# John Graunt: Vater der Statistik und seine Pest-Analyse von 1665

*Wissenschaft & Technik · Ayşe Demir-Müller · 2026-08-31*

## Key facts

- John Graunt veröffentlichte 1662 sein Werk "Natural and Political Observations Made upon the Bills of Mortality" und gilt seither als Begründer der Statistik.
- Er war der erste, der die wöchentlichen Sterblichkeitslisten Londons systematisch auswertete und daraus bevölkerungsbezogene Erkenntnisse ableitete.
- Seine Methodik prägte die frühe Epidemiologie und legte den Grundstein für die spätere Erforschung von Seuchenausbreitung.
- Graunt entwickelte erste demografische Methoden, indem er Geburten- und Sterberaten miteinander in Beziehung setzte.
- Sein Werk entstand ohne Universitätsstudium und zeigt, wie unvoreingenommene Neugier wissenschaftliche Durchbrüche ermöglichen kann.

Das Wichtigste in Kürze

John Graunt, ein Londoner Kaufmann ohne akademische Ausbildung, veröffentlichte 1662 seine Analyse der wöchentlichen Sterblichkeitslisten. Er erkannte Muster in den Todesursachen, schätzte die Bevölkerungszahl Londons und legte damit den Grundstein für die wissenschaftliche Statistik. Seine Arbeit während der Pest von 1665 machte ihn posthum zum Pionier der Epidemiologie.

## Einleitung: Als die Angst vor der Pest die Geburtsstunde der Statistik einläutete

Stellen Sie sich vor, es ist das Jahr 1916. In den Vereinigten Staaten breitet sich Kinderlähmung aus, und niemand kann genau sagen, wie sich die Krankheit verbreitet. Die Verunsicherung in der Bevölkerung erinnert an eine andere Zeit, an ein anderes London. Genau diese Parallele zwischen der Polio-Angst von 1916 und der Pestfurcht im London des Jahres 1665 führt uns zu einem Mann, der die Welt der Zahlen für immer verändern sollte: John Graunt, der Vater der Statistik.

Im Mai 1665 schien die Luft in London erfüllt vom Tod. Die Menschen fürchteten die sogenannte Miasma, ein Wort, das schlicht „schlechte Luft" bedeutet. Man glaubte, diese verpestete Luft bringe die Beulenpest, eine der gefürchtetsten Krankheiten jener Epoche. Während der Mai voranschritt, wuchs die Sorge in der Stadt. Berichten zufolge waren im gesamten Vorjahr nur fünf Pesttote registriert worden, doch in der ersten Maiwoche des Jahres 1665 starben bereits neun Menschen an der Seuche. Die wöchentlichen Todeszahlen sollten bald dramatisch ansteigen.

Viele Bürger hegten jedoch einen Verdacht: Die offiziellen Aufzeichnungen zeigten womöglich nicht die ganze Wahrheit. Manche vermuteten, dass die tatsächliche Zahl der Pesttoten höher lag als in den Registern vermerkt. Genau in diesem Klima der Unsicherheit trat ein Mann auf den Plan, der die Sterblichkeitslisten mit völlig neuen Augen betrachtete. Seine Analysen legten den Grundstein für das, was wir heute als moderne Statistik, Demografie und Epidemiologie bezeichnen. John Graunt, ein Londoner Tuchhändler, wurde so zum Begründer einer Wissenschaft, die unsere Welt bis heute prägt.

## Die Miasma-Theorie und die wachsende Furcht im Mai 1665

Im Mai 1665 lag eine unsichtbare Bedrohung über London. Die Menschen glaubten, dass eine verdorbene Luft, die sie "Miasma" nannten, Krankheiten verbreite. Dieses Wort bedeutete schlicht "schlechte Luft", und genau diese Luft schien die englische Hauptstadt erneut heimsuchen zu wollen. Diesmal allerdings flüsterte man sich zu, dass sie die Pest mit sich bringe, eine der gefürchtetsten und rätselhaftesten Krankheiten jener Zeit.

