# Megatsunami 1958: 524 Meter in der Lituya-Bucht

*Wissenschaft & Technik · Ayşe Demir-Müller · 2026-09-19*

## Key facts

- Das Erdbeben der Stärke 7,7 ereignete sich 1958 in Alaska an der Fairweather-Störung.
- Der Überlieferung nach stürzten rund 40 Millionen Kubikmeter Fels und Eis in die Bucht und verdrängten das Wasser mit enormer Wucht.
- Die Welle erreichte eine Höhe von 524 Metern und gilt damit als die höchste je gemessene.
- Berichten zufolge kamen fünf Menschen ums Leben, mehrere Boote in der Bucht wurden zerstört.
- An den Hängen zeugen noch heute abgeschobene Baumgrenzen von der gewaltigen Wassermasse.

Das Wichtigste in Kürze

Im Jahr 1958 löste ein Erdbeben der Stärke 7,7 in der Lituya-Bucht in Alaska einen Megatsunami aus. Eine riesige Felslawine stürzte ins Wasser und drückte eine Welle auf eine Höhe von 524 Metern. Berichten zufolge starben fünf Menschen, mehrere Boote wurden zerstört.

## Die höchste Welle der Geschichte: Der Megatsunami in der Lituya-Bucht

Stellen Sie sich vor, Sie stehen am Ufer einer stillen Bucht in Alaska. Plötzlich hebt sich das Wasser vor Ihnen zu einer Wand, die höher reicht als jeder Wolkenkratzer, den Sie je gesehen haben. Genau das geschah 1958 in der Lituya-Bucht in Alaska. Was die Menschen damals erlebten, gilt bis heute als der größte dokumentierte Tsunami der Geschichte.

Die Ursache war ein Erdbeben der Stärke 7,7, das sich an der Fairweather-Störung ereignete, einer tektonisch hochaktiven Bruchzone vor der Küste. Die Erschütterung löste einen gewaltigen Fels- und Eissturz aus, der in die Bucht hinabstürzte. Der Überlieferung nach handelte es sich um ein Volumen von rund 40 Millionen Kubikmetern Gestein und Eis mit einem Gewicht von etwa 90 Millionen Tonnen. Diese Massen schlugen mit einer solchen Wucht ins Wasser ein, dass sie eine Welle erzeugten, wie sie die moderne Aufzeichnung nie zuvor festgehalten hatte.

Die Wassermasse erreichte eine Höhe von 524 Metern. Das ist die höchste jemals gemessene Welle. Zum Vergleich: Sie überragte selbst das Empire State Building in New York deutlich, dessen Dachfirst bei rund 381 Metern liegt. An den Hängen der Bucht riss die Flut fast alle Bäume mit den Wurzeln aus dem Boden, bis hinauf in Höhenlagen, in denen heute noch die kahlen Felsflächen an das Ereignis erinnern. Wer die Bucht nach dem Unglück überflog, sah eine Landschaft, die wie abgeschält wirkte.

Und dennoch blieb die Zahl der Todesopfer mit fünf Menschen vergleichsweise gering. Der Grund liegt in der Abgeschiedenheit: Die Region war und ist nur dünn besiedelt, sodass die Welle kaum auf Menschen traf. So wurde aus einer Naturkatastrophe von kaum vorstellbarem Ausmaß zugleich eine Geschichte über die Rolle des Zufalls, der darüber entscheidet, wen eine solche Welle überhaupt erreicht.

## Was ist ein Tsunami und wie entsteht er?

Wenn Sie an einem ruhigen Strand stehen und eine Welle heranrollt, dann verdankt diese Welle ihre Kraft dem Wind. Er kräuselt die Oberfläche, türmt das Wasser auf, und die Bewegung wandert über den Ozean. Das Entscheidende dabei: Die Welle transportiert nicht das Wasser von einem Ende zum anderen, sondern nur Energie. Die einzelnen Wassertropfen schwingen lediglich um ihre Ruhelage hin und her. Genau dieser Unterschied erklärt, warum ein Tsunami so gefährlich ist.

