# Gurken riechen nach Fisch: Der Grund liegt im Dünger

*Gesellschaft, Psychologie & Leben · Elif Korkmaz · 2026-09-23*

## Key facts

- Fischdünger entsteht aus Fischabfällen und wird als organischer Dünger für Gemüse angeboten.
- Der fischige Geruch kann sich in Gurken und Tomaten wiederfinden, wenn sie damit gedüngt wurden.
- Im Winter greifen viele Anbauer auf solche Produkte zurück, weil sie Pflanzen auch bei wenig Licht versorgen sollen.
- Auch das Bewässerungswasser kann einen unangenehmen Geruch annehmen, wenn Düngerreste darin verbleiben.
- Wer den Geruch vermeiden möchte, kann auf andere Dünger umsteigen oder die Anwendung zeitlich anpassen.

Das Wichtigste in Kürze

Gurken können nach Fisch riechen, wenn sie mit einem organischen Dünger aus Fischabfällen versorgt wurden. Solche Produkte werden im Winter häufig im Gemüseanbau und in Hausgärten eingesetzt. Der Geruch stammt aus den Abbauprodukten des Düngers und kann sich in der Frucht absetzen. Ob er auftritt, hängt von Dünger, Menge und Bewässerung ab.

## Warum riechen Gurken nach Fisch?

Es ist ein Moment, der irritiert. Sie schneiden im Winter eine Gurke auf, vielleicht für einen Salat, vielleicht nur so zum Knabbern, und statt des frischen, grünen Duftes steigt Ihnen ein Geruch in die Nase, der an einen Fischmarkt erinnert. Manche greifen dann zur Tomate und stellen fest: Auch sie riecht seltsam. Wenn Ihnen das bekannt vorkommt, sind Sie nicht allein. Besonders in den kalten Monaten berichten viele Verbraucherinnen und Verbraucher von genau dieser Beobachtung.

Doch wie kommt ein Fischgeruch in ein Gemüse, das im Supermarktregal liegt und mit dem Meer nichts zu tun hat? Die naheliegendste Erklärung führt zu einem Düngemittel, das in der Landwirtschaft tatsächlich verwendet wird.

### Woher kommt der Geruch?

Hinter dem Geruch steckt Berichten zufolge ein bestimmter Dünger. Nicht verkaufte Fische, etwa kleine Sardellen, die keinen Käufer mehr finden, werden an Düngemittelfabriken geliefert. Aus ihnen entsteht Fischdünger, der beim Anbau von Obst und Gemüse im Winter zum Einsatz kommt. Diese Darstellung ist plausibel, lässt sich aber nicht eindeutig belegen. Dass Fischreste zu Dünger verarbeitet werden, ist dagegen ein etablierter Vorgang. Ob es ausgerechnet die kleinen Sardellen sind und ob der Dünger gezielt im Winteranbau eingesetzt wird, bleibt offen.

Eine zweite mögliche Ursache liegt näher, als man denkt. Es ist möglich, dass auch das zur Bewässerung verwendete Wasser eine Rolle spielt und Geruchsstoffe auf die Pflanzen übertragen kann. Ein eindeutiger Nachweis dafür, dass ausgerechnet dadurch Fischgeruch entsteht, fehlt allerdings.

Häufig hört man zudem die Erklärung, die Gurke nehme den Geruch stärker auf als anderes Gemüse, weil sie zu etwa neunzig Prozent aus Wasser bestehe. Diese verbreitete Erklärung ist falsch. Der Wassergehalt liegt tatsächlich eher bei fünfundneunzig Prozent, und ein hoher Wasseranteil allein belegt noch nicht, dass eine Pflanze Geruchsstoffe stärker aufnimmt. Wasser ist kein Schwamm für Aromen.

### Was ist Fischdünger eigentlich?

Fischdünger ist ein organischer Dünger, der aus Fischabfällen und Nebenprodukten hergestellt wird. Er enthält je nach Ausgangsmaterial eine ganze Reihe von Nährstoffen: Stickstoff, Phosphor, Kalium, Calcium, Magnesium und Eisen, also sowohl Makro- als auch Mikronährstoffe. In der Praxis wird er bei verschiedenen Pflanzen eingesetzt, darunter Gemüse, Obst, Blumen und Zierpflanzen.

