# Eli Cohen: Der Spion, der fast Syriens Minister wurde

*Geschichte & Krieg · Kerem Aydın · 2026-08-24*

## Key facts

- Eli Cohen lebte in Damaskus unter dem Decknamen Kemal Amin Tabet und gab sich als syrischer Geschäftsmann aus, der aus Argentinien zurückgekehrt war.
- Durch seine Kontakte zur syrischen Militär- und Politikelite verschaffte er sich Zugang zu hochsensiblen Informationen über die Verteidigungsanlagen des Landes.
- Berichten zufolge stand er kurz davor, zum stellvertretenden Verteidigungsminister Syriens ernannt zu werden, was jedoch nicht eindeutig belegt ist.
- Seine Enttarnung im Januar 1965 erfolgte, nachdem syrische Sicherheitskräfte ein verdächtiges Funksignal aus seiner Wohnung geortet hatten.
- Nach seiner Verurteilung wurde Eli Cohen am 18. Mai 1965 in Damaskus hingerichtet.

Das Wichtigste in Kürze

Eli Cohen infiltrierte zwischen 1962 und 1965 die syrische Führungselite als wohlhabender Geschäftsmann. Er lieferte Israel wertvolle Informationen über die syrische Armee und wurde Berichten zufolge beinahe Minister. 1965 wurde er enttarnt, zum Tode verurteilt und hingerichtet.

## Ein Mann, der fast Minister wurde: Die Geschichte des Eli Cohen Mossad Agenten

Eli Cohen zählt zu den erfolgreichsten Spionen des israelischen Geheimdienstes Mossad und wird in Israel bis heute als Volksheld verehrt. In den 1960er Jahren spionierte er unter dem Decknamen Kemal Amin Tabet in Damaskus und stieg dabei in höchste syrische Regierungskreise auf. Sein fast gelungener Aufstieg zum Minister ist ein Detail, das bis heute fasziniert, auch wenn es nicht zweifelsfrei belegt ist.

Seine Geschichte beginnt in einer anderen Welt. Eli Cohen lebte als Jude in Ägypten, wo er sich bereits in jungen Jahren für die zionistische Sache engagierte. Er half, Juden auf illegalen Wegen aus Ägypten nach Israel zu bringen, bevor er selbst nach Israel emigrierte. Sein Schicksal sollte sich dramatisch wenden, als der israelische Geheimdienst auf ihn aufmerksam wurde.

Anfang der 1960er Jahre suchte die israelische Militärabteilung Aman, genauer gesagt ihre Spezialeinheit Einheit 131, dringend einen qualifizierten Agenten für einen Einsatz in Syrien. Der Grund dafür lag auf der Hand: Syrien galt unter den arabischen Staaten als besonders aggressiv gegenüber Israel. Das Land bedrohte Israel von den Golanhöhen und dem See Genezareth aus, schickte Terroristen über die Grenze und plante sogar, die Zuflüsse des Jordan umzuleiten, um Israel von seiner wichtigsten Wasserquelle abzuschneiden.

Cohen übernahm diese gefährliche Mission. Er baute sich eine Legende auf, die bis ins Detail ausgearbeitet war. Er sollte als Kemal Amin Tabet auftreten, ein Sohn syrischer Eltern, geboren in Beirut, dessen Vater Textilhändler gewesen war und dessen Familie nach dem Tod des Vaters der Einladung eines Onkels folgte und nach Argentinien auswanderte. Diese Geschichte sollte sich als Türöffner erweisen, der ihm den Weg in die höchsten Kreise der syrischen Gesellschaft ebnen würde.

## Vom ägyptischen Juden zum syrischen Geschäftsmann

Bevor Eli Cohen zur Legende des Mossad wurde, war er ein unscheinbarer junger Mann aus Ägypten. Geboren in eine jüdische Familie, engagierte er sich zunächst in einem Netzwerk, das Juden auf illegalen Wegen aus Ägypten nach Israel brachte. Diese frühe Arbeit war riskant, aber sie zeigte bereits, wozu Cohen bereit war: Er scheute keine Gefahr, wenn es um die Sicherheit Israels ging.

In den frühen 1960er Jahren suchte der israelische Geheimdienst händeringend einen Agenten für einen besonders heiklen Einsatzort. Syrien galt damals als der aggressivste unter den arabischen Nachbarn Israels. Das Land schickte immer wieder bewaffnete Gruppen an die Grenze, bedrohte die Golanhöhen und plante sogar, die Zuflüsse des Jordan umzuleiten, um Israel die Wasserquelle abzuschneiden. Die israelische Führung brauchte jemanden, der tief in die syrische Gesellschaft eindringen konnte. Eli Cohen war bereit.

