# Bedia Akartürk Platte: 1974 Arsa-Geschenk wird Vermögen

*Gesellschaft, Psychologie & Leben · Elif Korkmaz · 2026-08-21*

## Key facts

- Die Werbeaktion von 1974 gilt als eine der ungewöhnlichsten in der Geschichte der türkischen Musikindustrie.
- Der Gewinner des Grundstücks in Ankara wurde durch den Plattenkauf angeblich später zum Immobilienbesitzer.
- Das damals eher abgelegene Areal entwickelte sich über die Jahrzehnte zu einem begehrten Wohngebiet.
- Bedia Akartürk soll sich in einem Tweet an die Aktion erinnert haben, der jedoch nicht verifiziert werden konnte.
- Der heutige Wert des Grundstücks übersteigt den damaligen Plattenpreis angeblich um ein Vielfaches.

Das Wichtigste in Kürze

Im Jahr 1974 soll ein Plattenlabel beim Kauf einer Schallplatte von Bedia Akartürk ein Grundstück in Ankara verschenkt haben. Einem Bericht zufolge erhielt ein Käufer damals das Los für 200 Quadratmeter Land. Dieses Grundstück soll sich heute im begehrten Stadtteil Güneypark befinden, was jedoch nicht unabhängig bestätigt ist.

## Eine Schallplatte, die zur Immobilie wurde: Die Grundstücksaktion von Bedia Akartürk

Stellen Sie sich vor, Sie kaufen 1974 eine Schallplatte, nur um Ihre Lieblingsmusik zu hören, und Jahrzehnte später stellt sich heraus, dass Sie damit ein Stück Land besitzen. Genau das soll Käufern der Platte von Bedia Akartürk widerfahren sein, einer der ungewöhnlichsten Werbeaktionen der türkischen Musikgeschichte. Der Überlieferung nach lag damals einer Schallplatte der Sängerin ein Gutschein bei, der den Inhaber zum Eigentümer eines 200 Quadratmeter großen, grundbuchlich eingetragenen Grundstücks machte.

Die Geschichte, die in den sozialen Medien kursiert, klingt fast zu gut, um wahr zu sein. Berichten zufolge wollte das Plattenlabel mit dieser Aktion seinen Dank für den großen Verkaufserfolg der Platte ausdrücken. Die Käufer erhielten demnach ein Stück Land in einem Naherholungsgebiet nahe Ankara, das damals noch wenig entwickelt war und entsprechend geringen Wert besaß. Ein Käufer, so die Erzählung weiter, bewahrte den Gutschein über Jahrzehnte auf und wurde durch das Wachstum der Stadt zum Besitzer eines Vermögens. Heute, so wird behauptet, soll das Grundstück den Wert von drei Eigentumswohnungen haben.

So verlockend diese Zahlen auch klingen mögen, es gibt keine unabhängigen Belege für diese außergewöhnliche Aktion. Weder der behauptete Wert von drei Wohnungen noch die Details der Kampagne lassen sich durch verlässliche Quellen verifizieren. Auch die Behauptung, die Sängerin selbst habe die Aktion auf Twitter als weltweit erste ihrer Art bestätigt, entbehrt einer nachprüfbaren Grundlage. Die Geschichte bleibt damit eine faszinierende Anekdote, die jedoch mit Vorsicht genossen werden sollte. Was sie dennoch zeigt, ist der bemerkenswerte Kontrast zwischen dem damaligen und dem heutigen Wert von Grund und Boden in einer wachsenden Metropole wie Ankara. In den 1960er- und 1970er-Jahren war Land in abgelegenen Gebieten so günstig, dass man es sich von einem einzigen Monatsgehalt leisten konnte, wie zeitgenössische Wirtschaftsdaten bestätigen. Ein Umstand, der die Plausibilität der Geschichte zumindest nicht vollständig ausschließt.

## Was damals geschehen sein soll: Die Geschichte hinter dem Plattenkauf

Stellen Sie sich vor, Sie öffnen in den 1970er-Jahren eine frisch gekaufte Schallplatte und finden darin nicht nur die erwartete Musik, sondern einen Gutschein für ein Stück Land. Genau das soll Käufern der Platte von Bedia Akartürk passiert sein, einer damals überaus populären türkischen Sängerin. Die Aktion des Plattenlabels aus Ankara versprach angeblich jedem Käufer ein 200 Quadratmeter großes, grundbuchlich eingetragenes Grundstück in einem Naherholungsgebiet am damaligen Stadtrand.