Es wird außerdem behauptet, dass Fischdünger das Bodenleben fördert, den Anteil organischer Substanz erhöht und Nährstoffe für die Pflanzen besser verfügbar macht. An dieser Stelle wird es unscharf. Denn die häufig wiederholte Behauptung, er verbessere zugleich die Wasserspeicherkapazität des Bodens und seine Drainage, ist nicht gesichert belegt. Beides zugleich ist schwer zu halten: Ein Boden, der Wasser stärker festhält, leitet es nicht im selben Maß ab.

Und die Umweltbilanz? Fischdünger gilt oft pauschal als umweltfreundlich und angeblich frei von jeder Belastung für Boden und Wasser. Das ist irreführend. Auch organische Dünger tragen bei Überdosierung Nährstoffe in Gewässer ein. Zu viel Phosphor und Stickstoff im Boden heißt nicht, dass sie dort bleiben. Regen und Bewässerung können sie auswaschen, und dann landen sie genau dort, wo sie nicht hingehören. Hinzu kommt die Emissionsbilanz: Sie hängt stark davon ab, wie der Dünger hergestellt und wie weit er transportiert wird.

Was bleibt, ist ein Geruch, der sich erklären lässt. Und der leise Hinweis, dass Gemüse eben nicht immer nach dem riecht, was wir von ihm erwarten.

## Fischdünger: Was steckt dahinter?

Hinter dem ungewöhnlichen Geruch steht ein Dünger, der vielen Hobbygärtnern unbekannt ist: Fischdünger. Es handelt sich um einen organischen Dünger, der aus Fischabfällen und Nebenprodukten der Fischverarbeitung hergestellt wird. Statt in der Mülltonne zu landen, werden diese Reste zu einem nährstoffreichen Mittel verarbeitet, das Pflanzen kräftig versorgt.

Die Zusammensetzung kann sich sehen lassen. Fischdünger enthält Makronährstoffe wie Stickstoff, Phosphor und Kalium, dazu Calcium, Magnesium und Eisen. Genau diese Mischung macht ihn für viele Kulturen interessant. Er wird bei Gemüse, Obst, Blumen und Zierpflanzen eingesetzt, also breit gefächert dort, wo Wachstum und Blüte gefragt sind.

Wie aber kommt der Fisch überhaupt in den Boden? Berichten zufolge werden nicht verkaufte Fische, darunter kleine Sardellen, an Düngemittelfabriken geliefert. Diese Darstellung ist plausibel, lässt sich aber nicht eindeutig belegen. Festhalten lässt sich immerhin: Dass Fischreste zu Dünger verarbeitet werden, ist ein etablierter Vorgang. Ob es ausgerechnet die kleinen Sardellen sind und ob der Dünger gezielt im Winteranbau zum Einsatz kommt, bleibt offen.

Für alle, die beim nächsten Einkauf genauer hinschauen: Der Geruch ist kein Zufall und auch kein Zeichen von Verderb. Er kann schlicht daher rühren, dass der Boden, auf dem die Pflanze gewachsen ist, mit Fischdünger versorgt wurde. Ob dieser Zusammenhang im Einzelfall zutrifft, lässt sich am Gemüse selbst allerdings nicht ablesen.

## Warum ausgerechnet Gurken?

Wer im Winter eine Gurke aufschneidet und plötzlich einen Hauch von Hafen wahrnimmt, steht vor einer naheliegenden Frage: Warum trifft es ausgerechnet dieses Gemüse? Eine verbreitete Erklärung lautet, Gurken bestünden zu etwa 90 Prozent aus Wasser und saugten deshalb den Fischgeruch aus dem Dünger stärker auf als anderes Obst und Gemüse. Klingt einleuchtend. Nur stimmt es so nicht.

Schauen Sie sich die Zahl genauer an. Der Wassergehalt einer Gurke liegt eher bei 95 Prozent, nicht bei 90. Das ist zunächst ein Detail, doch es entlarvt das eigentliche Problem des Arguments: Selbst wenn man den höheren Wert nimmt, sagt ein hoher Wasseranteil nichts darüber aus, wie stark ein Gemüse Geruchsstoffe aufnimmt. Die Menge an Flüssigkeit in einer Frucht erklärt nicht, warum sich bestimmte Moleküle in ihr festsetzen und andere nicht.

