühne Vision für dieses Album: Er wollte ein Hard-Rock-Werk schaffen, bei dem jeder einzelne Song als Single bestehen konnte, ganz nach dem Vorbild von Michael Jacksons "Thriller". Die Messlatte lag also denkbar hoch, und der Weg dorthin führte über eine geradezu obsessive Detailverliebtheit.

Um diesen makellosen Sound zu erreichen, griff die Band zu ungewöhnlichen Mitteln. Die Gitarren wurden über einen Rockman-Verstärker aufgenommen, ein Gerät, das Tom Scholz, der Gitarrist von Boston, entwickelt hatte. Toningenieur Mike Shipley beschrieb das Gerät später gegenüber dem Magazin "Mix" als klanglich miserabel. Es hatte angeblich einen schrecklichen Sound und keinerlei Seele. Doch für Langes Zweck war es ideal: Andere Verstärker klangen zu "crunchy", also zu verzerrt und schmutzig. Der Rockman hingegen ermöglichte es, viele Gitarrenspuren sauber übereinanderzuschichten, ohne dass das Ergebnis matschig wurde. So entstand jener dichte, glasige Gitarrenwall, der das Album bis heute prägt.

Ein noch größerer Aufwand wurde bei den Drums betrieben. Sämtliche Schlagzeugklänge wurden von Lange und seinem Team gesampelt und über einen Fairlight CMI, einen frühen digitalen Sampler, eingespielt. Die Technik war damals jedoch noch in den Kinderschuhen. Wegen der 8-Bit-Technik mussten die Aufnahmen halb so schnell laufen, um dem Drum-Sound die gewünschte Tiefe und den nötigen Ton zu verleihen. Das bedeutete: Die Musiker spielten ihre Parts in Zeitlupe ein, und das Ergebnis wurde anschließend auf Normalgeschwindigkeit beschleunigt. Eine diffizile Angelegenheit, die viel Geduld und Fingerspitzengefühl erforderte.

Die Arbeitsweise im Studio war entsprechend unkonventionell. Die Musiker nahmen ihre Parts getrennt voneinander auf, nie gemeinsam im Raum. Die Songstrukturen änderten sich während der Aufnahmen ständig, was die Arbeit nicht einfacher machte. Deshalb wurden die Drums, das rhythmische Fundament eines jeden Songs, erst ganz zum Schluss aufgenommen. Erst wenn alle anderen Instrumente und der Gesang standen, wurde das Schlagzeug über das Fairlight-System programmiert und eingespielt. Diese Vorgehensweise machte die Produktion zu einem Puzzle, bei dem jedes Teil exakt an seinen Platz passen musste. Die Def Leppard Hysteria Entstehungsgeschichte ist ohne diesen beispiellosen Perfektionismus nicht zu verstehen.

Krankheit, Unfälle und ein letzter Hit in letzter Minute

Als wäre die Produktionsgeschichte nicht schon kompliziert genug gewesen, schien das Schicksal gegen Ende der Arbeiten noch einmal alle Register ziehen zu wollen. Produzent Robert John „Mutt" Lange erlitt einen Autounfall, bei dem er sich glücklicherweise nur leicht verletzte. Kurz darauf, Ende 1986, erkrankte Sänger Joe Elliott an Mumps. Für die ohnehin angeschlagene Band bedeuteten diese Vorfälle weitere kostbare Wochen im Studio, die sich einfach nicht aufholen ließen.

Doch die Band biss die Zähne zusammen. Die letzten Aufnahmen fanden schließlich im Januar 1987 statt. Zwei Titel standen auf dem Programm: „Armageddon It" sowie ein Song, der in nur zwei Wochen fertiggestellt wurde und sich als einer der größten Hits der Bandgeschichte erweisen sollte: „Pour Some Sugar on Me". Es ist bemerkenswert, dass ausgerechnet dieser Track, der später zur Hymne werden sollte, so schnell entstanden ist. Die Inspiration war offenbar einfach da, als der Druck am größten war.

Anschließend widmete sich Lange weitere drei Monate dem Mix. Im Februar 1987 nahm die Band zusätzlich B-Seiten auf, darunter „Tear It Down" und „I Wanna Be Your Hero". Diese Stücke waren für die Single-Auskopplungen gedacht und zeigen die Band in einem etwas lockereren, experimentierfreudigeren Modus, fernab des perfektionistischen Anspruchs, der die Albumtracks prägte.

