# Iranische Flagge: Die verborgene Botschaft im Emblem

*Gesellschaft, Psychologie & Leben · Elif Korkmaz · 2026-10-03*

## Key facts

- Die drei Farben Grün, Weiß und Rot gehen auf die pan-iranische Tradition zurück und wurden bereits vor 1979 verwendet.
- Das rote Emblem in der Mitte wurde 1980 ergänzt und ersetzt den früheren Löwen mit Sonne.
- Der Schriftzug Allahu Akbar erscheint auf jeder Seite der Streifen insgesamt zweiundzwanzigmal.
- Die Zahl zweiundzwanzig verweist auf den 22. Tag des Monats Bahman, an dem die Revolution 1979 ihren entscheidenden Punkt erreichte.
- Das Emblem lässt sich als Ambigramm lesen, also als Zeichen, das aus mehreren Blickwinkeln eine Bedeutung ergibt.

Das Wichtigste in Kürze

Die Flagge des Iran zeigt drei waagerechte Streifen in Grün, Weiß und Rot. In der Mitte sitzt ein rotes Emblem, das als stilisiertes Allah-Zeichen gilt und zugleich an eine Tulpe erinnert. An den Rändern der Streifen wiederholt sich der Ruf Allahu Akbar insgesamt zweiundzwanzigmal. Die aktuelle Fassung wurde 1980 eingeführt.

## Ein Stoffstück, das Geschichte schreibt: Warum die iranische Flagge mehr als ein Tuch ist

Stellen Sie sich vor, Sie stehen vor einem Stoffstück, das auf den ersten Blick nur aus drei Streifen besteht. Grün, Weiß, Rot. Mehr nicht. Und doch steckt in diesem Tuch ein regelrechtes Manifest, ein Text aus Farben, Schriftzeichen und Symbolen, den man lesen muss wie eine politische Erklärung. Die **Iranische Flagge Bedeutung** erschließt sich erst dann vollständig, wenn Sie Emblem, Schrift und Farben zusammen denken, nicht als getrennte Elemente, sondern als ein einziges, bewusst komponiertes Ganzes.

Die heutige Flagge der Islamischen Republik Iran wurde am 29. Juli 1980 offiziell angenommen, also gut eineinhalb Jahre nach dem Sieg der Revolution. Von Anfang an war klar: Dieses Design ist kein Zufall. Es ist bis ins kleinste Detail kalkuliert, und wer genauer hinsieht, erkennt darin weniger ein Hoheitszeichen als vielmehr ein Glaubensbekenntnis in Stoffform. Man könnte sagen, hier wurde eine ganze Staatsideologie in drei Streifen und ein zentrales Zeichen gepresst.

Schauen Sie in die Mitte der Flagge. Dort sitzt ein rotes Emblem, ein stilisiertes Wort. Es ist das Wort „Allah", gestaltet als sogenanntes Ambigramm, also so, dass es in beide Richtungen lesbar bleibt. Entworfen wurde dieses Zeichen von Hamid Nadimi. Was auf den ersten Blick wie eine ornamentale Blume wirkt, entpuppt sich beim zweiten Hinsehen als kalligrafische Meisterleistung, die gleich mehrere Bedeutungsebenen in einer einzigen Form vereint.

Denn dieses Emblem ist weit mehr als reine Schriftkunst. Der Überlieferung nach trägt es mehrere Symbole in sich, die sich gegenseitig verstärken. So wird die senkrechte Linie des Zeichens als das Elif gedeutet, den Buchstaben, der verbreiteten Interpretationen zufolge die Einheit Gottes, das Tawhid, repräsentiert. Diese Elif-Deutung ist in der Literatur weit verbreitet, allerdings nicht eindeutig belegt. Ähnlich verhält es sich mit den vier Mondsicheln, die in gängigen Auslegungen den Islam symbolisieren und damit die Rhetorik der Islamischen Republik stützen. Auch diese Deutung ist verbreitet, aber nicht offiziell bestätigt.