Damit bleibt die entscheidende Frage offen. Warum riecht die eine Gurke neutral, während die nächste unangenehm nach Fisch riecht, wenn beide doch fast nur aus Wasser bestehen? Die einfache Formel vom Wassergehalt liefert darauf keine Antwort. Sie beschreibt eine Begleiterscheinung, nicht den Grund.

Und es gibt einen zweiten Verdacht, der in der ursprünglichen Erzählung auftaucht: das Wasser, mit dem die Pflanzen bewässert werden. Es ist möglich, dass belastetes Bewässerungswasser Geruchsstoffe überträgt, die sich später im Gemüse wiederfinden. Das ist plausibel, denn was über die Wurzel aufgenommen wird, kann sich in der Pflanze ablagern. Ein spezifischer Nachweis, dass ausgerechnet dadurch Fischgeruch entsteht, fehlt allerdings bislang.

So bleibt am Ende eine ehrliche Einordnung: Die beliebte Erklärung mit den 90 Prozent Wasser hält einer Prüfung nicht stand. Der wahre Mechanismus, der manche Gurken nach Fisch riechen lässt, ist damit noch nicht abschließend geklärt. Wer genau wissen will, warum sein Wintergemüse riecht wie es riecht, muss sich mit mehr als einer Faustregel zufriedengeben.

## Weitere mögliche Ursache: das Bewässerungswasser

Neben dem Dünger gibt es noch einen zweiten Verdacht, der deutlich unspektakulärer klingt, aber mindestens ebenso plausibel ist: das Wasser selbst, mit dem die Pflanzen gegossen werden. Wer schon einmal bemerkt hat, dass **Gurken nach Fisch riechen**, obwohl im Beet weit und breit kein Fischdünger zum Einsatz kam, stößt bei dieser Erklärung auf einen interessanten Ansatzpunkt.

Belastetes Bewässerungswasser gilt als mögliche Quelle für unangenehme Geruchsstoffe, die sich im Fruchtfleisch wiederfinden können. Das klingt zunächst einleuchtend. Wasser ist schließlich der Transportweg, über den Pflanzen einen Großteil ihrer Umgebung aufnehmen. Es ist also möglich, dass hier eine von mehreren denkbaren Ursachen vorliegt. Einschränkend muss man jedoch sagen: Ein spezifischer Nachweis, dass ausgerechnet der typische Fischgeruch über das Gießwasser in Gurken und Tomaten gelangt, fehlt bislang. Die Erklärung bleibt also eine Möglichkeit unter mehreren, nicht der Beweis.

### Was folgt daraus für den Einkauf?

Aus beiden Erklärungsansätzen, dem Fischdünger und dem Bewässerungswasser, ergibt sich eine einfache, praktische Empfehlung. Verzehren Sie Obst und Gemüse möglichst saisonal. Wer im Winter Gurken kauft, erhält ein Produkt, das unter ganz anderen Bedingungen gewachsen ist als im Sommer. Und genau diese Bedingungen, ob künstliche Wärme, künstliches Licht oder eben aufbereitete Böden und Wässer, sind es, die den Geschmack und den Geruch beeinflussen können.

Das ist keine Gewissheit, sondern eine vernünftige Vorsichtsmaßnahme. Aber sie kostet nichts und schmeckt meistens besser. Eine Gurke, die zur richtigen Zeit im richtigen Boden gewachsen ist, riecht nach Gurke und nicht nach Hafen.

## Ist Fischdünger umweltfreundlich und unbedenklich?

In vielen Beschreibungen von Fischdünger lesen Sie Sätze wie diesen: Er sei umweltfreundlich, verursache weniger Treibhausgase als synthetische Düngemittel und belaste Boden und Wasser nicht. Das klingt beruhigend, ist aber falsch. Denn auch ein organischer Dünger ist kein Selbstläufer für ein reines Gewissen, und ein pauschales Versprechen hält einer genaueren Prüfung nicht stand.

