# Andrew Jacksons Bankenkrieg: Wie er die Zentralbank zerschlug

*Geschichte & Krieg · Kerem Aydın · 2026-09-05*

## Key facts

- Andrew Jackson legte 1832 sein Veto gegen die vorzeitige Neugründung der Second Bank of the United States ein und begründete dies mit verfassungsrechtlichen und demokratischen Bedenken.
- Der Präsident ordnete an, die staatlichen Einlagen aus der Zentralbank abzuziehen und auf verschiedene private Banken zu verteilen, was als "Banken-Experiment" in die Geschichte einging.
- Nicholas Biddle, der mächtige Präsident der Second Bank, setzte daraufhin alle Hebel in Bewegung, um Jackson politisch zu bekämpfen, scheiterte jedoch letztlich.
- Die Zerschlagung der Zentralbank führte zu einer unkontrollierten Kreditvergabe und Spekulation, die in der Panik von 1837 mündete.

Das Wichtigste in Kürze

Andrew Jackson, der siebte Präsident der USA, führte von 1832 bis 1836 einen erbitterten Kampf gegen die Second Bank of the United States. Er entzog der Zentralbank ihre staatlichen Einlagen und verhinderte ihre Neugründung. Der Sieg Jacksons trug jedoch maßgeblich zur Panik von 1837 bei, einer schweren Wirtschaftskrise, die das Land jahrelang belastete.

## Kann ein Präsident wirklich eine Zentralbank abschaffen? Andrew Jackson hat es getan

Ja, das ist tatsächlich geschehen. In den 1830er-Jahren führte Andrew Jackson, der siebte Präsident der Vereinigten Staaten, einen erbitterten Krieg gegen die Second Bank of the United States und gewann ihn. Er ging als einziger US-Präsident in die Geschichte ein, der eine Zentralbank zerschlug. Ob er dabei als Held oder Zerstörer handelte, darum streiten Historiker bis heute.

Die Frage klingt heute fast ketzerisch. Eine Zentralbank gilt als unantastbares Fundament moderner Volkswirtschaften. Doch in den jungen Vereinigten Staaten des frühen 19. Jahrhunderts sah die Lage anders aus. Das Land suchte noch nach seiner wirtschaftlichen Ordnung, und genau in diesem Spannungsfeld entbrannte ein Konflikt, der die Nation spaltete.

Im Jahr 1816 hatte der Kongress die Second Bank of the United States gegründet. Sie war keine Zentralbank im heutigen Sinne, übernahm aber vergleichbare Aufgaben: Sie führte die Geldpolitik aus, verwahrte die Gelder der Regierung, vergab Kredite und beaufsichtigte private Banken. Für Andrew Jackson jedoch war dieses Institut nichts anderes als ein Monster, das die Interessen einer kleinen Elite über die des Volkes stellte.

Der Präsident, der 1829 ins Amt kam, sah in der Bank eine verfassungswidrige Machtkonzentration. Er war überzeugt, dass eine so große wirtschaftliche Macht nicht in privaten Händen liegen dürfe. Sein Gegenspieler Nicholas Biddle, der mächtige Präsident der Bank, hielt dagegen. Was folgte, glich einem wirtschaftlichen Bürgerkrieg zwischen zwei Männern, die um die Zukunft der amerikanischen Finanzordnung kämpften.

Der Höhepunkt kam 1832. Jacksons politische Gegner brachten ein Gesetz ein, das die Lizenz der Bank vorzeitig, also bereits 1832 statt erst 1836, verlängern sollte. Ihre Rechnung war einfach: Würde Jackson sein Veto einlegen, könnte er die Wahl im selben Jahr verlieren. Doch der Präsident durchkreuzte den Plan. Er legte sein Veto ein und begründete es mit deutlichen Worten: Die Bank diene nicht dem Volk, sondern den Reichen, und diese Ungleichheit widerspreche dem amerikanischen Geist.