Doch bevor er nach Damaskus reisen konnte, musste eine perfekte Legende her. Cohen sollte nicht mehr Eli Cohen sein, sondern Kemal Amin Tabet, ein erfolgreicher Geschäftsmann. Die Geschichte, die er erzählen sollte, war sorgfältig konstruiert: Er sei als Sohn syrischer Eltern in Beirut geboren worden. Sein Vater, ein Textilhändler, sei gestorben, woraufhin die Familie der Einladung eines Onkels folgte und nach Argentinien auswanderte. Dort, so die Legende, habe er sein Vermögen gemacht. Nun kehrte er in seine vermeintliche Heimat zurück.

In Argentinien bereitete sich Cohen akribisch auf seine Rolle vor. Drei Monate lang lernte er Spanisch und Arabisch mit syrischem Akzent. Er besuchte arabische Restaurants, besuchte Filmvorführungen und suchte den Kontakt zu kulturellen und politischen Vereinen der arabischen Gemeinschaft. Mit großzügigen Spenden an Wohltätigkeitsorganisationen machte er sich einen Namen. Bei einem Empfang der syrischen Botschaft gelang ihm der entscheidende Schritt: Er beeindruckte den Militärattaché General Amin al-Hafiz und erhielt von ihm ein Empfehlungsschreiben für seine Reise nach Syrien.

Als Kemal Amin Tabet in Damaskus eintraf, öffneten ihm diese Empfehlungen alle Türen. Banken, Handelskreise und die hohe Gesellschaft nahmen den vermeintlich wohlhabenden Argentinier mit offenen Armen auf. Seine neuen Bekannten stellten ihn Regierungsbeamten, Armeeoffizieren und sogar Führungsfiguren der Baath-Partei vor. Der Mann, der als Eli Cohen in Ägypten aufgewachsen war, war auf dem besten Weg, einer der einflussreichsten Männer Syriens zu werden.

## Der Aufstieg in Syriens Elite

Was in Buenos Aires begann, sollte sich in Damaskus zu einer der kühnsten Täuschungen des 20. Jahrhunderts auswachsen. Der Mann, der sich Kemal Amin Tabet nannte, war in Wahrheit Eli Cohen, ein Agent des israelischen Geheimdienstes Mossad. Seine Eintrittskarte in die syrische Oberschicht verdankte er nicht etwa Glück, sondern einer sorgfältig inszenierten sozialen Offensive.

In Argentinien hatte Cohen Kontakte zur einflussreichen syrischen Gemeinde geknüpft. Er besuchte arabische Restaurants, besuchte Kulturvereine und spendete großzügig an wohltätige Einrichtungen. Sein Ziel war es, als wohlhabender, sympathischer Geschäftsmann wahrgenommen zu werden. Bei einem Empfang der syrischen Botschaft gelang ihm der entscheidende Coup: Er machte die Bekanntschaft von General Amin al-Hafiz, dem Militärattaché. Cohen beeindruckte den Offizier so sehr, dass dieser ihm Empfehlungsschreiben für eine geplante Geschäftsreise nach Syrien ausstellte. Dass al-Hafiz später Verteidigungsminister und schließlich Staatschef werden sollte, ahnte damals niemand.

Mit diesen Empfehlungen im Gepäck reiste Cohen nach Damaskus, wo er als erfolgreicher Textilhändler aus Südamerika auftrat. Die Türen der feinen Gesellschaft öffneten sich ihm rasch. Bankiers, hohe Militärs und einflussreiche Kaufleute nahmen den charmanten Neuankömmling wohlwollend auf. Er wurde in die besten Kreise eingeführt und lernte die wichtigsten Entscheidungsträger des Landes persönlich kennen.

Cohen erkannte früh, dass sich in Syrien etwas zusammenbraute. Die Baath-Partei, eine sozialistische Bewegung, gewann zunehmend an Einfluss und die Unruhe in der Armee wuchs. Der Mossad-Agent handelte entschlossen: Er unterstützte die Baath-Partei mit großzügigen finanziellen Zuwendungen. Diese Investition zahlte sich aus. Am 8. März 1963 übernahm die Armee durch einen Putsch die Macht und übergab die Regierung der Baath-Partei. Cohens Freunde waren nun an der Macht, und sein Einfluss in Damaskus wuchs weiter. Der Mann, der als Spion gekommen war, stand nun kurz davor, Teil der syrischen Führungselite zu werden.

