31. Okt. 2026 RichtlinienImpressum Sitemap
EN

Perfekte Zahlen: Warum der 28. Juni ein besonderer Tag ist

Perfekte Zahlen faszinieren die Mathematik seit über 2000 Jahren, und der 28. Juni wird von Mathematikbegeisterten als inoffizieller Tag der vollkommenen Zahlen vorgeschlagen, da die 28 die zweite vollkommene Zahl ist. Die Zahl 28 ist nämlich die Summe ihrer echten Teiler, was sie zu einer perfekten Zahl macht. Dieser besondere Tag verbindet die zeitlose Entdeckung des Euklid mit der modernen Forschung, die bis heute nach weiteren Exemplaren dieser seltenen Zahlenklasse sucht.

Wichtige Fakten
  • Eine perfekte Zahl ist gleich der Summe ihrer echten Teiler, wobei die Zahl selbst ausgeschlossen wird.
  • Die ersten perfekten Zahlen sind 6, 28, 496 und 8128, wobei 28 die zweite in dieser Reihe ist.
  • Euklid beschrieb vor über 2000 Jahren eine Formel zur Erzeugung gerader perfekter Zahlen.
  • Leonhard Euler bewies später, dass jede gerade perfekte Zahl dieser euklidischen Formel folgt.
  • Die Suche nach ungeraden perfekten Zahlen bleibt ein offenes Problem der Mathematik.

Das Wichtigste in Kürze

Der 28. Juni wird als Tag der vollkommenen Zahlen vorgeschlagen, weil die Zahl 28 eine perfekte Zahl ist. Perfekte Zahlen sind natürliche Zahlen, die gleich der Summe ihrer echten Teiler sind. Euklid beschrieb eine Formel, Euler bewies später den Zusammenhang mit Mersenne-Primzahlen. Bislang sind nur gerade perfekte Zahlen bekannt.

Warum der 28. Juni ein Tag für perfekte Zahlen ist

Mathematikbegeisterte auf der ganzen Welt kennen den Pi-Tag: Am 14. März oder am 22. Juli wird die berühmte Kreiszahl mit Kuchen und Torten gefeiert. Doch es gibt ein Datum, das mindestens ebenso viel Aufmerksamkeit verdient: der 28. Juni. An diesem Tag könnten wir eigentlich die perfekten Zahlen würdigen, denn die 28 ist die zweite vollkommene Zahl überhaupt.

Die Idee klingt zunächst überraschend, ist aber mathematisch durchaus reizvoll. Während der Pi-Tag längst fester Bestandteil im Kalender vieler Naturwissenschaftler ist, wird der 28. Juni von Mathematikbegeisterten als inoffizieller Tag der vollkommenen Zahlen vorgeschlagen. Dabei hat dieser Termin einen besonderen Charme: Er lässt sich direkt aus der Zahl selbst ableiten, ganz ohne Näherungswerte oder Brüche.

Was macht die 28 so besonders? Um das zu verstehen, müssen wir einen Blick auf eine der faszinierendsten Zahlenfamilien der Mathematik werfen. Vollkommene Zahlen sind äußerst selten, und genau diese Seltenheit macht sie so spannend. Die 28 nimmt dabei eine Schlüsselposition ein, denn sie folgt direkt auf die kleinste perfekte Zahl, die 6. Diese beiden Zahlen bilden sozusagen das Fundament für alles, was in der Zahlentheorie folgt.

Stellen Sie sich vor, Sie könnten einen Tag im Jahr einer Zahl widmen, die seit Jahrtausenden Mystiker, Philosophen und Mathematiker gleichermaßen fasziniert. Der 28. Juni bietet sich dafür geradezu an: Er ist leicht zu merken, liegt mitten im Sommer und trägt mit der 28 eine Zahl im Kalender, deren mathematische Eleganz sich auf den zweiten Blick erschließt. Vielleicht sollten wir diesen Termin also nicht nur als ganz gewöhnlichen Junitag betrachten, sondern als verstecktes Juwel im Kalender aller Zahlenfreunde.

Was macht eine Zahl perfekt?

