# Firebird III: GM-Konzeptauto von 1958 mit Joystick

*Wissenschaft & Technik · Ayşe Demir-Müller · 2026-09-26*

## Key facts

- Der Firebird III gehört zur Firebird-Reihe von General Motors, einer Serie experimenteller Gasturbinenfahrzeuge der 1950er Jahre.
- Statt eines Lenkrads besaß er einen zentralen Steuerknüppel, mit dem sich das Fahrzeug nach Angaben von GM allein führen ließ.
- Das Design unter Harley Earl orientierte sich sichtbar an der Formensprache von Düsenflugzeugen und Raumfahrtprojekten jener Zeit.
- Der Wagen wurde 1959 im Rahmen der Motorama-Ausstellung der Öffentlichkeit präsentiert und blieb ein nicht für die Serie bestimmtes Showcar.
- Der Name Firebird wurde später ab 1967 von Pontiac für eine eigene Sportwagen-Baureihe wieder aufgegriffen, die bis 2002 gebaut wurde.

Das Wichtigste in Kürze

Der Firebird III ist ein von General Motors 1958 fertiggestelltes Konzeptfahrzeug mit Gasturbinenantrieb und Joystick-Steuerung. Es entstand unter Designchef Harley Earl und wurde 1959 auf der Motorama-Schau einem breiten Publikum gezeigt. Das Fahrzeug blieb ein Showcar und ging nie in Serie.

## Ein Auto wie aus einer anderen Zeit: Der Firebird III von 1958

Stellen Sie sich vor, Sie stehen im Jahr 1959 in einem Ausstellungssaal von General Motors. Vor Ihnen steht ein Fahrzeug, das aussieht, als wäre es geradewegs einem Science-Fiction-Film entsprungen: flach, silbrig, mit Flossen, die an einen Düsenjäger erinnern. Und doch ist dieses Auto kein Requisit, sondern echte Ingenieursarbeit. Es ist der **Firebird III**, ein Showcar, das General Motors 1958 fertigstellte und ein Jahr später der Öffentlichkeit präsentierte.

Der Firebird III gilt als das bekannteste Fahrzeug der dreiteiligen Firebird-Studienreihe. Wer heute an die wagemutigen Konzeptfahrzeuge dieser Ära denkt, hat meist genau dieses Modell vor Augen. Es war ein reines Showcar. General Motors verfolgte damit keine Serienproduktion, sondern wollte die technologischen und gestalterischen Extreme des Unternehmens präsentieren. Kein Band sollte je anlaufen, kein Preis ausgezeichnet werden. Der Wagen war eine Bühne für das, was möglich schien.

Diese Haltung war typisch für die späte Phase des amerikanischen Überschwangs. In einer Zeit, in der Flugzeuge immer schneller und Raketen immer höher flogen, ließen sich die Automobildesigner unter der Leitung von Harley Earl von den Innovationen im damaligen Kampfflugzeugdesign inspirieren. Die Linien des Firebird III erzählen davon: minimale Chromverzierungen, kaum parallele Linien, dafür neu gedachte Heckflossen. Das Ergebnis wirkte weniger wie ein Straßenfahrzeug als wie ein Versprechen auf die Zukunft.

Präsentiert wurde der Firebird III erstmals auf der Motorama 1959, jener legendären GM-Schau, auf der das Unternehmen Jahr für Jahr seine kühnsten Entwürfe zeigte. Wer dort stand, sah kein Auto zum Kaufen. Man sah eine Vision.

## Harley Earl und die Inspiration aus der Luftfahrt

Wer hinter dem Firebird III stand, lässt sich ohne einen Namen nicht erklären: Harley Earl. Er leitete über Jahre hinweg das Design bei General Motors und gab den Ton für eine ganze Epoche der amerikanischen Automobilgestaltung an. Seine Designer schauten damals nicht auf europäische Limousinen, sondern in den Himmel. Die Innovationen des Kampfflugzeugbaus jener Jahre lieferten die Formensprache, aus der die Fahrzeuge der 1950er-Jahre ihre Spannung zogen.

Stellen Sie sich eine Zeit vor, in der ein Auto wie ein startendes Flugzeug aussehen sollte. Heckflossen, stromlinienförmige Karosserien, glänzendes Chrom: Das war kein Zufall, sondern Programm. Die Aerodynamik der Militärluftfahrt wanderte direkt in die Blechform. Wer damals einen Wagen kaufte, kaufte ein Stück Zukunft, und diese Zukunft roch nach Kerosin und Chrompolitur.