Jackson gab sich damit nicht zufrieden. Im Jahr 1833 zog er alle Bundesgelder aus der Second Bank ab und verteilte sie auf private Institute, die sogenannten Pet Banks. Die Zentralbank verlor damit ihre finanzielle Schlagkraft. Selbst zwei Kabinettsmitglieder traten wegen dieser Entscheidung zurück. Jackson aber blieb standhaft. Als die Lizenz der Bank 1836 auslief, wurde sie nicht erneuert. Die Second Bank of the United States hörte auf zu existieren.

## Was war die Second Bank of the United States und warum hasste Jackson sie?

Die Second Bank of the United States war keine gewöhnliche Geschäftsbank, sondern ein geldpolitisches Machtzentrum mit zentralbankähnlichen Aufgaben. Sie wurde 1816 gegründet, um dem jungen amerikanischen Finanzsystem Ordnung zu verleihen. Ihre Befugnisse waren beträchtlich: Sie führte die Geldpolitik des Landes aus, verwahrte die Staatsgelder der Bundesregierung, vergab Kredite und beaufsichtigte die zahlreichen privaten Banken, die damals oft unkontrolliert eigene Banknoten druckten.

Für Andrew Jackson, der 1829 als siebter Präsident der Vereinigten Staaten ins Weiße Haus einzog, verkörperte dieses Institut jedoch alles, was er an der amerikanischen Politik ablehnte. Er nannte die Bank offen ein "Monster" und sah in ihr ein verfassungswidriges Instrument der Eliten. Seine Überzeugung war radikal und einfach: Eine derart enorme wirtschaftliche Macht in privaten Händen bedrohe die amerikanische Demokratie selbst. Die Bank arbeite nicht für das Volk, sondern für die Interessen weniger Bankiers, die auf Kosten der einfachen Bürger Profit machten.

Diese Haltung war keine spontane Laune. Jacksons Misstrauen gegenüber konzentrierter Finanzmacht speiste sich aus seinen Erfahrungen im Westen des Landes, wo er mehrfach miterlebt hatte, wie Papiergeld und Bankenpleiten einfache Bürger um ihre Ersparnisse brachten. Er war überzeugt, dass nur hartes Metallgeld, Gold und Silber, eine ehrliche Währung sei. Der Andrew Jackson Bankenkrieg, der aus dieser Überzeugung erwuchs, sollte zu einem der prägendsten politischen Konflikte der amerikanischen Geschichte des 19. Jahrhunderts werden und die wirtschaftliche Entwicklung des Landes für Jahrzehnte beeinflussen.

## Der Showdown von 1832: Jacksons Veto als politisches Risiko

Im Jahr 1832 spitzte sich der Konflikt zwischen Präsident Andrew Jackson und der Second Bank of the United States dramatisch zu. Seine Gegner im Kongress, angeführt von Bankpräsident Nicholas Biddle, wagten ein riskantes politisches Manöver: Sie brachten ein Gesetz ein, das die Lizenz der Bank vorzeitig, also bereits 1832 statt wie geplant 1836, verlängern sollte. Die Rechnung dahinter war ebenso einfach wie tückisch. Würde Jackson sein Veto einlegen, so hofften seine Widersacher, würde er in der Bevölkerung an Rückhalt verlieren und die anstehende Präsidentschaftswahl riskieren. Würde er jedoch unterschreiben, hätte er vor seinen eigenen Anhängern das Gesicht verloren, denen er die Bank als Instrument der Elite verhasst gemacht hatte.

Doch Jackson durchkreuzte diesen Plan auf spektakuläre Weise. Er legte sein Veto ein und begründete dies mit einer Botschaft, die bis heute nachhallt. Er argumentierte, die Bank schaffe eine ungerechtfertigte Ungleichheit, die dem amerikanischen Geist widerspreche. In seinen Augen war das Institut ein Monopol, das den Reichen diene und auf dem Rücken der einfachen Bürger errichtet worden sei. Diese Worte waren keine bloße Rhetorik, sondern Ausdruck einer tiefen Überzeugung, die Jackson seit seinem Amtsantritt 1829 verfolgte.

