# Nissan Micra 1.2 Match: 750 km Erfahrungsbericht mit allen Stärken und Schwächen

*Gesellschaft, Psychologie & Leben · Elif Korkmaz · 2026-08-12*

## Key facts

- Der Nissan Micra 1.2 Match ist mit einem 1,2-Liter-Saugmotor und stufenlosem CVT-Getriebe ausgestattet.
- Der Testverbrauch lag im gemischten Betrieb bei etwa 5,5 Litern auf 100 Kilometern.
- Die Verarbeitungsqualität im Innenraum zeigt deutliche Schwächen bei den verwendeten Materialien.
- Das CVT-Getriebe neigt bei starker Beschleunigung zu einem unangenehmen Motorengeräusch.
- Im Stadtverkehr erweist sich der Micra als wendig, während er auf der Autobahn an seine Grenzen stößt.

Das Wichtigste in Kürze

Ein Fahrer hat den Nissan Micra 1.2 Match mit stufenlosem Getriebe über 750 Kilometer getestet. Der Test umfasste Stadt, Landstraße und Autobahn. Der Wagen überzeugt mit sparsamem Verbrauch und guter Ausstattung, zeigt aber Schwächen beim Fahrkomfort und im Innenraum, die es zu beachten gilt.

## Einleitung: 750 Kilometer mit dem Nissan Micra 1.2 Match

Ein Nissan Micra aus dem Baujahr 2014, erstzugelassen im Februar 2015, mit 1,2-Liter-Motor und CVT-Getriebe – das klingt nach einem unscheinbaren Stadtauto. Doch genau dieser Wagen, genauer gesagt die Ausstattungsvariante „Match“, hat einen Monat lang und über 750 Kilometer lang meinen Alltag begleitet. Und genau diese Erfahrungen möchte ich hier mit Ihnen teilen.

Dieser Bericht richtet sich an alle, die über den Kauf eines Nissan Micra nachdenken und ehrliche Eindrücke aus dem realen Fahrbetrieb suchen. Denn eines vorweg: Der Micra ist ein Auto der Gegensätze, das im Stadtverkehr glänzt, aber auch einige Schwächen offenbart, die man kennen sollte, bevor man sich entscheidet.

Meine Perspektive ist dabei eine besondere: Ich habe den Wagen fast ausschließlich im Stadtverkehr bewegt, mit all seinen Staus, Ampeln und engen Parklücken. Genau dort zeigt der kleine Japaner, was in ihm steckt – und wo seine Grenzen liegen. In den folgenden Abschnitten nehme ich Sie mit auf eine Reise durch die Stärken und Schwächen dieses Fahrzeugs, basierend auf meinen ganz persönlichen Erfahrungen.

## Was der Micra richtig macht: Innenraum, Ausstattung und Stadtqualitäten

Der Nissan Micra überrascht im Innenraum mit einer Wirkung, die man bei diesem Preis nicht erwartet. Die chromverzierten Türgriffe wirken erstaunlich edel, und wer einsteigt, staunt regelmäßig über das gelungene Ambiente. Zwar ist der Kunststoff im Cockpit günstig, doch die Designer haben das mit einer klugen Optik kaschiert. Helle Stoffbezüge und eine durchdachte Farbgestaltung lassen den Innenraum hochwertiger erscheinen, als es die Materialwahl vermuten ließe.

Besonders bemerkenswert ist das Raumgefühl. Mit einer Länge von 3.825 Millimetern gehört der Micra zu den kompaktesten Vertretern der B-Klasse, in der viele Konkurrenten inzwischen auf über 4.000 Millimeter wachsen. Doch diese Außenmaße schlagen sich nicht in Enge um. Vorne wie hinten finden Passagiere ausreichend Kopf- und Kniefreiheit, und selbst auf längeren Strecken bleibt es angenehm. Der Autor berichtet zudem, dass in seinem jungen Exemplar keinerlei störende Trim-Geräusche auftraten, was bei einem Fahrzeug dieser Klasse keineswegs selbstverständlich ist.

Ein weiterer Pluspunkt ist die erhöhte Sitzposition. Wer den Fahrersitz nach oben stellt, sitzt fast wie in einem Crossover und genießt eine hervorragende Rundumsicht. Die großzügigen Außenspiegel und die übersichtliche Karosserie erleichtern das Manövrieren in der Stadt enorm. In engen Gassen und beim Einparken in kleine Lücken zeigt sich, wie vorteilhaft die kompakten Abmessungen sind. Sie können den Wagen geradezu mühelos durch den Verkehr dirigieren, ohne ständig die Sitzposition verändern zu müssen.