Der Firebird III trieb diesen Gedanken auf die Spitze. Er reduzierte das Chrom auf ein Minimum und verzichtete bewusst auf parallele Linien. Statt braver Symmetrie setzte er auf eine eigenwillige, beinahe skulpturale Silhouette. Die Heckflossen wurden neu gedacht und erhielten eine Form, die es so noch nicht gegeben hatte. Hier zeigte sich, was möglich war, wenn Designer nicht an Serienvorgaben gebunden waren.

Genau das war die Absicht hinter der gesamten Firebird-Reihe. General Motors wollte diese Fahrzeuge nicht in Serie produzieren. Es ging darum, die technologischen und gestalterischen Extreme des Unternehmens sichtbar zu machen. Der Firebird III war damit weniger ein Auto als eine Bühne, auf der die Ingenieure und Designer zeigten, wie weit sie zu gehen bereit waren.

Der Zeitgeist dieser Jahre erklärte sich aus diesem Selbstbewusstsein. Amerika blickte nach vorn, die Raumfahrt begann, und die Luftfahrt hatte längst bewiesen, dass kühne Formen funktionieren konnten. Ein Fahrzeug, das aussah, als könne es abheben, war in dieser Stimmung kein Kuriosum, sondern eine logische Antwort auf eine Zeit, die das Morgen feiern wollte. Der Firebird III war der konsequenteste Ausdruck dieses Denkens.

## Technik und Steuerung: Gasturbine und Joystick

Stellen Sie sich vor, Sie setzen sich in ein Auto, und statt eines Lenkrads wartet ein Joystick auf Sie. Genau so saßen die Menschen 1959 im Firebird III von General Motors. Zwischen Fahrer und Beifahrer ragte ein Steuerknüppel empor, mit dem sich der Wagen lenken ließ. Für die damalige Zeit war das eine radikale Neuerung, denn ein Automobil ohne Lenkrad war für die meisten schlicht undenkbar.

Doch der Joystick war nur ein Teil des Experiments. Angetrieben wurde der Zweisitzer von einer Gasturbine vom Typ Whirlfire GT-305 mit 225 PS. Kein röhrender Achtzylinder also, sondern ein Triebwerk, wie man es eher aus der Luftfahrt kannte. Der Überlieferung nach soll zusätzlich ein kleinerer Zweizylinder-Benzinmotor mit 10 PS dafür gesorgt haben, dass sämtliche Accessoires an Bord mit Strom und Funktion versorgt wurden. Diese Angabe ist allerdings nicht abschließend gesichert, die genauen Details des Hilfsmotors bleiben in den Quellen unscharf.

Auch bei der Karosserie ging General Motors eigene Wege. Sie bestand aus Fiberglas, einem damals noch jungen Werkstoff, der dem Fahrzeug seine glatte, fast schwerelose Oberfläche verlieh. Die genaue Anzahl kurzer Flügel lässt sich nicht sicher belegen, doch Heckflossen sind eindeutig dokumentiert. Sie griffen die Formensprache der Zeit auf und gaben ihr zugleich eine unverkennbar neue Wendung.

Was hier auf vier Rädern stand, war weniger ein Auto als eine fahrende Zukunftsvision. Kein Wunder, dass der Firebird III bis heute als eines der faszinierendsten Experimente gilt, die General Motors je auf die Straße gebracht hat.

## Einflüsse auf die Serienmodelle: Cadillac und die Pontiac Firebird

Wer heute einen Cadillac von 1959 betrachtet, sieht es sofort: die hoch aufragenden Heckflossen, die an ein Düsenflugzeug erinnern. Genau hier wird der Einfluss des **Firebird III** greifbar, jenes Konzeptfahrzeugs, das General Motors 1958 fertigstellte und 1959 der Öffentlichkeit zeigte. Die Linienführung des Cadillac übernahm sichtbar Gestaltungselemente dieser Studie, und wer die beiden Fahrzeuge nebeneinander stellt, erkennt die Verwandtschaft auf den ersten Blick.

Ob der Firebird III allerdings das einzige Fahrzeug der gesamten Firebird-Trilogie war, das die Seriengestaltung direkt prägte, lässt sich nicht eindeutig belegen. Der Überlieferung nach gilt er als das einflussreichste Modell, doch eine gesicherte Aussage darüber, ob die beiden anderen Studien gänzlich ohne Wirkung blieben, fehlt bis heute.