Schauen Sie sich zunächst an, was Fischdünger überhaupt ist. Er wird aus Fischabfällen und Nebenprodukten hergestellt und enthält je nach Ausgangsmaterial Makro- und Mikronährstoffe wie Stickstoff, Phosphor, Kalium, Calcium, Magnesium und Eisen. Das ist belegt. Ebenso belegt ist, dass er sich bei einer ganzen Reihe von Pflanzen einsetzen lässt: bei Gemüse, Obst, Blumen und Zierpflanzen. Soweit die unbestrittene Seite.

Es wird außerdem behauptet, Fischdünger fördere das Bodenleben, erhöhe den Anteil organischer Substanz und mache Nährstoffe für die Pflanzen besser verfügbar. An dieser Stelle wird es jedoch unscharf. Denn die häufig wiederholte Behauptung, er verbessere gleichzeitig die Wasserspeicherkapazität des Bodens und seine Drainage, ist nicht gesichert belegt. Beides zugleich ist schwer zu halten: Ein Boden, der Wasser stärker festhält, leitet es nicht im selben Maß ab. Wer mit solchen Versprechen wirbt, sollte genauer hinsehen.

### Warum die Umweltbilanz differenzierter ausfällt

Kommen wir zum Kern. Die Aussage, Fischdünger belaste Boden oder Wasserressourcen nicht, ist schlicht irreführend. Auch organische Dünger tragen bei Überdosierung Nährstoffe in Gewässer ein. Zu viel Phosphor und Stickstoff im Boden heißt nicht, dass sie dort bleiben. Regen und Bewässerung können sie auswaschen, und dann landen sie genau dort, wo sie nicht hingehören.

Hinzu kommt die Emissionsbilanz. Sie hängt stark davon ab, wie der Dünger hergestellt und wie weit er transportiert wird. Fischabfälle müssen gesammelt, verarbeitet und verteilt werden. Je länger diese Wege, desto weniger bleibt von dem Vorsprung, den man ihm gegenüber synthetischen Düngemitteln gern zuschreibt. Ein pauschales "umweltfreundlich" trägt hier nicht.

### Was das für Ihren Garten bedeutet

Die entscheidende Frage ist nicht, ob Fischdünger gut oder schlecht ist, sondern wie Sie ihn dosieren. Organisch bedeutet nicht automatisch harmlos. Wer sparsam arbeitet und die Menge am tatsächlichen Nährstoffbedarf der Pflanzen ausrichtet, tut dem Boden etwas Gutes. Wer großzügig nachgießt, weil es ja "natürlich" ist, kann genau jene Belastung erzeugen, die man vermeiden wollte.

Und noch ein Gedanke, der zum Geruch zurückführt: Wenn Sie bei Gurken oder Tomaten einen fischigen Beiklang wahrnehmen, lohnt der Blick auf mehr als nur den Dünger. Es ist möglich, dass auch das zur Bewässerung verwendete Wasser Geruchsstoffe überträgt. Ein eindeutiger Nachweis für den Fischgeruch fehlt zwar, doch es ist plausibel. Genau deshalb bleibt es sinnvoll, Gemüse möglichst in seiner Saison zu kaufen. Dann müssen Sie seltener auf Ersatzlösungen zurückgreifen, deren Nebenwirkungen wir gerade erst zu verstehen beginnen.

## Fazit: Saisonal einkaufen lohnt sich

Wenn Sie das nächste Mal eine Gurke in die Hand nehmen und dieser eigentümliche, leicht fischige Geruch in die Nase steigt, dann haben Sie jetzt eine Erklärung dafür. Und noch besser: Sie haben eine ebenso einfache wie wirksame Lösung. Greifen Sie bewusst zu saisonaler Ware, am besten aus dem Freiland. Im Winter ist das oft die entscheidende Wahl, denn wer zu saisonalem Gemüse greift, umgeht das Problem häufig von vornherein.

Denn der unangenehme Geruch entsteht nicht im Gemüse selbst, sondern auf dem Feld und im Boden. Berichten zufolge werden nicht verkaufte Fische, etwa kleine Sardellen, an Düngemittelfabriken geliefert, und der daraus gewonnene Fischdünger kommt beim Anbau von Obst und Gemüse zum Einsatz, gerade in der kalten Jahreszeit. Es ist möglich, dass auch das zur Bewässerung verwendete Wasser eine Rolle spielt und Geruchsstoffe überträgt.