Die Strategie seiner Gegner ging nicht auf. Ganz im Gegenteil: Das Volk feierte den Präsidenten für seinen Widerstand gegen die mächtige Finanzinstitution. Bei der Präsidentschaftswahl im selben Jahr errang Jackson einen deutlichen Sieg. Der Showdown von 1832, der ihn politisch hätte vernichten können, wurde zu seinem Triumph. Der Andrew Jackson Bankenkrieg hatte damit seine entscheidende Schlacht gewonnen, auch wenn der endgültige Sieg über die Bank noch weitere Jahre dauern sollte.

## Der entscheidende Schlag: Jackson entzieht der Bank das Staatsgeld

Jackson wartete das Ende der Banklizenz nicht ab. Stattdessen zog er 1833 alle Bundesgelder aus der Second Bank of the United States ab und verteilte sie auf private *Pet Banks*, also auf staatlich konzessionierte Geschäftsbanken. Damit entzog er der Institution ihre finanzielle Lebensgrundlage, und zwei Kabinettsmitglieder traten aus Protest zurück. Jackson ließ sich davon nicht beirren.

Der Präsident handelte dabei mit einer Entschlossenheit, die seine Zeitgenossen gleichermaßen bewunderten und fürchteten. Für ihn war die Bank kein neutrales Finanzinstrument, sondern ein Bollwerk der Elite, das auf dem Rücken der einfachen Bevölkerung agierte. Seine Gegner im Kongress hatten gehofft, ihn mit der vorzeitigen Verlängerung der Lizenz im Jahr 1832 in eine politische Falle zu locken. Doch Jackson legte sein Veto ein und gewann die Präsidentschaftswahl von 1832 anschließend deutlich. Das gab ihm den Rückhalt, den er für seinen nächsten Schritt brauchte.

Die Entscheidung von 1833 war jedoch kein bloßer Verwaltungsakt. Sie löste eine politische Krise aus. Zwei Minister weigerten sich, die Anordnung zu unterstützen, und verloren ihre Posten. Jackson ließ sich von niemandem aufhalten, nicht einmal von den engsten Vertrauten in seinem eigenen Kabinett.

Der Entzug der Staatsgelder traf die Bank mit voller Wucht. Ohne die Einlagen der Bundesregierung verlor sie ihre dominierende Stellung im amerikanischen Finanzsystem. Als ihre Lizenz 1836 auslief, wurde sie nicht erneuert. Die Second Bank of the United States existierte fortan nicht mehr als nationale Zentralbank. Der **Andrew Jackson Bankenkrieg** war damit zu einem Ende gekommen, das kaum jemand für möglich gehalten hätte: Der Präsident hatte gesiegt.

Doch der Triumph hatte seinen Preis. Die Pet Banks, die nun die Bundesgelder verwalteten, vergaben Kredite großzügiger als je zuvor. Billige Kredite befeuerten eine spekulative Welle bei Grundstückskäufen, und viele Amerikaner glaubten, durch Schulden reich zu werden. Diese Entwicklung legte den Grundstein für eine wirtschaftliche Katastrophe, die nur wenige Jahre später folgen sollte.

## Die Panik von 1837: Hat Jacksons Politik die Krise ausgelöst?

Ja, die Wirtschaftskrise von 1837 wurde maßgeblich durch die Bankenpolitik von Andrew Jackson mitverursacht, auch wenn sie nicht der alleinige Auslöser war. Historiker sehen die Kombination aus übermäßiger Kreditvergabe, spekulativen Landkäufen und der sogenannten Specie Circular von 1836 als wesentliche Ursachenkette. Die Folgen trafen jedoch nicht mehr Jackson selbst, sondern seinen Nachfolger im Amt.