Erst nach über drei Jahren Produktionszeit war es endlich so weit. Am 3. August 1987 erschien „Hysteria" über Mercury Records. Die Erleichterung in der Band war spürbar, denn was als ehrgeiziges Projekt begonnen hatte, war zwischenzeitlich zu einer endlosen Geduldsprobe geworden. Niemand ahnte damals, dass sich die monatelange Qual in einen der erfolgreichsten Rockalben der 1980er Jahre verwandeln würde. Die Def Leppard Hysteria Entstehungsgeschichte ist damit ein Paradebeispiel dafür, dass musikalisches Genie manchmal genau die Zeit braucht, die es braucht, ganz gleich, wie ungeduldig alle Beteiligten werden.

Vom Kritikerliebling zum Millionen-Erfolg: Hysteria erobert die Charts

Als Hysteria am 3. August 1987 endlich in den Läden stand, war die Erleichterung bei Def Leppard riesig, doch der ganz große kommerzielle Triumph ließ zunächst auf sich warten. Besonders in den USA startete das Album schleppend, die lange Pause nach Pyromania hatte den Momentum gebremst. Erst die vierte Singleauskopplung Pour Some Sugar on Me entfachte das Feuer, das das Album schließlich an die Spitze der Billboard 200 und der UK Albums Chart katapultierte. Am Ende verkaufte sich Hysteria weltweit über 20 Millionen Mal und wurde in den USA mit 12-fach Platin ausgezeichnet, ein Meilenstein, der die Band endgültig in den Olymp des Rocks hob.

Die strategische Entscheidung, in Amerika zunächst mit Women als erste Single zu starten, um die treue Rock-Anhängerschaft zurückzugewinnen, zahlte sich nur bedingt aus. Zwar erreichte der Song die Top 10 der Rock-Charts, in den Billboard Hot 100 kam er jedoch nicht über Platz 80 hinaus. Der Durchbruch gelang erst mit Pour Some Sugar on Me, das wie eine Bombe einschlug und das Album fast ein Jahr nach seiner Veröffentlichung auf Platz 1 der Billboard 200 hievte. Insgesamt stand Hysteria dort dreimal an der Spitze, über einen Zeitraum von sechs Wochen hinweg.

Die Single-Ausbeute war beeindruckend: Love Bites eroberte Platz 1 der Billboard Hot 100, drei weitere Singles schafften es in die Top 10. Insgesamt wurden in den USA sieben Singles ausgekoppelt, jede einzelne wurde zu einem Radio-Hit. Das Album selbst blieb bemerkenswerte 96 Wochen in den Top 40 der Billboard 200, ein Rekord für die 1980er Jahre, den es sich mit Bruce Springsteens Born in the U.S.A. teilt.

Die wirtschaftliche Dimension dieses Erfolgs war enorm, denn die Produktionskosten hatten beinahe existenzbedrohende Ausmaße angenommen. David Simone, damals Chef von Phonogram Records, äußerte die Einschätzung, dass Hysteria möglicherweise das teuerste Album war, das je in Großbritannien produziert wurde. Gitarrist Phil Collen bezifferte die Notwendigkeit auf mindestens fünf Millionen verkaufte Exemplare, nur um die Kosten zu decken. Dass das Album diese Marke um ein Vielfaches übertraf, war für die Band eine immense Erleichterung, wie Sänger Joe Elliott 2008 im Interview mit dem Kerrang! Magazin rückblickend erklärte: Die ersten Alben hätten vielversprechend begonnen, doch bei Hysteria sei einfach alles zusammengekommen. Er räumte zwar ein, dass Rick Allens Unfall eine Welle der Sympathie ausgelöst haben mochte, betonte aber, dass ohne die Songs nichts funktioniert hätte. Man habe für dieses Album wahrhaft wie Sklaven gearbeitet.

Die Chart-Erfolge waren dabei keineswegs auf Amerika beschränkt. In Großbritannien erreichte das Album bereits in seiner ersten Woche die Spitzenposition, auch Europa empfing es mit offenen Armen. Ein besonderer Moment ereignete sich am 8. Oktober 1988, als Def Leppard in der Billboard gleich doppelt auf Platz 1 stand: sowohl mit der Single Love Bites als auch mit dem Album Hysteria. Ein seltenes Kunststück, das die komplette Dominanz der Band in jener Phase unterstrich.