Die Definition ist verblüffend einfach: Eine positive ganze Zahl gilt als perfekt, wenn sie exakt der Summe ihrer echten Teiler entspricht. Gemeint sind damit alle Teiler außer der Zahl selbst. Mehr steckt nicht dahinter, und doch führt diese schlichte Regel zu einigen der seltensten und faszinierendsten Objekte der gesamten Mathematik.

Nehmen wir die Zahl 6, die kleinste perfekte Zahl überhaupt. Ihre Teiler sind 1, 2 und 3. Wenn Sie diese drei Zahlen addieren, erhalten Sie 1 + 2 + 3 = 6. Die Zahl ist also gleichsam in sich selbst zurückgekehrt. Dieses elegante Zusammenspiel macht 6 zur ersten perfekten Zahl.

Die zweite perfekte Zahl ist 28. Auch hier lohnt sich der genaue Blick. Die Teiler von 28 lauten 1, 2, 4, 7 und 14. Bilden Sie die Summe, ergibt sich 1 + 2 + 4 + 7 + 14 = 28. Wieder stimmt die Rechnung auf den Punkt. Diese beiden Beispiele zeigen das Prinzip bereits vollständig.

Die ersten vier perfekten Zahlen lauten 6, 28, 496 und 8128. Was diese Zahlen so besonders macht, ist ihre enorme Seltenheit. Über Jahrtausende hinweg waren tatsächlich nur diese vier Exemplare bekannt. Stellen Sie sich das einmal vor: Über einen Zeitraum von mehr als tausend Jahren kannte die gesamte Menschheit nur vier Zahlen, die dieser Bedingung genügen. Kein Wunder, dass diesen Zahlen seit jeher eine geradezu mystische Faszination anhaftet.

Die Suche nach weiteren perfekten Zahlen erwies sich über lange Zeit als extrem mühsam. Jeder neue Fund musste durch aufwendige Berechnungen bestätigt werden, und die Zahlen wachsen rasant an. Was heute mit Computern in Sekundenschnelle möglich ist, erforderte früher jahrelange Handarbeit. Diese Kombination aus einfacher Definition und außerordentlicher Seltenheit macht perfekte Zahlen bis heute zu einem der reizvollsten Kapitel der Zahlentheorie.

Mystik und Geschichte: Warum 6 und 28 seit jeher besonders wirken

Schon in der Antike haftete den ersten beiden perfekten Zahlen etwas Besonderes an. Die 6 und die 28 waren nicht einfach nur Rechengrößen, sie galten als Ausdruck einer höheren Ordnung. Berichten zufolge schrieb man ihnen über Jahrhunderte hinweg eine geradezu mystische Bedeutung zu, lange bevor die Mathematik sie systematisch erforschte.

Besonders deutlich wird diese Ehrfurcht bei Augustinus von Hippo, einem der einflussreichsten christlichen Denker der Spätantike, der von 354 bis 430 lebte. In seinem Hauptwerk "Vom Gottesstaat" zog er eine direkte Verbindung zwischen der Vollkommenheit dieser Zahlen und der Schöpfungsgeschichte. Dass die Welt in sechs Tagen erschaffen wurde, war für Augustinus kein Zufall, sondern die logische Konsequenz daraus, dass die 6 eine perfekte Zahl ist. Ebenso führte er den Mondzyklus von 28 Tagen auf die Vollkommenheit der 28 zurück. Für ihn war die Mathematik kein abstraktes Spielzeug, sondern ein Fenster zur göttlichen Ordnung der Welt.

Diese ehrfürchtige Haltung teilten viele Gelehrte der damaligen Zeit. Die perfekten Zahlen galten als seltene Kostbarkeiten, als etwas, das die Natur nur sparsam hervorbringt. Kein Wunder also, dass die ersten vier perfekten Zahlen, nämlich 6, 28, 496 und 8128, über ein Jahrtausend lang die einzigen bekannten Vertreter ihrer Art blieben. Wer sich mit ihnen beschäftigte, betrat gewissermaßen heiligen Boden.