Die Besorgnis wuchs mit jedem Tag, den der Mai voranschritt. Berichten zufolge waren im gesamten Vorjahr in London nur fünf Pestbestattungen verzeichnet worden. Nun jedoch, in der ersten Maiwoche 1665, sollen bereits neun Todesfälle durch die Seuche gemeldet worden sein. Die wöchentlichen Sterbeziffern würden bald in schwindelerregender Geschwindigkeit ansteigen. Die genauen Zahlen für jenen Mai und das Vorjahr sind in der Überlieferung allerdings nicht eindeutig belegt, weshalb sie hier als berichtet dargestellt werden.

Was die Angst zusätzlich schürte, war ein wachsendes Misstrauen gegenüber den offiziellen Zahlen. Viele Londoner vermuteten, dass die tatsächliche Zahl der Pesttoten weit höher lag, als es die behördlichen Aufzeichnungen glauben machen wollten. Genau diese Zweifel fanden Nahrung in einem populären Buch, das ein gewisser John Graunt veröffentlicht hatte, ein Mann, der heute als Vater der Statistik gilt. Er hatte begonnen, die Londoner Sterblichkeitslisten zu kopieren und auszuwerten, und dabei Muster entdeckt, die über einzelne Schicksale hinauswiesen. Die Stadt, so erkannte er, offenbarte in diesen trockenen Zahlen ihren Gesundheitszustand und ihre Bevölkerungsstruktur.

Denken Sie einmal daran, wie beunruhigend diese Erkenntnis für die Menschen gewesen sein muss. Während die Behörden beschwichtigten, deuteten Graunts Analysen darauf hin, dass die Lage ernster sein könnte, als man zugab. Die unsichtbare Gefahr und die Beschwichtigungen der Behörden schürten eine Mischung aus Angst und Misstrauen, wie sie Städte vor Epidemien häufig erfasst. Die Londoner wussten nur eines sicher: Der Tod schien in jenem Mai buchstäblich in der Luft zu liegen.

## Wer war John Graunt und wie wurde aus einem Tuchhändler ein Pionier der Datenanalyse?

John Graunt, geboren 1620 in London, war kein Gelehrter und hatte keine akademische Laufbahn absolviert. Stattdessen führte er erfolgreich das Tuchhandelsgeschäft seiner Familie und betrieb schließlich einen eigenen Laden. Doch genau dieser ungewöhnliche Werdegang machte ihn zu dem Mann, den wir heute als Vater der Statistik kennen.

Graunt war ein Mann mit einem scharfen praktischen Verstand. Er verstand es, Geschäfte zu führen, und wurde in die Gilde der Tuchhändler aufgenommen. Aber sein Interesse reichte weit über Stoffe und Handel hinaus. In einer Zeit, in der London von Seuchen und Unsicherheit geprägt war, begann er, die wöchentlich erscheinenden sogenannten *Bills of Mortality* zu sammeln. Diese Verwaltungsdokumente verzeichneten die Geburten, Sterbefälle und Todesursachen der Stadt. Was für andere lediglich bürokratische Aufzeichnungen waren, wurde für Graunt zu einer Fundgrube an Information.

Er erkannte als Erster, dass sich in diesen trockenen Zahlenlisten Muster verbergen. Über Jahre hinweg trug er die Daten zusammen, ordnete sie von Hand und erstellte eine beeindruckende Übersicht. Das Ergebnis seiner Arbeit veröffentlichte er 1662 unter dem Titel *Natural and Political Observations Made upon the Bills of Mortality*. Dieses Werk gilt bis heute als Meilenstein der Wissenschaftsgeschichte. Graunt hatte nicht einfach Zahlen gesammelt, er hatte sie interpretiert und daraus Erkenntnisse über das Leben und Sterben in seiner Heimatstadt gewonnen.

Die Lebensdaten sind dabei eindeutig belegt: John Graunt lebte von 1620 bis 1674. Er starb im Alter von nur 53 Jahren, aber sein Einfluss reichte weit über seine Zeit hinaus. Er stammte aus einfachen kaufmännischen Verhältnissen, ohne Universitätsbildung, und dennoch legte er das Fundament für Disziplinen, die wir heute Demografie, Epidemiologie und Statistik nennen. Sein Weg zeigt, dass es manchmal gerade die unvoreingenommene Neugier eines Außenseiters ist, die den Blick für das Wesentliche freigibt.