Die Kritiker, die das Album zunächst als zu steril und digital gescholten hatten, verstummten angesichts dieser Zahlen. Was als mechanischer Pop-Metal abgetan wurde, entpuppte sich als das kommerziell erfolgreichste Werk der Bandgeschichte. Mit einer Spielzeit von 62 Minuten und 32 Sekunden bleibt Hysteria bis heute das längste Studioalbum von Def Leppard, ein monumentales Werk, das die 1980er Jahre nachhaltig prägte und bis heute nichts von seiner Strahlkraft verloren hat. Die Entstehungsgeschichte von Hysteria ist damit nicht nur ein Kapitel Musikgeschichte, sondern auch eine Lektion darüber, dass sich Perfektionsdrang und künstlerische Vision am Ende auszahlen können.

Kritikerstimmen: Pop-Metal-Meisterwerk oder seelenlose Maschine?

Als Hysteria im August 1987 endlich in den Regalen stand, waren sich die Kritiker keineswegs einig. Die einen feierten das Album als brillanten Wurf, die anderen bemängelten einen sterilen, überproduzierten Klang und sprachen abfällig von mechanischem Pop-Metal. Die Wahrheit liegt, wie so oft, irgendwo dazwischen, doch die Zeit hat ein klares Urteil gefällt: Hysteria gilt heute als eines der prägendsten Rock-Alben der Achtzigerjahre.

Besonders die Tatsache, dass Schlagzeuger Rick Allen nach dem Verlust seines linken Arms im Dezember 1984 mit einem elektronisch unterstützten Drum-Set spielte, und Produzent Robert John "Mutt" Lange mit seiner obsessiven Arbeitsweise jeden Ton bis ins letzte Detail perfektionierte, ließ bei manchen Kritikern den Eindruck entstehen, hier habe eine Maschine Musik gemacht, nicht eine Band. Diese Stimmen blieben jedoch in der Minderheit.

Die Höchstwertung von AllMusic

Der renommierte AllMusic-Kritiker Steve Huey vergab die Höchstwertung von fünf Sternen und bezeichnete Hysteria als "wahrscheinlich bestes Pop-Metal-Album aller Zeiten". In seiner Besprechung führte er aus, dass der polierte Sound, den die Band bereits auf ihrem Vorgängeralbum Pyromania aus dem Jahr 1983 entwickelt hatte, hier zu einer regelrechten Obsession geworden sei. Das Ergebnis sei jedoch schlicht perfekt. Für Huey war das Album kein Heavy Metal mehr im klassischen Sinne, sondern reiner, in Vollendung ausgeführter Pop-Metal.

Auf den vorderen Plätzen der Bestenlisten

Mehrere Fachmagazine setzten Hysteria auf vordere Plätze ihrer jeweiligen Bestenlisten. Das US-Magazin Rolling Stone kürte das Album zum besten Hair-Metal-Album aller Zeiten und nahm es sogar in eine Liste der 50 Rock-Alben auf, die jeder Country-Fan besitzen sollte. Das Online-Magazin Loudwire platzierte Hysteria auf Rang zwei seiner 30 besten Hair-Metal-Alben, und The Ringer nannte es schlicht "das beste Hair-Metal-Album, das jemals gemacht wurde".

Die Zeitschrift Rock Hard führte Hysteria 2005 auf Platz 464 ihrer Liste der 500 besten Rock- und Metal-Alben. Auch das Buch "1001 Albums You Must Hear Before You Die" nahm das Werk in seine Sammlung auf.

"Ich war damals nicht in der Band, deshalb kann ich objektiv sprechen: Hysteria ist wirklich eines der größten Alben, die je gemacht wurden."

Gitarrist Vivian Campbell, der erst nach den Aufnahmen zu Def Leppard stieß

Bemerkenswert ist diese Aussage vor allem deshalb, weil Campbell die Entstehungszeit des Albums nicht persönlich miterlebt hat. Er kam erst 1992 zur Band, nachdem der langjährige Gitarrist Steve Clark im Januar 1991 verstorben war. Aus unabhängiger Perspektive fällt sein Lob daher umso schwerer ins Gewicht.