Das Wort **Tsunami** stammt aus dem Japanischen und bedeutet übersetzt „Hafenwelle“. Der Name ist treffend gewählt, denn ein solcher Wellenberg entsteht nicht an der Oberfläche, sondern tief unten am Meeresboden. Dort lösen tektonische Ereignisse die Katastrophe aus: Erdbeben, Vulkanausbrüche oder gewaltige Erdrutsche setzen schlagartig Energie frei, die ins Wasser übergeht. Auf dem offenen Meer bleibt eine solche Welle kaum sichtbar, sie ist flach und breit. Doch je näher sie der Küste kommt, desto stärker staut sie sich auf, und genau dort entfaltet sie ihre zerstörerische Wirkung.

Die Geschwindigkeit, mit der sich ein Tsunami durch den tiefen Ozean bewegt, ist kaum vorstellbar. Sie kann über 900 Kilometer pro Stunde erreichen. Das entspricht in etwa der Reisegeschwindigkeit eines Verkehrsflugzeugs.

Warum aber trifft es manche Küsten so viel häufiger als andere? Rund 80 Prozent aller Tsunamis ereignen sich im Pazifischen Ozean. Der Grund liegt in der Geologie dieser Region: Dort verläuft der sogenannte **Pazifische Feuerring**, ein Gürtel aus aktiven tektonischen Zonen. Der Überlieferung nach gehen mehr als 90 Prozent der weltweiten Erdbeben auf dieses Gebiet zurück, wobei die genauen Prozentwerte je nach Zählweise schwanken. Wo die Erde so unruhig ist, entstehen auch die meisten Tsunamis.

Von diesen gewöhnlichen Tsunamis zu unterscheiden ist der **Megatsunami**. Er bezeichnet Wellen mit einer deutlich größeren Amplitude, also einer weit höheren Welle. Solche Extremereignisse entstehen meist durch plötzliche Massenbewegungen direkt am oder im Wasser: gewaltige Erdrutsche, Vulkanausbrüche oder der Einschlag eines großen Asteroiden. Genau hier liegt der Übergang zu einem der eindrücklichsten Ereignisse der Erdgeschichte, dem **Megatsunami Lituya-Bucht** von 1958.

## Von normalen Wellen zu Megatsunamis: Die Rolle der Energie

Stellen Sie sich vor, Sie stehen am Strand und beobachten, wie sich die Wellen brechen. Was Sie sehen, ist Bewegung, aber nicht das, was Sie vermuten. Die Wellen transportieren kein Wasser über den Ozean, sondern Energie. Die Wasserteilchen selbst schwingen nur um ihre Ruhelage, während die Energie weiterwandert. Die Hauptursache für Meeres- und Ozeanwellen ist der Wind. Er überträgt seine Kraft auf die Wasseroberfläche und erzeugt so die vertrauten Wellen, die wir täglich sehen.

Doch es gibt eine ganz andere Kategorie von Wellen. Das Wort Tsunami stammt aus dem Japanischen und bedeutet Hafenwelle. Tsunamis entstehen durch tektonische Ereignisse wie Erdbeben, Vulkanausbrüche oder Erdrutsche auf dem Meeresboden. In tiefem Wasser erreichen sie Geschwindigkeiten von über 900 Kilometern pro Stunde. Etwa 80 Prozent aller Tsunamis entstehen im Pazifischen Ozean. Der Grund dafür liegt im sogenannten Pazifischen Feuerring, einem Gürtel aktiver tektonischer Zonen, in dem sich der Überlieferung nach ein Großteil der weltweiten Erdbeben ereignet.

### Was unterscheidet einen Megatsunami von einem gewöhnlichen Tsunami?

Der Begriff Megatsunami beschreibt Wellen mit einer deutlich größeren Amplitude als bei gewöhnlichen Tsunamis. Sie entstehen meist durch plötzliche Massenbewegungen nahe am oder im Wasser: Vulkanausbrüche, gewaltige Erdrutsche oder der Einschlag großer Asteroiden. Solche Ereignisse setzen enorme Energiemengen frei, die sich in einer einzigen, extrem hohen Welle entladen können.

### Der Megatsunami in der Lituya-Bucht

Das wohl eindringlichste Beispiel für die zerstörerische Kraft eines Megatsunamis ereignete sich 1958 in der Lituya-Bucht in Alaska. Ausgelöst wurde er durch ein Erdbeben der Stärke 7,7, das durch seismische Aktivität an der Fairweather-Störung entstand. Der Überlieferung nach stürzten dabei schätzungsweise 40 Millionen Kubikmeter Fels und Eis mit einem Gewicht von rund 90 Millionen Tonnen in die Bucht. Die genauen Werte für Volumen und Masse variieren allerdings je nach Schätzung.