Erst mit den Griechen begann der Übergang von der Mystik zur systematischen Forschung. Euklid, der berühmte Mathematiker, der um 300 vor Christus in Alexandria wirkte, war einer der Ersten, der die perfekten Zahlen nicht nur bestaunte, sondern ihre Struktur zu ergründen suchte. Er erkannte ein Muster, das den Schleier des Geheimnisvollen ein Stück weit lüftete, ohne den Zahlen jedoch etwas von ihrer Faszination zu nehmen.

Euklids Entdeckung: Das Muster hinter den perfekten Zahlen

Schauen Sie sich die ersten vier perfekten Zahlen einmal genauer an: 6, 28, 496 und 8128. Auf den ersten Blick wirken sie wie willkürliche Fundstücke. Doch dahinter verbirgt sich ein elegantes Muster, das der griechische Mathematiker Euklid um 300 v. Chr., also an der Wende vom 4. zum 3. Jahrhundert v. Chr., in seinen berühmten "Elementen" (Buch IX, Proposition 36) erstmals bewies. Seine Erkenntnis lautet: Wenn 2p − 1 eine Primzahl ist, dann ist das Produkt 2(p−1) × (2p − 1) garantiert eine perfekte Zahl.

Lassen Sie uns dieses Muster an den vier bekannten Beispielen nachvollziehen. Die Zahl 6 lässt sich schreiben als 2¹ × (2² − 1), also 2 × 3. Die 28 ergibt sich aus 2² × (2³ − 1), also 4 × 7. Bei 496 lautet die Zerlegung 2⁴ × (2⁵ − 1), also 16 × 31. Und schließlich ist 8128 gleich 2⁶ × (2⁷ − 1), also 64 × 127. In jedem dieser Fälle ist der zweite Faktor in der Klammer eine Primzahl: 3, 7, 31 und 127. Genau hier liegt der Schlüssel.

Doch Vorsicht: Nicht jede Zahl dieser Bauart ist automatisch perfekt. Ein kleines Experiment macht das deutlich. Wenn Sie p = 11 einsetzen, erhalten Sie 2¹⁰ × (2¹¹ − 1), also 1024 × 2047 = 2.096.128. Diese Zahl ist jedoch keine perfekte Zahl. Warum? Weil 2047 keine Primzahl ist. Die Zahl lässt sich nämlich zerlegen in 23 × 89. Dieser vermeintliche Kandidat entpuppt sich als sorgfältig getarnte Zusammensetzung. Genau dieser Umstand zeigt, wie anspruchsvoll die Suche nach perfekten Zahlen ist: Der zweite Faktor muss zwingend eine Mersenne-Primzahl sein, benannt nach dem französischen Mönch Marin Mersenne, der sich im 17. Jahrhundert intensiv mit Zahlen der Form 2p − 1 beschäftigte.

Die Entdeckung von Euklid blieb über zwei Jahrtausende lang eine Einbahnstraße. Erst im 18. Jahrhundert gelang es dem Schweizer Mathematiker Leonhard Euler, die Umkehrung zu beweisen: Jede gerade perfekte Zahl muss zwingend diese Form haben. Dieses Ergebnis firmiert heute als Satz von Euklid-Euler und bildet das Fundament der gesamten Forschung zu perfekten Zahlen. Beide Denker zusammen haben damit ein vollständiges Bild aller geraden perfekten Zahlen gezeichnet. Ob es auch ungerade perfekte Zahlen gibt, gehört bis heute zu den großen offenen Fragen der Mathematik.

Euler vervollständigt das Bild: Der Satz von Euklid-Euler

Fast zweitausend Jahre lang blieb die Frage offen, ob es außer den vier von den Griechen entdeckten vollkommenen Zahlen überhaupt weitere gibt. Erst im 18. Jahrhundert gelang dem Schweizer Mathematiker Leonhard Euler der entscheidende Durchbruch: Er bewies die Umkehrung des euklidischen Satzes. Damit war die Theorie der geraden vollkommenen Zahlen abgeschlossen.

