# Papst Leo XIV. in İznik: 1700 Jahre Konzil von Nizäa

*Geschichte & Krieg · Kerem Aydın · 2026-10-11*

## Key facts

- Im Jahr 325 versammelte Kaiser Konstantin der Große rund 300 Bischöfe im antiken Nizäa, dem heutigen İznik.
- Das Konzil von Nizäa formulierte das nicäische Glaubensbekenntnis, das 381 in Konstantinopel erweitert wurde und bis heute in vielen Kirchen gesprochen wird.
- İznik liegt in der Provinz Bursa am Ufer eines Sees und war in der Antike unter dem Namen Nizäa bekannt.
- Die Stadt war Schauplatz zweier großer Konzilien, des Ersten Konzils 325 und des Siebten Konzils 787.
- Berichten zufolge wird Papst Leo XIV. in İznik erwartet, ein amtierendes Kirchenoberhaupt dieses Namens ist jedoch nicht bekannt.

Das Wichtigste in Kürze

Berichten zufolge soll Papst Leo XIV. nach İznik reisen, anlässlich des 1700. Jahrestages des Ersten Konzils von Nizäa aus dem Jahr 325, bei dem unter Kaiser Konstantin dem Großen zentrale Glaubensfragen geklärt wurden. Ein amtierendes Kirchenoberhaupt dieses Namens und ein konkreter Besuch sind jedoch nicht bestätigt. Die Stadt am İznik-See trägt bis heute sichtbare Spuren dieser frühen christlichen Geschichte.

## Papst Leo XIV. in İznik: Eine Reise in die Wiege des Christentums

Stellen Sie sich eine kleine Stadt am See vor, umgeben von Olivenhainen und alten Stadtmauern, in der die Morgenluft nach Wasser und Geschichte riecht. İznik, wie das antike Nizäa heute heißt, liegt in der türkischen Provinz Bursa, gut zwei Fahrstunden von Istanbul entfernt. Berichten zufolge soll Papst Leo XIV. genau hierher reisen, und wer die christliche Kirchengeschichte auch nur oberflächlich kennt, versteht sofort, warum ein solcher Ort Aufmerksamkeit verdient.

Als Anlass gilt der 1700. Jahrestag des Ersten Konzils von Nizäa. Jenes Konzil, das traditionell auf das Jahr 325 datiert wird, gilt als einer der Gründungsmomente des christlichen Glaubens, wie wir ihn heute kennen. Der Überlieferung nach wurde dort festgelegt, was Christen fortan gemeinsam bekennen sollten. Aus einer verstreuten Bewegung mit vielen Stimmen wurde eine Kirche mit einer verbindlichen Lehre.

İznik ist damit weit mehr als ein idyllischer Ort am Wasser. Die Stadt zählt zu den bedeutendsten Stätten der christlichen Kirchengeschichte überhaupt, vergleichbar vielleicht mit Jerusalem oder Rom in ihrer symbolischen Wucht. Wer durch die Straßen geht, bewegt sich auf Böden, über die vor rund siebzehn Jahrhunderten Bischöfe aus dem gesamten Römischen Reich zogen, um über den Kern ihres Glaubens zu streiten.

Ein Besuch eines Papstes an einem solchen Ort hätte Gewicht. Er wäre kein touristischer Ausflug, sondern ein Signal. Dem Bericht zufolge möchten die Verantwortlichen im Vatikan mit einer Reise in die östlichen Regionen alte konfessionelle Trennungen verringern, Brücken dort bauen, wo über Jahrhunderte Gräben gewachsen sind. Ob und wann ein solcher Besuch tatsächlich stattfindet, lässt sich derzeit nicht bestätigen. Schon die Ankündigung jedoch genügt, um eine Frage neu zu stellen, die viele Jahrhunderte alt ist: Was verbindet die Kirchen, und was trennt sie bis heute?