Die dadurch erzeugte Wasserwelle erreichte eine Höhe von 524 Metern. Zum Vergleich: Das Empire State Building in New York ist rund 381 Meter hoch. Der Megatsunami in der Lituya-Bucht war also deutlich höher als dieses Wahrzeichen. Er entwurzelte nahezu alle Bäume entlang der Küste. Berichten zufolge starben nur fünf Menschen, weil die Region sehr dünn besiedelt war.


## Frequently asked questions

**Was ist ein Megatsunami und wie unterscheidet er sich von einem normalen Tsunami?**

Ein Megatsunami erreicht eine deutlich größere Wellenhöhe als ein gewöhnlicher Tsunami. Während typische Tsunamis durch tektonische Erschütterungen am Meeresboden entstehen, werden Megatsunamis meist durch plötzliche Massenbewegungen nahe am Wasser ausgelöst, etwa durch Vulkanausbrüche, gewaltige Erdrutsche oder einschlagende Asteroiden. Genau diese Nähe zur Küste macht ihre Wellen so extrem.

**Wie hoch war die größte jemals gemessene Welle und wo ereignete sie sich?**

Die höchste dokumentierte Welle erreichte 1958 in der Lituya-Bucht in Alaska eine Höhe von 524 Metern. Sie gilt bis heute als der größte aufgezeichnete Tsunami der Geschichte. Zum Vergleich: Diese Wassermauer ragte weit über die Hänge der Bucht hinaus und entwurzelte fast alle Bäume am Ufer.

**Warum entstehen etwa 80 Prozent aller Tsunamis im Pazifischen Ozean?**

Der Grund liegt in der Geologie: Ein Großteil der weltweiten Erdbeben ereignet sich im sogenannten Pazifischen Feuerring, einem Gürtel aktiver tektonischer Zonen. Da Tsunamis fast immer aus solchen Beben hervorgehen, konzentrieren sich rund 80 Prozent von ihnen auf den Pazifik. Die genauen Prozentwerte für die Beben schwanken je nach Quelle.

**Wie schnell kann sich ein Tsunami fortbewegen?**

In der Tiefe des offenen Ozeans erreichen Tsunamis Geschwindigkeiten von über 900 Kilometern pro Stunde, also etwa so schnell wie ein Verkehrsflugzeug. Auf hoher See spürt man sie kaum, denn ihre Wellenlänge ist enorm. Erst in flachem Küstenwasser türmen sie sich auf und entfalten ihre zerstörerische Kraft.

**Was geschah 1958 in der Lituya-Bucht in Alaska?**

Ein Erdbeben der Stärke 7,7 an der Fairweather-Störung löste einen gewaltigen Fels- und Eissturz aus. Der Überlieferung nach stürzten dabei rund 40 Millionen Kubikmeter Gestein und Eis in die Bucht. Die Flutwelle raste die Hänge hinauf und riss den Wald nieder.

**Wie entstehen Wellen im Ozean und wie weit können sie Energie transportieren?**

Die Hauptursache von Meereswellen ist der Wind. Entscheidend dabei: Wellen transportieren nicht das Wasser selbst, sondern Energie. Die Wasserteilchen schwingen nur um ihre Ruhelage, während die Energie weiterwandert. Trifft sie auf kein Hindernis, kann eine Welle theoretisch ein ganzes Ozeanbecken durchqueren.

**Wie viele Menschen starben beim Megatsunami in der Lituya-Bucht?**

Berichten zufolge kamen bei dem Ereignis von 1958 nur wenige Menschen ums Leben, häufig wird von fünf Todesopfern gesprochen. Der Grund dafür war die extrem dünne Besiedlung dieser abgelegenen Region Alaskas. Die genauen Angaben zu den Opferzahlen unterscheiden sich je nach Quelle.

**Was bedeutet das japanische Wort Tsunami wörtlich übersetzt?**

Das Wort stammt aus dem Japanischen und setzt sich aus zwei Schriftzeichen zusammen: einem für Hafen und einem für Welle. Wörtlich übersetzt heißt Tsunami also Hafenwelle. Der Name beschreibt treffend, was diese Flutwellen anrichten, wenn sie auf eine Küste treffen. Hinweis der Redaktion: Nicht abschließend bestätigte Angaben sind im Text ausdrücklich als unsicher gekennzeichnet.

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