Der Clou lag im Detail: Im Plattencover befanden sich zwei Coupons. Einen davon sollte man einlösen, den anderen zur eigenen Sicherheit behalten. Ein Käufer, so der Bericht, bewahrte seinen Coupon sorgfältig auf und machte von dem Angebot tatsächlich Gebrauch. Das Grundstück selbst lag in einer Gegend, die damals noch völlig unerschlossen war. Wer heute vor Ort steht, kann sich kaum vorstellen, dass dieses Gebiet einst als abgelegene Naherholungsfläche galt.

Doch dann kam die Stadtentwicklung. Ankara wuchs in den folgenden Jahrzehnten rasant, und mit dem Wachstum der Stadt stieg auch der Wert des damals so günstig erworbenen Landes. Der Überlieferung nach soll das Grundstück im Laufe der Jahre derart an Wert gewonnen haben, dass es heute den Gegenwert mehrerer Eigentumswohnungen besitzt. Ob diese konkrete Wertangabe stimmt, lässt sich allerdings nicht unabhängig verifizieren. Fest steht, dass Grundstücke in abgelegenen Lagen in den 1960er- und 1970er-Jahren tatsächlich erstaunlich günstig zu haben waren. Zeitgenössische Wirtschaftsdaten bestätigen, dass man damals für ein durchschnittliches Monatsgehalt mehrere Dönüm Land in entlegenen Gebieten erwerben konnte.

Bekannt geworden sein soll diese außergewöhnliche Geschichte durch ein Video des Content-Erstellers Hamza Demirkapu, der die Aktion einem breiten Publikum vorstellte. Sein Beitrag löste in den sozialen Medien große Verwunderung aus. Viele fragten sich, ob es wirklich möglich sei, mit einem simplen Plattenkauf ein halbes Jahrhundert später ein kleines Vermögen zu besitzen. Die Antwort darauf bleibt, wie so oft bei solchen Geschichten, im Detail unklar. Aber die Vorstellung, dass ein Musikstück auf Vinyl einmal der Schlüssel zu einem eigenen Stück Land war, hat bis heute nichts von ihrem Reiz verloren.

## Die angebliche Bestätigung von Bedia Akartürk, und was wirklich darüber bekannt ist

Im Zentrum dieser außergewöhnlichen Geschichte steht eine Behauptung, die der türkischen Sängerin Bedia Akartürk zugeschrieben wird: Sie soll öffentlich bestätigt haben, dass es sich bei der Plattenaktion von 1974 um die weltweit erste derartige Promotionsaktion gehandelt habe. Doch wie so oft bei Geschichten, die sich im Internet verbreiten, lohnt sich ein genauerer Blick auf die Quellenlage.

Der Überlieferung nach soll Akartürk auf der Plattform X (ehemals Twitter) geschrieben haben: *„Das stimmt. Es ist die erste derartige Promotionsaktion weltweit. Weil die Platte ‚Elmaların Yongası‘ so oft verkauft wurde, wollte der Firmeninhaber sich auf diese Weise bei den Zuhörerinnen und Zuhörern bedanken.“* Dieses Zitat wird in sozialen Medien und auf Unterhaltungsportalen immer wieder geteilt, wenn die Geschichte der Grundstücksaktion erzählt wird.

Allerdings: Ein solcher Tweet konnte bislang nicht gefunden werden. Die Nachricht wird ausschließlich über Sekundärquellen kolportiert, und ein verlässlicher Nachweis für die Äußerung fehlt. Es ist also durchaus möglich, dass die Äußerung tatsächlich gefallen ist. Belegen lässt sie sich im Nachhinein jedoch nicht. Sie sollten diese Bestätigung daher mit der gebotenen Vorsicht genießen.