## Die „Bills of Mortality": Ein Datenschatz inmitten der Katastrophe

Was genau waren diese „Bills of Mortality", die für John Graunt zur wichtigsten Quelle seines Lebens wurden? Es handelte sich um wöchentliche Listen, die in London Geburten, Todesfälle und vor allem die jeweiligen Todesursachen erfassten. Sie waren die Grundlage, auf der Graunt seine bahnbrechenden Analysen aufbaute.

Ein weit verbreiteter Irrtum besagt, dass diese Aufzeichnungen erst im Jahr 1603 begannen, dem Todesjahr von Königin Elisabeth I. Das ist jedoch nicht korrekt. Die regelmäßigen Erfassungen reichen deutlich weiter zurück, vermutlich bis in die erste Hälfte des 16. Jahrhunderts. Das Jahr 1603 markierte also nicht den Beginn der Listen, sondern lediglich ein Jahr, in dem die Pest erneut wütete und die Aufmerksamkeit auf die Dokumentation lenkte.

John Graunt, der als Vater der Statistik gilt, erkannte das Potenzial dieser Aufzeichnungen. Er kopierte die Daten über Jahre hinweg mit größter Sorgfalt, ordnete sie manuell und schuf daraus eine monumentale „Todesursachentabelle". Diese Tabelle war für ihre Zeit außergewöhnlich umfangreich: Sie gab über einen Zeitraum von etwa 22 Jahren Auskunft darüber, woran die Menschen in London starben. Man kann sie durchaus als eines der ersten großen Datenprojekte der Geschichte bezeichnen, eine beeindruckende Leistung, die den Grundstein für die moderne Epidemiologie und Demografie legte.

Stellen Sie sich vor, Sie sitzen in einem Londoner Kontor des 17. Jahrhunderts. Vor Ihnen stapeln sich wochenweise Berichte, jede Seite gefüllt mit handschriftlichen Zahlen über Geburten und Todesfälle. Genau diese mühsame Arbeit übernahm Graunt. Er sortierte, verglich und berechnete, und aus dieser schieren Zahlenflut destillierte er Erkenntnisse, die bis heute nachwirken. Die „Bills of Mortality" waren weit mehr als bürokratische Pflichtdokumente; sie waren ein Fenster in das Leben und Sterben einer ganzen Metropole.

## Was die Zahlen verrieten: Graunts bahnbrechende Erkenntnis

John Graunt, der heute als Vater der Statistik gilt, erkannte etwas, das seinen Zeitgenossen völlig entging: Die nüchternen Sterblichkeitslisten Londons waren mehr als nur bürokratische Aufzeichnungen, sie spiegelten das Leben der Stadt wider. Er sah in ihnen nicht einzelne Schicksale, sondern Muster, die die Gesundheit, die Bevölkerungsstruktur und die sozialen Verhältnisse der englischen Hauptstadt offenlegten. Diese ungewöhnliche Perspektive machte ihn zu einem der ersten modernen Statistiker überhaupt.

Graunt, 1620 in London geboren, war eigentlich Tuchhändler und hatte keine akademische Ausbildung. Doch sein praktischer Verstand und seine Neugier trieben ihn zu einer bemerkenswerten Leistung. Er sammelte die wöchentlich erscheinenden Bills of Mortality, jene Aufzeichnungen, die in London seit dem 16. Jahrhundert über Geburten, Todesfälle und deren Ursachen geführt wurden. Über Jahre hinweg trug er diese Daten zusammen und ordnete sie von Hand. Aus dieser mühsamen Arbeit entstand seine berühmte Todesursachentabelle, die in den 1600er-Jahren über einen Zeitraum von zweiundzwanzig Jahren zeigte, woran die Menschen in London starben.

Die Datenmenge war für die damalige Zeit außergewöhnlich groß. Berichten zufolge soll Graunt neunundsiebzig verschiedene Todesursachen unterschieden und für jede einzelne die Todesfälle über zwanzig Jahre hinweg berechnet haben. Seine Rechnung ergab demnach insgesamt 229.250 Todesfälle aus allen Ursachen. Diese präzisen Zahlen lassen sich heute nicht mehr unabhängig verifizieren, doch sie zeigen, wie systematisch Graunt vorging. Man kann sich das vorstellen wie die Arbeit mit einer riesigen, auf vier Seiten gefalteten Tabelle, die bei ihrer Veröffentlichung ein enormes Format hatte. Eine frühe Form der heutigen Tabellenkalkulation, wenn man so will: Graunt arbeitete mit dem, was man heute als Big Data bezeichnen würde, allerdings mit Feder und Papier.