Euklid hatte um 300 v. Chr. in seinen „Elementen" gezeigt, dass das Produkt 2^(p−1) × (2^p − 1) immer dann eine vollkommene Zahl ergibt, wenn 2^p − 1 eine Primzahl ist. Doch er konnte nicht beweisen, dass es keine anderen geraden vollkommenen Zahlen gibt. Genau diese Lücke schloss Euler in den Jahren 1747 bis 1749. Sein Beweis war eine Meisterleistung der Zahlentheorie, die an Klarheit und Eleganz bis heute nichts eingebüßt hat.

Gemeinsam bilden die beiden Erkenntnisse den sogenannten Satz von Euklid-Euler, einen der schönsten Meilensteine der Mathematikgeschichte. Er besagt: Eine gerade Zahl ist genau dann vollkommen, wenn sie sich in der Form 2^(p−1) × (2^p − 1) darstellen lässt, wobei 2^p − 1 eine Primzahl sein muss. Die Suche nach geraden vollkommenen Zahlen ist damit identisch mit der Suche nach Mersenne-Primzahlen, also Primzahlen der Form 2^p − 1.

Euler selbst trug zu diesem Forschungsfeld eine bemerkenswerte Entdeckung bei. Er fand heraus, dass 2^31 − 1 eine Primzahl ist. Diese Zahl blieb über 90 Jahre lang die größte bekannte Primzahl der Welt, ein Rekord, der bis heute Staunen hervorruft, wenn man bedenkt, dass Euler ohne Computer arbeitete.

Doch trotz dieses vollständigen Bildes für gerade Zahlen bleibt eine Frage offen, die Mathematiker seit Jahrhunderten beschäftigt: Gibt es auch ungerade vollkommene Zahlen? Bis heute konnte niemand eine solche Zahl finden, und ebenso wenig konnte jemand beweisen, dass sie nicht existiert. Diese offene Forschungsfrage zählt zu den ältesten ungelösten Problemen der Mathematik. Die Suche nach den perfekten Zahlen ist also noch lange nicht abgeschlossen, auch wenn der Satz von Euklid-Euler die eine Hälfte des Rätsels elegant gelöst hat.

Mersenne-Primzahlen und die Jagd nach Rekorden

Die Suche nach vollkommenen Zahlen führt uns unweigerlich zu einer besonderen Familie von Primzahlen, den sogenannten Mersenne-Primzahlen. Diese Zahlen sind das Herzstück der modernen Rekordjagd in der Mathematik, und sie verbinden die antiken Erkenntnisse von Euklid mit der Rechenpower des 21. Jahrhunderts.

Eine Mersenne-Zahl hat die Form 2p − 1, wobei p eine natürliche Zahl ist. Ist das Ergebnis zugleich eine Primzahl, spricht man von einer Mersenne-Primzahl. Der französische Mönch und Mathematiker Marin Mersenne untersuchte diese Zahlen im 17. Jahrhundert systematisch, weshalb sie seinen Namen tragen. Die Verbindung zu den vollkommenen Zahlen ist dabei alles andere als zufällig: Wie Euklid bereits um 300 v. Chr. in seinen "Elementen" bewies, entsteht aus jeder Mersenne-Primzahl 2p − 1 eine gerade vollkommene Zahl nach der Formel 2(p−1) × (2p − 1).

Diese Erkenntnis macht die Mersenne-Primzahlen zu einem äußerst praktischen Werkzeug. Denn anstatt mühsam nach vollkommenen Zahlen zu suchen, genügt es, Primzahlen der Form 2p − 1 zu finden. Allerdings ist das leichter gesagt als getan. Die Zahlen wachsen nämlich rasant an, und nicht jede Zahl dieser Form ist eine Primzahl. Das zeigte sich bereits im Mittelalter: 211 − 1 ergibt 2047, und diese Zahl ist keine Primzahl, denn sie lässt sich als 23 × 89 zerlegen. Solche Zahlen werden als Mersenne-Zahlen bezeichnet, sind aber keine Mersenne-Primzahlen.