In den 1830er-Jahren glich die amerikanische Wirtschaft einem aufgeblähten Ballon. Nachdem Jackson 1833 die Bundesgelder aus der Second Bank of the United States abgezogen und auf die sogenannten Pet Banks, also Privatbanken, verteilt hatte, öffneten diese die Kreditschleusen weit. Geld war billig, und viele Menschen glaubten, durch geliehenes Kapital schnell reich zu werden. Besonders der Handel mit Staatsland boomte, angeheizt durch Spekulation und die lockere Kreditvergabe dieser Banken.

Doch Jackson handelte. 1836 erließ er die Specie Circular, eine Verordnung, die vorschrieb, dass Bundesland nur noch mit Gold oder Silber bezahlt werden durfte. Das Vertrauen in Papiergeld sank dadurch auf null. Die Reserven der Banken schmolzen dahin, Kredite wurden fällig gestellt, und die Spekulationsblase platzte 1837 mit voller Wucht.

Die Ironie der Geschichte: Jackson hatte das Weiße Haus zu diesem Zeitpunkt bereits verlassen. Die Krise traf seinen Nachfolger Martin Van Buren, der 1837 ins Amt kam und sich mit den Folgen einer Rezession konfrontiert sah, die er nicht verursacht hatte. Für Van Buren war dies eine politische Katastrophe, denn die Wähler machten ihn für den wirtschaftlichen Niedergang verantwortlich.

Bis heute diskutieren Ökonomen, ob der **Andrew Jackson Bankenkrieg** die Krise unvermeidlich machte oder ob internationale Handelsstörungen und andere Faktoren den Ausschlag gaben. Klar ist jedoch: Die Specie Circular und die vorangegangene Zerschlagung der Zentralbank schufen ein fragiles Finanzsystem, das jeder Erschütterung schutzlos ausgeliefert war. Die Panik von 1837 gilt daher als direkte Folge einer Politik, die mutig sein wollte, aber die Stabilität des gesamten Wirtschaftssystems gefährdete.

## Nicholas Biddle: Sabotierte der Bankchef die eigene Wirtschaft?

Nein, einen großen "Sabotageplan" hinter der Panik von 1837 gab es nicht, auch wenn Nicholas Biddle, der Präsident der Second Bank of the United States, zwischen 1832 und 1833 die Kreditvergabe tatsächlich bewusst einschränkte. Diese dokumentierte Maßnahme diente dazu, Präsident Andrew Jackson unter Druck zu setzen. Die große Wirtschaftskrise brach jedoch erst Jahre später aus, als Biddles Einfluss bereits deutlich geschwunden war.

Die Auseinandersetzung zwischen Jackson und Biddle war persönlich und erbittert. Biddle führte die 1816 gegründete Bank mit harter Hand. Als Jackson sein Veto gegen die vorzeitige Verlängerung der Banklizenz einlegte, reagierte Biddle mit einem riskanten Schachzug: Er schränkte die Kreditvergabe spürbar ein. Diese Maßnahme erzeugte tatsächlich wirtschaftliche Engpässe, die Jackson politisch schaden sollten.

Doch der Plan ging nicht auf. Jackson gewann die Präsidentschaftswahl 1832 deutlich und entzog der Bank 1833 alle Bundesgelder, die er auf verschiedene Staatsbanken, die sogenannten Pet Banks, verteilte. Ohne staatliche Einlagen verlor die Institution an Bedeutung. Als ihre bundesstaatliche Lizenz 1836 auslief, wurde sie nicht erneuert.

Die Panik von 1837, die die amerikanische Wirtschaft schwer erschütterte, hatte andere Ursachen: übermäßige Kreditvergabe, spekulative Landkäufe und die von Jackson 1836 erlassene Specie Circular, die den Kauf von Bundesland nur noch mit Gold oder Silber erlaubte. Behauptungen, wonach Jackson die Wirtschaft absichtlich sabotiert habe, entbehren einer dokumentarischen Grundlage. Die historischen Aufzeichnungen stützen diese Annahme nicht.

