# Matthäus Hetzenauer: Der Scharfschütze mit 345 Abschüssen

*Geschichte & Krieg · Kerem Aydın · 2026-08-25*

## Key facts

- Hetzenauer wurde 1924 in Tirol geboren und diente als Scharfschütze der 3. Gebirgsdivision.
- Seine bevorzugte Waffe war das Karabiner 98k mit Zielfernrohr, später nutzte er auch das Gewehr 43 mit ZF4-Visier.
- Für seine Leistungen wurde ihm am 17. April 1945 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen.
- Nach Kriegsende verbrachte er rund fünf Jahre in sowjetischer Kriegsgefangenschaft.
- Nach seiner Rückkehr führte er ein zurückgezogenes Leben in seiner Tiroler Heimat und sprach selten über seine Kriegserfahrungen.

Das Wichtigste in Kürze

Matthäus Hetzenauer, geboren 1924 in Tirol, diente als Scharfschütze der 3. Gebirgsdivision. Ihm werden 345 bestätigte Abschüsse zugeschrieben. Er erhielt das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes, geriet 1945 in sowjetische Gefangenschaft und starb 2004.

## Einleitung: Der Scharfschütze aus Tirol

Stellen Sie sich einen Mann vor, der in den Karpaten, in Ungarn und in der Slowakei kämpfte und dem mehr als 300 bestätigte Abschüsse zugeschrieben werden. Matthäus Hetzenauer, geboren 1924 in Tirol, war ein österreichischer Scharfschütze im Zweiten Weltkrieg. Seine Geschichte ist eine der bemerkenswertesten und zugleich erschütterndsten des gesamten Krieges.

Der junge Tiroler diente in der 3. Gebirgsdivision der Wehrmacht. Dort, in den unwirtlichen Gebirgslandschaften und Wäldern Osteuropas, entwickelte sich Hetzenauer zu einem der gefürchtetsten Scharfschützen seiner Zeit. Die Zahl seiner Abschüsse wird in vielen Quellen mit rund 345 angegeben, wobei diese Statistik aus Kriegszeiten stammt und nicht unabhängig verifiziert werden kann. Berichten zufolge schwankt die genannte Zahl je nach Quelle zwischen 300 und 350.

Was seine Fähigkeiten so außergewöhnlich machte, war nicht nur seine Treffsicherheit, sondern auch seine Geduld und seine Fähigkeit, sich stundenlang bewegungslos zu tarnen. Hetzenauer nutzte dafür ein Karabiner 98k mit 6-facher Zielfernrohr-Vergrößerung sowie ein Gewehr 43 mit ZF4-Zielfernrohr bei 4-facher Vergrößerung. Mit diesen Waffen operierte er oft tief hinter den feindlichen Linien, unterstützte seine Einheit bei Angriffen und verteidigte Stellungen gegen sowjetische Truppen.

Sein Einsatzgebiet erstreckte sich über die Karpaten, Ungarn und die Slowakei. In diesen Regionen kämpfte er gegen sowjetische Streitkräfte, und seine Präzision trug maßgeblich dazu bei, feindliche Offiziersränge und wichtige Ziele auszuschalten. Die 3. Gebirgsdivision, der er angehörte, war für ihre Härte und ihre Fähigkeit bekannt, auch in schwierigstem Gelände zu operieren. Hetzenauer passte perfekt in dieses Profil.

Doch hinter den nüchternen Zahlen und militärischen Erfolgen steht eine Geschichte, die bis heute nachwirkt. Denn jeder Abschuss bedeutete ein menschliches Leben, und die psychologischen Belastungen eines Scharfschützen waren immens. Hetzenauer selbst blieb zeit seines Lebens zurückhaltend, was seine Erlebnisse an der Front anging. Seine Geschichte wirft Fragen auf, die weit über die militärische Leistung hinausgehen: Was treibt einen jungen Mann dazu, eine solche Spezialisierung anzustreben? Und wie prägt einen Menschen die Erfahrung, über Monate hinweg gezielt Menschen zu töten?

### Die Waffen eines Präzisionsschützen

Ein Scharfschütze ist nur so gut wie sein Werkzeug, und bei Matthäus Hetzenauer stimmte diese Rechnung. Der Österreicher, der 1924 in Tirol geboren wurde und im Zweiten Weltkrieg in der 3. Gebirgsdivision der Wehrmacht diente, verließ sich auf zwei erprobte Gewehre, die damals zum Standard der deutschen Präzisionsschützen gehörten. Seine Hauptwaffe war ein Karabiner 98k mit einem Zielfernrohr, das die Vergrößerung um das Sechsfache erhöhte. Dazu kam ein Gewehr 43, das mit einem ZF4-Visier ausgestattet war und eine vierfache Vergrößerung bot.

Diese Ausrüstung war bemerkenswert für ihre Zeit. Der Karabiner 98k galt als robust und zuverlässig, selbst unter den widrigen Bedingungen an der Front. Die sechsfache Vergrößerung erlaubte es Hetzenauer, Ziele auf große Distanz präzise zu erfassen, während das halbautomatische Gewehr 43 ihm in Situationen, in denen Schnelligkeit zählte, einen Vorteil verschaffte. Stellen Sie sich vor, Sie müssten bei eisigem Wind und schlechter Sicht einen Schuss abgeben, der über Leben und Tod entscheidet. Genau das war der Alltag dieses Mannes.