Was dagegen klar belegt ist: Die allgemeine Form des Emblems erinnert an eine Tulpe. Und die Tulpe hat in der iranischen Kultur einen festen, tief verwurzelten Platz. Sie steht zugleich für das Märtyrertum und für die göttliche Liebe. Wer die Tulpe kennt, versteht sofort, warum gerade sie gewählt wurde: Sie verbindet den Tod mit dem Heiligen, das Opfer mit dem Glauben.

Doch damit nicht genug. Werfen Sie einen Blick an die inneren Ränder der grünen und der roten Streifen. Dort zieht sich ein Schriftband entlang, in kufischer Schrift, einer alten, streng geometrischen Schriftform. Der Schriftzug lautet „Allahu Akbar", Gott ist groß. Und er wiederholt sich, und zwar nicht ein paar Mal, sondern insgesamt 22-mal, je elfmal am oberen und am unteren Rand. Eine Zahl, die man nicht übersieht, wenn man weiß, worauf sie verweist.

Denn diese 22 Wiederholungen sind alles andere als dekorativ. Sie verweisen auf den 22. Bahman im iranischen Kalender, den Tag, an dem die Islamische Revolution besiegelt wurde. Der 22. Bahman entspricht dem 11. Februar 1979. Hier wird ein Schriftzug an einen historischen Zeitpunkt geheftet, die Revolution gleichsam datiert und damit ins Sakrale erhoben. Typografie, Theologie und politisches Programm gehen in diesem Stoff eine Verbindung ein, die sich kaum trennen lässt.

Und noch etwas fällt auf, wenn man die aktuelle Flagge mit ihren Vorgängerinnen vergleicht. Diese Flagge enthält keinerlei Verweise auf das antike Iran, auf das Persische Reich oder auf monarchische Symbole wie Löwe und Sonne. Alles Vorislamische, alles Königliche wurde bewusst getilgt. Die Botschaft dahinter ist unmissverständlich: Dieser Staat versteht sich nicht als Erbe der alten Geschichte, sondern als Neubeginn, als Zäsur. Wenn ein Regime alte Symbole auslöscht, dann nicht, um Geschichte zu vergessen, sondern um klar zu sagen, welche Geschichte es nicht mehr will.

Ein Stoffstück, drei Farben, ein Emblem und zweiundzwanzig Schriftzeichen. Man kann die Flagge Irans als bloßes Hoheitszeichen abtun. Man kann sie aber auch als das lesen, was sie ist: ein sorgfältig geschriebener Text, der von einer Revolution erzählt, die sich selbst zum Anfangspunkt einer neuen Zeit erklärte.

## Das rote Emblem: Allah als Ambigramm und Tulpe des Märtyrertums

Im Zentrum der iranischen Flagge steht ein rotes Zeichen, das weit mehr ist als ein Ornament. Es handelt sich um das stilisierte Wort „Allah“, entworfen von Hamid Nadimi, und zwar als sogenanntes Ambigramm. Das bedeutet: Sie können dieses Zeichen von links nach rechts lesen, und genauso von rechts nach links. In beiden Richtungen ergibt sich dasselbe Wort. Genau darin liegt die eigentliche Kunstfertigkeit dieser Kalligraphie, und sie erklärt, warum dieses Emblem zu den durchdachtesten Flaggenmotiven der Welt zählt.

Doch mit der bloßen Lesbarkeit ist die Bedeutung dieses Zeichens noch längst nicht ausgeschöpft. Denn in seine Form sind mehrere Ebenen eingeschrieben, die erst im Zusammenspiel verständlich werden. Wenn Sie die iranische Flagge Bedeutung entschlüsseln möchten, lohnt es sich, genau hinzuschauen, denn dieses eine Zeichen vereint Theologie, Kalligraphie und die Verehrung der Märtyrer in sich.

### Das Elif und die Einheit Gottes

Ein verbreiteter Deutungsansatz sieht im senkrechten Strich des Emblems das Elif, den ersten Buchstaben des arabischen Alphabets. Dieses Elif, so die gängige Lesart, stehe für die Tawhid, also für die Einheit Gottes, das zentrale Bekenntnis des Islam. So einleuchtend diese Interpretation auch klingt, sie ist nicht eindeutig belegt. Der Überlieferung nach wird sie dem Entwurf zugeschrieben, doch eine offizielle Bestätigung dafür gibt es nicht. Betrachten Sie diese Deutung daher als eine verbreitete, aber nicht gesicherte Lesart.