Über Jahrhunderte hinweg waren die Mersenne-Primzahlen rar gesät. Bis zum 18. Jahrhundert kannte man nur wenige Exemplare. Der berühmte Schweizer Mathematiker Leonhard Euler entdeckte im 18. Jahrhundert die Mersenne-Primzahl 231 − 1, die über 90 Jahre lang die größte bekannte Primzahl blieb. Euler bewies zudem den Umkehrsatz zu Euklids Erkenntnis: Jede gerade vollkommene Zahl hat die Form 2(p−1) × (2p − 1), wobei 2p − 1 eine Primzahl sein muss. Dieses Ergebnis ist heute als Satz von Euklid-Euler bekannt. Ob es auch ungerade vollkommene Zahlen gibt, ist bis heute unbekannt und zählt zu den ältesten offenen Fragen der Mathematik.

Mit dem Aufkommen von Computern ab der Mitte des 20. Jahrhunderts erlebte die Suche nach Mersenne-Primzahlen einen enormen Aufschwung. Die Zahlen wurden immer größer, und die Rekorde lösten sich in immer kürzeren Abständen ab. Bis Ende 2024 sind insgesamt 52 Mersenne-Primzahlen bekannt. Die jüngste Entdeckung gelang im Oktober 2024, als ein Teilnehmer des verteilten Rechenprojekts GIMPS (Great Internet Mersenne Prime Search) eine neue Rekordzahl fand. Die Bestätigung erfolgte im Dezember 2024.

Diese 52. Mersenne-Primzahl ist zugleich die größte bekannte Primzahl überhaupt. Sie lautet 2136.279.841 − 1 und umfasst stolze 41.024.320 Dezimalstellen. Um sich diese Größenordnung vorzustellen: Würde man diese Zahl in einem Buch abdrucken, bräuchte es mehrere tausend Seiten. Die Zahl ist damit um ein Vielfaches größer als die Anzahl der Atome im beobachtbaren Universum, eine schwindelerregende Vorstellung.

Die Jagd nach Rekorden und ihre Belohnungen

Die Suche nach immer größeren Mersenne-Primzahlen ist nicht nur eine Frage des mathematischen Ehrgeizes. Die Electronic Frontier Foundation (EFF), eine Organisation, die sich für Bürgerrechte im digitalen Zeitalter einsetzt, hat für besondere Meilensteine Preisgelder ausgelobt. Wer eine Mersenne-Primzahl mit mindestens 100 Millionen Dezimalstellen findet und verifiziert, kann 150.000 US-Dollar gewinnen. Für eine Primzahl mit mindestens einer Milliarde Dezimalstellen sind sogar 250.000 US-Dollar ausgeschrieben. Diese Preise warten bis heute auf ihre Abholung.

Das Besondere an der modernen Suche nach Mersenne-Primzahlen ist ihre demokratische Struktur. Beim Projekt GIMPS, das seit 1996 aktiv ist, kann jede und jeder mitmachen. Interessierte laden sich eine kostenlose Software herunter, die im Hintergrund die Rechenleistung des eigenen Computers nutzt, um nach neuen Primzahlen zu suchen. Auf diese Weise haben auch Hobby-Mathematikerinnen und -Mathematiker ohne universitäre Anbindung die Chance, Mathematikgeschichte zu schreiben. Die Rekordzahl aus dem Oktober 2024 wurde beispielsweise von einem Teilnehmer gefunden, der seine Freizeit der Primzahljagd widmet.

Die Verbindung zwischen Mersenne-Primzahlen und vollkommenen Zahlen ist also bis heute von zentraler Bedeutung. Jede neu entdeckte Mersenne-Primzahl liefert automatisch eine neue vollkommene Zahl, und umgekehrt führt jede gerade vollkommene Zahl auf eine Mersenne-Primzahl zurück. Diese elegante Symmetrie, die vor über 2.000 Jahren von Euklid erkannt und von Euler vervollständigt wurde, treibt die mathematische Forschung bis in die Gegenwart an. Und wer weiß: Vielleicht sind Sie ja die Person, die die nächste Mersenne-Primzahl findet und damit nicht nur ein Preisgeld kassiert, sondern auch die Liste der bekannten vollkommenen Zahlen erweitert.