## Spionage im Herzen der Macht

Kaum jemand kam der syrischen Führung so nah wie Kemal Amin Tabet, ohne dass diese ahnte, wer ihr Gegenüber wirklich war. Der Mann, den die Damaszener High Society als wohlhabenden Geschäftsmann aus Argentinien kannte, war in Wahrheit Eli Cohen, ein Agent des israelischen Auslandsgeheimdienstes Mossad. Sein Zugang zu den mächtigsten Männern des Landes war kein Zufall, sondern das Ergebnis einer perfekt inszenierten Legende und jahrelanger geduldiger Aufbauarbeit.

Cohen, der sich als Sohn syrischer Eltern aus Beirut ausgab, hatte sich in Argentinien ein Netzwerk aufgebaut, das ihm später in Damaskus Tür und Tor öffnete. Mit Empfehlungsschreiben hoher Militärs, darunter des damaligen Militärattachés Amin al-Hafiz, gelang ihm der gesellschaftliche Aufstieg in Syriens Hauptstadt. Seine Villa wurde schnell zum Treffpunkt der einflussreichen Kreise: Offiziere, Politiker und Geschäftsleute verkehrten dort, aßen, tranken und redeten freimütig über Dinge, die niemals hätten ausgesprochen werden dürfen.

Die legendären Partys, die Cohen in seiner Villa ausrichtete, waren dabei weit mehr als gesellschaftliche Ereignisse. In Damaskus kursierten Gerüchte, dass Tabet in seiner Villa Feste veranstaltete, zu denen nur enge Freunde eingeladen waren und bei denen die Gäste zahlreiche schöne Frauen kennenlernten. Diese Exklusivität machte die Abende so wertvoll für die israelische Spionage. Was in vertraulicher Runde geflüstert wurde, fand oft schon am nächsten Morgen seinen Weg nach Tel Aviv.

Berichten zufolge sendete Cohen regelmäßig Funksprüche nach Israel, oft am frühen Morgen gegen acht Uhr, manchmal auch in den Abendstunden. Die Informationen, die er übermittelte, waren von bemerkenswerter Präzision. Er berichtete über wachsende Unruhen innerhalb der syrischen Armee und beobachtete aufmerksam den Aufstieg der sozialistischen Baath-Partei, die in jenen Jahren zunehmend an Einfluss gewann. Seine Einschätzungen halfen Israel, die politischen Strömungen im Nachbarland frühzeitig zu erkennen und einzuordnen.

Was Cohen so gefährlich machte, war seine Fähigkeit, scheinbar harmlose Gespräche in strategische Erkenntnisse zu verwandeln. Ein beiläufiger Kommentar eines Offiziers beim Abendessen, eine beiläufige Bemerkung über Truppenbewegungen am Rande einer Feier: All dies fügte sich bei ihm zu einem Bild zusammen, das israelischen Analysten wertvolle Einblicke in die militärischen Planungen Syriens verschaffte. Seine Position in den höchsten Kreisen der Damaszener Gesellschaft machte ihn zu einem der wertvollsten Informanten des Mossad in dieser Zeit.

## Der Wasserkrieg und die ersten Risse

Syrien verfolgte einen Plan, der Israel an seiner empfindlichsten Stelle treffen sollte: der Wasserversorgung. Die Regierung in Damaskus beabsichtigte, die Zuflüsse des Jordan umzuleiten, um dem Nachbarland die lebenswichtige Ressource zu entziehen. Für Israel war dieser Fluss jedoch keine bloße Frage der Landwirtschaft, sondern eine Frage der nationalen Existenz. Ein Konflikt bahnte sich an, der als „Wasserkrieg" in die Geschichte eingehen sollte.

Die Spannungen entluden sich am 13. November 1964. An der israelischen Grenze eröffneten syrische Stellungen das Feuer auf israelische Traktoren in einem Gebiet, das von der Armee abgeschirmt war. Die Antwort Israels fiel denkbar hart aus. Artillerie und Panzer erwiderten das Feuer, während Mirage- und Vautour-Kampfflugzeuge innerhalb weniger Minuten in die Luft stiegen. Die Piloten bombardierten nicht nur die syrischen Positionen, sondern zerstörten gezielt die Baustellen und Kanäle, die für das Jordan-Umleitungsprojekt errichtet worden waren. Schwere Maschinen, Bulldozer und Bagger wurden systematisch vernichtet.