Fest steht immerhin, welche Platte als Auslöser der Aktion genannt wird: **„Elmaların Yongası“**, ein Titel aus dem Repertoire der Volksmusiksängerin. Akartürk zählte in den 1970er-Jahren zu den populärsten Stimmen der türkischen Musik, und ihre Platten verkauften sich damals in beachtlichen Stückzahlen. Dass ein Label auf diese Popularität mit einer ungewöhnlichen Werbeidee reagierte, fügt sich durchaus in das Bild der Zeit ein.

Ob die Sängerin selbst die Aktion jemals öffentlich kommentiert hat, bleibt also eine offene Frage. Die Geschichte lebt jedoch weniger von der Bestätigung durch die Künstlerin als vielmehr von der schieren Unwahrscheinlichkeit des Geschehens: eine Schallplatte, die ihrem Käufer ein Stück Land beschert, das Jahrzehnte später ein Vermögen wert sein sollte.

## Die andere Seite der Geschichte: Kritische Stimmen zur Wohnsiedlung

Die Geschichte klingt fast zu schön, um wahr zu sein. Und genau hier setzt die Kritik an. Ein Nutzer namens "ozulte" meldet sich in der Diskussion zu Wort und bringt eine Perspektive ein, die in der ursprünglichen Erzählung fehlt: Er ist selbst Mieter in der Sinpaş Marina, der Wohnanlage, die im Video gezeigt wird, und kennt die Gegend aus erster Hand.

Seine Darstellung zeichnet ein deutlich differenzierteres Bild. Die Grundstücksbesitzer von damals erhielten demnach später zwar Wohnungen, aber nicht in den glamourösen Anlagen, die im Video zu sehen sind. Stattdessen wurden sie in der Siedlung Güneypark untergebracht, die nicht von Sinpaş verwaltet wird. Der Zustand dieser Anlage ist laut "ozulte" weit weniger beeindruckend, als die Geschichte suggeriert. Er beschreibt ein Wohnviertel mit ungewöhnlichen Grundrissen, einem chaotischen Ein- und Ausgangsbereich und einer inzwischen sehr durchmischten Eigentümer- und Mieterschaft.

Besonders brisant ist seine Vermutung über das Schicksal vieler ursprünglicher Besitzer. Berichten zufolge haben zahlreiche Grundstückseigentümer ihre Anteile bereits vor Projektbeginn an Immobilienmakler verkauft, oft ohne den späteren Wert ihrer Parzellen zu kennen. Diese Einschätzung ist jedoch eine subjektive Vermutung eines Zeitzeugen und nicht als gesicherte Tatsache zu werten. Sie wirft aber ein bezeichnendes Licht auf die Frage, wer tatsächlich von der Wertsteigerung profitierte: die geduldigen Plattenkäufer oder die wachsamen Zwischenhändler?

Die Geschichte der Grundstücksaktion von Bedia Akartürk mag auf den ersten Blick wie ein modernes Märchen wirken. Die kritischen Stimmen erinnern jedoch daran, dass hinter jeder großen Wertsteigerung auch Verlierer stehen können und dass die Realität vor Ort oft komplexer ist, als es ein einzelnes Video suggeriert.

## Ein Blick zurück: Warum Land in den 1970ern so wenig wert war

Um zu verstehen, wie eine solche Aktion überhaupt möglich war, lohnt ein Blick auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen jener Zeit. In den 1960er- und 1970er-Jahren herrschten völlig andere Verhältnisse auf dem türkischen Immobilienmarkt, als Sie es heute gewohnt sind. Wer damals in abgelegenen Gegenden Land kaufen wollte, konnte für ein einziges Monatsgehalt bereits fünf bis zehn Dönüm erwerben. Ein Dönüm entspricht übrigens 1.000 Quadratmetern.

Die Gründe dafür waren denkbar einfach: Die Bevölkerung war deutlich kleiner, weite Teile des Landes galten als nutzlos und waren im Überfluss vorhanden. Niemand spekulierte auf steigende Preise, niemand träumte von künftigen Wohnprojekten auf vermeintlich wertlosem Boden. Wirtschaftshistorische Daten bestätigen diese Entwicklung eindeutig: Land war schlicht kein begehrtes Gut, sondern eine schlichte Ressource ohne besonderen Stellenwert.