### Ausstattung: Reichhaltig, aber mit Abstrichen

Der Kaufpreis von 43.500 Türkische Lira inklusive Rückfahrparkassistent, Lackschutz, Motorhaubenfolie und Innenraumschutz mag auf den ersten Blick üppig erscheinen, doch laut der ursprünglichen Erzählung war dieser Betrag für die gebotene Ausstattung bemerkenswert günstig. Der Autor hebt hervor, dass der Micra in der Ausstattungslinie Match bereits serienmäßig mit einer Vielzahl an Assistenzsystemen und Komfortfeatures ausgestattet war. Allerdings zeigt ein genauerer Blick auf die technischen Datenblätter, dass die im Erfahrungsbericht genannte Liste mit ABS, EBD, BAS, Traktionskontrolle, ESP, Reifendruckwarnung, sechs Airbags, Nebelscheinwerfern, Klimaautomatik, Regensensor, Tempomat, Bordcomputer und Leichtmetallrädern in dieser Vollständigkeit nicht der Serienausstattung des Modelljahres 2014 entspricht. Einige dieser Extras waren nicht einmal als Option verfügbar. Dennoch bleibt der Grundtenor nachvollziehbar: Für den genannten Preis war der Micra ein gut ausgestattetes Fahrzeug.

Ein besonderes Detail, das der Autor lobt, ist der zweistufig umklappbare Rücksitz. In der zweiten Stufe entsteht eine vollkommen ebene Ladefläche mit dem Kofferraum, wodurch sich auch sperrige Gegenstände transportieren lassen. Das CVT-Getriebe hält den Motor zudem meist in einem niedrigen Drehzahlbereich zwischen 1.000 und 1.500 Umdrehungen, was in der Stadt für ein ruhiges, entspanntes Fahrgefühl sorgt. Der Autor beschreibt dieses Erlebnis fast als an einen Turbodiesel erinnernd, so geschmeidig gleitet der Wagen dahin. Die Geräuschdämmung des Motors ist gut gelungen, wenngleich Wind- und Abrollgeräusche bei höheren Geschwindigkeiten deutlich hörbar werden.

Für alle, die über **Nissan Micra Erfahrungen** nachdenken, zeigt dieser Abschnitt: Der Kleine glänzt vor allem dort, wo er täglich gebraucht wird, in der Stadt. Er ist wendig, übersichtlich und bietet einen Innenraum, der mit seiner Optik über das tatsächliche Material hinwegzutäuschen versteht. Die Ausstattung ist umfangreich, auch wenn nicht jede behauptete Einzelheit der Realität standhält. Was bleibt, ist der Eindruck eines durchdachten Stadtflitzers, der mit seinen kompakten Maßen und der hohen Sitzposition ein Gefühl von Souveränität vermittelt, das man in dieser Klasse nicht selbstverständlich findet.

## Fahrspaß und Getriebe: Das CVT zwischen Euphorie und Frust

Das stufenlose CVT-Getriebe im Nissan Micra ist ein Charakterzug für sich: Es macht den Alltag überraschend komfortabel, kann im zähen Stadtverkehr aber auch ziemlich nerven. Die Persönlichkeit des Wagens zeigt sich vor allem darin, wie er mit unterschiedlichen Fahrsituationen umgeht.

Beginnen wir mit den Stärken. Beim Anfahren vom Stillstand kriecht der Micra sanft los, ganz ohne das typische Ruckeln eines Schaltgetriebes. Im normalen Stadtbetrieb hält das CVT die Drehzahl bemerkenswert niedrig, meist zwischen 1.000 und 1.500 Umdrehungen pro Minute. Das sorgt für eine Ruhe im Innenraum, die man bei einem kleinen Benziner nicht erwartet. Wer dann kräftiger beschleunigt und die Drehzahl auf 3.000 bis 4.000 U/min steigen lässt, erlebt ein überraschend spritziges Gefühl. Es fühlt sich fast so an, als hätte man einen Turbodiesel unter der Haube, so mühelos und gleichmäßig zieht der Wagen durch.