Um diese Frage zu verstehen, lohnt ein Blick zurück. Denn die Geschichte von İznik ist zugleich die Geschichte einer Gemeinschaft, die sich formte, ausdifferenzierte und schließlich spaltete. Genau dort, in der stillen Stadt am See, nimmt dieser lange Weg seinen Anfang.

## Was im Jahr 325 in Nizäa geschah

Stellen Sie sich eine Stadt am See vor, umgeben von Olivenhainen und alten Stadtmauern. Genau hier, im heutigen İznik in der türkischen Provinz Bursa, trat im Jahr 325 nach Christus eine Versammlung zusammen, die die Geschichte einer ganzen Weltreligion prägen sollte. Die Rede ist vom Ersten Konzil von Nizäa. Ein Konzil, das ist in der christlichen Tradition die Versammlung von Geistlichen, die Streitfragen des Glaubens und der Ordnung klären soll. Und dieses Konzil von 325 ist ein gesichertes historisches Datum.

Einberufen wurde es von Kaiser Konstantin dem Großen. Er war es, der das Christentum zunächst duldete und ihm den Weg in die Mitte des Römischen Reiches ebnete. In Nizäa wurden zentrale Grundlagen des christlichen Glaubens festgelegt, jene Bekenntnisformeln, auf die sich bis heute die großen Kirchen berufen. Aus diesem Grund gilt das Konzil vielen als eine Art Ausgangspunkt des heutigen Christentums.

Doch Vorsicht bei manchen Erzählungen, die im Umlauf sind. Es hält sich hartnäckig die Behauptung, Konstantin habe das Amt des römischen Bischofs, also das Papsttum, geschaffen. Das trifft nicht zu. Der Vorrang Roms und das Bischofsamt entwickelten sich über Jahrhunderte, nicht durch einen einzigen kaiserlichen Beschluss. Ebenso kursiert die Version, Konstantin habe fünf Jahre nach dem Konzil Konstantinopel zur alleinigen Hauptstadt gemacht. Auch das ist so nicht richtig: Die Stadt wurde erst 330 gegründet und bestand zunächst neben Rom, statt es zu ersetzen.

Was sich hingegen mit der Überlieferung deckt: Konstantin ließ die erste Hagia-Sophia-Kirche errichten, jenes Gotteshaus, das später unter Justinian neu gebaut wurde. Und auch die weitere Entwicklung blieb in Bewegung. Kaiser Theodosius erhob das Christentum faktisch zur Staatsreligion und berief 381 das Zweite Konzil von Konstantinopel ein. Weitere Versammlungen folgten in Ephesus und in Chalcedon, dem heutigen Kadıköy. Hier lohnt eine genauere Betrachtung: Diese Konzilien fanden zwar statt, werden aber nicht von allen heutigen christlichen Konfessionen anerkannt. Die orientalisch-orthodoxen Kirchen etwa lehnen Chalcedon ab.

So wundert es kaum, dass İznik bis heute ein Sehnsuchtsort bleibt. Genau dort, wo einst Kaiser und Bischöfe über den Glauben stritten, spürt man noch die Tiefe dieser Geschichte. Vielleicht ist es dieser Ort, der erklärt, warum ein möglicher Besuch von Papst Leo XIV. in İznik immer wieder für Gesprächsstoff sorgt.

## Konstantin der Große: Förderer des Christentums, nicht Schöpfer des Papsttums

Konstantin der Große, Kaiser des Römischen Reiches von 306 bis 337, ist eine jener Gestalten, um die sich hartnäckig Legenden ranken. Eine der bekanntesten besagt, er habe das Papsttum ins Leben gerufen. Diese Vorstellung hält sich erstaunlich zäh, doch sie ist schlicht falsch. Richtig ist: Konstantin förderte das Christentum nach Kräften, aber das Amt des Bischofs von Rom hat er nie gestiftet.