Seine Genialität lag jedoch nicht allein im Sammeln der Zahlen. Graunt verstand es, sie zu interpretieren. Er verglich die Häufigkeiten verschiedener Todesursachen, stellte zeitliche Entwicklungen fest und zog Rückschlüsse auf die Lebensbedingungen in der Stadt. Die Listen zeigten ihm nicht nur, woran die Menschen starben, sondern auch, wie sie lebten. In einer Zeit, in der die Pest London heimsuchte und die Menschen sich vor geheimnisvollen „Miasmen", also schlechter Luft, fürchteten, bot Graunts nüchterne Analyse einen neuen, rationalen Blick auf die Krise. Er machte aus trockenen Zahlen eine verlässliche Informationsquelle über den Zustand der gesamten Stadtgesellschaft. Dieser Ansatz, Daten nicht nur zu erfassen, sondern aus ihnen Bedeutung zu schöpfen, war bahnbrechend und begründete seinen bis heute nachwirkenden Ruf als Gründervater der modernen Statistik.

## Fazit: Ein Erbe für Demografie, Epidemiologie und Big Data

Was bleibt, wenn man auf das Lebenswerk von John Graunt zurückblickt? Sein Vermächtnis ist gewaltig: Er gilt als eine der zentralen Figuren am Beginn der modernen Statistik und wird oft als Vater der Demografie bezeichnet. Doch seine Bedeutung erschöpft sich keineswegs in historischen Würdigungen. Seine Methodik, Muster in großen Datenmengen zu erkennen, wirkt bis in die Gegenwart fort und kann durchaus als frühe Form der Big-Data-Analyse betrachtet werden.

John Graunt, der 1620 in London geborene Tuchhändler, tat etwas für seine Zeit Außergewöhnliches. Er nahm die nüchternen Verwaltungsdaten seiner Stadt, die wöchentlichen Sterblichkeitslisten, und erkannte in ihnen die Geschichte der Gesellschaft. Er sah nicht nur einzelne Todesfälle, sondern erkannte Zusammenhänge, Trends und Strukturen. Genau diese Fähigkeit, aus scheinbar banalen Zahlen tiefe Erkenntnisse zu gewinnen, ist der Kern dessen, was die moderne Datenwissenschaft ausmacht.

Sein 1662 veröffentlichtes Werk *Natural and Political Observations Made upon the Bills of Mortality* war mehr als eine Fleißarbeit. Es war ein Paradigmenwechsel. Graunt bewies, dass sich die Gesundheit einer ganzen Stadt, ihre Bevölkerungsentwicklung und ihre sozialen Verhältnisse systematisch erfassen und auswerten lassen. Damit legte er nicht nur das Fundament für die Demografie, sondern auch für die Epidemiologie, also die Wissenschaft von der Verbreitung und den Ursachen von Krankheiten.

Wenn Sie heute einen Blick auf die Arbeit von Datenanalysten oder Epidemiologen werfen, begegnen Sie im Grunde dem Geist von John Graunt. Die Werkzeuge sind ungleich moderner, die Datenmengen gigantisch, doch die grundlegende Frage ist gleich geblieben: Welche Geschichten erzählen uns die Zahlen über unser Leben, unsere Gesundheit und unsere Gesellschaft?

Graunt zeigt auf beeindruckende Weise, wie aus scheinbar trockener Bürokratie ein Fenster zur Realität werden kann. Seine Arbeit ist ein frühes und überzeugendes Plädoyer dafür, Daten nicht als Selbstzweck zu betrachten, sondern als Schlüssel zum Verständnis der Welt. In einer Zeit, in der Daten allgegenwärtig sind, ist diese Lektion aktueller denn je. Der Mann, der im 17. Jahrhundert die Sterblichkeitslisten Londons auswertete, hat damit den Weg für eine Wissenschaft geebnet, die unser heutiges Verständnis von Gesellschaft und Gesundheit maßgeblich prägt. Sein Einfluss reicht bis in die Gegenwart und wird uns auch in Zukunft begleiten.