Die anfängliche Skepsis mancher Kritiker, die in Hysteria nur eine seelenlose Studio-Konstruktion sehen wollten, ist längst verklungen. Wer das Album heute hört, nimmt vor allem eines wahr: eine Band, die unter schwierigsten Bedingungen an ihre Grenzen ging und dabei einen Sound erschuf, der die Achtzigerjahre bis heute prägt. Die Def Leppard Hysteria Entstehungsgeschichte ist damit nicht nur ein Kapitel Musikgeschichte, sondern auch ein Beweis dafür, dass Beharrlichkeit und Perfektionsdrang sich auszahlen können.

Was wurde aus den Aufnahmen? B-Seiten, Deluxe-Editionen und Live-Auftritte

Die Entstehungsgeschichte von Def Leppard Hysteria endete 1987 keineswegs mit der Veröffentlichung des Albums. Im Gegenteil: Zahlreiche Aufnahmen aus den langen Studiosessions fanden erst Jahre später ihren Weg zu den Fans, und die Band hielt das Album durch Live-Auftritte und Wiederveröffentlichungen über Jahrzehnte hinweg lebendig.

Im Jahr 2006 erschien eine aufwendig gestaltete 2-CD-Deluxe-Edition von Hysteria. Diese Ausgabe enthielt neben dem remasterten Originalalbum eine Fülle an Bonusmaterial, darunter die B-Seiten Tear It Down, I Wanna Be Your Hero und Ring of Fire. Für Sammler und eingefleischte Anhänger der Band war diese Veröffentlichung ein wahres Fest, bot sie doch einen seltenen Einblick in die kreative Arbeit abseits der bekannten Hits.

Besonders reizvoll war dabei die Möglichkeit, Songs zu entdecken, die es nicht auf das finale Album geschafft hatten. Der Titel Tonight beispielsweise entstand während der Album-Sessions 1986/87, wurde jedoch verworfen und später für das Nachfolgewerk Adrenalize neu eingespielt. Solche Fundstücke machten die Deluxe-Edition zu einer spannenden Zeitreise durch die Entstehungsphase eines der bedeutendsten Rockalben der Achtzigerjahre.

Ein humorvoller Seitenblick: Stumpus Maximus and the Good Ol' Boys

Dass die Musiker von Def Leppard auch über sich selbst lachen konnten, bewiesen sie mit einer kuriosen Aufnahme aus derselben Schaffensperiode. Unter dem Pseudonym Stumpus Maximus and the Good Ol' Boys nahm die Gruppe eine Parodie-Version des Klassikers Release Me auf. Der Roadie Malvin Mortimer übernahm dabei den Gesang, während die Bandmitglieder im Hintergrund für die Begleitung sorgten. Diese humorvolle Einlage zeigt eine völlig andere Seite der Band, die ansonsten für ihren perfektionistischen Sound und ihre präzise produzierten Alben bekannt war.

Live-Erlebnisse und späte Würdigung

Die Live-Auftritte rund um Hysteria wurden ebenfalls dokumentiert und für die Nachwelt festgehalten. Im Jahr 2013 spielte die Band das Album in Las Vegas vollständig und live. Der Mitschnitt dieser Konzertreihe erschien unter dem Titel Viva! Hysteria und ermöglichte es Fans, die Songs in einer energiegeladenen Live-Atmosphäre neu zu erleben. Sieben Jahre später, im Jahr 2020, folgte ein weiterer Livemitschnitt aus der Londoner O2 Arena, der unter dem Namen Hysteria Live at the O2 veröffentlicht wurde. Beide Veröffentlichungen unterstreichen, welchen Stellenwert das Album bis heute im Repertoire der Band einnimmt.

Im Booklet der ursprünglichen Albumveröffentlichung von 1987 fand sich eine bemerkenswerte Geste: Die Band entschuldigte sich bei ihren Fans für die lange Wartezeit auf das neue Material und versprach, dass es in Zukunft nicht wieder so lange dauern würde. Dieses Versprechen konnten die Musiker jedoch nicht einhalten. Nach dem Tod des Gitarristen Steve Clark im Jahr 1991 vergingen erneut fünf Jahre, bis mit Adrenalize im Jahr 1992 das nächste Studioalbum erschien. Die Lebenswege der Bandmitglieder und die tragischen Ereignisse dieser Zeit machten eine schnellere Produktion schlichtweg unmöglich.