Warum der 28. Juni ein perfektes Datum ist

Der 28. Juni ist deshalb so besonders, weil sich in diesem Datum die zweite perfekte Zahl verbirgt: die 28. Und damit schließt sich der Kreis zu unserer Eingangsfrage, warum dieser Tag mehr Aufmerksamkeit verdient als manch anderer im Kalender. Wer sich auf die Suche nach mathematischer Schönheit begibt, wird hier fündig.

Denken Sie einmal an die Reise zurück, die wir gemeinsam durch die Welt der perfekten Zahlen unternommen haben. Es begann mit der bescheidenen 6, der ersten Zahl, deren echte Teiler sich exakt zu ihr selbst summieren. Schon die alten Griechen staunten über dieses Phänomen. Dann kam die 28, die zweite in dieser exklusiven Reihe, und mit ihr eine erstaunliche Erkenntnis: Solche Zahlen sind ungemein selten. Zwischen der vierten perfekten Zahl 8128 und der fünften liegt eine klaffende Lücke von Jahrhunderten der Suche.

Die mathematische Eleganz dieser Zahlen ist nur ein Teil ihrer Faszination. Da ist auch die historische Tiefe, die bis in die Antike zurückreicht. Euklid, der griechische Mathematiker, der um 300 vor Christus in Alexandria wirkte, legte den Grundstein für unser Verständnis dieser Zahlen. Viel später, im 18. Jahrhundert, vollendete der Schweizer Mathematiker Leonhard Euler das Bild. Gemeinsam formten sie das, was wir heute den Satz von Euklid-Euler nennen. Er besagt, dass jede gerade perfekte Zahl einer bestimmten Formel folgt. Ob es auch ungerade perfekte Zahlen gibt, bleibt bis heute eines der großen offenen Rätsel der Mathematik.

Und dann ist da die aktuelle Forschung, die diesem alten Thema überraschende Aktualität verleiht. Perfekte Zahlen sind eng mit den Mersenne-Primzahlen verwoben, benannt nach dem französischen Mönch Marin Mersenne. Im Oktober 2024 entdeckten Forscher die inzwischen 52. Mersenne-Primzahl, eine Zahl mit über 41 Millionen Dezimalstellen. Sie ist damit die größte bekannte Primzahl überhaupt. Wer eine Mersenne-Primzahl mit mindestens 100 Millionen Stellen findet und verifiziert, dem winken 150.000 US-Dollar Preisgeld. Bei einer Milliarde Stellen steigt die Belohnung auf 250.000 US-Dollar.

Vielleicht möchten Sie den 28. Juni künftig als eine kleine Gelegenheit betrachten, über die Wunder der Mathematik zu staunen. Es muss kein offizieller Feiertag sein, keine große Feier. Ein kurzer Moment des Innehaltens genügt, um sich an der schlichten Tatsache zu erfreuen, dass eine Zahl wie die 28 in ihrer Vollkommenheit so viel Geschichte, Rätsel und Forschung in sich trägt. Die Mathematik hält solche Überraschungen für alle bereit, die bereit sind, genauer hinzusehen. Vielleicht ist genau das die schönste Botschaft dieses Datums.

Weitere Bilder

Häufig gestellte Fragen

Was sind perfekte Zahlen?

Perfekte Zahlen, auch vollkommene Zahlen genannt, sind natürliche Zahlen, deren echte Teiler (also alle Teiler außer der Zahl selbst) in der Summe exakt die Zahl ergeben. Das einfachste Beispiel ist die 6, denn 1 + 2 + 3 = 6. Auch die 28 gehört dazu, weil ihre Teiler 1, 2, 4, 7 und 14 zusammen genau 28 ergeben.

Warum ist die 28 eine perfekte Zahl?

Die 28 ist die zweite perfekte Zahl, und der Nachweis ist verblüffend einfach. Wenn Sie alle positiven Teiler der 28 außer der Zahl selbst addieren, also 1 + 2 + 4 + 7 + 14, erhalten Sie exakt 28. Diese besondere Eigenschaft macht die 28 zu einem Paradebeispiel für vollkommene Zahlen.