Mit diesen Waffen kämpfte Hetzenauer in den Karpaten, in Ungarn und in der Slowakei gegen sowjetische Truppen. Die Kombination aus ruhiger Hand, geschultem Auge und technisch ausgereifter Ausrüstung machte ihn zu einem der gefürchtetsten Scharfschützen seiner Einheit. Berichten zufolge soll er dabei 345 feindliche Soldaten ausgeschaltet haben, eine Zahl, die in der Literatur oft genannt wird, aber als Kriegsstatistik naturgemäß nicht unabhängig zu verifizieren ist. Sicher ist: Seine Treffsicherheit und sein Mut blieben seinen Vorgesetzten nicht verborgen.

### Verwundung und Auszeichnung

Der 6. November 1944 wurde für Matthäus Hetzenauer Scharfschütze zu einem Schlüsseldatum. An diesem Tag erlitt er durch Artilleriefeuer eine Kopfverletzung, die seinen weiteren Kriegsdienst nachhaltig prägen sollte. Drei Tage später, so wird es in den biografischen Aufzeichnungen geschildert, erhielt er das Verwundetenabzeichen, eine offizielle Auszeichnung der Wehrmacht für im Einsatz verwundete Soldaten.

Die schweren Monate an der Front blieben nicht ohne Anerkennung. Am 17. April 1945, nur wenige Wochen vor Kriegsende, wurde Hetzenauer das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Diese hohe militärische Auszeichnung wurde auf Empfehlung von Generalleutnant Paul Klatt ausgesprochen, dem Kommandeur der 3. Gebirgsdivision. Klatt begründete seine Empfehlung mit Hetzenauers außergewöhnlichem Mut unter feindlichem Artilleriefeuer und seiner Fähigkeit, zahlreiche gegnerische Scharfschützen auszuschalten, ohne dabei Rücksicht auf die eigene Sicherheit zu nehmen.

Diese Ehrung war der Höhepunkt einer militärischen Laufbahn, die von außergewöhnlicher Präzision und eiserner Nervenstärke zeugte. Berichten zufolge soll Hetzenauer während seines Einsatzes insgesamt 345 bestätigte Abschüsse erzielt haben, eine Zahl, die in der militärhistorischen Literatur allerdings nicht unabhängig verifiziert werden kann. Was die Quellen jedoch einhellig belegen, ist die Tatsache, dass seine Leistungen als Matthäus Hetzenauer Scharfschütze innerhalb der deutschen Gebirgstruppen außergewöhnlich waren und ihm den Respekt seiner Vorgesetzten einbrachten.

Die Verleihung des Ritterkreuzes erfolgte in einer Zeit, in der die deutsche Kriegsmaschinerie bereits in Auflösung begriffen war. Nur wenige Wochen später, im Mai 1945, geriet Hetzenauer in sowjetische Gefangenschaft, aus der er erst nach fünf Jahren zurückkehren sollte.

### Gefangenschaft und letzte Jahre

Der Krieg war für Matthäus Hetzenauer im Mai 1945 endgültig vorbei, allerdings nicht mit einer Rückkehr in die Heimat. Sowjetische Truppen nahmen den Scharfschützen gefangen, und es folgten fünf Jahre in einem Kriegsgefangenenlager. Erst nach dieser Zeit kehrte der Tiroler zurück.

Was in diesen Jahren geschah, darüber schweigen sich die meisten Quellen aus. Sicher ist: Hetzenauer zog sich nach seiner Freilassung weitgehend aus der Öffentlichkeit zurück. Der Mann, der an der Ostfront, in den Karpaten, in Ungarn und in der Slowakei im Einsatz gewesen war, suchte keine Bühne und keine Rechtfertigung. Er lebte still in seiner Heimatregion, fernab jeder militärischen Ehrung und jedes Gedenkbetriebs.

Am 3. Oktober 2004 starb Matthäus Hetzenauer. Sein Name taucht seither vor allem in militärhistorischen Publikationen auf, wo er als einer der erfolgreichsten Scharfschützen der Wehrmacht geführt wird. Die Zahl von 345 bestätigten Abschüssen, die ihm zugeschrieben wird, lässt sich aus den Kriegsunterlagen nicht unabhängig verifizieren; sie stammt aus seiner eigenen Dienstzeit und schwankt je nach Quelle zwischen 300 und 350.

Was bleibt, ist das Bild eines Mannes, dessen Leben von einem einzigen, brutalen Auftrag geprägt war. Hetzenauer selbst hat sich nie öffentlich dazu geäußert. Die Zurückgezogenheit seiner letzten Jahrzehnte mag man als Bescheidenheit deuten oder als das Schweigen eines Menschen, der wusste, dass sich das Erlebte nicht in Worte fassen lässt. Beides gehört zu der widersprüchlichen Figur, die der Matthäus Hetzenauer Scharfschütze der Geschichte hinterlassen hat.

Hinweis der Redaktion: Einzelheiten zu Hetzenauers Einsatzgeschichte beruhen auf historischen Unterlagen und persönlichen Aufzeichnungen, die nicht in allen Punkten unabhängig verifizierbar sind; dies wird im Text entsprechend kenntlich gemacht.


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