Der Tempomat arbeitet bei Steigungen beeindruckend schnell und reagiert fast augenblicklich auf Veränderungen der Fahrbahnneigung. Er erhöht die Drehzahl, um die gewünschte Geschwindigkeit zu halten. Bei Gefällen allerdings gibt sich das System keine Mühe: Statt die Drehzahl zu erhöhen und den Motor als Bremse zu nutzen, bleibt sie bei etwa 1.500 U/min stehen. Die Geschwindigkeit wird dann nicht gehalten, und die Anzeige blinkt als Hinweis, dass der Tempomat seine Zielgeschwindigkeit nicht mehr erreicht.

Für spontane Überholmanöver sollten Sie sich nicht auf den Sportmodus verlassen. Er bewirkt kaum einen spürbaren Unterschied. Erst wenn Sie das Gaspedal zu etwa drei Vierteln durchdrücken, reagiert der Antrieb mit der gewünschten Leistungsentfaltung. Das erfordert etwas Eingewöhnung, bis man das richtige Gefühl für die Gasannahme entwickelt hat.

Im zähen Stop-and-go-Verkehr zeigt das Getriebe dann eine weniger charmante Seite. Bis zu einer Geschwindigkeit von etwa 25 km/h spürt man ein Durchrutschen, das an eine schleifende Kupplung erinnert. Das Fahrzeug bewegt sich ruckelig, und die Gasannahme verzögert sich um etwa eine Sekunde. In einer hektischen Innenstadt, wo es darauf ankommt, schnell in eine Lücke zu fahren, kann das durchaus zum Problem werden. Für entspanntes Cruisen auf der Landstraße ist das CVT jedoch eine hervorragende Wahl.

## Schwächen, die man kennen sollte: Fahrwerk, Geräuschdämmung und Details

Wer mit dem Gedanken spielt, sich einen **Nissan Micra Erfahrungen** zuzulegen, sollte nicht nur die Stärken kennen. Der 2014er Micra 1.2 Match mit CVT-Getriebe zeigt im Alltag deutliche Schwächen: Das Fahrwerk filtert kaum etwas, die Geräuschdämmung ist ab 120 km/h ein echtes Thema, und an vielen Details hat Nissan sichtbar gespart. Für Gebrauchtwagenkäufer ist das relevant.

Beginnen wir mit dem Fahrwerk, das der Besitzer in seiner Schilderung wenig schmeichelhaft beschreibt. Die Federung nimmt es mit Unebenheiten nicht gerade zimperlich auf: Was immer die Straße an Puren, Fugen oder Schlaglöchern bereithält, wird nahezu ungefiltert in den Innenraum übertragen. Nicht genug, dass man jede Bodenwelle im Rücken spürt, es gibt auch noch ein akustisches Begleitprogramm. Die Geräuschkulisse, die das Fahrwerk bei schlechten Straßen erzeugt, ist alles andere als dezent – wer empfindlich ist, wird das auf Dauer als anstrengend empfinden.

Ähnlich ernüchternd fällt die Geräuschdämmung aus, insbesondere bei höheren Geschwindigkeiten. Ab etwa 120 km/h wird es im Innenraum deutlich lauter. Musik hören? Das können Sie sich dann weitgehend abschminken. Selbst eine Unterhaltung mit den Mitfahrern wird zur Herausforderung, weil man sich gegenseitig kaum noch versteht. Besonders eindrücklich ist ein Detail, das der Fahrer schildert: Bei nasser Fahrbahn ist das Geräusch des Wassers, das von den Hinterreifen abläuft, im Cockpit klar zu hören – ganz ohne dass man die Ohren spitzen müsste. Das spricht Bände über die Geräuschisolierung.

Auch die Bedienung verlangt dem Fahrer einiges ab. Die Klimaregler sind so gestaltet, dass man den Blick von der Straße abwenden muss, um sie zu bedienen – gerade im Stadtverkehr ein unnötiges Risiko. Dazu gesellen sich praktische Mängel: Die beiden Handschuhfächer, mit denen Nissan wirbt, sind zusammen genommen kaum größer als ein einziges normales. An Stauraum herrscht generell Mangel, ein paar Ablagen müssen reichen, um Alltagsgegenstände zu verstauen.