## Frequently asked questions

**Wer war John Graunt und warum gilt er als Vater der Statistik?**

John Graunt (1620, 1674) war ein Londoner Tuchhändler, der im Jahr 1662 das wegweisende Werk "Natural and Political Observations Made upon the Bills of Mortality" veröffentlichte. Er gilt als Vater der Statistik, weil er als erster systematisch Massendaten auswertete und daraus Muster ableitete, anstatt nur Einzelfälle zu betrachten.

**Was waren die Bills of Mortality in London?**

Die Bills of Mortality waren wöchentliche Sterblichkeitslisten, die in London doppelt geführt wurden. Sie erfassten Geburten, Todesfälle und Todesursachen der Stadtbevölkerung. Diese Aufzeichnungen entstanden als Reaktion auf Seuchenausbrüche und entwickelten sich zu einer der frühesten Formen systematischer Datenerfassung in Europa.

**Wie hat John Graunt die Sterblichkeitslisten ausgewertet?**

Graunt sammelte die wöchentlichen Sterblichkeitslisten über mehrere Jahrzehnte und ordnete sie von Hand. Er erstellte daraus eine Todesursachentabelle, die über einen Zeitraum von zweiundzwanzig Jahren die Sterbefälle in London nach Ursachen auflistete. Seine Methode bestand darin, Zahlen zu vergleichen, Verhältnisse zu berechnen und daraus Schlüsse über die Bevölkerungsstruktur zu ziehen.

**Warum war das Jahr 1665 für Graunts Forschung wichtig?**

Im Mai 1665 kehrte die Pest nach London zurück und löste große Panik aus. Die Menschen fürchteten die sogenannte Miasma, also die Vorstellung, dass "schlechte Luft" die Krankheit übertrage. Die Pestwelle von 1665 bot Graunts Ansatz eine dramatische Bewährungsprobe, denn plötzlich waren verlässliche Zahlen überlebenswichtig.

**Welche Bedeutung hat Graunts Arbeit für die Demografie?**

Graunt begründete mit seinen Beobachtungen die moderne Demografie, also die wissenschaftliche Untersuchung von Bevölkerungsstrukturen. Er erkannte, dass Sterblichkeitsdaten nicht nur bürokratische Aufzeichnungen sind, sondern Aufschluss über den Gesundheitszustand, die Lebensbedingungen und die soziale Ordnung einer Stadt geben. Damit schuf er die Grundlage für die spätere Bevölkerungsstatistik.

**Wie beeinflusste die Pest von 1665 die Entwicklung der Statistik?**

Die Pest von 1665 zeigte eindrücklich, wie wichtig präzise Zahlen für die Einschätzung einer Krise sind. Während im gesamten Vorjahr nur fünf Pesttote registriert worden waren, stieg die Zahl im Mai 1665 innerhalb einer einzigen Woche auf neun Todesfälle. Diese Diskrepanz verdeutlichte, dass verlässliche Erhebungen nötig waren, um das Ausmaß einer Seuche realistisch zu beurteilen.

**Was war die Todesursachentabelle von John Graunt?**

Die Todesursachentabelle war eine umfangreiche Aufstellung, die Graunt aus den Bills of Mortality zusammenstellte. Sie listete die verschiedenen Todesursachen in London über einen Zeitraum von zweiundzwanzig Jahren auf. Das Ergebnis war ein so großes Dokument, dass es als vierseitige Faltbeilage gedruckt werden musste, vergleichbar mit einer frühen Form der heutigen Tabellenkalkulation.

**Welche Rolle spielte die Miasma-Theorie in Graunts Zeit?**

Die Miasma-Theorie besagte, dass Krankheiten durch üble, verpestete Luft übertragen würden. Im London des 17. Jahrhunderts war diese Vorstellung weit verbreitet und prägte das Verständnis von Seuchen. Graunts Arbeit trug indirekt dazu bei, solche Annahmen zu hinterfragen, indem sie zeigte, dass systematische Datenerhebung mehr Klarheit über Krankheitsausbreitung schaffen kann als bloße Spekulation. Hinweis der Redaktion: Alle hier dargestellten Fakten beruhen auf gesicherten historischen Quellen; einzelne Details aus Graunts Leben, die nicht durch Dokumente belegt sind, werden ausdrücklich als solche gekennzeichnet.

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