## Fazit: Held oder zerstörerischer Populist?

Die Geschichte hat Andrew Jackson als "den Mann, der das Bankenmonster tötete" verewigt. Bis heute berufen sich Gegner der US-Notenbank Federal Reserve auf ihn und seinen Feldzug gegen die Second Bank of the United States. Ob er jedoch ein Held des Volkes oder ein zerstörerischer Populist war, darüber streiten Historiker bis in die Gegenwart.

Was sich mit Sicherheit sagen lässt: Jackson ist der einzige US-Präsident, der eine Zentralbank tatsächlich abgeschafft hat. Im Jahr 1832 legte er sein Veto gegen die vorzeitige Verlängerung der Banklizenz ein, die erst 1836 ausgelaufen wäre. Ein Jahr später, 1833, entzog er der Bank alle Bundesgelder und verteilte sie auf zahlreiche Privatbanken, die sogenannten Pet Banks. Diese Entscheidung war derart umstritten, dass zwei Kabinettsmitglieder zurücktraten. Doch Jackson blieb unbeirrt. Als die Lizenz der Second Bank 1836 auslief, wurde sie schlicht nicht erneuert. Die Institution, die seit 1816 als eine Art Zentralbank fungiert hatte, hörte auf zu existieren.

Politisch zahlte sich Jacksons Härte aus. Bei der Präsidentschaftswahl 1832, die er deutlich für sich entschied, feierte ihn die Bevölkerung als Kämpfer gegen die Elite. Die wirtschaftlichen Folgen seiner Politik waren jedoch verheerend. Die Pet Banks vergaben Kredite in einem Umfang, der eine gewaltige Spekulationsblase entstehen ließ. Als Jackson 1836 per Specie Circular verfügte, dass Bundesland nur noch mit Gold oder Silber gekauft werden durfte, brach das Kartenhaus zusammen. Die Panik von 1837 erschütterte die amerikanische Wirtschaft. Zwar trugen auch andere Faktoren zur Krise bei, doch Jacksons Bankenpolitik gilt als wesentliche Mitverursacherin.

Interessant bleibt die Rolle von Nicholas Biddle, dem Präsidenten der Second Bank. Er hatte in den Jahren 1832 und 1833 die Kreditvergabe absichtlich eingeschränkt, um Jackson unter Druck zu setzen und eine Verlängerung der Lizenz zu erzwingen. Diese dokumentierte Strategie verschärfte die Spannungen zusätzlich. Einen Beweis für eine gezielte Verschwörung zur Zerstörung der Wirtschaft gibt es jedoch nicht.

Bis heute ist der Andrew-Jackson-Bankenkrieg ein Lehrstück über Macht, Populismus und wirtschaftliche Verantwortung. Die einen sehen in ihm einen mutigen Vorkämpfer gegen die Übermacht der Banken, die anderen einen rücksichtslosen Politiker, der aus Ideologie heraus eine Institution zerstörte, deren ordnende Funktion die junge Nation dringend gebraucht hätte. Beide Lesarten finden in den historischen Fakten ihre Anhaltspunkte. Sicher ist nur eines: Kein anderer US-Präsident hat je wieder eine so radikale Entscheidung getroffen. Die Erinnerung an Jackson lebt in jeder Debatte über die Macht der Zentralbanken fort. Sein Erbe ist ein ambivalentes, das zum Nachdenken einlädt, ob politischer Wille allein ausreicht, um komplexe Finanzsysteme zu gestalten, oder ob am Ende nicht doch die wirtschaftliche Realität das letzte Wort spricht.

Hinweis der Redaktion: Die Darstellung der historischen Ereignisse folgt dem allgemein anerkannten Forschungsstand; einzelne Details, insbesondere zu den wirtschaftlichen Folgewirkungen, werden in der Fachliteratur unterschiedlich gewichtet und sind entsprechend als interpretativ zu verstehen.