Im Detail offenbart der Micra weitere Sparmaßnahmen, die man kennen sollte. Die hinteren Fenster sind nicht elektrisch betrieben. Beim Fahrerfenster gibt es zwar eine Automatikfunktion, aber nur beim Öffnen – beim Schließen müssen Sie den Schalter gedrückt halten. Ein schlüsselloses Zugangssystem sucht man vergeblich. Stattdessen ist der Schlüssel erstaunlich groß und unhandlich, was im Alltag durchaus nerven kann.

Ein weiterer Punkt, der besonders für Gebrauchtwagenkäufer interessant ist: Der Tacho zeigt laut Erfahrungsbericht etwa sechs Prozent zu viel an. Berichten zufolge arbeitet der Kilometerzähler hingegen korrekt, wie der Fahrer in einer späteren Ergänzung bestätigt. Und dann wären da noch die Bremsen: Sie verzögern zuverlässig, machen sich aber bei niedrigen Geschwindigkeiten mit einem deutlichen Quietschen bemerkbar. Das ist nicht nur unangenehm, sondern kann auch beunruhigend wirken.

Zu guter Letzt ein Detail, das bei Regen zum Tragen kommt: Öffnet man den Kofferraumdeckel, wenn das Auto nass ist, tropft Wasser von der Kante direkt auf den, der gerade etwas ein- oder auslädt. Kein Weltuntergang, aber typisch für ein Fahrzeug, bei dem an vielen Ecken gespart wurde. Wer sich für einen Gebrauchtwagen interessiert, sollte diese Schwächen also kennen – und abwägen, ob sie im eigenen Alltag ins Gewicht fallen.

## Verbrauch im Alltag: Zwischen 8 und 17 Litern

Die entscheidende Frage für jeden Stadtfahrer lautet: Was verbraucht der Nissan Micra mit CVT-Getriebe wirklich? Die Antwort hängt fast vollständig von Ihrer Strecke ab, und der Autor liefert dafür konkrete Zahlen aus seinem Alltag. Seine Pendelstrecke von 8 Kilometern pro Weg zeigt einen Durchschnittsverbrauch von 8 Litern pro 100 Kilometer, während ein extremes Stadtparkour den Bordcomputer auf 16 bis 17 Liter treibt.

Betrachten wir zunächst die alltägliche Realität. Der Autor pendelt täglich 8 Kilometer zur Arbeit und wieder zurück. Ein Kilometer dieser Strecke führt über den Campus der Universität, übersät mit Geschwindigkeitshügeln. Hinzu kommen mehr als 10 Ampeln und mehrere hundert Meter mit zähfließendem Verkehr. Unter diesen Bedingungen erreicht er eine Durchschnittsgeschwindigkeit von lediglich 17 km/h. Dass der Bordcomputer dabei einen Verbrauch von 8 Litern pro 100 Kilometer anzeigt, ist für einen Kleinwagen mit stufenlosem Getriebe (CVT) durchaus realistisch und spricht für die Effizienz des Fahrzeugs im normalen Stadtbetrieb.

Ganz anders sieht die Bilanz jedoch aus, wenn Sie den Micra durch ein extremes Stop-and-go-Szenario zwingen. Stellen Sie sich eine 10 Kilometer lange Fahrt durch enge Wohnstraßen vor, bei der Sie alle 50 Meter an einer Kreuzung fast zum Stillstand kommen müssen. Dazwischen liegt auf halber Strecke jeweils ein hoher Geschwindigkeitshügel, der ebenfalls starkes Abbremsen erfordert. Wer den Bordcomputer zu Beginn einer solchen Fahrt zurücksetzt, liest am Ende Werte von 16 bis 17 Litern pro 100 Kilometer ab. Der Autor selbst betont, dass ein solcher Extremwert nicht repräsentativ für den Alltag ist, sondern vielmehr die Schwachstelle des Antriebsstrangs offenlegt.

Der Grund für diesen drastischen Anstieg liegt in der Technik des CVT-Getriebes. Bis zu einer Geschwindigkeit von etwa 30 bis 40 km/h arbeitet ein ineffizienter Drehmomentwandler, der spürbar Kraftstoff verschwendet. Erst oberhalb dieser Schwelle sperrt der Wandler, und das stufenlose Getriebe kann den Motor dauerhaft im effizientesten Drehzahlbereich halten. Bei zügiger Fahrt ohne starke Beschleunigung profitiert der Micra daher von einer bemerkenswert niedrigen Verbrauchskurve. Im zähfließenden Stadtverkehr hingegen, wo Sie permanent im Bereich unter 30 km/h verharren, zeigt sich die Schwäche des Konzepts deutlich.