Die einfachste Konsequenz aus all dem: **Gurken riechen nach Fisch**, wenn sie unter bestimmten Bedingungen im Winter heranwachsen. Wer saisonal und regional einkauft, muss sich darüber kaum noch Gedanken machen.

Vielleicht ist das ohnehin die schönste Erkenntnis aus dieser Geschichte: Wir müssen nicht jede Gurke und jede Tomate hinnehmen, wie sie uns gerade angeboten wird. Wir dürfen genauer hinschauen. Woher kommt das Gemüse? Wie wurde es angebaut? Womit wurde es gedüngt? Diese Fragen kosten kaum Mühe, und sie verändern, was am Ende auf unserem Teller liegt.

Ein Blick auf das Etikett, ein kurzes Gespräch auf dem Markt, die bewusste Entscheidung für das, was gerade wirklich Saison hat. Das ist kein Verzicht, sondern ein Gewinn. Sie schmecken den Unterschied, und Ihre Nase dankt es Ihnen gleich mit.

Nehmen Sie also die Herkunft und die Anbaumethoden Ihres Gemüses künftig ein wenig genauer wahr. Es lohnt sich, und das nicht nur wegen des Geruchs.

Hinweis der Redaktion: Nicht in jedem Fall bestätigte Zusammenhänge werden in diesem Beitrag ausdrücklich als möglich oder unbestätigt gekennzeichnet.


## Frequently asked questions

**Warum riechen Gurken nach Fisch?**

Es ist ein Moment, der irritiert. Sie schneiden im Winter eine Gurke auf, vielleicht für einen Salat, vielleicht nur so zum Knabbern, und statt des frischen, grünen Duftes steigt Ihnen ein Geruch in die Nase, der an einen Fischmarkt erinnert. Manche greifen dann zur Tomate und stellen fest: Auch sie riecht seltsam. Wenn Ihnen das bekannt vorkommt, sind Sie nicht allein. Besonders in den kalten Monaten berichten viele Verbraucherinnen und Verbraucher von genau dieser Beobachtung. Doch wie kommt ein Fischgeruch in ein Gemüse, das im Supermarktregal liegt und mit dem Meer nichts zu tun hat? Die naheliegendste Erklärung führt zu einem Düngemittel, das in der Landwirtschaft tatsächlich verwendet wird.

**Woher kommt der Geruch?**

Hinter dem Geruch steckt Berichten zufolge ein bestimmter Dünger. Nicht verkaufte Fische, etwa kleine Sardellen, die keinen Käufer mehr finden, werden an Düngemittelfabriken geliefert. Aus ihnen entsteht Fischdünger, der beim Anbau von Obst und Gemüse im Winter zum Einsatz kommt. Diese Darstellung ist plausibel, lässt sich aber nicht eindeutig belegen. Dass Fischreste zu Dünger verarbeitet werden, ist dagegen ein etablierter Vorgang. Ob es ausgerechnet die kleinen Sardellen sind und ob der Dünger gezielt im Winteranbau eingesetzt wird, bleibt offen. Eine zweite mögliche Ursache liegt näher, als man denkt. Es ist möglich, dass auch das zur Bewässerung verwendete Wasser eine Rolle spielt und Geruchsstoffe auf die Pflanzen übertragen kann. Ein eindeutiger Nachweis dafür, dass ausgerechnet dadurch Fischgeruch entsteht, fehlt allerdings. Häufig hört man zudem die Erklärung, die Gurke nehme den Geruch stärker auf als anderes Gemüse, weil sie zu etwa neunzig Prozent aus Wasser bestehe. Diese verbreitete Erklärung ist falsch. Der Wassergehalt liegt tatsächlich eher bei fünfundneunzig Prozent, und ein hoher Wasseranteil allein belegt noch nicht, dass eine Pflanze Geruchsstoffe stärker aufnimmt. Wasser ist kein Schwamm für Aromen.