Die Veröffentlichungsgeschichte von Hysteria zeigt, wie ein Album über seinen eigentlichen Erscheinungstermin hinaus weiterlebt. Jede Neuauflage, jede Live-Dokumentation und jede Bonusveröffentlichung trägt dazu bei, die Erinnerung an einen Meilenstein der Rockgeschichte wachzuhalten, dessen Entstehung von so vielen Hindernissen und Rückschlägen geprägt war.

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Häufig gestellte Fragen

Was geschah mit Rick Allen und wie beeinflusste das Hysteria?

Schlagzeuger Rick Allen verlor am 31. Dezember 1984 bei einem schweren Autounfall seinen linken Arm. Statt aufzugeben, entwickelte er ein spezielles elektronisches Pedalsystem, mit dem er die fehlende Hand ausglich und weiterhin Schlagzeug spielen konnte. Sein Schicksal prägte den Albumtitel "Hysteria", der auf den Medienrummel um den Unfall anspielt.

Warum dauerte die Produktion so lange?

Die Entstehungsgeschichte von Hysteria erstreckte sich über mehr als drei Jahre, weil gleich mehrere Schicksalsschläge die Arbeit unterbrachen. Neben Rick Allens Unfall sorgten die Entlassung von Produzent Jim Steinman, die Rückkehr von Robert John "Mutt" Lange, eine Krankheit von Sänger Joe Elliott sowie Langes ausgeprägter Perfektionismus für ständige Verzögerungen.

Wer produzierte das Album und warum gab es einen Wechsel?

Ursprünglich sollte Jim Steinman, bekannt für seine Arbeit mit Meat Loaf, das Album produzieren. Doch bereits im Oktober 1984 wurde er entlassen, da es zwischen ihm und der Band zu unüberbrückbaren künstlerischen Differenzen kam. Daraufhin übernahm Robert John "Mutt" Lange erneut die Produktion, der bereits das Vorgängeralbum Pyromania betreut hatte.

Wie viele Exemplare wurden verkauft?

Hysteria entwickelte sich zum bis heute erfolgreichsten Album von Def Leppard. Weltweit wurden über 20 Millionen Exemplare verkauft, allein in den USA erreichte das Album 12-fach Platin. In Großbritannien und den USA eroberte Hysteria jeweils Platz 1 der Albumcharts und zählt zu den meistverkauften Rockalben der 1980er Jahre.

Welche Technologie wurde verwendet?

Für die Gitarrenaufnahmen griff die Band auf den Rockman-Verstärker zurück, ein Gerät, das Tom Scholz von der Band Boston entwickelt hatte. Die Schlagzeugklänge wurden mit einem Fairlight-CMI-Sampler erzeugt, einem damals hochmodernen digitalen Instrument. Zusätzlich kamen aufwendige Overdubs und Tonhöhenkorrekturen zum Einsatz, um den typischen, glatten Sound zu erreichen.

Welche Singles wurden ausgekoppelt?

In den USA erschienen insgesamt sieben Singles aus Hysteria. Die Power-Ballade "Love Bites" erreichte Platz 1 der Billboard Hot 100, während "Pour Some Sugar on Me" sich als eigentlicher Durchbruchshit erwies und das Album nach fast einem Jahr an die Spitze der Charts katapultierte. Drei weitere Singles schafften es in die Top 10 der US-Charts.

Warum gilt Hysteria als eines der besten Pop-Metal-Alben?

Die perfektionistische Produktion von Mutt Lange und die durchgängig hohe Qualität der Songs machen Hysteria zu einem Meilenstein des Pop-Metal. Jeder einzelne Titel hätte als Single bestehen können, was an Michael Jacksons "Thriller" orientiert war. Kritiker wie Steve Huey von AllMusic bezeichneten das Album als "wahrscheinlich bestes Pop-Metal-Album aller Zeiten". Hinweis der Redaktion: Einzelheiten zu persönlichen Erlebnissen der Bandmitglieder basieren auf öffentlichen Interviews und gelten als nicht unabhängig verifiziert.

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