Was er tatsächlich tat, ist eindrucksvoll genug. Der Überlieferung nach ließ er die erste Hagia-Sophia-Kirche errichten, jenen frühen Vorgängerbau der später unter Kaiser Justinian prächtig neu erbauten Weisheitskirche. Damit setzte er ein sichtbares Zeichen für die wachsende Bedeutung des christlichen Glaubens im Reich. Ein Bauwerk, das über Jahrhunderte zum Herzstück christlicher Frömmigkeit werden sollte, geht also auf seine Initiative zurück.

Doch nun zum entscheidenden Punkt, an dem sich Legende und Geschichte trennen. Die Behauptung, Konstantin habe das Papsttum begründet, gilt heute als widerlegt. Das Bischofsamt von Rom und der daraus erwachsende Vorrang der römischen Kirche sind keine Erfindung eines einzelnen Herrschers. Sie haben sich über Jahrhunderte hinweg langsam entwickelt, getragen von theologischen Debatten, politischen Verschiebungen und dem wachsenden Selbstbewusstsein der römischen Gemeinde. Wer Konstantin zum Gründer des Papsttums erklärt, verkürzt eine komplizierte Entwicklung auf eine einzige Person.

Ähnlich verhält es sich mit einer zweiten verbreiteten Fehlannahme. Es heißt, Konstantinopel sei unmittelbar nach seiner Gründung zur alleinigen Hauptstadt des Reiches geworden. Auch das trifft nicht zu. Die Stadt wurde im Jahr 330 gegründet und bestand zunächst neben Rom. Von einer sofortigen Alleinherrschaft als Reichszentrum kann keine Rede sein. Rom blieb lange ein wichtiger Bezugspunkt, und die neue Stadt am Bosporus musste sich ihren Rang erst allmählich erarbeiten.

Wer genauer hinschaut, erkennt also einen Herrscher, der dem Christentum den Weg ebnete, ohne dabei die kirchlichen Strukturen zu erfinden, die wir heute kennen. Die spätere Größe Roms als Zentrum der Christenheit ist das Ergebnis eines langen Prozesses, nicht das Werk eines einzigen Kaisers. Und genau diese Unterscheidung macht die Geschichte so spannend, denn sie zeigt, wie aus Jahrhunderten des Wandels schließlich jene Institutionen erwuchsen, die bis in die Gegenwart hinein wirken.

## Von Konstantinopel nach Chalcedon: Die großen Konzilien

Was in Nizäa begann, war noch nicht das Ende. Im Jahr 380 erklärte Kaiser Theodosius I. das Christentum faktisch zur Staatsreligion des Römischen Reiches, und schon ein Jahr später, 381, berief er das Zweite Konzil von Konstantinopel ein. Dort wurde das Glaubensbekenntnis erweitert, das viele Christen bis heute sprechen. Der Streit um die göttliche Natur Christi war damit aber keineswegs beigelegt, er verlagerte sich nur.

Es folgten weitere Versammlungen, jede an einem Ort, der heute auf der Landkarte der Türkei liegt. Das Konzil von Ephesus, im Westen der heutigen Türkei gelegen, und schließlich das Konzil von Chalcedon im Jahr 451. Chalcedon, das ist der antike Name jenes Ortes, den wir heute als Kadıköy kennen, einen Stadtteil auf der asiatischen Seite Istanbuls, direkt am Bosporus. Dort wurde festgelegt, wie die Kirche die zwei Naturen Christi verstehen sollte. Eine Entscheidung, die das Christentum tief prägte.

An dieser Stelle lohnt sich eine Richtigstellung, denn sie ist entscheidend für das Verständnis der ganzen Geschichte. Häufig hört man, alle heutigen christlichen Konfessionen würden diese Konzilien anerkennen. Das trifft nicht zu. Zwar berufen sich die meisten großen Kirchen auf Nizäa, Konstantinopel und Ephesus, doch die Orientalisch-Orthodoxen Kirchen, etwa die koptische, die syrische oder die armenische Kirche, lehnen das Konzil von Chalcedon ausdrücklich ab. Genau hier liegt eine der ältesten Trennungslinien der Christenheit, und sie verläuft mitten durch das, was man später den Osten nannte.