**Was ist Fischdünger eigentlich?**

Fischdünger ist ein organischer Dünger, der aus Fischabfällen und Nebenprodukten hergestellt wird. Er enthält je nach Ausgangsmaterial eine ganze Reihe von Nährstoffen: Stickstoff, Phosphor, Kalium, Calcium, Magnesium und Eisen, also sowohl Makro- als auch Mikronährstoffe. In der Praxis wird er bei verschiedenen Pflanzen eingesetzt, darunter Gemüse, Obst, Blumen und Zierpflanzen. Es wird außerdem behauptet, dass Fischdünger das Bodenleben fördert, den Anteil organischer Substanz erhöht und Nährstoffe für die Pflanzen besser verfügbar macht. An dieser Stelle wird es unscharf. Denn die häufig wiederholte Behauptung, er verbessere zugleich die Wasserspeicherkapazität des Bodens und seine Drainage, ist nicht gesichert belegt. Beides zugleich ist schwer zu halten: Ein Boden, der Wasser stärker festhält, leitet es nicht im selben Maß ab. Und die Umweltbilanz? Fischdünger gilt oft pauschal als umweltfreundlich und angeblich frei von jeder Belastung für Boden und Wasser. Das ist irreführend. Auch organische Dünger tragen bei Überdosierung Nährstoffe in Gewässer ein. Zu viel Phosphor und Stickstoff im Boden heißt nicht, dass sie dort bleiben. Regen und Bewässerung können sie auswaschen, und dann landen sie genau dort, wo sie nicht hingehören. Hinzu kommt die Emissionsbilanz: Sie hängt stark davon ab, wie der Dünger hergestellt und wie weit er transportiert wird. Was bleibt, ist ein Geruch, der sich erklären lässt. Und der leise Hinweis, dass Gemüse eben nicht immer nach dem riecht, was wir von ihm erwarten.

**Fischdünger: Was steckt dahinter?**

Hinter dem ungewöhnlichen Geruch steht ein Dünger, der vielen Hobbygärtnern unbekannt ist: Fischdünger. Es handelt sich um einen organischen Dünger, der aus Fischabfällen und Nebenprodukten der Fischverarbeitung hergestellt wird. Statt in der Mülltonne zu landen, werden diese Reste zu einem nährstoffreichen Mittel verarbeitet, das Pflanzen kräftig versorgt. Die Zusammensetzung kann sich sehen lassen. Fischdünger enthält Makronährstoffe wie Stickstoff, Phosphor und Kalium, dazu Calcium, Magnesium und Eisen. Genau diese Mischung macht ihn für viele Kulturen interessant. Er wird bei Gemüse, Obst, Blumen und Zierpflanzen eingesetzt, also breit gefächert dort, wo Wachstum und Blüte gefragt sind. Wie aber kommt der Fisch überhaupt in den Boden? Berichten zufolge werden nicht verkaufte Fische, darunter kleine Sardellen, an Düngemittelfabriken geliefert. Diese Darstellung ist plausibel, lässt sich aber nicht eindeutig belegen. Festhalten lässt sich immerhin: Dass Fischreste zu Dünger verarbeitet werden, ist ein etablierter Vorgang. Ob es ausgerechnet die kleinen Sardellen sind und ob der Dünger gezielt im Winteranbau zum Einsatz kommt, bleibt offen. Für alle, die beim nächsten Einkauf genauer hinschauen: Der Geruch ist kein Zufall und auch kein Zeichen von Verderb. Er kann schlicht daher rühren, dass der Boden, auf dem die Pflanze gewachsen ist, mit Fischdünger versorgt wurde. Ob dieser Zusammenhang im Einzelfall zutrifft, lässt sich am Gemüse selbst allerdings nicht ablesen.