## Frequently asked questions

**Was war die Second Bank of the United States und warum hasste Jackson sie?**

Die Second Bank of the United States war keine gewöhnliche Geschäftsbank, sondern ein geldpolitisches Machtzentrum mit zentralbankähnlichen Aufgaben. Sie wurde 1816 gegründet, um dem jungen amerikanischen Finanzsystem Ordnung zu verleihen. Ihre Befugnisse waren beträchtlich: Sie führte die Geldpolitik des Landes aus, verwahrte die Staatsgelder der Bundesregierung, vergab Kredite und beaufsichtigte die zahlreichen privaten Banken, die damals oft unkontrolliert eigene Banknoten druckten. Für Andrew Jackson, der 1829 als siebter Präsident der Vereinigten Staaten ins Weiße Haus einzog, verkörperte dieses Institut jedoch alles, was er an der amerikanischen Politik ablehnte. Er nannte die Bank offen ein "Monster" und sah in ihr ein verfassungswidriges Instrument der Eliten. Seine Überzeugung war radikal und einfach: Eine derart enorme wirtschaftliche Macht in privaten Händen bedrohe die amerikanische Demokratie selbst. Die Bank arbeite nicht für das Volk, sondern für die Interessen weniger Bankiers, die auf Kosten der einfachen Bürger Profit machten. Diese Haltung war keine spontane Laune. Jacksons Misstrauen gegenüber konzentrierter Finanzmacht speiste sich aus seinen Erfahrungen im Westen des Landes, wo er mehrfach miterlebt hatte, wie Papiergeld und Bankenpleiten einfache Bürger um ihre Ersparnisse brachten. Er war überzeugt, dass nur hartes Metallgeld, Gold und Silber, eine ehrliche Währung sei. Der Andrew Jackson Bankenkrieg, der aus dieser Überzeugung erwuchs, sollte zu einem der prägendsten politischen Konflikte der amerikanischen Geschichte des 19. Jahrhunderts werden und die wirtschaftliche Entwicklung des Landes für Jahrzehnte beeinflussen.

**Die Panik von 1837: Hat Jacksons Politik die Krise ausgelöst?**

Ja, die Wirtschaftskrise von 1837 wurde maßgeblich durch die Bankenpolitik von Andrew Jackson mitverursacht, auch wenn sie nicht der alleinige Auslöser war. Historiker sehen die Kombination aus übermäßiger Kreditvergabe, spekulativen Landkäufen und der sogenannten Specie Circular von 1836 als wesentliche Ursachenkette. Die Folgen trafen jedoch nicht mehr Jackson selbst, sondern seinen Nachfolger im Amt. In den 1830er-Jahren glich die amerikanische Wirtschaft einem aufgeblähten Ballon. Nachdem Jackson 1833 die Bundesgelder aus der Second Bank of the United States abgezogen und auf die sogenannten Pet Banks, also Privatbanken, verteilt hatte, öffneten diese die Kreditschleusen weit. Geld war billig, und viele Menschen glaubten, durch geliehenes Kapital schnell reich zu werden. Besonders der Handel mit Staatsland boomte, angeheizt durch Spekulation und die lockere Kreditvergabe dieser Banken. Doch Jackson handelte. 1836 erließ er die Specie Circular, eine Verordnung, die vorschrieb, dass Bundesland nur noch mit Gold oder Silber bezahlt werden durfte. Das Vertrauen in Papiergeld sank dadurch auf null. Die Reserven der Banken schmolzen dahin, Kredite wurden fällig gestellt, und die Spekulationsblase platzte 1837 mit voller Wucht. Die Ironie der Geschichte: Jackson hatte das Weiße Haus zu diesem Zeitpunkt bereits verlassen. Die Krise traf seinen Nachfolger Martin Van Buren, der 1837 ins Amt kam und sich mit den Folgen einer Rezession konfrontiert sah, die er nicht verursacht hatte. Für Van Buren war dies eine politische Katastrophe, denn die Wähler machten ihn für den wirtschaftlichen Niedergang verantwortlich.