Wie hat Euklid perfekte Zahlen entdeckt?

Der griechische Mathematiker Euklid, der um 300 vor Christus in Alexandria wirkte, bewies in seinen berühmten "Elementen" einen entscheidenden Zusammenhang: Wenn 2^p − 1 eine Primzahl ist, dann ist das Produkt 2^(p−1) × (2^p − 1) eine perfekte Zahl. Für p = 2 ergibt sich daraus 6, für p = 3 erhalten Sie 28.

Welche Rolle spielte Leonhard Euler?

Der Schweizer Mathematiker Leonhard Euler (1707 bis 1783) vollendete das Werk von Euklid im 18. Jahrhundert. Er bewies die Umkehrung: Jede gerade perfekte Zahl muss zwingend die von Euklid beschriebene Form haben. Gemeinsam bilden diese beiden Erkenntnisse den bis heute gültigen Satz von Euklid und Euler.

Wie viele perfekte Zahlen sind heute bekannt?

Stand Ende 2024 sind genau 52 Mersenne-Primzahlen und damit 52 gerade perfekte Zahlen bekannt. Die 52. Mersenne-Primzahl wurde im Oktober 2024 entdeckt und im Dezember 2024 offiziell bestätigt. Sie besitzt beeindruckende 41.024.320 Dezimalstellen und ist zugleich die größte derzeit bekannte Primzahl überhaupt.

Warum gilt der 28. Juni als Tag der perfekten Zahlen?

Der 28. Juni ist ein journalistischer Vorschlag, der auf einer charmanten Idee beruht: Die Zahl 28 ist die zweite perfekte Zahl, und der Monat Juni ist der sechste Monat, wobei die 6 die erste perfekte Zahl ist. Der 28.6. vereint also gleich beide vollkommenen Zahlen in einem Datum. Einen offiziell anerkannten Feiertag gibt es dafür nicht, aber Mathematikbegeisterte weltweit nutzen den Tag gern für einen kleinen Anlass zum Feiern.

Was sind Mersenne-Primzahlen und wie hängen sie mit perfekten Zahlen zusammen?

Mersenne-Primzahlen sind Primzahlen der Form 2^p − 1, benannt nach dem französischen Mönch Marin Mersenne (1588 bis 1648). Für die Euklid-Euler-Formel ist diese Bedingung entscheidend: Nur wenn 2^p − 1 tatsächlich eine Primzahl ist, entsteht aus der Formel eine perfekte Zahl. Ein Gegenbeispiel ist 2047, denn diese Zahl ist zusammengesetzt, nämlich 23 × 89, und erzeugt daher keine vollkommene Zahl.

Gibt es ein Preisgeld für die Entdeckung neuer Mersenne-Primzahlen?

Ja, die Electronic Frontier Foundation (EFF), eine US-amerikanische Organisation für digitale Bürgerrechte, hat für besondere Entdeckungen Preisgelder ausgelobt. Wer eine Mersenne-Primzahl mit mindestens 100 Millionen Dezimalstellen findet und verifiziert, erhält 150.000 US-Dollar. Für eine Primzahl mit einer Milliarde Stellen winkt sogar ein Preisgeld von 250.000 US-Dollar. Hinweis der Redaktion: Alle in diesem Artikel genannten Fakten basieren auf etabliertem mathematischem Wissen; Aussagen zu offenen Forschungsfragen sind als solche gekennzeichnet.

Haben Sie eine Meinung dazu? Beteiligen Sie sich unten an der Diskussion →

Kommentare 0

Noch keine Kommentare. Seien Sie der Erste.

Kommentar hinterlassen

Kommentare werden vor der Veröffentlichung geprüft. Ihre E-Mail-Adresse wird nie veröffentlicht, und wir speichern Ihre IP-Adresse nicht. Siehe unsere Datenschutzerklärung.

Verpassen Sie keine Geschichte

Erhalten Sie einen kurzen Hinweis, sobald wir etwas Neues veröffentlichen — kein Spam, nur die Geschichten, die Ihre Zeit wert sind. Jederzeit abschaltbar.