### Die vier Mondsicheln

Ein zweites Element sind die vier Mondsicheln, die sich in der verschlungenen Form des Emblems wiederfinden lassen. Sie werden als Symbole des Islam gedeutet und stützen damit die Rhetorik der Islamischen Republik. Auch hier gilt: Diese Auslegung ist gängig, aber offiziell nicht bestätigt. Die Zahl vier und die Zuordnung zur islamischen Symbolik bleiben eine Interpretation, die sich aus der Form ergibt, nicht aus einer verbürgten Erklärung.

### Die Tulpe als Zeichen des Märtyrertums

Und dann ist da noch die Gesamtgestalt. Wenn Sie das rote Emblem als Ganzes betrachten, erkennen Sie die Silhouette einer Tulpe. In der iranischen Kultur hat diese Blume einen tiefen, doppelten Sinn: Sie steht für das Märtyrertum und zugleich für die göttliche Liebe. Diese Verbindung ist gesichert und tief in der persischen Tradition verwurzelt. Wer für den Glauben stirbt, so die Vorstellung, wird mit der Tulpe verbunden. Damit wird das Emblem zu einem stillen Denkmal, das nicht nur Gott nennt, sondern auch jene ehrt, die für ihn gestorben sind.

So fügt sich alles zu einem einzigen Zeichen zusammen: ein Wort, das in beide Richtungen Gott ausspricht, ein Buchstabe, der die Einheit meint, Mondsicheln, die den Glauben tragen, und eine Blume, die an die Toten erinnert. Theologie, Kalligraphie und Märtyrerverehrung, verdichtet in einen roten Umriss, der auf den ersten Blick so schlicht wirkt.

## 22-mal Allahu Akbar: Ein Datum als Glaubensbekenntnis

Sie müssen kein Sozialwissenschaftler sein, um zu erkennen, dass eine Inschrift, die sich zweiundzwanzig Mal auf ein und demselben Stoff wiederholt, kein Zufall der Ästhetik ist. Genau das aber tut die Flagge der Islamischen Republik Iran, und sie tut es mit voller Absicht. An den inneren Rändern des grünen und des roten Streifens, dort, wo der Stoff an das weiße Mittelfeld stößt, verläuft in kufischer Schrift der Ruf *Allahu Akbar*. Elf Mal am oberen Rand, elf Mal am unteren, insgesamt also zweiundzwanzig Mal. Wer genauer hinsieht, erkennt dahinter keine Verzierung, sondern eine Datumsangabe.

Denn die Zweiundzwanzig ist kein ornamentales Maß. Sie verweist auf den 22. Bahman im iranischen Kalender, den Tag, an dem die Islamische Revolution im Jahr 1979 zum Sieg gelangte. Was auf den ersten Blick wie ein frommer Schriftzug wirkt, ist in Wahrheit ein eingewebter Kalendereintrag. Der Tag der Revolution wurde buchstäblich in den Stoff geschrieben und damit in den Alltag jedes Menschen verankert, der diese Flagge hisst, sieht oder trägt.

Man kann dieses Vorgehen als dreifache Botschaft lesen. Da ist zunächst die Typografie: ein Schriftband, das den Rand säumt. Da ist die Theologie: der immerwährende Lobpreis Gottes. Und da ist schließlich das politische Manifest, das beide Ebenen zusammenbindet. Ein Symbol, das gleichzeitig Schriftkunst, Glaubensbekenntnis und Gründungsdatum ist, lässt sich kaum treffender beschreiben. Die Wiederholung ist dabei kein Schmuck, sondern eine bewusste Verankerung. Sie sorgt dafür, dass das Revolutionsdatum nicht in Archiven verschwindet, sondern auf jedem Stoffstück mitläuft, das im Wind hängt.