### Vom Showcar zum Namen einer ganzen Baureihe

Das bleibendste Vermächtnis des Firebird III ist jedoch nicht seine Form, sondern sein Name. Ab 1967 vermarktete die Pontiac-Division von General Motors eine Pony-Car-Serie unter der Bezeichnung Firebird. Diese Baureihe hatte sehr wohl einen direkten Bezug zur Konzeptfahrzeugreihe: Der Name selbst stammt aus ihr. Bis 2002 blieb die Firebird-Serie im Programm, ein gutes halbes Jahrhundert nach jenem ersten futuristischen Entwurf.

### Die Tradition der Showcars lebt weiter

General Motors hatte nie die Absicht, die Firebird-Studien in Serie zu fertigen. Sie dienten vielmehr dazu, die technologischen und gestalterischen Extreme des Unternehmens zu präsentieren. Diese Tradition, immer wieder neue Prototypen zu zeigen, setzte sich mit der Pontiac-Banshee-Serie fort, die den Geist der innovativen Showcars weitertrug.

Ein Firebird IV war geplant, doch ob dieses Projekt tatsächlich die Phase eines vollmaßstäblichen Holzchassis erreichte, ist unsicher. Die Quellenlage lässt hier keine klare Aussage zu.

### Zwischen Mythos und Beleg

So bleibt die Geschichte des Firebird III ein lehrreiches Beispiel dafür, wie eng Fiktion und Faktum in der Automobilhistorie beieinanderliegen können. Der Einfluss auf den Cadillac von 1959 ist belegt. Dass der Name Firebird ab 1967 eine eigene Pony-Car-Serie zierte, ist belegt. Doch manche Details, etwa die genaue Zahl der Flügel oder die Existenz eines vollständigen Holzchassis für den Firebird IV, entziehen sich einer gesicherten Bestätigung. Wer die Geschichte dieser Fahrzeuge erzählt, sollte beides im Blick behalten: die gesicherten Spuren und die offenen Fragen.

## Wo man den Firebird III heute sehen kann

Wer den Firebird III mit eigenen Augen betrachten möchte, hat es nicht leicht, denn das Fahrzeug ist kein Museumsstück, das täglich vor Publikum steht. General Motors bewahrt seine Prototypen im GM Heritage Center in Sterling Heights im US-Bundesstaat Michigan auf. Dort lagert die unternehmenseigene Sammlung historischer Modelle, zu der auch die Showcars aus der Firebird-Reihe gehören. Ein regulärer Museumsbesuch ist damit nicht ohne Weiteres möglich.

Anders verhält es sich mit dem zweiten Hinweis, der immer wieder auftaucht. Der Überlieferung nach sollen Modelle der Fahrzeuge zur Dauerausstellung des Henry Ford Museums in Dearborn gehören, ebenfalls in Michigan. Bestätigen lässt sich das allerdings nicht mit Sicherheit. Wer fest mit einem solchen Exponat rechnet, könnte enttäuscht werden.

Auch die Frage, ob der Firebird III noch regelmäßig auf Automobilausstellungen gezeigt wird, lässt sich nicht sicher belegen. Zwar berichten immer wieder Besucherinnen und Besucher von entsprechenden Auftritten, doch eine verlässliche Bestätigung dafür fehlt. Die Zeiten, in denen solche Konzeptfahrzeuge fest zum Programm großer Messen gehörten, sind ohnehin vorbei.

Dass die Marke Firebird bis heute nachklingt, liegt an einer anderen Entscheidung. Ab 1967 vermarktete die Pontiac-Division von General Motors eine Pony-Car-Serie, die den Namen aus der Konzeptreihe trug. Die Aufzeichnungen verweisen auf einen direkten Bezug: Die Serienfahrzeuge übernahmen die Bezeichnung der Showcars. Bis 2002 blieb dieser Name im Programm.

Die Tradition, immer wieder neue Prototypen zu präsentieren, endete nicht mit dem Firebird. Mit der Pontiac-Banshee-Serie setzte General Motors sie fort und blieb dem Prinzip treu, technische und gestalterische Extreme zu zeigen, ohne sie in Serie zu bringen.

Gut zu wissen

Die Firebird-Modelle waren reine Showcars. General Motors verfolgte damit nie das Ziel einer Serienfertigung, sondern wollte zeigen, wie weit Technik und Design damals gehen konnten.