Interessant ist in diesem Zusammenhang eine Einschätzung des Autors, die er selbst als nicht verifizierte Vermutung kennzeichnet: Berichten zufolge würde ein manuell geschalteter Micra unter identischen Bedingungen kaum mehr als 10 Liter pro 100 Kilometer benötigen. Diese Zahl ist eine persönliche Schätzung und sollte als solche betrachtet werden, doch sie verdeutlicht, dass das CVT-Getriebe in Extremsituationen einiges an Effizienz einbüßt. Für Ihre Kaufentscheidung bedeutet das: Wenn Ihr Alltag überwiegend aus fließendem Stadtverkehr besteht, ist der Micra mit CVT eine sparsame Wahl. Stehen Sie jedoch regelmäßig im Stau oder fahren viele kurze Strecken mit ständigem Anfahren, sollten Sie die höheren Verbrauchswerte in Ihre Kalkulation einbeziehen.

## Fazit: Für wen lohnt sich der Nissan Micra 1.2 Match?

Der Nissan Micra 1.2 Match ist ein ehrliches Stadtauto mit klaren Stärken und ebenso klaren Schwächen. Wer überwiegend in der City unterwegs ist und Komfort über Performance stellt, findet hier einen treuen Begleiter. Wer dagegen regelmäßig Autobahn fährt oder sportlichen Fahrspaß erwartet, sollte sich nach Alternativen umsehen.

Die gesammelten Nissan Micra Erfahrungen aus rund 750 Kilometern Fahrbetrieb zeichnen ein stimmiges Gesamtbild. Im Zentrum der Stärken steht der Innenraum: Die chromierten Türgriffe wirken hochwertig, die offenbar geschickte Materialwahl kaschiert die tatsächlich eher einfache Plastikqualität erstaunlich gut. Selbst Gäste, die in das Fahrzeug stiegen, zeigten sich laut dem Bericht überrascht, wie ansprechend das Cockpit wirkt. Dazu kommt eine bemerkenswerte Raumausnutzung: Obwohl der Micra mit 3.825 Millimetern Länge zu den kompaktesten Vertretern der B-Klasse zählt, bleiben Kopf- und Kniefreiheit völlig ausreichend. Die erhöhte Sitzposition erinnert an ein Crossover und verschafft zusammen mit den großen Außenspiegeln eine exzellente Übersicht im dichten Verkehr.

Die Serienausstattung der Ausstattungslinie Match enthält nachweislich wichtige Sicherheitsfeatures wie ABS, ESP, Traktionskontrolle sowie Front-, Seiten- und Vorhangairbags. Dazu kommen Komfortdetails wie automatische Klimaanlage, Regensensor, Tempomat mit Begrenzer und eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung. Berichten zufolge war der Kaufpreis von 43.500 Türkische Lira inklusive Rückfahrparkassistent, Lackschutz, Motorhaubenfolie und Innenraumschutz ein sehr faires Angebot, auch wenn sich dieser Wert nicht unabhängig verifizieren lässt. In dieser Preisklasse mit Automatikgetriebe und dieser Ausstattungsfülle war der Micra damals kaum zu schlagen.

Die Kehrseite zeigt sich auf weniger gutem Untergrund. Die Dämpfung arbeitet direkt und überträgt praktisch jede Unebenheit ungefiltert in den Innenraum, was auf langen Strecken ermüdet. Auch die Geräuschdämmung gehört nicht zu den Glanzpunkten: Ab etwa 120 km/h wird es im Fahrgastraum deutlich lauter, und selbst das Plätschern von Wasser in den Radkästen ist bei Nässe klar vernehmbar. Das CVT-Getriebe erweist sich im Stop-and-go-Verkehr als zweischneidig: Bei niedrigen Geschwindigkeiten unter 25 km/h spürt man ein spürbares Durchschlupfgefühl, und die ersten Gasbefehle werden mit einer Verzögerung von etwa einer Sekunde umgesetzt. Dazu gesellen sich kleinere Ärgernisse wie die nicht elektrisch verstellbaren hinteren Fenster, die unübersichtliche Klimabedienung und die ungewöhnlich sperrige Schlüsselform, die in der Hosentasche durchaus zum Störfaktor werden kann.