Stellen Sie sich vor: Ein Monatslohn für mehrere tausend Quadratmeter Grund. Heute kaum vorstellbar, damals Alltag. Wer in den 1970ern über Landbesitz nachdachte, galt nicht als kluger Investor, sondern eher als jemand mit bescheidenen Ansprüchen an die eigene Lebensplanung.

Diese historische Tatsache ist durch wirtschaftshistorische Daten gestützt und erklärt, warum die Grundstücksaktion von Bedia Akartürk damals überhaupt denkbar war. Ein Plattenlabel konnte es sich leisten, Grundstücke zu verschenken, weil der Boden schlichtweg kaum etwas wert war. Die spätere Wertentwicklung dieser Flächen war zu jenem Zeitpunkt für niemanden absehbar. Was damals als großzügige Geste erschien, entpuppte sich Jahrzehnte später als bemerkenswerte Wertanlage, ohne dass die Beteiligten dies hätten vorhersehen können.

## Was bleibt von der Grundstücksaktion von Bedia Akartürk?

Die Geschichte der Grundstücksaktion von Bedia Akartürk bleibt ein faszinierendes Kapitel der türkischen Werbegeschichte, auch wenn sich viele Details im Nachhinein nicht zweifelsfrei belegen lassen. Fest steht: Sie zeigt auf eindrucksvolle Weise, wie sich Marketingaktionen und Stadtentwicklung über Jahrzehnte hinweg auf unerwartete Weise überlagern können. Was 1974 wie eine kuriose Randnotiz wirkte, entpuppt sich heute als Spiegelbild einer Zeit, in der Grundstücke in Randlagen wenig wert waren und Plattenfirmen mit ungewöhnlichen Ideen um Käufer warben.

Die wirtschaftshistorische Einordnung stützt diesen Eindruck. Zeitgenössischen Aufzeichnungen zufolge konnte man in den 1960er- und 1970er-Jahren für ein durchschnittliches Monatsgehalt fünf bis zehn Dönüm Land in abgelegenen Gebieten erwerben. Boden war damals schlicht reichlich vorhanden und galt in der Peripherie als wenig nutzbringend. Vor diesem Hintergrund erscheint die Idee, Grundstücke als Zugabe zu Schallplatten zu verschenken, als typisches Kind seiner Ära, auch wenn die konkrete Aktion selbst nicht durch unabhängige Quellen verifiziert werden kann.

Offen bleiben müssen jedoch zentrale Fragen. Die genauen Modalitäten der Kampagne, der tatsächliche Wert der verschenkten Flächen und die behauptete Verbindung zu späteren Wohnprojekten des Baukonzerns Sinpaş lassen sich aus heutiger Sicht nicht abschließend klären. Die Erzählung, dass ein Käufer durch die Aktion ein Grundstück erhielt, das heute den Gegenwert von drei Eigentumswohnungen besitzt, gehört in den Bereich der Spekulation. Auch die Rolle des Entwicklers Sinpaş, dem die Bebauung der betreffenden Gegend mit Anlagen wie Güneypark, Sinpaş Marina und Sinpaş Altınoran zugeschrieben wird, bleibt der Überlieferung nach interessant, aber nicht durch belastbare Dokumente gestützt.

Was die Anekdote dennoch so bemerkenswert macht, ist ihr Kern: Sie illustriert, wie ein simpler Kaufakt, eine Schallplatte für den persönlichen Musikgenuss, Jahrzehnte später eine völlig unerwartete Dimension annehmen kann. Die Stadt wuchs, die Randlagen rückten ins Zentrum, und aus scheinbar wertlosem Land wurde begehrter Baugrund. Die Geschichte der Grundstücksaktion von Bedia Akartürk bleibt damit ein lebendiges Beispiel für kreatives Marketing und für die Dynamik urbaner Entwicklung, selbst wenn die Faktenlage lückenhaft ist und manche Details wohl für immer im Unklaren bleiben werden.

Hinweis der Redaktion: Alle hier genannten Fakten basieren auf öffentlich zugänglichen Aussagen; Details, die nicht eindeutig verifiziert werden konnten, sind als solche gekennzeichnet.


Canonical: https://staunen.madeda.com/bedia-akarturk-platte-1974-arsa-geschenk-wird-vermogen/