Warum all das heute wieder so viel Aufmerksamkeit bekommt? Weil ein Besuch von Papst Leo XIV. in İznik im Gespräch ist. Dem Bericht zufolge soll er die Stadt in der Provinz Bursa besuchen, und als Anlass gilt das 1700-jährige Jubiläum des Ersten Konzils von Nizäa. Rechnet man vom Jahr 325 aus, landet man im Jahr 2025. Ob ein solcher Besuch tatsächlich stattfindet und wer ihn am Ende antritt, lässt sich derzeit nicht bestätigen. Als mögliches Motiv wird genannt, dass die katholische Kirche alte konfessionelle Gräben verringern und die östlichen Regionen stärker in den Blick nehmen möchte.

Sie sehen: Zwischen dem ersten Konzil von Nizäa und der Gegenwart liegen nicht nur Jahrhunderte, sondern auch viele offene Fragen. İznik steht dabei am Anfang einer Kette, die über Konstantinopel und Chalcedon bis in unsere Zeit reicht.

## Der lange Weg zur Trennung von Ost- und Westkirche

Was in Nizäa begann, wirkte über Jahrhunderte nach. Und es führte nicht zur Einheit, sondern Schritt für Schritt auseinander. Um diesen Weg zu verstehen, lohnt sich ein Blick auf drei Daten: 756, 800 und 1054.

Eine verbreitete Erzählung besagt, Rom sei im Jahr 756 unter die Kontrolle des Oströmischen Reiches geraten. Diese Version ist jedoch widerlegt. Tatsächlich entstand im Jahr 756 der Kirchenstaat durch die Pippinsche Schenkung. Rom war zu diesem Zeitpunkt längst nicht mehr unter oströmischer Herrschaft.

Vierundvierzig Jahre später setzte Papst Leo III. ein Zeichen, das die Gewichte in Europa dauerhaft verschob. Am Weihnachtstag des Jahres 800 krönte er in Rom Karl den Großen zum Kaiser. Ein gesichertes Ereignis, an dem sich die Fronten klarer abzeichneten: Hier der fränkische Westen mit seinem neuen Kaiser, dort der Osten mit seinem eigenen Zentrum. Die kirchliche und die weltliche Macht rückten im Westen enger zusammen, während sich Konstantinopel zunehmend als eigener Pol verstand.

Der Bruch kam schleichend, nicht an einem einzigen Tag. Am Ende stand das, was als Morgenländisches Schisma in die Geschichte eingegangen ist. Im Jahr 1054 exkommunizierten sich die Kirchen von Rom und Konstantinopel gegenseitig. Ein Bannfluch, der die Gemeinschaft zerriss, die sich einst auf dieselben Konzilien berufen hatte.

Wer heute auf İznik blickt, sieht also mehr als einen Ort alter Versammlungen. Er sieht den Ausgangspunkt einer Entwicklung, die über die Krönung Karls des Großen bis zum gegenseitigen Ausschluss von 1054 führte. Warum die römische Kirche heute wieder dorthin schaut, hat viel mit dem Wunsch zu tun, alte Trennungen zu überwinden.

## Warum İznik für Christen auf der ganzen Welt bedeutend ist

Es gibt Orte, an denen sich die Geschichte einer Weltreligion wie in einem Brennglas bündelt. İznik, die kleine Stadt am See in der türkischen Provinz Bursa, ist genau so ein Ort. Hier, im antiken Nizäa, trat im Jahr 325 nach Christus jenes Konzil zusammen, das die Grundfesten des christlichen Glaubens ordnete. Wer heute durch die ruhigen Gassen mit ihren Olivenhainen und den alten Stadtmauern schlendert, spürt kaum, dass von hier aus Impulse ausgingen, die bis in die Gegenwart nachhallen.