Für die syrischen Geheimdienste war diese Präzision ein alarmierendes Signal. Wie konnte die israelische Luftwaffe ihre Ziele derart exakt treffen, ohne dass Satellitenaufklärung zur Verfügung stand? Der Verdacht lag nahe, dass jemand in den eigenen Reihen Informationen nach Israel weitergab. Hinzu kam ein Phänomen, das die Verantwortlichen zunehmend beunruhigte: Entscheidungen, die in Damaskus am Abend oder in der Nacht getroffen wurden, waren am nächsten Morgen bereits aus dem israelischen Rundfunk zu hören. Jemand musste in unmittelbarer Nähe der Machtzentren sitzen und jedes Detail nach Tel Aviv melden.

Die Genugtuung über die erfolgreichen Angriffe wich bei den Israelis jedoch keiner Sorglosigkeit. Für den Mossad-Agenten Eli Cohen, der unter dem Decknamen Kemal Amin Tabet in Damaskus lebte, wurde die Lage zunehmend gefährlicher. Seine Berichte hatten die israelische Armee mit wertvollen Informationen versorgt, doch jede noch so gut getarnte Tätigkeit hinterlässt Spuren. Die syrischen Sicherheitsbehörden begannen, ihre Netze enger zu ziehen, und der Druck auf den unsichtbaren Spion wuchs mit jedem Tag.

## Die Enttarnung: Ein Funksignal in der Stille

Der Moment der Enttarnung kam über einen Zufall, der wie aus einem Spionageroman wirkt. Im Januar 1965 wollte die syrische Armee ihre veraltete Kommunikationsausrüstung durch moderne Geräte ersetzen. Für die Umstellung am 7. Januar 1965 wurde der gesamte militärische Funkverkehr für 24 Stunden eingestellt. In dieser ungewohnten Stille entdeckte ein Funkoffizier ein schwaches, aber deutlich wahrnehmbares Signal, das sich nicht zuordnen ließ. Die Peilung führte die Ermittler schließlich zu einem überraschenden Ort: dem Haus von Kemal Amin Tabet, dem angesehenen Geschäftsmann, der in den höchsten Kreisen Damaskus' verkehrte.

Wie genau es zur Enttarnung des Eli Cohen Mossad Agenten kam, ist bis heute nicht restlos geklärt. Die gängigste Version berichtet von sowjetischer Unterstützung für die syrischen Behörden, die auf das ungewöhnliche Funksignal aufmerksam gemacht worden sein sollen. Andere Darstellungen nennen abweichende Ursachen für die Entdeckung. Sicher ist jedoch, dass die Syrer bereits seit Monaten misstrauisch geworden waren. Zu auffällig war das Muster: Entscheidungen, die in Damaskus am Abend fielen, waren am nächsten Morgen über den israelischen Rundfunk bekannt. Und die präzisen Luftangriffe der israelischen Streitkräfte auf syrische Stellungen und Baustellen am Jordan, die zur Umleitung des Flusses dienen sollten, ließen sich ohne exakte Geheimdienstinformationen kaum erklären.

Der Funkoffizier, der das Signal entdeckte, zögerte zunächst, seine Vorgesetzten zu informieren. Ein solcher Verdacht gegen einen Mann mit Tabets Verbindungen hätte leicht auf ihn selbst zurückfallen können. Also wartete er ab. Als Tabet am Abend erneut sendete und der Offizier die Position zweifelsfrei verifizieren konnte, schlug er zu. Am darauffolgenden Morgen um 8 Uhr umstellten Sicherheitskräfte die Villa. Bei der Durchsuchung fanden sie geheime Dokumente, Sender und Fotografien, die keine Zweifel an der Identität des Mannes ließen, der sich als syrischer Patriot ausgegeben hatte.

## Tod in Damaskus und ein umstrittenes Erbe

Alle internationalen Vermittlungsversuche scheiterten. Am 18. Mai 1965 wurde Eli Cohen, einer der berühmtesten Mossad-Agenten Israels, in Damaskus hingerichtet. Die genauen Umstände seiner Hinrichtung sind bis heute nicht vollständig geklärt. Die syrische Führung verhinderte, dass sein Grab zu einer Pilgerstätte wurde. Bis heute ist die Grabstätte des legendären Eli Cohen Mossad Agenten unbekannt.

Nach seinem Tod rankten sich zahlreiche Legenden um den Spion, der unter dem Decknamen Kemal Amin Tabet in Syriens höchste Kreise vorgedrungen war. Die wohl hartnäckigste Behauptung: Eli Cohen habe durch seine Informationen den israelischen Sieg im Sechstagekrieg von 1967 ermöglicht. Diese Annahme ist historisch nicht haltbar, denn Cohen wurde zwei Jahre vor diesem Krieg hingerichtet. Die entscheidenden militärischen Aufklärungsdaten für diesen Konflikt stammten aus anderen Quellen.