## Frequently asked questions

**Was war der Firebird III von General Motors aus dem Jahr 1958?**

Der Firebird III war ein futuristisches Konzeptfahrzeug, das General Motors 1958 fertigstellte und 1959 der Öffentlichkeit präsentierte. Angetrieben wurde der Zweisitzer von einer Whirlfire-GT-305-Gasturbine mit 225 PS. Statt eines Lenkrads steuerte man ihn über einen Joystick zwischen den Sitzen. Die Karosserie aus Fiberglas trug markante Heckflossen und verlieh dem Wagen sein unverwechselbares Raumfahrt-Design.

**Wer entwarf den Firebird III und welche Rolle spielte Harley Earl?**

Die Gestaltung entstand im General-Motors-Designstudio unter der Leitung von Harley Earl. Er und sein Team ließen sich von den Innovationen der damaligen Kampfflugzeug-Ästhetik inspirieren, was dem Firebird III seine stromlinienförmige, fast fliegende Silhouette gab. Earl prägte damit jenen Stil, der die amerikanische Automobilmode der späten fünfziger Jahre nachhaltig beeinflusste.

**Warum ging der Firebird III mit Gasturbine nie in Serie?**

General Motors verfolgte mit den Firebird-Modellen von Anfang an keine Serienfertigung. Die Fahrzeuge dienten als reine Showcars, mit denen das Unternehmen seine technologischen und gestalterischen Extreme vorführen wollte. Der aufwendige Gasturbinenantrieb und die experimentelle Joystick-Steuerung wären für den Alltag ohnehin kaum praxistauglich gewesen, sodass eine Massenproduktion nie vorgesehen war.

**Wie funktionierte die Joystick-Steuerung im Firebird III?**

Statt eines traditionellen Lenkrads besaß der Firebird III einen Joystick, der zwischen den beiden Sitzen montiert war. Über diesen Hebel ließ sich das Fahrzeug lenken, ohne dass der Fahrer die Hände vom zentralen Bedienelement nehmen musste. Dieses Detail unterstrich den Anspruch, ein Auto zu zeigen, das wie ein Flugzeug oder Raumfahrzeug zu bedienen war.

**Warum wurde der Firebird III auf der Motorama 1959 erstmals gezeigt?**

Die Premiere fand 1959 auf der GM Motorama statt, der großen hauseigenen Ausstellung des Konzerns. Solche Schauen nutzte General Motors, um der Öffentlichkeit die eigene Innovationskraft zu demonstrieren. Der Firebird III war dabei das Glanzstück, mit dem das Unternehmen seine Vision vom Automobil der Zukunft einem breiten Publikum vorführte.

**Was hat der Pontiac Firebird von 1967 mit dem Firebird III zu tun?**

Das bleibendste Vermächtnis des Konzeptfahrzeugs war sein Name. Ab 1967 vermarktete die Pontiac-Division von General Motors eine Pony-Car-Serie unter der Bezeichnung Firebird. Diese Baureihe hatte sehr wohl einen direkten Bezug zur Konzeptfahrzeugserie: Sie übernahm den Namen des Showcars und führte ihn bis ins Jahr 2002 weiter.

**Wo kann man den Firebird III heute besichtigen?**

General Motors bewahrt seine Prototypen im GM Heritage Center in Sterling Heights im US-Bundesstaat Michigan auf. Dort sind die historischen Fahrzeuge des Konzerns versammelt. Berichten zufolge sind Modelle der Firebird-Reihe zudem in der Sammlung des Henry Ford Museums in Dearborn zu sehen, und die Wagen treten gelegentlich auf Automobilausstellungen in Erscheinung.

**Hat der Firebird III die Serienfahrzeuge von Cadillac beeinflusst?**

Ja, der Einfluss ist beim Cadillac von 1959 deutlich erkennbar. Der Serienwagen übernahm sichtbare Designelemente des Showcars, vor allem die markanten Heckflossen. Der Überlieferung nach gilt der Firebird III als das Mitglied der Firebird-Trilogie, das die Gestaltung von General-Motors-Serienfahrzeugen am unmittelbarsten prägte, auch wenn sich nicht mit Sicherheit sagen lässt, ob er der einzige war. Hinweis der Redaktion: Nicht abschließend bestätigte Angaben zu technischen Details und Zeitpunkten sind im Text bewusst als unsicher gekennzeichnet.

Canonical: https://staunen.madeda.com/firebird-iii-gm-konzeptauto-von-1958-mit-joystick/