So wird aus einem einfachen Streifen ein doppelter Träger von Bedeutung: einerseits die **Iranische Flagge Bedeutung** als religiöses Zeichen, andererseits als historische Urkunde. Wer die Flagge betrachtet, sieht nicht nur Grün, Weiß und Rot. Wer genau hinsieht, liest ein Datum, das sich selbst als Glaubenssatz ausgibt.

## Abschied von Löwe und Sonne: Warum die Monarchie aus der Flagge verschwand

Wer heute die Flagge Irans hisst, hält ein Tuch in den Händen, das nur noch von religiösen Zeichen spricht. Kein Löwe, keine Sonne, kein Verweis auf das alte Perserreich. Das ist kein Zufall, sondern eine bewusste Entscheidung. Denn die **iranische Flagge Bedeutung** erzählt heute eine andere Geschichte als noch vor 1979. Sie erzählt von einer Revolution, die mit der Vergangenheit brechen wollte, und sie sagt sehr genau, welches Kapitel der Geschichte sie aus dem Gedächtnis tilgen möchte.

Schauen Sie sich das Motiv an, das einst auf der Nationalflagge stand: ein Löwe, der eine Sonne im Rücken trägt. Kraft, Königtum, kosmische Ordnung, Mythologie. Ein Symbol, das ganz irdisch war. Und genau deshalb musste es gehen. Es stand für die persische Monarchie, für das Schah-System, für die halbwegs säkulare Geschichte Irans vor der Revolution. Ein Regime, das seine Macht nicht aus der Geschichte, sondern aus dem Glauben ableitet, kann ein solches Zeichen nicht dulden.

Dabei war Löwe und Sonne über viele Epochen hinweg das zentrale Staatssymbol. Verwendet wurde es sowohl in der Kadscharen-Dynastie, die von 1789 bis 1925 herrschte, als auch in der nachfolgenden Pahlavi-Dynastie, die bis 1979 an der Macht blieb. Beide Dynastien führten eigene Wappen rund um dieses Motiv. Der Überlieferung nach reicht die Verwendung sogar noch weiter zurück. Die verbreitete Angabe, das Symbol sei 500 Jahre lang genutzt worden, greift jedenfalls zu kurz, denn Löwe und Sonne sind deutlich älter als die Safawidenzeit.

### Ein Schwert mit tiefem religiösem Gewicht

So weltlich das Motiv auf den ersten Blick wirkt, so religiös ist ein Detail darin. Der Löwe hält ein Schwert in der Pfote. Dieses Schwert wird als Zulfikar gedeutet, die legendäre Waffe des ersten schiitischen Imams Ali. Damit verbindet das Bild zwei Welten: die Monarchie und den schiitischen Glauben. Seit 1501 ist der schiitische Islam unter den Safawiden die offizielle Staatsreligion Irans. Der Löwe mit dem Schwert steht also nicht nur für den Herrscher, sondern auch für Ali und die Glaubensrichtung, die das Land bis heute prägt.

Eine weitere, allerdings umstrittene Lesart bringt das Motiv mit Nouruz in Verbindung, dem iranischen Neujahrsfest zur März-Tagundnachtgleiche. Löwe und Sonne tragen ohne Frage kosmologische Bezüge, doch die Gleichsetzung mit dem Frühlingsfest ist nur eine von mehreren Deutungen und nicht eindeutig belegt.

### Was von alldem übrig blieb

Die heutige Flagge Irans enthält keine vorislamischen und keine monarchischen Symbole mehr. Kein Löwe, keine Sonne, kein Zoroastrismus. Übrig geblieben sind ausschließlich religiöse Zeichen. Der Bruch ist vollständig, und er ist beabsichtigt. Ein Staat, der die Revolution als seinen eigentlichen Anfang setzt, braucht keine Ahnen aus der Kaiserzeit.