**Nicholas Biddle: Sabotierte der Bankchef die eigene Wirtschaft?**

Nein, einen großen "Sabotageplan" hinter der Panik von 1837 gab es nicht, auch wenn Nicholas Biddle, der Präsident der Second Bank of the United States, zwischen 1832 und 1833 die Kreditvergabe tatsächlich bewusst einschränkte. Diese dokumentierte Maßnahme diente dazu, Präsident Andrew Jackson unter Druck zu setzen. Die große Wirtschaftskrise brach jedoch erst Jahre später aus, als Biddles Einfluss bereits deutlich geschwunden war. Die Auseinandersetzung zwischen Jackson und Biddle war persönlich und erbittert. Biddle führte die 1816 gegründete Bank mit harter Hand. Als Jackson sein Veto gegen die vorzeitige Verlängerung der Banklizenz einlegte, reagierte Biddle mit einem riskanten Schachzug: Er schränkte die Kreditvergabe spürbar ein. Diese Maßnahme erzeugte tatsächlich wirtschaftliche Engpässe, die Jackson politisch schaden sollten. Doch der Plan ging nicht auf. Jackson gewann die Präsidentschaftswahl 1832 deutlich und entzog der Bank 1833 alle Bundesgelder, die er auf verschiedene Staatsbanken, die sogenannten Pet Banks, verteilte. Ohne staatliche Einlagen verlor die Institution an Bedeutung. Als ihre bundesstaatliche Lizenz 1836 auslief, wurde sie nicht erneuert. Die Panik von 1837, die die amerikanische Wirtschaft schwer erschütterte, hatte andere Ursachen: übermäßige Kreditvergabe, spekulative Landkäufe und die von Jackson 1836 erlassene Specie Circular, die den Kauf von Bundesland nur noch mit Gold oder Silber erlaubte. Behauptungen, wonach Jackson die Wirtschaft absichtlich sabotiert habe, entbehren einer dokumentarischen Grundlage. Die historischen Aufzeichnungen stützen diese Annahme nicht.

**Fazit: Held oder zerstörerischer Populist?**

Die Geschichte hat Andrew Jackson als "den Mann, der das Bankenmonster tötete" verewigt. Bis heute berufen sich Gegner der US-Notenbank Federal Reserve auf ihn und seinen Feldzug gegen die Second Bank of the United States. Ob er jedoch ein Held des Volkes oder ein zerstörerischer Populist war, darüber streiten Historiker bis in die Gegenwart. Was sich mit Sicherheit sagen lässt: Jackson ist der einzige US-Präsident, der eine Zentralbank tatsächlich abgeschafft hat. Im Jahr 1832 legte er sein Veto gegen die vorzeitige Verlängerung der Banklizenz ein, die erst 1836 ausgelaufen wäre. Ein Jahr später, 1833, entzog er der Bank alle Bundesgelder und verteilte sie auf zahlreiche Privatbanken, die sogenannten Pet Banks. Diese Entscheidung war derart umstritten, dass zwei Kabinettsmitglieder zurücktraten. Doch Jackson blieb unbeirrt. Als die Lizenz der Second Bank 1836 auslief, wurde sie schlicht nicht erneuert. Die Institution, die seit 1816 als eine Art Zentralbank fungiert hatte, hörte auf zu existieren. Politisch zahlte sich Jacksons Härte aus. Bei der Präsidentschaftswahl 1832, die er deutlich für sich entschied, feierte ihn die Bevölkerung als Kämpfer gegen die Elite. Die wirtschaftlichen Folgen seiner Politik waren jedoch verheerend. Die Pet Banks vergaben Kredite in einem Umfang, der eine gewaltige Spekulationsblase entstehen ließ. Als Jackson 1836 per Specie Circular verfügte, dass Bundesland nur noch mit Gold oder Silber gekauft werden durfte, brach das Kartenhaus zusammen. Die Panik von 1837 erschütterte die amerikanische Wirtschaft. Zwar trugen auch andere Faktoren zur Krise bei, doch Jacksons Bankenpolitik gilt als wesentliche Mitverursacherin. Interessant bleibt die Rolle von Nicholas Biddle, dem Präsidenten der Second Bank.

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