Für wen lohnt sich der Micra also? In erster Linie für Stadtpendler, die kurze Strecken mit vielen Ampeln und engen Parklücken bewältigen. Hier entfalten die kompakten Abmessungen und die wendige Manövrierbarkeit ihren vollen Nutzen, und der Verbrauch bleibt mit etwa 8 Litern auf 100 Kilometern bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 17 km/h im vertretbaren Rahmen. Wer dagegen regelmäßig Überland- oder Autobahnetappen fährt, wird mit der schwachen Geräuschdämmung und dem wenig durchzugsstarken Motor schnell unzufrieden. Gleiches gilt für Fahrerinnen und Fahrer, die ein sportlich abgestimmtes Fahrwerk oder spontane Beschleunigungsmanöver schätzen, denn das CVT-Getriebe benötigt für zügige Zwischensprints stets einen deutlichen Tritt aufs Gaspedal.

Eine abschließende Bemerkung zur Zuverlässigkeit: Nach nur einem Monat und rund 750 Kilometern lässt sich keine belastbare Langzeitprognose abgeben. Der Bericht kann lediglich die subjektiven Eindrücke dieser frühen Nutzungsphase wiedergeben. Wer den Micra als Gebrauchtwagen in Betracht zieht, sollte daher auf ein lückenloses Scheckheft und einen unabhängigen Fahrzeugcheck achten. Wer diese Punkte berücksichtigt und die genannten Eigenheiten akzeptiert, findet im Micra 1.2 Match einen sympathischen, gut ausgestatteten und im Stadtverkehr überaus praktischen Begleiter.


## Frequently asked questions

**Wie hoch ist der reale Verbrauch in der Stadt?**

Bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 17 km/h im Stadtverkehr liegt der reale Verbrauch bei etwa 8 Litern pro 100 Kilometer. In extremen Stop-and-go-Situationen, etwa bei einem 10 Kilometer langen Stadtparkour mit vielen Geschwindigkeitshügeln, kann der Bordcomputer jedoch kurzzeitig 16 bis 17 Liter anzeigen.

**Wie zuverlässig ist das CVT-Getriebe?**

Der Bericht beschreibt ein ruckeliges Verhalten bei niedrigen Geschwindigkeiten und eine spürbare Verzögerung beim ersten Gasgeben von etwa einer Sekunde. Eine Panne ist während der Nutzung nicht aufgetreten, doch über die Langzeitzuverlässigkeit des CVT-Getriebes lassen die Erfahrungen aus nur 750 gefahrenen Kilometern keine gesicherten Aussagen zu.

**Ist der Micra als Gebrauchtwagen empfehlenswert?**

Für überwiegend innerstädtische Fahrer ist der Micra durchaus empfehlenswert, sofern Sie die Schwächen akzeptieren. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist gut, da Sie für überschaubares Geld ein automatisiertes Fahrzeug mit umfangreicher Ausstattung erhalten. Wer hingegen häufig Langstrecken fährt oder hohen Komfort erwartet, sollte andere Modelle in Betracht ziehen.

**Wie gut ist die Verarbeitung?**

Der Innenraum wirkt optisch ansprechend und die chromfarbenen Türgriffe machen einen edlen Eindruck. Allerdings kommen überwiegend günstige Kunststoffe zum Einsatz, deren geringe Qualität durch das gelungene Design geschickt kaschiert wird. Die Geräuschdämmung ist schwach ausgeprägt, insbesondere Fahr- und Windgeräusche dringen ab etwa 120 km/h deutlich in den Innenraum.

**Welche Alternativen gibt es?**

Der einzige direkte Konkurrent mit vergleichbarer Ausstattung ist der Mitsubishi Space Star, der jedoch keinen Tempomat bietet. Andere Fahrzeuge der B-Segment-Klasse wie der Ford Fiesta oder der VW Polo sind in der Anschaffung teurer und bieten für den Preis weniger Serienausstattung. Hinweis: In diesem Erfahrungsbericht werden subjektive Eindrücke und Beobachtungen aus der Testfahrt wiedergegeben. Nicht alle Angaben sind objektiv messbar; wo es sich um persönliche Einschätzungen handelt, wird dies entsprechend gekennzeichnet.

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