Einberufen wurde dieses Erste Konzil von Nizäa der Überlieferung nach von Kaiser Konstantin dem Großen, dem Herrscher, der das Christentum im Römischen Reich duldete und förderte. Was dort verhandelt und beschlossen wurde, prägte die Kirche tiefer als fast jede spätere Versammlung. Aus den Beratungen jener Tage ging das Nicäische Glaubensbekenntnis hervor, jenes formulierte Bekenntnis, das bis heute in unzähligen Gottesdiensten auf der ganzen Welt gesprochen oder gesungen wird. Ob in einer Dorfkirche in Bayern, einer Kathedrale in São Paulo oder einer Gemeinde in Seoul, die Worte reichen über die Jahrhunderte zurück bis an diesen See in Anatolien.

İznik ist damit weit mehr als ein Ausgrabungsort. Es ist ein lebendiger Erinnerungsort des Christentums, ein Ankerpunkt für Gläubige, die wissen wollen, wo ihre Tradition wurzelt. Schon in der Antike und im frühen Mittelalter zog die Stadt Pilger an, Menschen, die den Weg auf sich nahmen, um an der Wiege ihres Glaubens zu stehen. Diese Anziehung ist geblieben. Bis heute reisen Besucherinnen und Besucher aus aller Welt an, um die Überreste der alten Kirchen zu sehen, etwa der Hagia Sophia von İznik, und um nachzuvollziehen, was hier einst entschieden wurde.

So verwundert es nicht, dass İznik auch in der Gegenwart wieder in den Blickpunkt rückt. Berichten zufolge ist ein Besuch von Papst Leo XIV. in İznik im Gespräch, ein Ereignis, das sich rechnerisch mit dem 1700. Jahrestag des Konzils von 325 verbindet. Dem Bericht zufolge soll ein solcher Besuch auch dem Anliegen dienen, alte konfessionelle Trennungen zu verringern und die Verbindung zwischen den Kirchen zu stärken. Ob und wann ein solcher Besuch tatsächlich stattfindet, lässt sich derzeit nicht bestätigen. Unabhängig davon bleibt İznik ein Ort, an dem sich zeigt, wie eng die Geschichte des christlichen Glaubens mit dieser Landschaft verbunden ist.

## Was der Papst mit seiner Reise erreichen möchte

Der Bericht nennt zwei Beweggründe für den in Aussicht gestellten Besuch in İznik. Zum einen soll die Reise dazu beitragen, alte konfessionelle Trennungen zwischen Ost und West zu verringern. Zum anderen möchte das Kirchenoberhaupt laut der ursprünglichen Erzählung gezielt die östlichen Regionen aufsuchen und die Ökumene fördern, also die Annäherung zwischen den christlichen Konfessionen.

Wer die Geschichte der Stadt kennt, erkennt sofort, warum gerade İznik für ein solches Vorhaben steht. Im Jahr 325 trat hier das Erste Konzil von Nizäa zusammen, einberufen von Kaiser Konstantin dem Großen. Auf diesem Konzil wurden zentrale Glaubensfragen geklärt und das Bekenntnis formuliert, das 381 in Konstantinopel erweitert wurde und bis heute in vielen Kirchen gesprochen wird. Ein Besuch an diesem Ort wäre also weit mehr als ein protokollarischer Termin. Er wäre eine Geste, die auf die gemeinsame Wurzel verweist.

**Zur Einordnung:** Ein Papst mit dem Namen Leo XIV. ist als amtierendes Kirchenoberhaupt nicht bekannt. Ein konkreter Besuch in İznik lässt sich nicht bestätigen. Die folgenden Angaben zu den Motiven stützen sich daher auf die ursprüngliche Erzählung und sind entsprechend vorsichtig zu lesen.

Dem Bericht zufolge geht es bei einer solchen Reise nicht um einen einzelnen Auftritt, sondern um ein Signal über Jahrhunderte hinweg. Die Kirchen von Rom und Konstantinopel hatten sich im Jahr 1054 gegenseitig exkommuniziert. Dieses Schisma wirkt bis in die Gegenwart nach. Ein Besuch an dem Ort, an dem die Christenheit im Jahr 325 noch gemeinsam dachte, hätte symbolische Kraft.