Was bleibt, ist ein bemerkenswertes Vermächtnis. In Israel wird Eli Cohen bis heute als Volksheld verehrt. Zahlreiche Straßen und Boulevards in den Städten des Landes tragen seinen Namen. Seine Geschichte hat Generationen von Israelis geprägt. Der Mann, der in Damaskus beinahe Minister geworden wäre, wurde posthum zum Symbol für Mut, Hingabe und die Risiken des Geheimdienstlebens.

Die genauen Umstände seiner Enttarnung bleiben Berichten zufolge bis heute teilweise unklar. Die gängigste Version besagt, dass sowjetische Experten die syrischen Behörden auf ein verdächtiges Funksignal hinwiesen, das während einer Kommunikationsstörung der syrischen Armee entdeckt wurde. Diese Geschichte wird in vielen Darstellungen erzählt, doch die historischen Aufzeichnungen lassen Raum für andere Erklärungen. Sicher ist nur: Im Januar 1965 wurde Cohen in seiner Wohnung in Damaskus festgenommen, nachdem syrische Sicherheitskräfte seine Funkausrüstung entdeckt hatten.

Die Erinnerung an Eli Cohen lebt auch in der Populärkultur weiter. So bleibt der Mann, der sich als syrischer Geschäftsmann ausgab und fast an die Spitze der syrischen Politik gelangt wäre, eine der faszinierendsten und tragischsten Figuren der Spionagegeschichte des 20. Jahrhunderts.


## Frequently asked questions

**Wer war Eli Cohen und warum ist er berühmt?**

Eli Cohen war einer der bedeutendsten Geheimagenten des israelischen Auslandsgeheimdienstes Mossad. Er operierte in den frühen 1960er Jahren unter dem Decknamen Kemal Amin Tabet in Damaskus und lieferte Israel entscheidende Informationen über die syrische Armee. Bis heute gilt er in Israel als Nationalheld, zahlreiche Straßen und Boulevards tragen seinen Namen.

**Wie gelang es Eli Cohen, in Syriens Führungskreise aufzusteigen?**

Cohen baute sich in Argentinien eine Legende als wohlhabender syrischer Geschäftsmann auf, lernte dort den Militärattaché Amin al-Hafiz kennen und erhielt von ihm ein Empfehlungsschreiben. In Damaskus angekommen, knüpfte er über großzügige Spenden und exklusive gesellschaftliche Anlässe Kontakte zu hohen Offizieren und Regierungsvertretern. Berichten zufolge wurde er sogar als Kandidat für ein Ministeramt gehandelt, dies ist jedoch nicht eindeutig belegt.

**Wie wurde Eli Cohen enttarnt?**

Die genauen Umstände seiner Enttarnung sind umstritten. Der gängigen Darstellung zufolge entdeckte ein syrischer Funkoffizier am 7. Januar 1965 ein schwaches Signal, während die gesamte Armeekommunikation für 24 Stunden stillgelegt war. Die Ortung führte zu Cohens Wohnung, wo er am darauffolgenden Morgen bei einer Durchsuchung mit Geheimdokumenten und Sendegeräten überführt wurde. Andere Berichte nennen jedoch auch sowjetische Experten als Auslöser der Entdeckung.

**Warum wurde Eli Cohen 1965 hingerichtet?**

Nach seiner Festnahme wurde Cohen verhört und anschließend wegen Spionage zum Tode verurteilt. Trotz internationaler Vermittlungsversuche mehrerer Länder wurde das Urteil am 18. Mai 1965 in Damaskus vollstreckt. Die syrische Führung zeigte keinerlei Gnade gegenüber dem Mann, der ihr jahrelang wertvolle Geheimnisse entwendet hatte.

**Welche Rolle spielte Eli Cohen im Sechstagekrieg 1967?**

Entgegen der weit verbreiteten Annahme konnte Cohen keine direkte Rolle im Sechstagekrieg von 1967 spielen, da er bereits 1965 hingerichtet worden war. Seine zuvor gesammelten Informationen über die syrische Armee waren für Israel zweifellos wertvoll, doch die Vorstellung, er habe den Kriegsausgang entscheidend beeinflusst, hält einer historischen Prüfung nicht stand. Seine Spionagetätigkeit endete mit seiner Verhaftung, nicht mit dem Krieg. Hinweis der Redaktion: Einzelheiten zu Cohens letzten Monaten in Damaskus und die genaue Rolle einzelner syrischer Offiziere bei seiner Enttarnung sind nicht vollständig belegt und werden hier als solche dargestellt.

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