Genau dieser Bruch erklärt, warum die alte Flagge bis heute so stark aufgeladen ist. Viele Iranerinnen und Iraner, die im Westen leben, greifen bewusst zur vorrevolutionären Flagge mit Löwe und Sonne, um ihre Ablehnung der Islamischen Republik sichtbar zu machen. Sie ist für sie kein nostalgisches Andenken, sondern ein politisches Bekenntnis. Berichten zufolge kann das Zeigen dieser Flagge in Iran verfolgt werden, ein formelles ausdrückliches Verbot lässt sich allerdings schwer eindeutig belegen.

Und dann ist da noch die stille Geste, die ohne jedes Symbol auskommt: das verkehrte Hissen der Flagge. International gilt das als anerkanntes Zeichen der Not oder des Protests. Wer die Flagge auf den Kopf stellt, sagt damit technisch und unmissverständlich, dass er mit der Regierungsform nicht einverstanden ist. So wird ausgerechnet das Staatssymbol zum Werkzeug gegen den Staat selbst.

> Ein Stück Stoff kann manchmal mehr bewegen als jedes Gesetz. Es kann eine Revolution auslösen, es kann zum stillen Aufstand gegen die Macht werden. Und niemand kann ihm vorwerfen, es liege falsch.

## Verkehrt gehisst: Wenn die Flagge zum Protestzeichen wird

Eine Flagge auf dem Kopf stehend zu hissen gilt international als anerkanntes Signal der Not oder des Protests. Wer sie verkehrt aufzieht, sagt damit ohne ein einziges Wort: Hier stimmt etwas grundlegend nicht. Genau diese stille, aber unmissverständliche Geste hat sich in Iran zu einem eigenen Ausdrucksmittel entwickelt.

Denn im Land selbst ist die vorrevolutionäre Flagge mit Löwe und Sonne für viele unerreichbar. Der Überlieferung nach kann ihre Verwendung verfolgt werden, ein formelles, ausdrückliches Verbot lässt sich allerdings nicht eindeutig belegen. Wer also gegen die Regierungsform protestieren möchte, aber nicht auf das alte Symbol zurückgreifen kann, greift zu einem überraschenden Mittel: Er nimmt die staatliche Flagge selbst und dreht sie um.

### Das Symbol der Macht gegen die Macht

Darin liegt die eigentliche Ironie. Die Flagge, die seit dem 29. Juli 1980 offiziell für die Islamische Republik steht, wird im Protest gegen genau diese Republik gewendet. Man muss kein neues Zeichen erfinden, kein verbotenes Tuch hervorkramen. Ein Griff, eine Drehung, und das Hoheitszeichen der Staatsmacht spricht plötzlich gegen ihren eigenen Urheber.

So wird aus einem Stück Stoff eine stille Anklage. Die Energie der Wut richtet sich auf die Richtung des Tuches, und der vertraute Anblick kippt ins Gegenteil. Politisch ist das alles andere als einfach, auch wenn die Geste selbst mit einer Handbewegung getan ist.

### Die alte Flagge als Zeichen der Ablehnung

Anders sieht es außerhalb Irans aus. Viele im Westen lebende Iranerinnen und Iraner verwenden die vorrevolutionäre Flagge mit Löwe und Sonne, um ihre Ablehnung der Islamischen Republik auszudrücken. Dieses Symbol ist für sie ein Stück verlorener Geschichte, ein Verweis auf das Iran vor 1979, das die heutige Flagge bewusst ausklammert.

Die aktuelle Flagge enthält keine Verweise auf das antike Iran, das Persische Reich oder monarchische Motive wie Löwe und Sonne. Nur islamische Symbole prägen sie. Wer die alte Flagge zeigt, bekennt sich damit zu einer anderen Erzählung der eigenen Herkunft.

### Warum gerade Grün, Weiß und Rot?

Ein Blick auf die Farben lohnt sich. Der dreigeteilte Streifen aus Grün, Weiß und Rot wird als Ausdruck einer gemeinsamen kulturellen und sprachlichen Herkunft gelesen. Berichten zufolge finden sich diese Farben auch bei Tadschiken, Kurden, Talyschen und anderen iranischen Völkern in deren Flaggen wieder, wobei die Bezeichnung als spezifisch pan-iranische Farben nicht einheitlich belegt ist.