Ob die Reise tatsächlich stattfindet, bleibt offen. Ein Papst Leo XIV. ist als amtierendes Kirchenoberhaupt nicht bestätigt, und damit steht auch das ökumenische Motiv unter Vorbehalt. Wer die Meldung weiterverfolgt, sollte auf eine offizielle Bestätigung aus dem Vatikan warten, bevor er sie als Tatsache weitergibt.


## Frequently asked questions

**Warum besucht Papst Leo XIV. die türkische Stadt İznik?**

Berichten zufolge soll der Besuch anlässlich des 1700. Jahrestages des Ersten Konzils von Nizäa stattfinden, das traditionell auf das Jahr 325 datiert wird. Bestätigt ist ein solcher Besuch jedoch nicht. Rechnerisch fällt das Jubiläum in das Jahr 2025, doch ein amtierendes Kirchenoberhaupt dieses Namens ist nicht bekannt.

**Was geschah im Jahr 325 beim Ersten Konzil von Nizäa?**

Kaiser Konstantin der Große berief das Konzil ein, auf dem zentrale Glaubensfragen der jungen Kirche geklärt wurden. Ein Konzil ist in der christlichen Tradition die Versammlung von Geistlichen, um Glaubens- oder Verwaltungsstreitigkeiten zu schlichten. Auf dieses Konzil geht das Nicäische Glaubensbekenntnis zurück, das 381 erweitert wurde.

**Warum ist İznik für Christen auf der ganzen Welt so bedeutend?**

İznik, das antike Nizäa in der türkischen Provinz Bursa, ist der Ort des Ersten Konzils von Nizäa. Auf dieses Konzil geht das Nicäische Glaubensbekenntnis zurück, das bis heute in vielen Kirchen gesprochen wird. Damit gilt die Stadt als eine der wichtigsten Stätten der christlichen Glaubensgeschichte.

**Welche Rolle spielte Kaiser Konstantin der Große?**

Konstantin der Große berief das Konzil von Nizäa ein und ließ der Überlieferung nach die erste Hagia-Sophia-Kirche errichten, die später unter Justinian neu gebaut wurde. Das Papsttum begründete er nicht: Das römische Bischofsamt und der Vorrang Roms entwickelten sich über mehrere Jahrhunderte.

**Wie kam es 1054 zur Trennung zwischen Ost- und Westkirche?**

Im Jahr 1054 sprachen die Kirchen von Rom und Konstantinopel gegenseitig ihre Exkommunikation aus. Dieses Ereignis wird als Morgenländisches Schisma bezeichnet und markiert den Bruch zwischen der westlichen und der östlichen Christenheit. Zuvor hatten sich die Wege bereits angenähert und wieder entfernt.

**Welche Konzilien fanden nach Nizäa statt?**

Nach Nizäa folgten das Zweite Konzil von Konstantinopel im Jahr 381, einberufen von Kaiser Theodosius, sowie die Konzilien von Ephesus und Chalcedon, dem heutigen Kadıköy. Diese Versammlungen prägten die weitere Lehre. Anders als oft angenommen werden sie jedoch nicht von allen heutigen Konfessionen anerkannt.

**Was möchte der Papst mit seiner Reise erreichen?**

Dem Bericht zufolge möchte der Papst mit einer Reise in die östlichen Regionen alte konfessionelle Trennungen verringern und die ökumenische Annäherung fördern. Ein solches Motiv wäre plausibel, lässt sich ohne Kenntnis eines konkreten Besuchs jedoch nicht bestätigen. Ob die Reise tatsächlich stattfindet, bleibt offen. Hinweis der Redaktion: Nicht bestätigte Angaben zum Papstbesuch, zu seinem Namen und zu seinem genauen Ablauf werden im Text ausdrücklich als unbestätigt gekennzeichnet.

Canonical: https://staunen.madeda.com/papst-leo-xiv-in-iznik-1700-jahre-konzil-von-nizaa/
