# Redd Album 21: Türkisches Konzeptalbum von 2009

*Film, TV & Musik · Emre Şahin · 2026-10-04*

## Key facts

- Das Redd Album 21 wird auf das Jahr 2009 datiert und stammt von der Istanbuler Band Redd.
- Es wird als Konzeptalbum gedeutet, dessen Songs thematisch miteinander verbunden sind.
- Inhaltlich soll es die politisch angespannte Stimmung in der Türkei um das Jahr 2007 widerspiegeln.
- Musikalisch verbindet die Platte türkischen Rock mit melancholischen und kritischen Tönen.
- Auch das Cover kann als Kommentar zur damaligen Gesellschaft gelesen werden.

Das Wichtigste in Kürze

Das Redd Album 21 erschien der Überlieferung nach 2009 und stammt von der türkischen Rockband Redd aus Istanbul. Es wird als Konzeptalbum gedeutet, das die politischen Spannungen in der Türkei um das Jahr 2007 aufgreift. Die Songs verbinden Rock mit nachdenklichen Texten, das Cover wird als Kommentar zur damaligen Zeit gelesen. Wie stark einzelne Lieder auf konkrete Ereignisse Bezug nehmen, wird unterschiedlich gedeutet.

## Redd Album 21: Ein türkisches Rockalbum von 2009

Stellen Sie sich eine Rockband vor, die sich nach einer längeren Pause neu erfinden will. Redd, gegründet in den frühen 2000er Jahren, war eine jener Gruppen, die aus der fruchtbaren türkischen Rockszene dieser Zeit hervorgingen. Mit *21* legten sie 2009 ein Album vor, das den Anspruch hatte, mehr zu sein als eine bloße Sammlung von Liedern: eine Lebensgeschichte in Musik, erzählt von der Geburt bis zum Ende.

Wer die Band bis dahin verfolgt hatte, kannte ihre Entwicklung. 2005 erschien das Debütalbum *50/50*, ein Jahr später folgte *Kirli Suyunda Parıltılar*, mit dem Redd zu ihrem eigenen Klang fand. Der Überlieferung nach fiel in diese Phase auch der Militärdienst der Bandmitglieder, den sie um das Jahr 2007 absolvierten, begleitet von einem Akustikalbum und einer Konzert-DVD. Verlässlich bestätigen lässt sich diese Parallelität von Dienstzeit und Veröffentlichungen allerdings nicht.

Als Redd zurückkehrten, hatte sich das Land verändert. Im Januar 2007 wurde der armenisch-türkische Journalist Hrant Dink in Istanbul ermordet. Es folgten die Cumhuriyet-Märsche, die sogenannte E-Muhtira, die Krise um die Präsidentschaftswahl und schließlich die Parlamentswahlen, bei denen die AKP rund 46,6 Prozent der Stimmen erreichte, also fast die Hälfte. Hinzu kamen die ersten YouTube-Sperren des Jahres 2007 und die Verhaftungswelle im Rahmen der Ergenekon-Ermittlungen. Eine neue Epoche kündigte sich an.

Redd, bis dahin zwar wachsam gegenüber ihrem Umfeld, aber kaum politisch laut, beschlossen, dem etwas entgegenzusetzen. Neben Liedern über das Leben und die Liebe wollten sie nun auch Fragen an Gesellschaft und Politik stellen. Der Überlieferung nach begannen die Aufnahmen zu *21* im Jahr 2008, das Album erschien 2009. Diese Zeitangaben sind nicht vollständig gesichert, doch sie passen zur damaligen Schaffensphase der Band.

Bemerkenswert war, wie Redd ihre Anhänger damals mitnahmen. Berichten zufolge führten sie einen Internetblog namens *Redd Seyir Defteri*, über den sie Entwicklungen aus erster Hand teilten. In einer Zeit, in der soziale Medien gerade erst Fuß fassten, war das ein Gespür für den Puls der Zeit. Heute allerdings, so heißt es, findet sich auf diesem Blog nur noch ein einziger Beitrag mit dem Titel *öperler*. Ob ein Scherz, ein Ärger oder schlichte Nachlässigkeit dahintersteckt, bleibt unklar. Ob der Inhalt im Internet Archive gesichert ist, lässt sich nicht überprüfen.

Ein ähnlich zwiespältiges Bild zeigt sich auf der aktuellen Website der Band. Der Überlieferung nach wird *21* dort zwar in der Diskografie aufgeführt, im erzählenden Text über die Bandgeschichte aber nicht mehr erwähnt. Ein so geliebtes Album verschwindet nicht zufällig, möchte man meinen.

Auch das Cover gibt Rätsel auf. Angeblich zeigt es ein 3D-Baby, und einem unbestätigten Gerücht zufolge soll es von Iron Maidens *Dance of Death* inspiriert gewesen sein. Bestätigen lässt sich beides nicht. Fest steht nur, dass ein Konzeptalbum mehr sein will als seine Lieder: Es braucht ein stimmiges Bild, passende Videos, eine durchdachte Bühne. Genau hier blieb *21* hinter seinem eigenen Anspruch zurück.

Und doch verdient der Mut Anerkennung. Dass eine türkische Band angeblich 21 Lieder zu einer durchgehenden Geschichte verband, musikalische Motive wiederkehren ließ und Texte aufeinander bezog, war alles andere als selbstverständlich. Der Überlieferung nach gliedert sich das Album in vier Abschnitte: Kindheit, Jugend, Liebe und Reflexion. Diese Vierteilung ist nicht gesichert, sie beschreibt aber recht genau, was die Platte zu versuchen scheint.

Am Ende bleibt ein Album, das seine Hörerinnen und Hörer ernst nimmt. Es erzählt, so die verbreitete Lesart, von einem Leben, das geboren wird, sich verliert, liebt und wieder zur Ruhe kommt. Ob all die Details stimmen, die sich um *21* ranken, lässt sich nicht in jedem Punkt belegen. Dass Redd hier etwas gewagt haben, wird man kaum bestreiten wollen.

Hinweis der Redaktion: Nicht bestätigte Details werden im Text ausdrücklich als Vermutung oder Deutung gekennzeichnet.


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