So zeigt sich: Eine Flagge ist selten nur ein Stück Tuch. Mal entfacht sie einen Aufbruch, mal wird sie zum stillen Aufstand gegen den eigenen Staat. Und niemand kann ihr vorwerfen, sie sei wissenschaftlich falsch.

## Grün, Weiß, Rot: Die pan-iranischen Farben und ihre Verbreitung

Wer auf die heutige Flagge Irans blickt, sieht drei waagerechte Streifen: Grün, Weiß, Rot. Diese Farbfolge ist weit älter als die Islamische Republik, und genau darin liegt ihre stille Kraft. Der Überlieferung nach werden Grün, Weiß und Rot als die **pan-iranischen Farben** bezeichnet, also als eine gemeinsame Farbpalette, die über die Grenzen des heutigen Staatsgebietes hinausreicht.

Denn diese drei Bänder sind kein reines Nationalsymbol. Sie gelten als Zeichen einer geteilten historischen, kulturellen und sprachlichen Herkunft. Wer sie hisst, bezieht sich auf ein Erbe, das sich nicht an einer einzigen Hauptstadt festmachen lässt.

### Eine Farbpalette, viele Völker

Berichten zufolge greifen mehrere iranische Völker auf dieselbe Dreifarbigkeit zurück. Genannt werden dabei Tadschiken, Kurden, Talyschen und weitere Gemeinschaften, die sich über den iranischen Sprach- und Kulturraum verteilen. In ihren Flaggen tauchen Grün, Weiß und Rot in unterschiedlicher Anordnung wieder auf.

Das ist bemerkenswert, weil eine Flagge normalerweise für einen Staat steht, für eine Regierung, für eine Verwaltung. Hier aber funktioniert die Farbe anders: Sie stiftet Verbindung zwischen Menschen, die in ganz verschiedenen Ländern leben und ganz verschiedene Pässe besitzen. Ein Tadschike in Zentralasien, ein Kurde im Nahen Osten, ein Talysche an der Kaspischen Küste, sie alle teilen ein Stück sichtbarer Identität, ohne dass ein gemeinsamer Staat dahintersteht.

Man muss diese Verbindung nicht überbewerten. Die Bezeichnung als spezifisch pan-iranische Farben ist nicht einheitlich belegt, und nicht jede Gemeinschaft verwendet sie mit derselben Absicht. Mal sind es historische Bezüge, mal poetische, mal schlicht praktische Entscheidungen bei der Gestaltung eines Banners. Der Punkt ist ein anderer: Die Palette existiert, sie wird erkannt, und sie wird verstanden.

### Warum gerade diese drei Töne

Grün steht in der Region traditionell für Fruchtbarkeit, für Wachstum, für religiöse Zugehörigkeit. Rot trägt seit Jahrhunderten die Bedeutung von Leben, Mut und Aufopferung. Weiß dazwischen wirkt wie ein Atemholen, ein Raum der Ruhe, ein Übergang. Zusammen ergeben sie ein Muster, das man sofort erkennt, auch wenn man die Sprache der Flagge nicht bewusst lesen kann.

Und genau darin liegt die eigentliche Aussage: Eine Farbkombination, die über viele Generationen weitergegeben wurde, kann mehr verbinden als jedes Abkommen. Sie wandert über Grenzen, über Dynastien, über Staatsformen hinweg und bleibt dabei erstaunlich stabil. Vielleicht ist das der Grund, warum die **iranische Flagge Bedeutung** nicht nur für Iran selbst hat, sondern für einen ganzen Kulturraum, der sich in Grün, Weiß und Rot wiedererkennt.


## Frequently asked questions

**Wann wurde die aktuelle Flagge der Islamischen Republik Iran offiziell eingeführt?**

Die Islamische Republik Iran hat ihre heutige Flagge am 29. Juli 1980 offiziell angenommen, also gut eineinhalb Jahre nach dem Sieg der Revolution. Mit diesem Schritt wurden alle vorislamischen und monarchischen Symbole endgültig entfernt. Seither zeigt die Flagge ausschließlich islamische Motive, die das neue Staatsverständnis nach außen tragen sollen.