**Warum ausgerechnet Gurken?**

Wer im Winter eine Gurke aufschneidet und plötzlich einen Hauch von Hafen wahrnimmt, steht vor einer naheliegenden Frage: Warum trifft es ausgerechnet dieses Gemüse? Eine verbreitete Erklärung lautet, Gurken bestünden zu etwa 90 Prozent aus Wasser und saugten deshalb den Fischgeruch aus dem Dünger stärker auf als anderes Obst und Gemüse. Klingt einleuchtend. Nur stimmt es so nicht. Schauen Sie sich die Zahl genauer an. Der Wassergehalt einer Gurke liegt eher bei 95 Prozent, nicht bei 90. Das ist zunächst ein Detail, doch es entlarvt das eigentliche Problem des Arguments: Selbst wenn man den höheren Wert nimmt, sagt ein hoher Wasseranteil nichts darüber aus, wie stark ein Gemüse Geruchsstoffe aufnimmt. Die Menge an Flüssigkeit in einer Frucht erklärt nicht, warum sich bestimmte Moleküle in ihr festsetzen und andere nicht. Damit bleibt die entscheidende Frage offen. Warum riecht die eine Gurke neutral, während die nächste unangenehm nach Fisch riecht, wenn beide doch fast nur aus Wasser bestehen? Die einfache Formel vom Wassergehalt liefert darauf keine Antwort. Sie beschreibt eine Begleiterscheinung, nicht den Grund. Und es gibt einen zweiten Verdacht, der in der ursprünglichen Erzählung auftaucht: das Wasser, mit dem die Pflanzen bewässert werden. Es ist möglich, dass belastetes Bewässerungswasser Geruchsstoffe überträgt, die sich später im Gemüse wiederfinden. Das ist plausibel, denn was über die Wurzel aufgenommen wird, kann sich in der Pflanze ablagern. Ein spezifischer Nachweis, dass ausgerechnet dadurch Fischgeruch entsteht, fehlt allerdings bislang. So bleibt am Ende eine ehrliche Einordnung: Die beliebte Erklärung mit den 90 Prozent Wasser hält einer Prüfung nicht stand.

**Was folgt daraus für den Einkauf?**

Aus beiden Erklärungsansätzen, dem Fischdünger und dem Bewässerungswasser, ergibt sich eine einfache, praktische Empfehlung. Verzehren Sie Obst und Gemüse möglichst saisonal. Wer im Winter Gurken kauft, erhält ein Produkt, das unter ganz anderen Bedingungen gewachsen ist als im Sommer. Und genau diese Bedingungen, ob künstliche Wärme, künstliches Licht oder eben aufbereitete Böden und Wässer, sind es, die den Geschmack und den Geruch beeinflussen können. Das ist keine Gewissheit, sondern eine vernünftige Vorsichtsmaßnahme. Aber sie kostet nichts und schmeckt meistens besser. Eine Gurke, die zur richtigen Zeit im richtigen Boden gewachsen ist, riecht nach Gurke und nicht nach Hafen.

**Ist Fischdünger umweltfreundlich und unbedenklich?**

In vielen Beschreibungen von Fischdünger lesen Sie Sätze wie diesen: Er sei umweltfreundlich, verursache weniger Treibhausgase als synthetische Düngemittel und belaste Boden und Wasser nicht. Das klingt beruhigend, ist aber falsch. Denn auch ein organischer Dünger ist kein Selbstläufer für ein reines Gewissen, und ein pauschales Versprechen hält einer genaueren Prüfung nicht stand. Schauen Sie sich zunächst an, was Fischdünger überhaupt ist. Er wird aus Fischabfällen und Nebenprodukten hergestellt und enthält je nach Ausgangsmaterial Makro- und Mikronährstoffe wie Stickstoff, Phosphor, Kalium, Calcium, Magnesium und Eisen. Das ist belegt. Ebenso belegt ist, dass er sich bei einer ganzen Reihe von Pflanzen einsetzen lässt: bei Gemüse, Obst, Blumen und Zierpflanzen. Soweit die unbestrittene Seite. Es wird außerdem behauptet, Fischdünger fördere das Bodenleben, erhöhe den Anteil organischer Substanz und mache Nährstoffe für die Pflanzen besser verfügbar. An dieser Stelle wird es jedoch unscharf. Denn die häufig wiederholte Behauptung, er verbessere gleichzeitig die Wasserspeicherkapazität des Bodens und seine Drainage, ist nicht gesichert belegt. Beides zugleich ist schwer zu halten: Ein Boden, der Wasser stärker festhält, leitet es nicht im selben Maß ab. Wer mit solchen Versprechen wirbt, sollte genauer hinsehen.

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