**Welche Bedeutung haben die Farben Grün, Weiß und Rot in der Flagge des Iran?**

Die drei Streifen Grün, Weiß und Rot gelten als die pan-iranischen Farben, ein Zeichen gemeinsamer historischer, kultureller und sprachlicher Herkunft. Der Überlieferung nach finden sie sich auch bei Tadschiken, Kurden, Talyschen und anderen iranischen Völkern in deren Flaggen. Eine einheitlich festgelegte Deutung der einzelnen Farben ist jedoch nicht belegt.

**Was bedeutet das rote Emblem in der Mitte der iranischen Flagge?**

Das rote Emblem in der Mitte ist ein stilisiertes Wort „Allah“, entworfen von Hamid Nadimi, und lässt sich als Ambigramm in beide Richtungen lesen. Der Überlieferung nach steht das enthaltene Elif für die Einheit Gottes, die Tawhid. Ebenso verbreitet ist die Deutung von vier Mondsicheln, die den Islam symbolisieren und die Rhetorik der Islamischen Republik stützen.

**Was symbolisiert die Tulpe auf der Flagge des Iran?**

Die allgemeine Form des Emblems erinnert an eine Tulpe. In der iranischen Kultur gilt diese Blume als Symbol sowohl für das Märtyrertum als auch für Gott selbst. Damit verbindet das Zeichen religiöse Hingabe mit dem Gedenken an die Gefallenen, ein Motiv, das in der iranischen Kunst und Dichtung tief verwurzelt ist.

**Warum wird Allahu Akbar auf der Flagge des Iran genau 22-mal wiederholt?**

An den inneren Rändern der grünen und roten Streifen steht in kufischer Schrift „Allahu Akbar“, insgesamt 22-mal, je 11-mal oben und unten. Diese Zahl ist kein Zufall: Sie verweist auf den 22. Bahman im iranischen Kalender, den 11. Februar 1979, den Tag des Sieges der Islamischen Revolution.

**Warum wurde das Motiv Löwe und Sonne aus der iranischen Flagge entfernt?**

Löwe und Sonne waren das zentrale Staatssymbol der Kadscharen-Dynastie (1789 bis 1925) und der Pahlavi-Dynastie (1925 bis 1979). Der Löwe mit dem Schwert wird in der schiitischen Ikonographie häufig als Ali mit dem Schwert Zulfikar gedeutet. Die heutige Flagge enthält bewusst keine vorislamischen oder monarchischen Motive mehr.

**Wie wird die iranische Flagge in der iranischen Kultur als Ambigramm verstanden?**

Das mittlere Emblem ist ein Ambigramm, also ein Zeichen, das sich in zwei Leserichtungen als Wort „Allah“ entziffern lässt. Diese doppelte Lesbarkeit macht das Motiv zu einem stillen Bekenntnis: Göttliche Einheit und Staatsideologie verschmelzen in einer einzigen Form, die man von beiden Seiten betrachten kann.

**Was bedeutet es, wenn die Flagge des Iran verkehrt herum gehisst wird?**

Das verkehrte Hissen einer Flagge gilt international als anerkanntes Signal der Not oder des Protests. In Iran nutzen Menschen dieses Mittel, um ihre Ablehnung der Regierungsform auszudrücken, da die vorrevolutionäre Flagge dort nicht gezeigt werden kann. So wird das Staatssymbol selbst zum Werkzeug der Kritik am Staat.

**Warum verwenden viele Iraner im Ausland die vorrevolutionäre Flagge?**

Viele im Westen lebende Iraner greifen zur vorrevolutionären Flagge mit Löwe und Sonne, um ihre Ablehnung der Islamischen Republik auszudrücken. Berichten zufolge kann das Zeigen dieser Flagge in Iran verfolgt werden, ein formelles ausdrückliches Verbot lässt sich jedoch schwer eindeutig belegen. In der Diaspora dient sie als klares Oppositionssymbol. Hinweis der Redaktion: Nicht in allen Quellen bestätigte Details werden im Text ausdrücklich als unsicher gekennzeichnet.

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